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Efeu

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Efeu ist eine Pflanze, die schon im Altertum als Heilpflanze oder in den verschiedensten Religionen und antiken Kulturen eine bedeutende Rolle spielte. Bei uns im Kraichtal ist Efeu heimisch und an vielen Stellen zu entdecken. Efeu kann man bei uns überall dort finden, wo es Hecken, Wald oder Obstbäume hat. Efeu ist ein Lichtspezialist. Beim Kampf ums Licht ist er den meisten anderen Holzgewächsen überlegen, weil er auf dem Weg zum Licht keinen massiven Stamm ausbilden muss. Er lehnt sich an die entsprechenden Bäume an. Weil er das tut, kann er schneller wachsen.

Dabei nutzt er seine Haftwurzeln, die normalerweise nicht in die Baumrinde eindringen – sondern nur an der Baumrinde anhaften. Er holt sich also keine Baumsäfte, um sich zu ernähren. Er wird – wie die meisten Pflanzen – von seinen zahlreichen Blättern versorgt. Pflanzen benötigen vor allem zwei Dinge: Wasser mit den darin gelösten Nährstoffen und Licht. Beides verschafft sich Efeu selbst. Er lebt also nicht als Schmarotzer.

Bei einzeln stehenden kleineren Bäumen – oft Obstbäumen – gelingt es ihm aber manchmal, den gesamten Baum zu überwuchern. Weil der Baum darunter kaum noch Licht bekommt, kann er den Baum dadurch schädigen oder auch zum Absterben bringen. In diesem Falle (s.Bild oben)  kann ihm das nicht gelingen.Der Baum ist zum einen zu hoch, zum anderen hat er bereits eine viel zu große Krone entwickelt. Zwar kann Efeu recht hoch klettern, aber wirklich große Bäume kann er nicht schädigen.

Efeu ist in allen Teilen giftig, findet aber Verwendung als Heilpflanze. In Deutschland war er schon In der Natur hat er vor allem für Vögel und Insekten eine große Bedeutung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Blütenpflanzen blüht er von September bis Ende Oktober, manchmal sogar bis Anfang November. Bienen, Wespen, Schwebfliegen und einige Schmetterlingsarten, zum Beispiel der Admiral, profitieren davon.

Die unscheinbaren Efeublüten dienen darüber hinaus einigen auf Efeu spezialisierten Insekten als Nahrung.

Ab Ende Januar bis April werden die Früchte reif, die vor allem von einheimischen Singvögeln gerne gefressen werden. Dieses Bild entstand Ende Dezember 2017. Es zeigt, dass die Früchte schon ab Ende Dezember heranreifen.

So sehen die Früchte im Februar aus. Aber selbst dann sind noch nicht alle Früchte ganz reif.

Hier ein Beispiel einer verholzten Efeuwurzel (rechts), die schon einen beachtlichen Durchmesser erreicht hat.

Ein Efeu kann unterschiedliche Blattformen ausbilden. Die Blätter des Efeus werden mehrere Jahre alt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Laubbäumen wirft er seine Blätter im Frühjahr ab. In dieser Zeit werden auch die meisten Efeublätter gebildet.

In lichten Waldbeständen kann  er auch auch problemlos abseits der Wege oder Waldlichtungen wachsen.

Neben diesen „Natur-Standorten“ findet man Efeu auch in Steinbrüchen oder an Ruinen. Dabei kann er nur beschädigtem Mauerwerk, das schon Risse oder Schäden aufweist, schaden. Auch Gebäude mit Wärmeisolierungen aus Hartschäumen sollte man von Efeu freihalten. Ansonsten kann eine Bewachsung mit Efeu für ein Haus mit intaktem Mauerwerk und  geeignetem Außenputz eine echte und effiziente Wärmedämmung darstellen.

 

 

Wiesensalbei

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Der Wiesensalbei gehört zu der großen Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Diesen Namen hat die Familie, weil fast alle Lippenblütler Blüten mit einer Ober- und Unterlippe haben, also von der Seite aussehen wie ein geöffneter Mund. Der Wiesensalbei blüht von Ende Mai bis Ende August oder September.  Dabei zeigt diese Pflanze eine ganz besondere Anpassung an die Bestäubung:

Aus der Blüte ragt die leicht nach unten gebogene, zweigeteilte Narbe (blau, fadenförmig) hervor. In der Oberlippe der rechten oberen Blüte sieht man die beiden Staubblätter mit den beiden Staubbeuteln hervorschauen. Die breitgefächerte Unterlippe dient als Landebahn für die anfliegenden Insekten. Das, was diese in der Blüte suchen, ist der Nektar, der sich ganz weit hinten, im Bereich der grünen Kelchblätter befindet. Nun werden die Insekten erwartet, vor allem die Hummeln.

Eine Insekt fliegt an und fährt schon den Saugapparat aus. Wenn es jetzt weiter bis zum Ende der Blütenkronröhre kriecht, streift sie an der Narbe die Pollenkörner ab, die vom letzten Blütenbesuch auf ihrem „Pelz“ hängen geblieben sind. Befinden sich Pollen des Wiesensalbeis darunter, ist die Blüte bestäubt.

Eigentlich haben die meisten Lippenblütengewächse 4 Staubblätter in jeder Blüte. Beim Wiesensalbei sind die 4 Staubblätter zu zwei Staubblätter mit Staubbeuteln am einen Ende und  mit einer Art „Klappmechanismus am anderen Ende verwachsen. Wenn nun das anfliegende Insekt mit dem Rüssel in die Blütenkronröhre vordringt, dann stößt es die beiden Staubblätter nach hinten – und diese  Staubblätter klappen wie „Bahnschranken“ nach unten und berühren mit den Staubbeuteln den Rücken des Insekts. Durch  Bewegungen werden die Pollen ausgeschüttelt und auf dem Rückenpelz verteilt.  Wenn dann die nächste Blüte besucht wird , werden dort die mitgebrachten Pollen an der nächsten Narbe abgestreift.

Hier kann man sowohl die Narbe als auch die Staubblätter auf dem Rücken der Hummel erkennen.

Weil sich der Nektar ganz weit an Grunde der Blütenkronröhre befindet, haben eigentlich nur Hummeln die Chance, an den Nektar heranzukommen. Denn bei den Honig- und vielen Wildbienen ist der Saugapparat zu kurz. Trotzdem haben diese Insekten dann einen Weg gefunden. Sie fliegen seitlich an die Blüte heran und beißen sich durch die Kelchblätter bis zur Blütenkronröhre durch. So kommen auch sie an den Nektar, ohne die Blüte bestäubt zu haben. Deswegen bezeichnete man diese Insekten als manchmal als „Honig-Diebe“.