Der Kuckuck ist einer der bekanntesten Vögel bei uns.  Er gehört zur Familie der Kuckucke und liebt kleinstrukturierte Landschaften, in denen es Hecken, einzeln stehende Bäume und Ansitzmöglichkeiten gibt. Seinen Namen verdankt er seinem Ruf, der auch viele Musiker zu Melodien oder Liedern inspiriert hat. Um ihn ranken sich viele Erzählungen, aber auch Mythen, welche ihren Grund in seinem Brutverhalten haben.

Kuckucke sind sogenannte „Brutschmarotzer“, das heißt, sie legen ihre Eier in fremde Nester und lassen diese von den Wirtsvögeln ausbrüten und die Jungen großziehen. Da die ausschlüpfenden Jung-Kuckucke einen ungeheueren Nahrungsbedarf an tierischer Nahrung haben, entfernt der Jungvogel schon kurze Zeit nach dem Schlüpfen die anderen Eier oder sogar Nestlinge, die sich außer ihm im Nest der Wirtsvögel befinden. Auf die Wirtseltern wartet nun Schwerstarbeit.

Von geeigneten Ansitzstellen aus beobachtet das Kuckucksweibchen, wo sich das Nest der potentiellen Wirtsvögel befinden. In einem unbewachten Moment wird dann in das fremde Nest ein Ei abgelegt. Allerdings muss im fremden Nest schon ein Ei liegen, sonst wird das Kuckucksei von den Vögeln entfernt.

So ist auch klar, dass das Kuckucksweibchen in den Lebensräumen auftaucht, wo seine Wirtsvögel brüten. Grasmücken, Rohrsänger, Rotschwänze, aber auch Zaunkönige gehören zu den parasitierten Vogelarten.

Jeden 2. Tag wird dann ein Ei in ein fremdes Nest gelegt. Dies geschieht von Mitte/Ende April bis in den Juli hinein. Das Kuckucksweibchen legt seine Eier dabei in die Nester der Vogelart, von der sie selbst aufgezogen wurde.  Eine biologische Anpassung macht es möglich, dass Kuckuckseier ihre Form und Farbe an die Eier der Wirtsvogelart anpassen können.

Neben der Graufärbung gibt es auch rotbraun gefärbte Kuckucke. Diese sind allerdings  bei uns viel seltener zu beobachten.

Der Kuckuck ernährt sich ausschließlich von Insekten und anderen Kleintieren. Dabei frisst er auch Insektenlarven, die von anderen Vögeln nicht gefressen werden. Aber auch Spinnen, Tausendfüßler, Schnecken, kleine Frösche und Kröten stehen auf seinem Speisezettel.

Ende Juni hört der Kuckuck mit dem Rufen auf. Zwar bleibt er bis Ende August bei uns, doch man hört ihn nicht mehr. Eine alte Bauernregel sagt dazu: „Peter und Paul (29. Juni) schlägt dem Kuckuck aufs Maul!“ Er ist ebenfalls ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika südlich des Äquators. Die über 7000 km langen Reise legt er in Etappen zurück. So rastet er in Polen, Ungarn und Griechenland für jeweils einen Monat, bevor er zwischen Lybien und Ägypten die Sahara überfliegt. Im Frühjahr kehrt er über Westafrika und Italien ab Mitte April  nach Deutschland zurück.