Das Kleine Immergrün ist bei uns im Kraichtal sehr häufig anzutreffen. Man findet es in unseren Buchenwäldern, an Waldrändern und Wegrainen in Waldnähe. Die blauvioletten Blüten kann man bei uns von März bis Juni sehen. Das Kleine Immergrün ist eigentlich kein Kraut sondern ein immergrüner Halbstrauch, dessen Triebe mehrere Meter lang werden können. Die Triebe bleiben auf dem Boden und können an den Knoten wurzeln. Mit der Zeit entsteht dann ein dichter, bodendeckender Halbstrauch. Lichte Stellen im Wald werden vom Kleinen Immergrün besiedelt. Mit der Zeit bedecken die Pflanzen ganze Bereiche des Waldbodens. Da das Kleine Immergrün Lehmböden mag, ist sie bei uns im Kraichtal natürlich oft anzutreffen.Die Blüten tragenden Triebe stehen aufrecht, so dass die Blüten von Schmetterlingen, Bienen, Hummeln, aber auch vom Wollschweber bestäubt werden können. Hier besucht gerade eine Dunkle Erdhummel die Blüten des Kleinen Immergrüns.Die auffälligen Blütenblätter sind leicht asymetrisch und sehen wie die Propeller eines Flugzeuges aus.

Das Kleine Immergrün gehört zur großen Familie der Hundsgiftgewächse. Alle Teile der Pflanze sind giftig. Dabei ist das Gift nicht nur für Hunde und Pferde gefährlich – sondern auch für den Menschen. Übrigens: Auch der Oleander – eine der giftigsten Pflanzen überhaupt – gehört zu dieser Pflanzenfamilie. Das Immergrün ist erst seit einigen Jahrhunderten bei uns in Süddeutschland nachgewiesen; man vermutet, dass es mit den Römern zu uns kam. Viele der heutigen Standorte weisen noch auf frühere Siedlungen oder Burgen hin. Wie es auch heute bei einigen Pflanzen geschieht, wurde auch das Kleine Immergrün durch Menschen verbreitet.