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Wie Schwanzmeisen ihr Nest bauen

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Wenn man Vögeln beim Nestbau zusehen kann, dann ist das etwas Besonderes. Gelingt es aber, ein Paar Schwanzmeisen in freier Natur beim Nestbau zu entdecken, so ist dies ein Glücksfall, den man nicht allzu oft erleben kann. Denn zum einen sind die Schwanzmeisen beim Nestbau sehr heimlich – und zum anderen ist das Nest eine absolute Besonderheit – und sehr gut getarnt. In einem Erlen-Eschen-Bruchwald entlang der Kraich hat dieses Paar sein Brutrevier. Dass das Wäldchen in der Nähe einer recht stark befahrenen Straße liegt, scheint sie nicht zu stören. Als Brutbaum haben die Schwanzmeisen eine hohe Schwarzerle als ihren Nestplatz gewählt. Der Stamm der Erle ist vom Efeu bewachsen.

Das jetzt noch unfertige Nest befindet sich in ca. 3 m Höhe und ist gut unter dem Efeu, das den gesamten Stamm überwuchert hat, gut versteckt. Bestehende Efeuzweige sind bereits in die Nestwand eingearbeitet. Das Nest hat schon eine Höhe von ca. 10 cm und wird in den kommenden Tagen noch einmal um mindestens den gleichen Betrag „hochgezogen“ werden. Wenn es fertig ist, wird es wie ein nach oben geschlossener, dehnbarer Schlauch aussehen, der ein seitliches Schlupfloch von ca. 3 cm Durchmesser erhalten wird. Das Nest besteht aus Haaren, feinen Pflanzenteilen, Moos und Federchen, die durch zahlreiche Spinnweben fest verklebt und stabilisiert werden. Das fertige Nest wird eine Wanddicke von bis zu 3 cm bekommen. Dadurch bleibt es recht stabil – und die Jungvögel sind vor schlechten Witterungseinflüssen geschützt. Weil es so gut mit dem Efeu verflochten ist, hat auch der Wind kaum eine Chance. Damit es nur schwer entdeckt werden kann, tarnen es die Schwanzmeisen oft mit Flechten, kleinen Rindenstückchen oder anderen  Pflanzenteilen des selben Baumes.

Am Bau beteiligen sich beiden Altvögel. Sie bringen aus der Umgebung geeignetes Pflanzenmaterial mit. Der Nestbau kann mehr als 30 Tage dauern. Der „Innenausbau“, die Auspolsterung des Nestes, kann dann noch einmal so lange dauern. Kurz vor der Fertigstellung des Nests übernachten die Altvögel in ihm, bis die Jungen ausfliegen. Dabei kann die Anzahl der Jungvögel beträchtlich sein: das Gelege kann aus 5 – 16 Eiern bestehen.  Andere Altvögel helfen dann bei der Aufzucht der Jungvögel mit.

Der kleine Video-Film kann im Vollbild-Modus abgespielt werden. Beenden des Vollbild-Modus mit der >ESC< – Taste.

Und hier noch einige Bilder vom Nestbau:

Durch heftige Drehbewegungen und Eintauchen in die Nesthöhle wird die Wand verfestigt und verfilzt. Nachdem die Wände verbaut sind, dauert der Innenausbau nochmal genau so lang. Dann ist die Bruthöhle fertig ausgepolstert.

Hier bringt ein Altvogel gerade einige Flechtenstückchen zur Tarnung des Nestes mit.

Im nächsten kleinen Videobeispiel ist zu sehen, wie Nistmaterial in den Rand des Nestes eingeflochten wird – und wie durch Trippeln, Treten und Drehen das Nest verfestigt wird und durch heftige Bewegungen und „Abtauchen“ in die Nestmulde die Weite der Nestmulde geformt wird. Sichtbar wird auch, wie elastisch das Nest ist – und welche Belastungen es jetzt schon aushält ….  Auch die Bedeutung der Spinnweben wird sichtbar, wenn nach jeder Schicht der Rand der Nestmulde mit Spinnweben verklebt wird …

Schwanzmeise

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Die Schwanzmeise ist ein kleiner Vogel mit insgesamt 14 cm Körperlänge. 9 cm davon entfallen auf den Schwanz. Er dient dem Vogel als „Balancierstange“, wenn er in den feinsten Verästelungen nach Nahrung sucht. Schwanzmeisen in den Wäldern und Hecken haben eine größere Fluchtdistanz als Schwanzmeisen, welche in den Siedlungen die Futterstellen besuchen. Oft handelt es sich dabei um Wintergäste aus dem Norden und Osten.  Aber auch bei uns im Kraichtal sind Schwanzmeisen Brutvögel. Wegen ihres Schwanzes haben sie auch den volkstümlichen Namen „Pfannenstielchen“ erhalten.

Im Winter und im Frühjahr sind sie besonders gut zu entdecken, wenn sie sich hoch oben in den Baumwipfeln aufhalten. Dabei sind sie recht lebhaft und bleiben nicht lange an einer Stelle sitzen. Bis zur Beginn der Brutzeit sind sie auch oft mit anderen Meisenarten in den Baumwipfeln unterwegs.

Hier ist der lange Schwanz  („das Pfannenstielchen“)  besonders gut zu sehen.

Ein wunderschöner, kleiner Vogel, der uns hoffentlich im Kraichtal noch sehr lange erhalten bleibt.