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Es ist mal wieder Frühling!

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In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.

Persischer Ehrenpreis

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Der Persische Ehrenpreis geört zu den Braunwurzgewächsen und blüht schon sehr früh im Jahr. Bei entsprechend milden Klima kommt es vor, dass man ihn das ganze Jahr über blühen sieht. Normalerweise ist er aber ab Ende Januar bei uns zu entdecken. Er stammt aus dem Gebiet des Kaukasus und wurde vorwiegend in Botanischen Gärten angepflanzt.  Er liebt von Menschen geschaffene nährstoffreiche Lebensräume (Gärten, Felder, Weinberge, Unkrautfluren). Der Persische Ehrenpreis ist ein Lehmzeiger. Die kleinen, aber sehr schönen Blüten haben einen Durchmesser von 8 – 10 mm. Der Persische Ehrenpreis ist ein früh blühender Vertreter einer artenreichen Pflanzenfamilie.

Für uns ist er auch deswegen von großer Bedeutung, weil sich an diesem Beispiel  zeigt, wie schnell sich eine Art bei günstigen Bedingungen ausbreiten kann. Laut zeitgenössischen Berichten soll er 1805 aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe „verwildert sein“ und ist heute in ganz Mitteleuropa verbreitet. Wie schnell seine Ausbreitung ablief, soll ein konkreter Fall aufzeigen: Nachdem er um 1805  aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe verwilderte – wurde er im Jahre 1826 für die Gegend um Freiburg schon als „häufig vorkommend“ beschrieben. Das sind immerhin 115 km Luftlinie. Ein erstaunlicher Wert, zumal die heute für die Verbreitung von Wildpflanzen üblichen „Transportwege“ (Bahn, LKW, Auto, Flugzeug) noch nicht – oder nicht in relevanter Größe verfügbar waren.

Obwohl er  bei uns im Kraichtal gerade blüht, wird er  oft übersehen – so schön wie er ist – der Persische Ehrenpreis ….