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Eine Meisterin im Umgang mit Seide: Vierfleck-Kreuzspinne

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Viele Menschen ekeln sich vor Spinnen oder haben vor Spinnen Angst. Dies liegt unter anderem daran, dass es  Arten gibt, die auch für den Menschen gefährlich werden können. Auch ihr Aussehen und die Art ihrer Jagd mag eine Rolle spielen. Doch – gäbe es die Spinnen nicht, dann hätten wir ein Problem. Denn Spinnen vertilgen weltweit immense Mengen an Schädlingen:

Laut den Schätzungen und Berechnungen von Forschern aus Deutschland, Schweden und der Schweiz liegt die Menge der von Spinnen weltweit gefressenen Insekten und Kleinsttiere bei jährlich 400 – 800 Millionen Tonnen.  Aber auch als Beute spielen die Spinnentiere im Nahrungskreislauf eine gewaltige Rolle: Mehrere Tausend Räuber und Parasiten ernähren sich ausschließlich von Spinnen – und auch bei mehreren Tausend Vogelarten stehen Spinnen auf dem Speiseplan. (Quelle: „WELT“, vom 15.03.2107)!

Doch Spinnen besitzen erstaunliche Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auch von uns Menschen zunehmend in neuen Techniken und Verfahrensweisen nachgeahmt und in den verschiedensten Bereichen genutzt werden. Es lohnt sich also, auch einmal die tollen Fähigkeiten dieser „Seidenkünstler“ genauer zu beobachten.

Als ein Beispiel dafür soll die „Vierfleck-Kreuzspinne“ dienen. Sie gehört zu den Echten Radnetzspinnen und kommt im Kraichtal recht häufig vor, obwohl man sie selten zu Gesicht bekommt. Im Gegensatz zu anderen Radnetzspinnen sitzt sie nämlich meist nicht in der Mitte ihres Fangnetzes – sondern verbirgt sich  in einem speziellen Versteck, das sie mit Hilfe ihrer Spinnfäden gebaut hat. Man kann sie an Waldrändern, Feldgehölzen oder an Gräben finden.Hier ist ihr Versteck an der Spitze einer „Goldrute“ zu sehen. Die Blätter der Goldrute sind durch Spinnfäden so zusammengezogen, dass die Spinne verborgen bleibt. Deutlich erkennt man aber das dichte Netzgewebe ihres Verstecks und die Haltefäden des darunter liegenden Fangnetzes. Mit ihren Beinen kann sie über einen Signalfaden die leichtesten Erschütterungen wahrnehmen, die  entstehen, wenn sich ein Tier im Netz verfangen hat.Von unten fotografiert sieht man, wie die Spinne in ihrem Versteck auf Beute wartet. Die Vierfleck-Kreuzspinne gibt es in vielen Farbvarianten, von gelb über rötlich bis olivgün. Charakteristisch sind aber ihre dunkel geringelten Beine. Die namensgebenden 4 Flecken sind aber bei einigen Farbvarianten nur undeutlich zu sehen. Wenn sich ein Tier im Netz verfangen hat, verlässt sie ihr nach unten offenes Versteck und ergreift die Beute. Wie kunstvoll sie dann mit ihren Spinnfäden arbeitet, sollen die folgenden Bilder zeigen:Die Spinne hat eine Fliege ergriffen und mit ihren Mundwerkzeugen gebissen. Dadurch fließt ihr Gift in den Körper des Beutetiers, welches dadurch fast augenblicklich betäubt oder getötet wird. Und dann beginnt sie, ihre Beute einzuspinnen. Hier sieht man die Vierfleck-Kreuzspinne von unten. Am Ende des kugeligen Hinterleibs sind auch die Spinnwarzen sichtbar. Aus diesen tritt dann eine Flüssigkeit aus, die an der Luft sofort zu einem Faden aushärtet. Spinnen können Fäden mit unterschiedlichen Eigenschaften produzieren. Spinnfäden sind sehr elastisch und belastungsfähig. Nur die Fangfäden im Netz sind klebrig. Diese werden von der Spinne nicht betreten. Zunächst wird die Fliege fixiert. Man kann deutlich erkennen, dass aus zwei Spinnwarzen Fäden austreten, die mit einem Beinpaar geordnet werden. Mit den anderen Beinpaaren wird die Fliege festgehalten, gedreht – und so in die Fäden eingewickelt. Die noch abstehenden Extremitäten und Flügel werden dadurch an den Körper der Fliege gepresst.Jetzt sieht man, dass aus allen Spinnwarzen Fäden austreten, die dann mit dem hinteren Beinpaar zu einem, sehr stabilen Faden verdrillt werden.Jetzt zieht die Spinne mit ihren Beinen die einzelnen Fäden in die Breite, so dass jetzt ein „Bandgewebe“ entsteht, mit dem die Fliege eingewickelt wird.Mit diesem Bandgewebe wird nun der gesamte Körper der Fliege eingepackt, dass diese wie ein in „Spinnfolie“ gehülltes Paket aussieht. Mit dem Gift hat die Spinne auch einen Verdauungssaft in ihre Beute injiziert, welches das Beutetier von innen auflöst. Dann wird die Spinne die Beute aussaugen. Ist sie aber bereits satt, dann wird das verhüllte Insekt im Bereich ihres Verstecks als Vorrat aufgehängt.

Das kurze Video zeigt, wie die Vierfleck-Kreuzspinne ihre schon sehr weit eingesponnene Beute fertig einpackt, mit einem Aufhänge-Faden versieht und dann in ihr Blattversteck abtransportiert.

 

Im Video wird auch kurz eine weitere Fliege sichtbar, die sich unten im Netz verfangen hat. Die Spinne wird sie später holen, wenn der erste Fang im Versteck „verstaut“ ist.

Das Pech des Einen ist manchmal aber auch das Glück des Anderen

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Die Wespenspinne ist gerade mit dem Einspinnen ihrer Beute beschäftigt. Da kommt ein Insekt angeflogen und kollidiert mit der Spinne. Diese kann aber wegen ihrer Beute nicht so schnell reagieren; das Insekt wird durch den Aufprall an das Netz geschleudert und kommt aber wieder frei. Zwar reagiert die Spinne blitzschnell und bewegt sich in Richtung des Insekts, das kann aber entkommen. Danach kehrt die Spinne wieder in die Netzmitte zurück.

Tipp: Es empfiehlt sich, das folgende kurze Videobeispiel im Vollbild-Modus anzuschauen. Klicken sie dazu auf das Bildschirm-Symbol unten rechts. Den Modus können Sie mit der ESC-Taste oder mit nochmaligem Anklicken des Bildschirm-Symbols beenden.

 

Trotz des Video-Beispiels sind Wespenspinnen mit ihrem Netz sehr erfolgreich. Weibliche Wespenspinnen kann man bis in den Herbst hinein im Kraichtal beobachten. Die Spinnen werden demnächst ihre Eier ablegen und in Kokons einspinnen. Die Jungspinnen überwintern in diesen Kokons und schlüpfen im nächsten Frühjahr aus.

 

Auch Wespenspinnen schmeckt nicht alles …

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Wespenspinnen bauen ihr Netz meist in Bodennähe.  Wichtige Beutetiere sind vor allem Heuschrecken. Andere Radnetzspinnen jagen in höheren Regionen, weil sie in erster Linie fliegende Insekten erbeuten. Obwohl das Radnetz der Wespenspinnen gut gebaut ist, bietet es dennoch keine Garantie für Fangerfolge. Das kurze Video-Beispiele zeigt, dass manche Tiere mit ihren eigenen Verteidigungsstrategien – oder einfach nur mit Glück der Spinne entkommen. Hier hat eine Wespenspinne gerade ein Insekt erbeutet, das sich zwar im Netz verfangen hat, aber dennoch nicht gefressen wird. Offenbar schreckt der Geruch oder vielleicht auch ein von der Beute abgegebenes Sekret die Wespenspinne ab – und sie wirft diese in weitem Bogen weg. Anschließend putzt sie minutenlang heftig ihre Mundwerkzeuge.

Tipp: Es empfiehlt sich, das folgende kurze Videobeispiel im Vollbild-Modus anzuschauen. Klicken sie dazu auf das Bildschirm-Symbol unten rechts. Den Modus können Sie mit der ESC-Taste oder mit nochmaligem Anklicken des Bildschirm-Symbols beenden.

 

Trotz des Video-Beispiels sind Wespenspinnen mit ihrem Netz sehr erfolgreich. Weibliche Wespenspinnen kann man bis in den Herbst hinein im Kraichtal beobachten. Die Spinnen werden demnächst ihre Eier ablegen und in Kokons einspinnen. Die Jungspinnen überwintern in diesen Kokons und schlüpfen im nächsten Frühjahr aus.

 

 

 

 

Sie hat ein schwarz-gelb-weißes Streifenmuster: Wespenspinne

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Die Wespenspinne gehört zu den auffälligsten Spinnenarten bei uns im Kraichtal. Sie ist wunderschön gefärbt, und man braucht wohl nicht zu erklären, warum diese Spinne „Wespenspinne“ „Tigerspinne“ oder „Zebraspinne“ genannt wird. In den letzten Jahren ist sie im Kraichtal häufiger anzutreffen. Dies mag wohl an den warmen Sommern und frostfreien Frühlingsmonaten liegen, die wir derzeit haben. Die Wespenspinne gehört zur Famile der Echten Radnetzspinnen.Das Foto zeigt eine weibliche Wespenspinne im Radnetz hängend von oben. Deutlich sieht man die zickzackförmigen bandartig gewobenen Spinnfäden in der Netzmitte. Die männlichen Wespenspinnen sind wesentlich kleiner als die Weibchen und sind auch anders gefärbt. Wenn sie nicht gestört werden, halten sich die Wespenspinnen immer im Zentrum des Netzes auf.So sieht die Wespenspinne auf der Bauchseite aus. Die Wespenspinne ist in Lauerstellung. Bei uns im Kraichtal ist sie häufig an den Rändern von Gräben und Teichen, aber auch auf trockenen Wiesen zu finden.Das Weibchen hat soeben eine Beute gemacht. Irgend ein kleines Insekt hat sich im Netz verfangen. Wespenspinnen ernähren sich von vielen Insekten: Wespen, Bienen, aber auch Heuschrecken, Schmetterlinge und sogar Libellen fallen ihr zum Opfer.Eifrig bewegen sich die Mundwerkzeuge.Ein Blick von der Bauchseite her macht es klar: Ein Beutetier wird gerade dicht eingesponnen Sobald sich eine Beute im Netz befindet, wird sie eingesponnen und dann getötet. Das Gift verflüssigt dann die inneren Organe. Wenn dies geschehen ist, wird das Beutetier ausgesaugt. Das Gift der Wespenspinne ist für den Menschen nicht gefährlich. Die Giftklauen der Wespenspinne sind zu kurz um die menschliche Haut zu durchdringen.

 

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Das Pech des Einen ist das Glück des Anderen

Sie sind bei jedem Wetter auf der Jagd: Veränderliche Krabbenspinnen

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In einem Feld  wachsen zwischen den Kulturpflanzen zahlreiche Vogel-Wicken. Und auf den Blütenständen dieser Vogel-Wicken haben sich einige Krabbenspinnen auf die Jagd gelegt. Auch durch den starken Schauer, der gerade niedergeht, lassen sie sich nicht abschrecken.   Bei den abgebildeten Spinnen handelt es sich um Weibchen, denn nur diese können die Farbe wechseln. Die viel kleineren Männchen können dies nicht.Trotz des Regens wartet hier eine Veränderliche Krabbenspinne  auf nektarsuchende Insekten. Eine andere lauert versteckt hinter drei Einzelblüten, die sie mit ihren beiden letzten Beinpaaren zusammenhält. Die beiden vorderen Beinpaare, die sie wie eine Krabbe ausgestreckt hält, dienen zum Fangen und Festhalten der Beute. So lauert sie, bis sich ein Insekt nähert ….Wenn ein Insekt in ihre Reichweite kommt, packt sie blitzschnell zu, injiziert ihr Gift in ihre Beute und hält diese mit ihren vorderen Beinpaaren fest. Mit den hinteren Beinpaaren hält sie sich fest. Dabei kann sie recht große Insekten und Schmetterlinge überwältigen. Dann wartet sie bis das Gift wirkt. Ihr schnell wirkendes Gift enthält Stoffe, welche das Innere des Insekts verflüssigt. Jetzt kann die Krabbenspinne ihre Beute aussaugen. Von der bleibt lediglich die äußere Hülle übrig.Hier hat es schon geklappt: Eine andere Veränderliche Krabbenspinne ist gerade dabei, ein erbeutetes Insekt (?) auszusaugen.Die Beute ist gelähmt und kann sich nicht mehr wehren. Um welches Insekt es sich bei der Beute handelt, ist auf dem Bild nicht zu klären.  Jedenfalls benötigt sie jetzt auch ihre Vorderbeine zum Festhalten der Beute nicht mehr. Sie ist jetzt schon mit dem Aussaugen beschäftigt.

Es gibt einen weiteren Beitrag zum Thema in diesem Blog:

Veränderliche Krabbenspinne

Garten-Kreuzspinne

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Von der Kreuzspinne gibt es zahlreiche Arten. Die Garten-Kreuzspinne ist die häufigste Kreuzspinne bei uns. Die Kreuzspinnen sind in ihrer Färbung sehr variabel und können sich der Helligkeit der Umgebung anpassen. Den Namen haben sie von den hellen Flecken auf dem Hinterleib, die ein kreuzartiges Muster bilden. Die  länglichen Streifen entsprechen den Längs- und Querbalken des „Kreuzes“. In der Mitte des Kreuzes befindet sich ein kreisrunder, heller Fleck.  Wie bei vielen Spinnenarten werden die Weibchen sehr viel größer als die Männchen.

Kreuzspinnen sind „Radnetz-Spinnen“. Sie ernähren sich von allen Insekten, die sie mit ihrem Radnetz fangen können. Fliegen, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Wespen und sogar Hornissen sind mögliche Beutetiere. Manchmal werden sie aber selbst Beute von Vögeln, aber auch von Insekten wie Hornissen.

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Die Gartenkreuzspinne sitzt oft in der Mitte oder am Rand ihres Radnetzes. Dabei bekommt sie jede Erschütterung mit. Hat sich eine Beute verfangen, dann eilt die Spinne herbei und begutachtet die Situation. Je nach Art der Beute spinnt sie dann ein spezielles Band, mit dem sie das Beutetier schnell „einpacken“ kann. Hier hat die Kreuzspinne eine Fliege gefangen. Mit dem Biss gibt sie ein Sekret ab, welches das Beutetier von innen auflöst. Dann dreht sie das Beutetier schnell um die eigene Achse und spinnt es mit einem breiten gesponnenen Band ein. Wenn die Spinne hungrig ist, beginnt sie, die Beute aufzusaugen. Ansonsten transportiert sie die Beute in eine Ecke des Netzes oder hängt sie am Rand – gewissermaßen als Nahrungsvorrat – auf.

Nachdem die Fliege eingesponnen ist, wird sie abtransportiert und in Sicherheit gebracht. Dabei hält sich die Spinne an die Fäden des Netzes.   Auch die Fliege ist an einem „seidenen Faden“ befestigt.Die Kreuzspinne transportiert ihre Beute vom zentralen Netzbereich weg und bringt sie unter ein großes Blatt. Auch hier sind die Haltefäden deutlich sichtbar. Die Fliege wird nun mit einem der hinteren Beine festgehalten, während die Spinne jetzt den engen Raum zwischen den beiden Blättern aufsucht.  Deutlich ist die Musterung des Unterleibs der Spinne mit den Spinndrüsen zu sehen. Die Fliege wird nun durch einen zusätzlichen Haltefaden fixiert.

Im Versteck unter den Blättern angekommen, wird die Beute nun ausgesaugt.Obwohl viele Menschen Ängste entwickeln, wenn sie Spinnen begegnen, haben sie eine sehr große Bedeutung für uns. So sind sie eine natürliche biologische Schädlingsbekämpfung, weil sie viele Schadinsekten vertilgen. Auch in der Medizin zeigen sich einige Verwendungs-Ansätze zur Wundversorgung mit den Spinnfäden.