Das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein bilden die weißlich blühenden Vertreter der Waldvögelein-Gruppe innerhalb der Orchideen bei uns im Kraichtal. Auch sie brauchen lichte Stellen im Wald, die weder den vollen Sonnenschein noch den tiefen Waldschatten bieten müssen. Bei uns im Kraichtal sind auch sie recht selten.

Die Blüten des Weißen Waldvögeleins sind nicht weiß sondern eher gelblich oder auch grünlich. Im Gegensatz zu den anderen Waldvögelein-Arten öffnen sie ihre Blüten nicht so weit. Die Blätter sind im Vergleich zum Schwertblättrigen Waldvögelein kürzer und eiförmig.

Die Bestäubung erfolgt meist durch Selbstbestäubung, da wegen der kaum geöffneten Blüten auch nur wenige Insektenbesuche stattfinden.

Manchmal findet sich aber doch eine weiter geöffnete Blüte

Ihr Bestand ist auch durch Waldbaumaßnahmen und zunehmenden Stickstoffeintrag in die Waldböden gefährdet. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen sie dann. Wenn zum Beispiel ein Kahlschlag erfolgt, dann ist der dortige Bestand dieser Orchidee stark gefährdet, weil sie die dadurch entstehenden Lichtverhältnisse nicht erträgt. Aber auch der zunehmende Stickstoffeintrag über die Luft in die Waldböden gefährdet die Bestände. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen die konkurrenzschwachen Pflanzen.

Die Blütezeit ist bei uns von Mitte Mai bis Mitte Juni. Glücklicherweise gibt es bei uns noch Stellen, an denen man die Orchideen noch blühen sehen kann. Wie alle Orchideen ist auch das Weiße Waldvögelein streng geschützt!