Die Stinkende Nieswurz ist eine Pflanze, die sofort auffällt. Während die Bäume im Wald noch kahl sind – und auch auf dem Boden noch nichts Blühendes zu entdecken ist, hebt sich das helle Grün der neuen Triebe mit den zahlreichen Blüten deutlich von der Umgebung ab. Eigentlich kann man sie nicht übersehen. Die Stinkende Nieswurz gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist mit der Christrose verwandt. Die Pflanze ist stark giftig. Ihren Namen verdankt sie dem unangenehmen Geruch und einem ihrer Gifte, das die Schleimhäute reizen kann und zum Niesen anregt. Früher hat man die Pflanze in der Heilkunde verwendet. Wegen der starken Giftigkeit findet sie heute nicht mehr als Arzneipflanze Verwendung. Die Stinkende Nieswurz ist bei uns besonders geschützt.

Die Stinkende Nieswurz ist vor allem in Baden-Württemberg und in Rheinland Pfalz heimisch. Im übrigen Deutschland ist sie sehr selten oder fehlt ganz. Bei uns im Kraichtal kommt die Stinkende Nieswurz vereinzelt an Waldrändern und Heckensäumen vor. Sie ist für die Insekten ein wichtiger Nektarlieferant. Sie wird vor allem von Hummeln und Wildbienen bestäubt. Denn nur sie kommen mit ihren Mundwerkzeugen an den Nektar heran. Die Blütezeit erstreckt sich  je nach Witterung von Mitte Januar bis März.

Ältere Blüten bekommen einen roten Rand. Danach entwickeln sich die auffälligen Früchte.

In den Früchten reifen die Samen heran. Werden die Früchte reif, so öffnen sie sich und entlassen die Samen, die durch den Wind aus den Früchten herausgeschüttelt werden. Und nun eine Besonderheit: Alle Samen enthalten ein Anhängsel, das aus Zucker, Fetten und Vitaminen besteht. Deswegen sind die Samen bei Ameisen sehr begehrt. Sie sammeln diese und tragen sie in ihren Bau ein. Dort trennen sie das nährstoffreiche Anhängsel vom eigentlichen Samen  ab und deponieren es im Bau, wo es später verzehrt wird. Der Samen selbst wird wieder aus dem Nest getragen und auf dem „Ameisen-Kompost“ gelagert. Dort findet er gute Bedingungen, kann auskeimen und neue Pflanzen bilden.