Es ist Ende Juni. Die Fasanenhenne führt ihre Jungen. Wie groß das Gelege urprünglich war, lässt sich schwer sagen. Normalerweise besteht ein Gelege aus 8 bis 12 Eiern. Fasane brüten einmal im Jahr; nur bei Totalverlust kommt es eventuell zu einer Nachbrut. Der Fasanenhahn hat sich weder an der Bebrütung des Geleges – noch  an der Aufzucht und „Erziehung“ der Jungvögel beteiligt.  Während eine seiner Hennen schon Jungvögel hat, kann es sein, dass er sich mit einem anderen Weibchen seines „Harems“ verpaart.

Die Fasanenhenne führt die Jungvögel durch das Gebiet.  Sie verteidigt die Küken gegen kleinere Greifvögel, oder unternimmt bei größeren Feinden Täuschungsmanöver, bis die Jungen in Sicherheit sind. Dazu stößt sie kurze Warnlaute aus.

Sie zeigt den Jungen, was fressbar ist und was nicht. In der ersten Zeit nach dem Schlüpfen wird überwiegend tierische Nahrung in Form von Insekten, kleinen Schnecken oder Würmern bevorzugt. Später werden Samen, Beeren, Nüsse, Wurzeln oder andere Pflanzenteile gefressen, auch Beeren die zum Beispiel für den Menschen giftig sind. Damit sie die harten Sämereien verwerten können, werden kleinere Steinchen oder zerbrochene Schneckenhäuser gefressen, die im Muskelmagen der Fasane beim Aufknacken der Schalen helfen.

Bei Gefahr eilen die Jungen in die nächste Deckung. Erst wenn sich die Henne beruhigt hat und sich erneut dem Fressen zuwendet,  halten die Jungfasane und beginnen ebenfalls mit dem Fressen.

Die Jungvögel sind ähnlich gefärbt wie das Weibchen; die spezifischen Unterschiede zwischen Junghennen und Junghähnchen werden erst später z. B. durch rote Flecken im Kopfgefieder deutlich. Mit dem ersten Jahresgefieder sehen die Jungvögel wie die Altvögel aus.

Die Jungfasane werden meist  70 bis 80 Tage nach dem Schlüpfen von der Mutter versorgt.

Die bei uns vorkommenden Fasane sind Nachkommen von gezüchteten Fasanen. Diese wurden vor langer Zeit zu Jagdzwecken bei uns eingeführt. Deswegen gibt es bei uns mehrere Zuchtformen und Unterarten des Jagdfasans. Die ursprüngliche Heimat ist in Asien.

Fasane werden neben dem Menschen von zahlreichen Fressfeinden bedroht. Dazu zählen Greifvögel, Fuchs, Hunde und Katzen, aber auch Eulen und Krähen.

Die Jungvögel orientieren sich immer wieder am Fressverhalten der Henne. So zeigt sie den Jungvögeln, was sie fressen können.

Die Henne überprüft nochmals, ob alle Jungvögel im Getreidefeld in Deckung gegangen sind, ——-

dann verschwindet sie mit den letzten beiden Nachzüglern zwischen den Getreidehalmen. Immerhin hat das Weibchen bis jetzt 8 Jungvögel „durchgebracht“. Das ist bei der großen Anzahl der Fressfeinde auch bei uns im Kraichtal beachtlich.