Das drüsige Springkraut ist ein Beispiel dafür, wie eine Art, die ursprünglich aus Asien stammt, in Europa zunächst von England aus in vielen europäischen Ländern als Zierpflanze eingeführt wurde – und heute als invasive Art ganze Pflanzengesellschaften bei uns bedroht. Weil sie im indischen Subkontinent heimisch ist, wird die Pflanze auch  „Indisches Springkraut“ genannt.  Bei uns findet man es vor allem in feuchten, nährstoffreichen Wäldern oder entlang von Gewässern.

Die Pflanze kann schnell Wuchshöhen über 2 Meter erreichen und verdrängt damit die einheimischen Pflanzen. Die Blüten können von weiß bis rosa oder purpurrot variieren.

Da die großen Blüten stark duften und sowohl Nektar als auch süßen Pollen anbieten, werden sie vor allem von Bienen und Hummeln besucht.

Was den Blütenbesuch vor allem interessant macht, ist die Tatsache, dass das Drüsige Springkraut etwa 40x mehr Nektar anbietet, als  vergleichbare einheimische Pflanzen zur Verfügung stellen können. Dazu kommt noch ein hochwertiger, zuckerhaltiger Pollen.

Ein Blütenstand kann reife Früchte, voll entwickelte Blüten und gleichzeitig Knosten haben.

Hier sind die Kapselfrüchte sichtbar, von denen die beiden linken Früchte reif sein dürften. Durch kleinste Berührungen oder sogar durch Regentropfen springen die Früchte auf und schleudern die Samen wie kleine Schrotkugeln heraus. Dabei wird der Samen bis zu 7 m weit geschleudert. Bei der Freisetzung der Samen rollen sich die elastischen Seitenteile der Kapselfruch zurück. Eine einzige Pflanze kann mehrere Tausend Samen produzieren.  So erklärt sich auch, wie das Drüsige Springkraut ganze Flächen besiedeln kann.

Wie elastisch die Kapselwände sind, zeigt das Beispiel einer gerade aufgesprungenen Fruchtkapsel. Die Seitenteile sind eng  umschlungen und sehen wie kleine, ineinander verwickelte Schlangen aus

Neuere Forschungen sagen, dass die Pflanze zwar einheimische Pflanzen verdrängen kann – wie hier einen Bestand der Großen Brennnessel – , aber auch ökologisch als „Bienenweide“ von Bedeutung ist. Als natürliche Feinde des Springkrautes gelten die Schwarze Bohnenlaus und die Raupen des Mittleren Weinschwärmers, die alle heimischen Springkräuter als Futterpflanze für ihre Raupen nutzen.