Der Schwarze Holunder ist auch kaum aus den Hecken  im Kraichtal wegzudenken. Er bietet mit seinen Blüten und Früchten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Zudem dient er vielen Vögeln als Nist- und Brutplatz. Bei uns im Kraichtal ist er ein wichtiger Bestandteil der Feldflur – und während der Blütezeit ein Blickfang in der Hügellandschaft.

Der schwarze Holunder blüht meist erst im Juni. Schon im Altertum hatte der Holunder als wichtige Heilpflanze einen hohen Stellenwert. In der letzten Zeit haben auch wir wieder einmal die Vorzüge des Holunders entdeckt: neben therapeutischen Zwecken für viele Beschwerden und Krankheiten werden zum Beispiel  die Blüten und Früchte des Schwarzen Holunders zu Süßspeisen oder zu Getränken verarbeitet. Allerdings sollte man die Früchte nicht roh genießen; sie können  zum Erbrechen und zu Durchfällen führen.

Im Gegensatz zu den Blättern verströmen die teller- oder scheibenförmigen Blütenstände einen angenehmen Geruch. Zahlreiche Insekten stellen sich auf den Blütenständen ein.

Um ihn ranken sich viele Geschichten und Mythen, die bis in die Frühgeschichte des Menschen reichen. Wegen seiner Heilkraft, war er für die Menschen der Sitz von Gottheiten – und auch in späteren Zeiten gehörte zu jedem Gehöft ein Holunderstrauch.  Bei den Germanen war er – so sagt eine Erklärung – der Göttin Hel geweiht. Mit der Christianisierung änderte man den Namen von „Hel“ in „Holle“. Und aus dem Strauch der Frau Holle, dem „Hollerstrauch“ wurde im Laufe der Zeit der „Holunder“.

Die großen tellerartigen Blütenstände werden auch kulinarisch – entweder in Bierteig getaucht – als Süßspeise  – oder nach einem Gärungsprozess in Verbindung mit Zucker als ein sektartiges Getränk verwendet.