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Die ersten Mehlschwalben sind flügge

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Was früher an vielen Häusern üblich war, ist heute selten geworden. Weil offene Böden mit geeigneten Materialien wie zum Beispiel Lehm innerhalb der Ortschaften kaum noch verfügbar sind, nehmen die Mehlschwalben  gerne Nisthilfen an. An dieser Hauswand sind mehrere Nisthilfen mit jeweils 2 Nestern angebracht. Da Mehlschwalben in Kolonien brüten, sind die künstlichen Nisthilfen schon seit Jahren regelmäßig bewohnt; sie sind „ausgebucht“. Häufig besuchte Nisthilfen werden von den Schwalben „ausgebessert“; sie tragen Baumaterial von außen an. Zum Schutz der Fassade ist ein Kotbrett angebracht, auf dem sich im Laufe der Zeit die Kotballen häufen.

An dieser Hauswand können 14 Mehlschwalbenpaare ihre Jungen aufziehen.

Schön, dass es noch Menschen gibt, die den Mehlschwalben eine Nistmöglichkeit bieten. Mehlschwalben sind Kolonienbrüter. Sie sind inzwischen Kulturfolger geworden und suchen die Nähe menschlicher Siedlungen, wo sie außerhalb der Gebäude nisten. In den beiden Nestern ganz rechts warten schon zwei Jungvögel auf die Altvögel.

An einem anderen Haus sind zwei Altvögel gerade beim Füttern der noch  in den Nestern verbliebenen Jungvögel.

Die jungen Mehlschwalben erkunden den Boden unterhalb  ihrer Nester. Dabei suchen sie schon nach Nahrung, zum Beispiel nach Blattläusen. Das Nahrungsspektrum ist relativ breit. Hauptsächlich wird die Nahrung während der Jagdflüge in der Luft erbeutet.  Dabei steigen sie viel höher auf als die verwandten Rauchschalben.

Kennzeichen der Mehlschwalben sind zum einen die weiße Körperunterseite und zum anderen der kurze  – im Vergleich zur Rauchschwalbe – kaum gegabelte Schwanz. Vor allem aber der weiße Bürzel ist ein sicheres Erkennungsmerkmal.

Mehlschwalben sind von Anfang an sehr geschickte Flieger.

Bluthänfling

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Der Bluthänfling gehört innerhalb der Sperlingsvögel zur Gruppe der Finken. Er ist bei uns im Kraichtal noch recht häufig anzutreffen, gilt aber insgesamt in Deutschland als gefährdete Vogelart.  Seine bevorzugten Lebensräume sind Hecken, Weinberge, Getreide- und Rapsfelder, aber auch Unkrautflächen. Er ernährt sich von vielen  Sämereien und Getreide. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Samen oder Getreidekörner voll ausgereift sind oder nicht.  Vom vermehrten Rapsanbau im Kraichtal hat er stark profitiert. Hier kann man ihn beobachten, wie er sich an die Samen heranmacht.

Hier hat er gerade eine Schote im Blick.

Und schon hat er sie im Schnabel. Rapsschoten werden unten angeknackt – und dann Samen für Samen von unten nach oben gefressen.

Seinen Namen hat er von der intensiv roten Färbung seines Prachtkleides während der Brutzeit. Die Stirn und die Brust sind tiefrot. Das Prachtkleid ist jetzt völlig ausgefärbt. Das Weibchen dagegen hat keinerlei Rottöne im Gefieder. Es sieht also völlig anders aus als das Männchen.

Das Weibchen sieht zur gleichen Zeit völlig anders aus. Im Gefieder finden sich keinerlei Rottöne.

Bluthänflinge haben durchschnittlich 2 Bruten pro Jahr. Dabei werden pro Brut bis zu 5 Eier gelegt.

Schon im März/April beginnt sich das Prachtkleid zu entwickeln. Bis Mai/Juni wird es dann so aussehen wie auf den Bildern oben.

Nach der Brutzeit sind die Bluthänflinge meist im Schwarm unterwegs. Vor allem auf Feldern und Wiesen mit Ampfer und Knöterich sind sie tagelang unterwegs, bis alle Bestände abgefressen sind. Dabei entwickeln sie eine große Fertigkeit beim Öffnen von Schoten, dass kein Same verloren geht. Bluthänflinge sind das ganze Jahr bei uns. Im Winter profitieren sie stark von den Zwischenfrucht-Feldern, die in den letzten Jahren bei uns im Kraichtal üblich geworden sind. Auch an Regenpfützen kann man sie bis in den Winter hinein beim Baden beobachten.

Der Kleiber hat Junge

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Der Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Eigentlich ist er ein Vogel der Wälder mit alten Baumbeständen. In Gegenden mit Streuobstwiesen, wo es ebenfalls viele alte Bäume gibt, findet er reichlich Gelegenheit, seine Jungen aufzuziehen. So sind Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, wie es sie bei uns im Kraichtal noch häufig gibt,  ideale Orte für die Jungenaufzucht. Denn hier gibt es natürliche Baumhöhlen, Spechthöhlen oder Nistkästen. Der Nestbau beginnt oft schon im März.  Dabei polstert das Weibchen, die Nisthöhle mit Rindenstückchen, Grashalmen, Federn oder Haaren aus. Von April bis Mitte Mai werden dann die 5 bis 9 Eier fast 3 Wochen lang bebrütet und  die geschlüpften Jungvögel nochmals etwa drei Wochen gefüttert, bis sie im Juni ausfliegen.

Die Jungvögel werden mit Insekten und deren Larven sowie mit Spinnen gefüttert.

Nach jeder Fütterung wartet der Altvogel in der Nisthöhle ab, ob ein Nestling Kot abgibt. Dan nimmt der Altvogel die Kotballen, die in einer dünnen Haut verpackt sind,  mit. So wird die Nisthöhle sauber gehalten und das entstehende Gefieder der Jungvögel kann nicht verkleben. Aus den Kotresten resultierende Krankheiten werden so vermieden.

Nach fast zwei Wochen kamen die Jungvögel erstmals zum Füttern an das Einflugloch und erwarteten dort ihre Eltern. Man kann erkennen, dass das Gefieder noch nicht voll entwickelt ist.

Die mitgebrachte Raupe verschwindet im weit geöffneten orangefarbenen „Sperr-Rachen“.

Nun wartet der Altvogel außen, ob das Junge Kot abgeben will. Dazu dreht sich der Jungvogel und streckt seinen Hinterleib nach oben.

Dann nimmt der Altvogel von außen den Kotballen auf.

Der Kleiber ist übrigens die einzige Vogelart bei uns, welche kopfüber einen Baum hinablaufen kann. Dabei wird ein Fuß vor den anderen gesetzt; er läuft regelrecht den Baumstamm hinunter. Spechte und Baumläufer dagegen können das nicht. Sie hüpfen mit beiden Beinen und stützen sich dabei mit dem Schwanz ab.

Ein Altvogel auf Nahrungssuche. Alles wird untersucht und gründlich nach Nahrung durchstöbert.

Jetzt ist das Gefieder der Jungvögel schon fast voll entwickelt. Sie werden bald ausfliegen. Zuf Fütterung warten sie bereits am Eingang der Bruthöhle auf die Eltern. Jetzt werden die Nestlinge überwiegend am Höhleneingang gefüttert.

Kurz vor dem Ausfliegen erscheinen die Altvögel oft ohne Futter am Höhleneingang und fliegen dann wieder weg. Meist befindet sich der andere Altvogel mit Futter in der Nähe, um den Nestling aus der Höhle zu locken. Und dann fliegen sie nacheinander aus.

Der letzte Besuch der Altvögel an der Nisthöhle. Eine kurze Kontrolle, ob sich noch ein Jungvogel in der Nisthöhle befindet..

Die Nisthöhle ist leer; die Jungen sind ausgeflogen und werden draußen noch einige Tage von den Eltern gefüttert. Da die Kleiber sehr standorttreu sind, verbleiben auch die Jungvögel in der näheren Umgebung. Die Nisthöhle ist jetzt wieder verfügbar. Manchmal stellen sich Stare als Nachmieter ein. Dazu wird der Eingang der Nisthöhle wieder erweitert, wobei die Witterung während der nächsten Monate die Sache erleichtert.  Es kommt aber auch vor, dass  in den Folgejahren die Nisthöhlen von Hornissen oder anderen Insekten besiedelt werden.

Wie der Kleiber seine Nisthöhlen „einbruchsicher“ macht

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Der Kleiber ist bei uns im Kraichtal das ganze Jahr über noch recht häufig anzutreffen. Er ernährt sich von Insekten, deren Eiern und Larven.  Im Herbst, wenn die Insekten-Nahrung knapp wird, wechselt er – wie andere Vogelarten auch – auf pflanzliche Nahrung wie Beeren, Früchte, Nüsse. Dies alles kann er in den zahlreichen Streuobstwiesen, die es bei uns noch recht häufig gibt, ausreichend finden. Seinen Namen verdankt er allerdings seinem Verhalten während der Brutzeit.  Als Bruthöhlen verwendet er bereits bestehende, aber verlassene Spechthöhlen. Um seine Jungen vor Mardern, Elstern oder Krähen zu schützen, verklebt er den gesamten Einflugbereich der Bruthöhle mit Lehm, den er mit Speichel und anderen Materialien wie Rindenstückchen oder Holzteilchen vermischt. Dieser – bis in die Bruthöhle hinein reichende – Lehmpfropfen härtet aus und wird  – besonders durch die eingearbeiteten Materialien – steinhart.Hier ist der Eingang der ehemaligen Nisthöhle eines Buntspechtes zu sehen, den der Kleiber bearbeitet hat. Man kann deutlich die Spuren erkennen, wie er mit seinem Schnabel die Lehm- und Materialklümpchen festgeklopft und geglättet hat.Das Material dazu holt er in der näheren Umgebung. Hier holt er gerade aus der Fahrspur eines Traktors feuchten Lehm, mit dem er dann den Einflugbereich der ehemaligen Spechthöhle „vermauert“.Das Einflugloch wird so weit verengt, dass er gerade noch durchpasst.

Die nächsten Bilder zeigen, wie der Kleiber den Eingang einer Schwarzspechthöhle aus dem Vorjahr vermauert.So hatte die Spechthöhle im Vorjahr ausgesehen …. Als verstärkendes Fremdmaterial verwendet er die Zapfenschuppen einer Fichte in der Nachbarschaft.2 Wochen später: Das Kleiberpaar hat seine neue Bruthöhle bezogen; die „Eroberungsversuche“ eines Starenpärchens sind letztlich an der Härte des Materials gescheitert. (Anmerkung: Die Brut der Kleiber war erfolgreich!)

 

Teichrohrsänger

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Auch der Teichrohrsänger ist bei uns im Kraichtal Brutvogel. Von Ende April bis Ende September/Anfang Oktober kann man ihn hier beobachten. Er brütet im dichten Schilf von Teichen, Seen und entlang von schilfbestandenen Gräben. Auch er gehört zu den Langstreckenziehern, die südlich der Sahara überwintern. Für den ungefähr 6000 km langen Flug muss er sich im Laufe des Jahres genügend Fettreserven anfressen. Dies gilt natürlich auch für alle Jungvögel.

Er ist ein geschickter Kletterer zwischen den Schilfhalmen. Er ernährt sich von Insekten und deren Larven, Spinnen und Weichtieren.

Sein Gesang ist zum einen wegen seiner Lautstärke und seinen „schnarrenden“ kurzen Rufen, die häufig wiederholt werden,  auffällig.

Sein Gefieder ist gut an die Umgebung im Schilf angepasst. Die Rückenseite ist braun, die Kehle und die Unterseite ist gelblich weiß. Er ähnelt sehr dem Sumpfrohrsänger, von dem man ihn eigentlich auch durch den Gesang  nicht sicher unterscheiden kann. Allenfalls durch die Vielzahl der verwendeten Gesangs-Motive kann man den Sumpfrohrsänger vom Gesang her bestimmen. Unterschiedlich ist aber sein Verhalten im Schilf. Im Gegensatz zum Sumpfrohrsänger, der häufig auffliegt, hüpft der Schilfrohrsänger meist geschickt von Halm zu Halm.

Er bleibt bis Ende September/Anfang Oktober bei uns, weil er bei günstiger Witterung und ausreichendem Nahrungsangebot 2-3 Bruten pro Jahr durchführt. Die Hauptbrutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Dabei legt das Weibchen jeweils 3 bis 5 Eier. Der Teichrohrsänger wird häufig zum Opfer des Kuckucks, der besonders oft seine Eier in den Nestern des Teichrohrsängers unterbringt. Meist zieht dann der Teichrohrsänger den jungen Kuckuck zugunsten der eigenen Brut auf.  Andere Rohrsängerarten entfernen manchmal die Kuckuck-Eier aus ihrem Nest. Beim Teichrohrsänger ist dies aber kaum der Fall. Die Zukunft des Teichrohrsängers bei uns im Kraichtal hängt in erster Linie aber nicht vom Kuckuck – sondern davon ab, ob bestehende Feuchtgebiete mit vorhandenem Schilfgürtel sauber bleiben und so auch in Zukunft weiter bestehen können.

Gartenrotschwanz

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Der Gartenrotschwanz ist heute nicht mehr so oft im Kraichtal anzutreffen wie dies noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war.  Aber:  Der Bestand des Gartenrotschwanzes hat sich in den letzten Jahren wieder stabilisiert. Man kann ihn bei uns wieder häufiger beobachten. 2011 war er Vogel des Jahres in Deutschland. Er liebt strukturierte Landschaften, zum Beispiel Streuobstwiesen. Denn er ist als Halbhöhlenbrüter auf alte Bäume angewiesen. Wenn die Umgebung passt, dann ist er auch in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. In einer Zeit, als es noch baumreiche Hausgärten gab, war das sein eigentlicher Lebensraum. Daher auch seine Name. Aber er nimmt auch Nistkästen als Brutstätte an. Diese haben wegen des notwendigen Lichteinfalls vergrößerte oder mehrere Öffnungen. Der auf dem Titelbild zu sehende Nistkasten wird vom Gartenrotschwanz nur selten angenommen.

Der Gartenrotschwanz ist von Ende April bis Ende August bei uns. Er überwintert in Afrika jenseits der Sahara. Er ist also ein Langstreckenzieher. Das Gartenrotschwanz-Männchen ist auffällig gefärbt. Das Gesicht und die Kehle sind schwarz, der Kopf und die Flügel sind grau und die Bauchseite ist kräftig rostrot bis orange gefärbt. Auch der Schwanz ist rostrot. Auf der Stirn oberhalb des Schnabels ist er weiß.

Wenn er Ende April aus Afrika ankommt, sucht er sofort nach einer passenden Nisthöhle. Oft greift er dabei auf die Bruthöhle des Vorjahres zurück. Hat er ein Weibchen gefunden, inspiziert dieses die angebotene Nisthöhle. Als Halbhöhlenbrüter muss sie auch im Inneren zumindest einen schwachen Lichteinfall bieten. So brütet der Gartenrotschwanz oft in Spechthöhlen mit großer Einflugöffnung oder Mauerlücken, aber auch hinter Bretterverschalungen oder in Holzstapeln.

Das Weibchen inspiziert die angebotene Bruthöhle in einem „Insekten-Hotel“ hinter der Holzverschalung. Es ist nicht so kontrastreich gefärbt wie das Männchen. Aber auch hier findet sich ein rostroter Schwanz. Die Kehle und die Bauchseite sind grau-rötlich gemustert.

Das Männchen zeigt dem Weibchen die Bruthöhle.

Das Weibchen inspiziert die Höhle, fliegt hinein und bleibt in der Höhle.

Jetzt kann die Brutzeit beginnen! Das Paar hat sich gefunden und bleibt für diese Saison zusammen. Beim Gartenrotschwanz gibt es nur eine Jahresbrut, weil er recht früh mit dem Rückflug nach Afrika beginnt.

Die jungen Stare sind flügge, aber sie wollen nicht ausfliegen!

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Stare sind Höhlenbrüter. Jede verlassene Höhle wird, wenn möglich als Kinderstube benutzt. Hier ist es ein alter Apfelbaum, in dem mehrere Starenfamilie ihre Jungen großziehen. Die zwei Jungvögel sind die letzten der Brut, die das Nest verlassen sollen. Ein Altvogel sitzt vor dem Nest und lockt.

Die beiden Jungvögel sind hoch interessiert, trauen sich aber nicht aus der Nisthöhle.

Der andere Altvogel kommt. Er hat einen Schnabel voller Insekten dabei. Es ist erstaunlich, wie es der Altvogel schafft, so viele Insekten in seinem Schnabel festzuhalten.

Er landet unterhalb des Nestes und fliegt dann auf den Nachbarbaum, von wo aus er die Jungvögel lockt.

Die sind aber nicht bereit, für das angebotene Futter die Bruthöhle zu verlassen.

Da erscheint der andere Altvogel an der Höhle. Er hat ein Super-Angebot dabei: Eine Blindschleiche. Jetzt muss es doch klappen!

Die Jungen schnappen zu; der Altvogel lässt nicht locker und will die Jungen offenbar aus der Nisthöhle ziehen.

Ein wildes Gerangel und Gezerre mit beiden Jungvögeln beginnt.

Die Bemühungen bleiben umsonst. Der Altvogel verschwindet mit seiner attraktiven Beute.

Die Jungen schreien wild hinterher – und bleiben in der Höhle.

Die Jungvögel bleiben  am Einflugloch und warten erst mal ab. ….

Wenig später: Offenbar hat der Hunger doch gesiegt. Die Höhle ist leer. …

18 Wochen später: Ende September. Jungstare unter sich. Vielleicht sind sie auch dabei …..

Nachtigall

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Die Nachtigall ist sicher vom Namen her den meisten Menschen bekannt. Und obwohl sie bei uns im Kraichtal recht häufig zu hören ist, haben sie viele Menschen noch nicht gesehen. Tatsächlich lebt sie in Wäldern, Gehölzen Parks und großen Gärten, oft in der Nähe von Gewässern. Sie ist von Ende April bis September bei uns. Den Winter verbringt sie in Afrika.

Wer ein buntes Gefieder von der Nachtigall erwartet, wird enttäuscht. Die Rückenseite ist braun mit rostrotem Ton auf dem Schwanz und Bürzel. Die Bauchseite ist weißgrau bis grau gefärbt. Die Augen sind recht groß und schwarz und werden durch einen dünnen weißen Augenring begrenzt. Der Schnabel zeigt von seiner Form her, dass die Nachtigall ein Insektenfresser ist. Die Beine sind weißlich und rosa.

Die Nachtigall ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, aber auch von Spinnen und Würmern. Im Sommer und Herbst ernährt sich die Nachtigall überwiegend von Beeren und Früchten.

Die Brutzeit der Nachtigall dauert von Mitte April bis Mitte Juni. In dieser Zeit ist auch der Gesang der Nachtigall zu hören, den viele Menschen als sehr angenehm und wohltönend empfinden. Es singen nur die Männchen. Tatsächlich ist der Gesang sehr variantenreich, was die Melodie, aber auch die Lautstärke betrifft. Entgegen ihrem Namen ist der Gesang nicht nur nachts zu hören. Nachtigallen singen  fast den ganzen Tag  über. Meist brüten die Nachtigallen nur einmal im Jahr; in besonders guten und nahrungsreichen Jahren sind auch zwei Bruten möglich.

Ihr schöner Gesang hat viele Dichter und Musiker inspiriert. So gibt es unzählige literarische und musikalische Beispiele, in denen der Gesang der Nachtigall eine wichtige Rolle spielt. Zahlreichen Musikstücken diente der Gesang als Vorlage zu Kompositionen. Die Nachtigall  kündigt für viele Menschen mit ihrem Gesang den Frühling an – und da im Mai der Gesang besonders häufig zu hören ist, gilt die Nachtigall bei vielen Menschen als Symbol der Liebe. Auch in vielen Märchen spielt die Nachtigall eine wichtige Rolle.

Bei der Nachtigall sind Männchen und Weibchen gleich gefärbt.

Goldammer

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Die Goldammer ist im Kraichtal noch häufig, obwohl im Vergleich zu früheren Jahren ihre Zahl auch bei uns abgenommen hat.  Sie gehört zur Familie der Ammern. Die Goldammmer ist ein typischer Vogel der Feldflur. Feldgehölze, Hecken und Gebüsche bilden den typischen Lebensraum der Goldammer. Ammern ernähren sich bevorzugt von Grassamen, die vorwiegend vom Böden aufgelesen werden. Außerhalb der Brutzeit bilden sich oft große Trupps, die auf den Feldern gemeinsam auf Nahrunssuche gehen.

Das Weibchen der Goldammer ist weniger auffällig gefärbt als das Männchen.

Ein singendes Männchen. Dabei ist es  meist an der Spitze eines Baumes oder Strauches deutlich sichtbar zu sehen.  Oft singt das Männchen lange und ausdauernd. Die Männchen sind zu Beginn der Brutzeit noch nicht im Prachtkleid.

Ein typisches Merkmal der Goldammern ist der zimtfarbene Rücken und Bürzel, der auch bei den Weibchen zu sehen ist.

Goldammer im Prachtkleid. Ein leuchtend gelber Kopf und eine gelbe Brust sind jetzt bei den Männchen zu sehen. Nach der Brutperiode  wandelt sich das Aussehen wieder. Das Gefieder ähnelt dann wieder dem des Weibchens.  Das Männchen hat Futter für die Jungen im Schnabel. Diese werden anfangs überwiegend mit tierischer Nahrung gefüttert: Raupen, Spinnen, kleine Käfer, Fluginsekten und Heuschrecken. Oft sieht man die Altvögel mit Futter im Schnabel auf Ästen und Zweigen sitzen. So warten sie, bis sie sich unbeobachtet fühlen. Erst dann fliegen sie ihr Nest an, das meist sehr gut versteckt in Bodennähe oder auf dem Boden unter Hecken und Gebüschen verborgen ist.

Es ist Mitte Mai. Das Männchen hat Futter für die Jungen im Schnabel. Ältere Nestlinge werden oft mit Grassamen oder halbreifen Getreidekörnern gefüttert. Die Brutzeit beginnt Mitte April und dauert bis August.  Die Goldammer ist deswegen die einzige Vogelart, die im Hochsommer noch singt. Mit der Herbstmauser verschwindet das Prachtkleid wieder. Beide Geschlechter ähneln sich jetzt wieder im Aussehen, wobei der Gelb-Anteil bei den Männchen im Bereich des Kopfes weiterhin größer ist.

 

 

 

Schafstelze

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Auch die Schafstelze aus der Familie der Pieper und Stelzen kommt bei uns im Kraichtal vor. Sie brütet bei uns vor allem auf feuchten Wiesen, aber auch auf Feldern und Äckern. Hier sind auch die Aufnahmen entstanden. Es gibt verschiedene Gefiedervarianten unter den Schafstelzen. So ist es nicht immer leicht, die genaue Unterart zu bestimmen. Deutliche Unterschiede zur Bachstelze ist der etwas kürzere Schwanz, der bei der Gebirgsstelze erheblich länger ist. Vor allem an der tief gelb gefärbten Unterseite unterscheidet sie sich von den anderen Stelzenarten. Der Kopf ist blaugrau und der dicke Oberaugenstreif sind weitere Kennzeichen. Dazu kommt der weiße Bartstreif zwischen der dunklen Kopfseite und der gelben Kehle.

Männchen im Frühjahr kurz vor dem fertigen Prachtkleid. Die Wangenseite wird dunkelgrau, der Scheitel färbt sich blaugrau.

Jetzt ist das Männchen im Prachtkleid. Kräftiges Gelb an der Kehle und Bauchseite; dunkles Blaugrau an den Wangen und am Scheitel, dazu der leuchtend weiße Überaugenstreif.

Das Weibchen der Schafstelze ist viel blasser gefärbt.

Weibliche Schafstelzen in einem Maisfeld

Schafstelzen sind Bodenbrüter. Sie legen ihr Nest gewöhnlich in dichter Vegetation an. Normal sind 2 Jahresbruten mit jeweils 5-6 Jungen.