Die Wollschweber gehören innerhalb der Insekten zu den Zweiflüglern. Weltweit gibt es ca. 6000, in Deutschland sind es ungefähr 30 Arten. Die ersten von ihnen kann man schon im Frühjahr beobachten, die meisten anderen zeigen sich erst im Sommer. Oft fallen sie kaum auf. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man in der Nähe von Blütenpflanzen kleine „Flieger“, die auf der Stelle schweben, also den „Standflug“ beherrschen. Dann ändern sie plötzlich ruckartig die Position und verbleiben auch dort wieder auf einer Stelle. Ähnlich, wie man es bei den Schwebfliegen beobachten kann. Und dann wird es schwer, sie im Auge zu behalten. Auffällig ist aber der lange Rüssel, mit dem sie aus den Blüten Nektar saugen. Bei manchen Arten ist der Rüssel so lang wie der gesamte Körper. Weil sie so ähnlich wie Hummeln aussehen, bezeichnet man sie auch als „Hummelfliegen“. Die Wollschweber ernähren sich als erwachsene Insekten von Blütenpflanzen, wo sie  Nektar holen.

Während des Fluges sind die vorderen Beinpaare angelegt; das hintere Beinpaar ist nach hinten oben gestreckt.

Der „Große Wollschweber“. Deutlich ist der lange Rüssel zu sehen, mit dem sie Nektar saugen. Oft findet man sie beim Gundermann oder der Knoblauchrauke.

Der „Große Wollschweber“ an einer Knoblauchrauke.

Eine verwandte Art: Der „Gefleckte Wollschweber“ am Boden. Man kann ihn an den gefleckten Flügeln erkennen.

Die Fortpflanzung dieser Insekten bietet einiges an Überraschungen. Die Larven der Wollschweber leben parasitisch von anderen Insekten und deren Larven. Schon bei der Eiablage kommt es bei manchen Arten zu einem besonderen Verhalten. Sie schießen die Eier aus dem Flug direkt in die Bauten der Wirtstiere, sie legen die Eier neben den zukünftigen Wirt  ab – oder sie dringen in die Bauten ein (z.B. bei Wildbienen), fressen die Nahrungsvorräte und später auch die eigentlichen Larven. Manche Arten sammeln mit dem Hinterleib vor der Eiablage Sand, mit dem sie dann die Eier verkleben. So sind die Eier besser vor Fraßfeinden geschützt – oder vor der Sonne auf Sandflächen. Während ihrer Entwicklung machen die Wollschweber mehrere Larvenstadien durch, die oft sehr unterschiedlich aussehen können. Die Überwinterung geschieht meist im Bau der Endwirte – oder an anderen geschützten Stellen.