Um den Kormoran streiten sich die Geister. Die einen betrachten ihn als Schädling, der die Bäche und Fischteiche plündert, die anderen sehen in ihm eine willkommene Bereicherung unserer Vogelwelt. Tatsächlich war der Kormoran aufgrund sehr intensiver Bejagung aus unserer Landschaft weitgehend verschwunden. 2010 war er der Vogel des Jahres in Deutschland und in Österreich. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Kormorane wieder deutlich zu; auch im Kraichtal kann man ihn zumindest während der Wintermonate beobachten, wo er entlang der Kraich oder in der Umgebung von Fischzuchtanlagen zu sehen ist.

Kormorane sind große Vögel mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Der Schnabel hat vorne einen Haken; damit können Fische besser gepackt werden. Männchen werden bis zu 1 m groß; Weibchen bleiben etwas kleiner. Während der Brutzeit tragen die Vögel das sogenannte „Prachtkleid“ (weißer Kopf und Hals und weißer Schenkelfleck). Die Paarbildung erfolgt jedes Jahr neu. Zwischen den Männchen gibt es zuweilen heftige Revierkämpfe. Kormorane leben und brüten in Kolonien, die an großen Gewässern sehr viele Brutpaare umfassen können. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Fischen. Bei der Jagd können sie fast eine Minute – und mehrere Meter tief tauchen. Nur in Ausnahmefällen werden auch andere Kleintiere erbeutet. Kormorane sind Opportunisten: sie jagen die Art, die sie am leichtesten erbeuten können. In Fischteichen können sie große Schäden anrichten.