Es ist Anfang Mai. Seit einigen Tagen kann man die Altvögel beobachten, wie sie immer wieder eine Steilwand im Uferbereich eines Gewässers anfliegen. Wenn man Glück hat, kann man einen der Altvögel vor der Brutröhre beobachten, die in der Steilwand angelegt, und  fast 1 m tief  in den Lehm eingegraben wurde.  Am Ende des Ganges befindet sich die Bruthöhle. Wahrscheinlich sind bereits Jungvögel in der Höhle, denn ab und zu sieht man die Altvögel mit Nahrung in die Höhle einfliegen. Eisvögel ernähren sich von kleinen Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, von Kaulquappen, aber auch von kleinen Froschlurchen. Auch an kleineren Gewässern, Teichen oder Tümpeln sind Bruten möglich, wenn die Gewässer den Anforderungen der Eisvögel genügen.Die Gegebenheiten im Kraichtal kommen den Eisvögeln zugute. Sie lieben fließende Gewässer mit ausreichendem Baumbestand, die ihnen mit den freiliegenden Wurzeln und Ästen die nötigen Ansitze zur Jagd bieten. Auch die vorhandenen Lehm-Steilwände sind wie geschaffen für das Graben einer passenden Bruthöhle. Zudem sollte das Gewässer einen ausreichenden Bestand an Kleinfischen haben.  Und das ist hier  offensichtlich der Fall: Ein Altvogel beobachtet von seiner Sitzwarte oberhalb der Bruthöhle das Gewässer und die Umgebung. Deutlich kann man den Eingang mit dem ausgeworfenen Baumaterial und dem Abfall aus der Bruthöhle sehen. Auch die Trittspuren, welche die Altvögel beim Betreten und Verlassen im Eingangsbereich der Höhle hinterlassen haben, sind deutlich zu erkennen. Hier ist nochmals die Höhle mit dem ausgeworfenen Material zu sehen. Nach dem Füttern landen auch die Abfälle der Jungvögel auf dem Hang oder im darunter befindlichen Gewässer. Die als Ansitz dienenden Teile der freiliegenden Wurzel wurden – was die Lehmspuren auf ihnen deutlich zeigen, offenbar schon recht häufig als Sitzwarte genutzt.Vor dem Einfliegen prüfen die Altvögel, ob auch keine Feinde in der Nähe sind. Bei Störungen fliegen sie nicht in die Bruthöhle ein.   Hier hat ein Altvogel gerade Material aus der Bruthöhle entfernt und in das Wasser fallen lassen. Am oberen Bildrand ist der Eingang der Bruthöhle zu sehen.Eine Drehung – und schon geht es zur Höhle zurück. Deutlich sichtbar ist das türkisfarbene Rückengefieder, welches dem Vogel einen schillernden Glanz verleiht. Eisvögel sind außerordentlich geschickte und schnelle Flieger. Man bezeichnet sie wegen ihres Gefieders oft auch als „fliegende Edelsteine“. Am Höhleneingang angekommen, prüft der Altvogel zuerst die Situation, dann geht er in die Höhle hinein. Nach dem Verlassen der Höhle kann man die Altvögel auch manchmal beim „Baden“ beobachten, wenn sie damit den Schmutz und Lehm aus ihrem Gefieder entfernen. Wie es mit den Eisvögeln weitergeht, wird sich zeigen. Jedenfalls ist ein weiterer Beitrag geplant, wenn es – so wie es aussieht – in der Höhle junge Eisvögel gibt.