Wenn Spechte Nüsse knacken –  oder die Schalen von Sämereien entfernen wollen, wenden sie eine einzigartige Technik an. Sie nützen kleine Spalte, Löcher oder Ritzen in der Baumrinde oder im Stamm, um die Nüsse oder Sämereien dort einzuklemmen – und diese anschließend mit gezielten Schnabelhieben zu öffnen. Dazu erweitern sie die Unebenheiten, Risse oder Löcher so, dass das gefundene Objekt genau hineinpasst  und festgeklemmt werden kann. Genauer gesagt, hat die „Spechtschmiede“  die gleiche Funktion wie der Amboss eines Schmieds. Und weil Spechte, vor allem die Buntspechte dieses Verfahren perfektioniert haben, entstand der Name „Spechtschmiede“. Dabei wird die Nuss durch Bearbeitung der „Schmiede“ so fixiert, dass sie auch bei heftigen Schnabelhieben fest sitzt und sich so von der jeweiligen Schalenhülle trennen lässt.

Das Buntspechtweibchen hat eine Walnuss gefunden und diese zu einem benachbarten Apfelbaum getragen. Dort gibt es bereits eine „Spechtschmiede“.

Eine Kohlmeise hat dies beobachtet und wartet schon mal auf wegfliegende Frucht-Teile.

Das Buntspechtweibchen verjagt sie.

Noch ist die Nuss nicht fixiert. Das Weibchen dreht sie immer wieder und bearbeit die Höhlung rings um die Nuss.

Die „Spechtschmiede“ wird jetzt noch genauer an die Nuss angepasst – und diese wieder leicht festgeklopft.

Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Nuss endgültig fest eingeklemmt ist.

Die Schmiede passt, gleich kann die Nuss geöffnet werden. Ein kritischer Blick; jetzt scheint es endlich zu passen. Doch dann fühlt sich das Spechtweibchen  von einer Krähe, die auf dem Nachbar-Ast gelandet ist,  gestört, packt die Nuss und fliegt ab ….

 

Das Video zeigt,  wie es normalerweise weitergeht. Ein Spechtweibchen verzehrt eine in der Spechtschmiede geöffnete Walnuss. Und auch hier fliegen Meisen, um kleine Stückchen der Nuss zu erbeuten, die beim Bearbeiten wegfallen und zu Boden fliegen.