Die Zaun-Winde gehört zu den Windengewächsen und ist bei uns im Kraichtal sehr häufig anzutreffen. Sie ist eine Kletterpflanze, die sich mit ihrem Spross an geeigneten Unterlagen hoch ans Licht windet. Vor allem an Hecken und dichtem Gebüsch kann sie oft dichte Bestände entwickeln. So sieht man sie auch im Uferbereich von Gräben und kleineren Bächen. Ihren Namen hat sie auch deswegen, weil man sie oft an Zäunen antreffen kann, wo sie meterlange Ausläufer bilden kann – und manchmal große Teile des Zaunes besiedelt.

Die Zaun-Winde blüht von Mai bis September.  Da die Blüte auch nachts geöffnet bleibt, wird sie hauptsächlich von Nachtschmetterlingen, vor allem vom Windenschwärmer, bestäubt. Daneben  erfolgt die Bestäubung auch tagsüber durch Schwebfliegen. Aber auch Hummeln und Bienen versuchen, zum Nektar vorzudringen.

Hier benutzt die Zaun-Winde einen Brombeerstrauch als Unterlage. Diese Hummel unternimmt alle Anstrenungen, um sich in die enge Blütenkronröhre hineinzuzwängen.

Diese Hummel war mehr als 5 Minuten damit beschäftigt, bis zum Grund der Blüte vorzudringen.  Sie schien regelrecht in die Blüte hineinzutauchen.

Die Ausläufer der Zaun-Winde führen Suchbewegungen durch, um eine geeignete Unterlage zum Emporwinden zu finden. Dabei windet sie sich – von oben gesehen – gegen den Uhrzeigersinn um die jeweilige Unterlage. Die Zaun-Winde gehört zu den „Linkswindern“. Sie wurzelt sehr tief. Mit Hilfe ihrer unterirdischen Rhizome überwintert sie. Die  vegetative Verbreitung kann durch Wühlmäuse oder auch durch Gartenarbeit erfolgen, wenn zum Beispiel Bruchstücke dieser Rhizome duch Umgraben mit dem Spaten entstehen – und dadurch aus jedem dieser Bruchstücke neue Pflanzen wachsen können.