Die Schwarze Tollkirsche gehört  zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Sie liebt kalkhaltige Böden und kommt deswegen auch  im Kraichtal  vor. Man findet sie in Kahlschlägen, entlang von Waldwegen oder auf Lichtungen. Die Tollkirsche ist ein sommergrünes Kraut mit großen Blättern und vielen Verzweigungen. Sie kann bei guten Standortbedingungen Höhen von bis zu 2 m erreichen.  Um sie ranken sich viele Mythen: Sie galt als alte Zauberpflanze, da mit ihr „Erregungszustände“ („Raserei“, „Tollwut“) ausgelöst werden konnten. Daher auch ihr Name „Tollkirsche“. Vor allem ihre Beeren sind hochgiftig.  Auch heute noch findet sie in der Medizin Verwendung.Die Aufnahme von Mitte Juni (14.06.2019)  zeigt eine blühende Tollkirsche im Wald. Jeder Zweig trägt mehrere glockenförmige Blüten, die vor allem von Hummeln und Bienen besucht werden.Wenn eine Blüte bestäubt ist, beginnt sie schnell zu welken und fällt ab. Dann zeigt sich im sternförmigen  Kelch bereits die grüne Beere der Tollkirsche.  In der oberen Hälfte des Bildes sieht man eine unbestäubte Blüte und daneben schon eine grüne  – noch unreife – Beere im sternförmigen Kelch. Ab Juli sind an der gesamten Pflanze Blüten, unreife Beeren und reife Beeren zu sehen.  Typisch ist der sternförmige Kelch, der sichtbar wird, wenn die glockenförmige Blüte abgefallen ist. Bei der Reife färben sich die Beeren schwarz. Auf diesem Bild vom Juli 2016 sind eine reife Beere und einige unreife Beeren der Tollkirsche zu sehen. Die schwarz glänzenden Beeren ähneln von der Form und Farbe her einer Kirsche. Deswegen ist sie vor allem für Kinder – aber auch für manche Erwachsene verlockend. Bedrohlich wird die Sache vor allem aber dadurch, dass an einer Pflanze meist sehr viele reife Früchte vorhanden sind.  Und deren Giftwirkung ist enorm: Sie enthalten tatsächlich einen Gift-Cocktail mit einigen hochgiftigen Substanzen. Man denkt, dass bei Kindern der Verzehr von 3-4 Beeren zu einer Vergiftung führt, die, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich enden kann. Für Erwachsene beträgt diese Dosis 10-12 Beeren. In den Gift-Notruf-Zentralen nehmen Meldungen von Vergiftungen mit den Beeren der Schwarzen Tollkirsche tatsächlich einen Spitzenplatz ein.

Woher die Schwarze Tollkirsche ihren wissenschaftlichen Namen hat:

Auch ihr wissenschaftlicher Name Atropa belladonnagibt einen deutlichen Hinweis auf ihre Gefährlichkeit :   „Atropin“   ist eines der Gifte, welches in den Beeren der Schwarzen Tollkirsche enthalten ist.  „Atropos“ ist in der griechischen Mythologie eine der drei „Schicksalsgöttinen“, welche die Aufgabe haben, den Lauf des Lebens zu bestimmen. Während eine davon den Lebensfaden spinnt und die zweite die Länge des Lebensfadens bemisst, fällt der Göttin „Atropos“ die Aufgabe zu, den Lebensfaden zu zerschneiden. Das giechische Wort „artropos“ bedeutet „unabwendbar“.

Der Zusatz „Bella donna“ heißt eigentlich „Schöne Frau“. Vor einiger Zeit entsprach es dem Schönheits-Ideal, wenn Frauen große Pupillen hatten. Durch den Genuss einiger Beeren der Schwarzen Tollkirsche konnte man diesen Effekt erreichen.

Also Vorsicht: Schon in wenigen Tagen kann man in unseren Wäldern wieder reife Beeren der Schwarzen Tollkirsche antreffen. Da es im Kraichtal aber mehrere Giftpflanzen gibt, sollte in der Gegenwart von Kindern generell darauf verzichtet werden, Früchte und Beeren – also auch essbare wie Himbeeren, Wald-Erdbeeren oder Brombeeren –  im Wald zu essen. Wenn man dies tun will, kann man sie ja sammeln und mitnehmen. Und wie immer gilt: Was man nicht genau kennt, sollte man stehen lassen!