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Ein Spinnentier, das keine Spinne ist: Weberknecht

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Auf den ersten Blick hält man sie für Spinnen. Die langen Beine sprechen eigentlich dafür. Doch beim genauen Betrachten erkennt man dann aber deutliche Unterschiede zwischen den Echten Webspinnen und den Weberknechten, von denen es bei uns einige Arten gibt:

Obwohl der Weberknecht eigentlich aussieht wie eine Spinne, ist er doch keine. Weberknechte bildern innerhalb der Spinnentiere eine eigene Gruppe. Während bei den Webspinnen ein deutlicher Abschnitt zwischen dem Kopf-Bruststück und dem Hinterleib zu erkennen ist, besitzen Weberknechte, von denen es bei uns zahlreiche Arten gibt, einen Körper ohne Einschnitte.Bei dieser Kreuzspinne ist deutlich der Abschnitt zwischen dem Kopf-Bruststück und dem Hinterleib zu sehen.Bei den Weberknechten sind die einzelnen Abschnitte des Körpers nicht wie bei den Webspinnen in Kopf-Bruststück und Hinterleib eingeteilt. Bei ihnen sind die einzelnen Abschnitte miteinander verwachsen.

Darüber hinaus besitzen Weberknechte keine Spinndrüsen. Sie können deswegen auch keine Fäden oder Fangnetze herstellen. Weberknechte sind nützlich, weil sie auch kleine Insekten fressen. Aber auch tote Kleintiere und Pflanzenteile werden verzehrt.Die überaus langen Beine besitzen zahlreiche Gelenke und sind deswegen sehr beweglich. So können sie sich geschickt zwischen den Pflanzen fortbewegen. Bei Gefahr können Weberknechte ein übel riechendes Sekret absondern, das Fressfeinde lähmen oder sogar töten kann. Die Mundwerkzeuge sind zu klein, um die menschliche Haut zu durchdringenBei Gefahr können Weberknechte auch ein Bein abwerfen, das dann weiterzuckt und Fressfeinde ablenkt, während der Weberknecht flieht.Weberknechte leben vorwiegend auf Sträuchern, Wiesen und Bäumen. Manche Arten findet man aber auch in Kellern oder Garagen. Dort jagen sie auch schädliche Kleintiere. Obwohl sich einige Menschen vor den Weberknechten ekeln, sind sie doch recht nützliche Tiere. Es gibt viele volkstümliche Namen für die Weberknechte: Schneider, Schuster, Zimmermann, Kanker, aber auch Opa Langbein

Ein geheimnisvolles Wesen im Brombeergestrüpp: Büffel-Zikade

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Die Büffelzikade wurde im letzten Jahrhundert aus den USA zunächst nach Südeuropa eingeschleppt. Inzwischen ist sie auch bei uns heimisch geworden. Da sie nur Größen zwischen 6 und 9 mm erreicht, wird sie bei uns oft übersehen, zumal sie am gesamten Körper grün ist – und sich meist auf Büschen oder Sträuchern aufhält. Man findet sie in gewässerbegleitenden Gehölzen, Sträuchern und Büschen in Gewässernähe, aber auch auf Kulturland und in Gärten.Büffelzikade von oben gesehen. Man sieht hier deutlich den nach oben gewölbten Halsschild, der an den beiden Enden bräunlich getönte Dornen und einen spitz nach hinten verlaufenden Fortsatz aufweist. Auch die Flügel sind sichtbar. Erwachsene Tiere sind bei uns im Kraichtal von Mitte Juli bis in den Oktober hinein zu beobachten.Büffelzikade von der Seite. Hier sieht man auch deutlich den mächtigen, nach hinten gezogenen Halsschild. Dieser verleiht der Zikade ein „büffelartiges“ Aussehen. Auch ein Auge ist zu sehen. Dass die Tiere hier oft auf Brombeersträuchern zu sehen sind, hat seinen Grund: Die Weibchen legen die zahlreichen Eier – vor allem bei niedrig wachsenden Rosengewächsen wie bei der Brombeere – in selbstgefertigte Rindenschlitze. Dort überwintern dann die Eier. Leider kann die Büffelzikade große Schäden anrichten, weil sie die Rinde von Reben und Obstbäumen anschneiden, um dort Pflanzensäfte aufzunehmen. Dabei sind oft Infektionen an den betroffenen Stellen die Folge, welche die befallenen Pflanzen ernsthaft schädigen und den Ertrag bei Obstbäumen oder Reben deutlich beeinträchtigen können.Tatsächlich kann man die Büffelzikade sehr leicht übersehen, obwohl sie – wie es hier der Fall ist – deutlich sichtbar auf einem Brombeerblatt sitzt. Aber auch sonst kann man sie leicht übersehen, wie man am folgenden Bild feststellen kann:Haben Sie die Zikade gefunden? Nur wenn man weiß, wie sie aussieht – und wenn man dann gezielt nach ihr sucht, kann man sie auch entdecken. In der „freien Natur“ ist dies oft Glücksache – oder einer Bewegung der Zikade geschuldet – dass man sie entdeckt.