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Braunkehlchen rüsten sich zum Flug

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Blaukehlchen gehören innerhalb der Sperlingsvögel zu den Drosseln. Glücklicherweise sind sie bei uns im Kraichtal noch vertreten.  Anfang bis Mitte April kehren die Braunkehlchen aus ihrem Winterquartier in Afrika zurück.Auch in diesem Jahr haben wieder einige Paare bei uns gebrütet. Braunkehlchen brauchen offene Flächen mit einer gut strukturierten Krautschicht, wie man sie immer wieder in den Streuobstwiesen finden kann. Wiesen und Gräben, Brachflächen, aber auch kleine Feuchtwiesen sind weitere typische Lebensräume des Braunkehlchens.    Da sie Bodenbrüter sind, ihr Nest also auf dem Boden anlegen, können sie nur dort erfolgreich brüten, wo kaum gemäht wird. Intensiv genutztes Grünland mit mehreren Schnitten pro Jahr fällt also für die Brut der Vögel weg.

Zudem brauchen sie für die Jagd Ansitzflächen wie Pfähle, Zäune, einzeln stehende Bäume (Streuobstwiesen) oder vertrocknete Pflanzenstängel, wie sie auf den Zwischenfrucht-Feldern oder Blühstreifen üblich sind. So bieten also auch diese Flächen einen Lebensraum für die Braunkehlchen.

Ende April bis Anfang Juli brüten die Braunkehlchen. Das Weibchen legt bis zu 6 Eier. Das Nest ist unter Grasbüscheln oder unter Büschen versteckt. Je nach Witterung und Nahrungsangebot kann es zu einer zweiten Brut kommen; auch Ersatz-Bruten sind möglich.  Beide Bilder zeigen einen Jungvogel. Man kann dies an den weißen Federspitzen erkennen. Auch der Überaugenstreif ist noch recht blass.

Das Braunkehlchen ernährt sich vor allem von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken. Im Sommer kommen dann noch Beeren dazu.

Die Aufnahmen entstanden bei einer großen Pferdekoppel, wo mehrere Jung- und Altvögel nach Nahrung suchten.  Das gespannte Seil oder die vertrockneten Stängel eines Doldenblütengewächses bieten ideale Ansitzpunkte. Offenbar sammeln sie sich für ihren Zug zu den Überwinterungsgebieten in Afrika.

Kennzeichen des Braunkehlchens sind der deutliche Überaugenstreif und die helle Unterseite. Weibchen sind heller gefärbt als die Männchen.

Ein weiteres Kennzeichen ist der kurze Schwanz, mit dem das Braunkehlchen ständig wippt.

Anfang September brechen die Braunkehlchen dann zu ihren Überwinterungsgebieten in Afrika auf.

Bleibt zu hoffen, dass sie im nächsten April wieder zu uns ins Kraichtal kommen werden. Das Braunkehlchen ist bei uns stark gefährdet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Gartenrotschwanz

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Der Gartenrotschwanz ist heute nicht mehr so oft im Kraichtal anzutreffen wie dies noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war.  Aber:  Der Bestand des Gartenrotschwanzes hat sich in den letzten Jahren wieder stabilisiert. Man kann ihn bei uns wieder häufiger beobachten. 2011 war er Vogel des Jahres in Deutschland. Er liebt strukturierte Landschaften, zum Beispiel Streuobstwiesen. Denn er ist als Halbhöhlenbrüter auf alte Bäume angewiesen. Wenn die Umgebung passt, dann ist er auch in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. In einer Zeit, als es noch baumreiche Hausgärten gab, war das sein eigentlicher Lebensraum. Daher auch seine Name. Aber er nimmt auch Nistkästen als Brutstätte an. Diese haben wegen des notwendigen Lichteinfalls vergrößerte oder mehrere Öffnungen. Der auf dem Titelbild zu sehende Nistkasten wird vom Gartenrotschwanz nur selten angenommen.

Der Gartenrotschwanz ist von Ende April bis Ende August bei uns. Er überwintert in Afrika jenseits der Sahara. Er ist also ein Langstreckenzieher. Das Gartenrotschwanz-Männchen ist auffällig gefärbt. Das Gesicht und die Kehle sind schwarz, der Kopf und die Flügel sind grau und die Bauchseite ist kräftig rostrot bis orange gefärbt. Auch der Schwanz ist rostrot. Auf der Stirn oberhalb des Schnabels ist er weiß.

Wenn er Ende April aus Afrika ankommt, sucht er sofort nach einer passenden Nisthöhle. Oft greift er dabei auf die Bruthöhle des Vorjahres zurück. Hat er ein Weibchen gefunden, inspiziert dieses die angebotene Nisthöhle. Als Halbhöhlenbrüter muss sie auch im Inneren zumindest einen schwachen Lichteinfall bieten. So brütet der Gartenrotschwanz oft in Spechthöhlen mit großer Einflugöffnung oder Mauerlücken, aber auch hinter Bretterverschalungen oder in Holzstapeln.

Das Weibchen inspiziert die angebotene Bruthöhle in einem „Insekten-Hotel“ hinter der Holzverschalung. Es ist nicht so kontrastreich gefärbt wie das Männchen. Aber auch hier findet sich ein rostroter Schwanz. Die Kehle und die Bauchseite sind grau-rötlich gemustert.

Das Männchen zeigt dem Weibchen die Bruthöhle.

Das Weibchen inspiziert die Höhle, fliegt hinein und bleibt in der Höhle.

Jetzt kann die Brutzeit beginnen! Das Paar hat sich gefunden und bleibt für diese Saison zusammen. Beim Gartenrotschwanz gibt es nur eine Jahresbrut, weil er recht früh mit dem Rückflug nach Afrika beginnt.

Nachtigall

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Die Nachtigall ist sicher vom Namen her den meisten Menschen bekannt. Und obwohl sie bei uns im Kraichtal recht häufig zu hören ist, haben sie viele Menschen noch nicht gesehen. Tatsächlich lebt sie in Wäldern, Gehölzen Parks und großen Gärten, oft in der Nähe von Gewässern. Sie ist von Ende April bis September bei uns. Den Winter verbringt sie in Afrika.

Wer ein buntes Gefieder von der Nachtigall erwartet, wird enttäuscht. Die Rückenseite ist braun mit rostrotem Ton auf dem Schwanz und Bürzel. Die Bauchseite ist weißgrau bis grau gefärbt. Die Augen sind recht groß und schwarz und werden durch einen dünnen weißen Augenring begrenzt. Der Schnabel zeigt von seiner Form her, dass die Nachtigall ein Insektenfresser ist. Die Beine sind weißlich und rosa.

Die Nachtigall ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, aber auch von Spinnen und Würmern. Im Sommer und Herbst ernährt sich die Nachtigall überwiegend von Beeren und Früchten.

Die Brutzeit der Nachtigall dauert von Mitte April bis Mitte Juni. In dieser Zeit ist auch der Gesang der Nachtigall zu hören, den viele Menschen als sehr angenehm und wohltönend empfinden. Es singen nur die Männchen. Tatsächlich ist der Gesang sehr variantenreich, was die Melodie, aber auch die Lautstärke betrifft. Entgegen ihrem Namen ist der Gesang nicht nur nachts zu hören. Nachtigallen singen  fast den ganzen Tag  über. Meist brüten die Nachtigallen nur einmal im Jahr; in besonders guten und nahrungsreichen Jahren sind auch zwei Bruten möglich.

Ihr schöner Gesang hat viele Dichter und Musiker inspiriert. So gibt es unzählige literarische und musikalische Beispiele, in denen der Gesang der Nachtigall eine wichtige Rolle spielt. Zahlreichen Musikstücken diente der Gesang als Vorlage zu Kompositionen. Die Nachtigall  kündigt für viele Menschen mit ihrem Gesang den Frühling an – und da im Mai der Gesang besonders häufig zu hören ist, gilt die Nachtigall bei vielen Menschen als Symbol der Liebe. Auch in vielen Märchen spielt die Nachtigall eine wichtige Rolle.

Bei der Nachtigall sind Männchen und Weibchen gleich gefärbt.

Amseln im Winter

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Amseln gehören zur Familie der Drosseln. Wie alle Drosseln suchen auch die Amseln ihre Nahrung vorwiegend am Boden. Auf der Suche nach Insekten, Würmern und anderen Kleintieren durchstöbern sie den Boden unter den Hecken oder suchen unter dem Laub nach Nahrung. Im Winter kommen sie zwar auch an Futterstellen, holen sich dort aber meist die Nahrung am Boden. Dabei verzehren sie oft das, was aus den Futterhäuschen oder -silos heruntergefallen ist.

Im Gegensatz zu den „Stadt-Amseln“, die Kulturfolger des Menschen geworden sind und sich fast ausschließlich in den Siedlungen und Dörfern aufhalten, sind die Amseln der Feldflur und des Waldes sehr scheu geblieben und haben eine recht große Fluchtdistanz bewahrt. So halten sie sich bei ihrer Futtersuche auf Streuobstwiesen oder in der Feldflur meist in der Nähe von Feldhecken auf. Immer wieder machen sie eine Pause, um zu sehen, ob sich irgendwo ein Feind aufhält. So sind im Winter oft immer mehrere Amseln gemeinsam in einer Gruppe unterwegs. Das ändert sich allerdings während der  Brutperiode, wo Paar-Reviere gebildet – und diese strikt verteidigt werden.

Hier ist der Unterschied im Gefieder beider Geschlechter ziemlich deutlich. Das Männchen ist ganz schwarz mit gelbem Schnabel, das Weibchen ist dunkelbraun gefleckt und der Schnabel ist braun-gelb gefärbt.

Hier sucht eine Amsel an einem Wald-Teich in der Laubschicht nach Nahrung. Weil es hier feucht ist, besteht eine gute Aussicht auf Beute, weil es unter dem Laub noch recht feucht ist. Zudem regnet es gerade etwas – und es ist noch frostfrei.

Ab Herbst, wenn die Insektennahrung knapp wird, finden die Amseln  – wie andere Drosseln auch – reichlich Nahrung in den Feldhecken, wo Schwarz- und Weißdorn, Hartriegel, Heckenrose oder Schneeball und weitere Sträucher wie Holunder oder Liguster ein reiches Früchte-Angebot bereithalten.

Hier bedient sich gerade ein Amselweibchen an den Früchten des Weißdorns.

Auch nicht geerntetes Obst oder Fallobst ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil während des Herbstes und im Winter.

Seit einigen Tagen  kann man erste Gesänge der Amsel bei uns im Kraichtal hören. In wenigen Wochen beginnt die Brutzeit, in der die Amseln wahrscheinlich zwei Bruten haben werden. Über diese spannende Zeit sind  weiterere Beiträge geplant ….

Rotkehlchen

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Das Rotkehlchen gehört innerhalb der Sperlingsvögel zur Gruppe der Drosseln. Wie alle Drosselarten ist auch der Gesang des Rotkehlchen einer der eindrucksvollsten innerhalb der heimischen Vogelwelt. Bei uns im Kraichtal kann man es in großen Gärten, Parks, Wäldern oder Feldhecken beobachten. Es baut sein Nest in Bodennähe in Baumstümpfen, zwischen Baumwurzeln und bodennahen Höhlungen. Sein perlender Gesang fällt im Frühjahr auch durch seine Lautstärke auf. Das Rotkehlchen ist das ganze Jahr über bei uns. Seinen Namen hat es, weil das Gesicht, der Hals und große Teile der Brust rostrot sind. Die Rückseite ist graubraun, eine ideale Anpassung an den Lebensraum. Wie die meisten Drosseln sucht es seine Nahrung in Bodennähe und auf dem Boden. Im Sommer ernährt sich das Rotkehlchen vor allem von Insekten und anderen Kleintieren. Im Winter kann man es überall dort finden, wo es Früchte und Samen gibt. Futterstellen besucht sie ebenfalls, dort sucht sie aber am Boden nach heruntergefallenen Futterbestandteilen aus den Futtersilos und Futterhäuschen. Das Rotkehlchen ist recht neugierig und meist wenig scheu.

Wenn sich das Rotkehlchen bei Kälte aufplustert, sieht es wie eine Kugel aus.

Im Winter wird alles genau untersucht, was nach Nahrung aussieht.

Der Gesang des Rotkehlchens ist stimmgewaltig und sehr melodisch. Vor allem fallen die perlenden, silbrig klingenden hohen Töne im Gesang auf.

Das Gefieder der Jungvögel ist grob gefleckt und zeigt kein Rot. Lediglich der Schwanz ist rostbraun gefärbt.

 

 

 

 

Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel unterscheiden:

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Unter den Singvögeln bilden die Drosseln eine artenreiche Gruppe.  Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel gehören zu den großen Drosselarten. Im Kraichgau kann man in der Regel diese drei Arten beobachten. Die Amsel gehört von ihrer Größe her auch dazu, aber ihr Aussehen unterscheidet sich sehr deutlich von den genannten Drossselarten. Während des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst kommt noch eine vierte Art, die  Rotdrossel  dazu, die man gelegentlich sehen kann. Zu den kleineren Drosseln zählen zum Beispiel, Rotkehlchen, Nachtigall , aber auch  der Garten- und der Hausrotschwanz. Dazu kommen noch Arten wie das Braun- und Schwarzkehlchen und während des Vogelzugs auch der Steinschmätzer. Auch das Blaukehlchen gehört zu dieser Gruppe, aber es ist schon seit Jahren aus dem Kraichtal verschwunden. Kennzeichen dieser Vogelfamilie ist, dass Drosseln ihre Nahrung überwiegend auf dem Boden suchen – und dass sie zu den besten Sängern der heimischen Vogelwelt gehören.

Die drei großen Drosselarten, die hier vorgestellt werden, kann man an diesen Merkmalen sicher unterscheiden:

Die Misteldrossel ist die größte der drei Drosselarten. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in an den Wald angrenzenden Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke an Brust und Bauch sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Im  Gesang unterscheidet sie sich deutlich von der Singdrossel.  Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert.

Der Lebensraum der Singdrossel ist der Wald mit hohen Bäumen. Aber auch in Feldhecken, Parks und sogar Gärten mit Bäumen ist sie zu finden. Die Singdrossel ist viel kleiner als die Misteldrossel. Der Körper wirkt viel gedrungener. Die Gefiederfarbe ist nicht graubraun sondern überwiegend braun. Die schwarzen Flecken an der Bauchseite sind nicht so rund wie bei der Misteldrossel. In Richtung Brust und Hals sind sie sogar pfeil- oder herzförmig. Charakteristisch ist ihr Gesang, der im Frühjahr sehr oft zu hören ist. Die einzelnen Gesangselemente werden 2-3 mal wiederholt. Dem Gesang der Singdrossel wurden zahlreiche Sprachverse unterlegt. So zum Beispiel der Ruf:  „Kredít-Kredít-Kredít“  und im Schwäbischen rufen die Singdrosseln: „Karle-Karle-Karle“, weswegen die Singdrossel in manchen Gegenden Schwabens  auch  „Karle“  genannt wird.

Die Wacholderdrossel ist ganzjährig im Kraichtal zu beobachten. Auffällig wird sie, wenn sie im Herbst und zeitigen Frühjahr in großen Schwärmen durch die Streuobstwiesen zieht, wo sie sich über das Fallobst hermacht. Dabei kann man bei uns Schwärme von mehreren Hundert Vögeln beobachten. Ihren Lebensraum teilt sie sich mit den anderen beiden Arten. Allerdings kann man oft Bruten in den Feldgehölzen beobachten. Sie ist größer als die Singdrossel, unterscheidet sich aber in ihrem Gefieder deutlich von den anderen Arten. Deutliche Merkmale sind der graue Scheitel und der Nacken, der rotbraune Mantel und die gefleckte Unterseite, wo sich überwiegend „V“- oder pfeilförmige Flecken befinden. Die Brust ist rötlich gelb getönt, der Bauch weißlich. Der Bürzel ist hellgrau.