Seit einigen Jahren findet man im Spätjahr bei uns im Kraichgau sogenannte Zwischenfrucht-Saaten auf den Feldern. Das ist eine ganz große Hilfe für viele Tiere in der vegetationsarmen Zeit. Hier finden sie zum einen Deckung, zum anderen steht aufgrund zahlreicher Pflanzenarten und ihrer unterschiedlicher Samen eine große Menge an Nahrung  für sie zur Verfügung. Im Kraichtal gibt es solche Flächen, auf denen mehr als 10 Vogelarten Nahrung finden. Und die Landwirte haben den Vorteil, dass die grünen Pflanzen bis zum Abfrieren einen Stickstoff-Vorrat bilden, der dann im Frühjahr dem Boden sofort zur Verfügung steht. Darüber hinaus bringen die gefrorenen Pflanzenteile im Frühjahr den Humusanteil in den Boden ein, den die stickstoffbildenen Bakterien unbedingt für diesen Stoffwechselprozess benötigen. Zudem bieten die gefrorenen, dann auf dem Feld liegenden Pflanzenteile einen wirksamen Erosions-Schutz gegen die Erosion durch Wind und Wasser und tragen auch erheblich zur Bodenlockerung und Verbesserung bei.

Nun aber  zum Feldsperling. Normalerweise kommen die Feldsperlinge nicht – oder nur ganz schwer – an die Samen der Sonnenblumen heran. Sie können sich nur ganz schwer kopfunter an die Fruchstände hängen, wie dies zum Beispiel die Meisen oder verschiedene Finkenarten können. Die Bilder zeigen nun, wie einige Vögel dieses Problem lösen: Dieser Feldsperling hat offenbar eine Lösung gefunden. Er reißt den Blütenboden der Sonnenblume auf und kommt dann gewissermaßen über die Hintertür an die Samen heran wie die Bilder belegen.