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Wintergast Wiesenpieper

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Der Wiesenpieper gehört zur Gruppe der Pieper und Stelzen und ist normalerweise nur während der Wintermonate im Kraichtal zu beobachten. Ab Ende September/Anfang Oktober stellen sich die ersten Exemplare ein. Bei uns im Kraichtal sind im Winter meist kleinere Schwärme des Wiesenpiepers unterwegs. Die natürlichen Lebensräume des Wiesenpiepers sind offene Wiesenflächen und Weidelandschaften, Moore und Heiden. Die bei uns überwinternden Vögel kommen meist aus nördlichen Gebieten, vor allem Skandinavien.

Der Wiesenpieper ist ungefähr so groß wie ein Haussperling. Wichtige Kennzeichen sind der gelbe Schnabel und die kräftige Strichelung auf dem Rücken. Der Überaugenstreif ist meist nur sehr kurz. Er kann mit dem Baumpieper verwechselt werden; allerdings unterscheiden sich ihre Lebensräume voneinander. Auch im Gefieder und in der Schnabelform unterscheiden sich beide Arten. Zudem überwintert der Baumpieper nicht bei uns.

Durch sein Gefieder ist der Wiesenpieper hervorragend an den Lebensraum Wiese und Weide angepasst. Die folgenden Bilder zeigen einen Wiesenpieper in einem Graben am Rande einer ausgedehnten Wiese im Januar im Kraichtal. Man muss schon genau hinschauen, um ihn zu entdecken. Er ist auf jedem der folgenden Bilder zu sehen.

In einer solchen Umgebung ist der Wiesenpieper nur schwer zu entdecken. Kaum zu glauben: Trotz der kräftigen Rückenstrichelung ist der Wiesenpieper in einer solcchen Umgebung hervorragend getarnt.

 

Zwergtaucher – ein seltener Gast

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Der Zwergtaucher gehört zur Familie der Lappentaucher, weil er an den Zehen keine Schwimmhäute hat – sondern „Schwimmlappen“ an den Zehen besitzt, welche die Zehen nicht miteinander verbinden  – sondern deren Oberfläche vergrößern  und damit das Schwimmen und Tauchen effektiver machen.  Er ist der kleinste Vertreter seiner Familie.  Im Kraichtal ist er meist nur im Winter  zu sehen. Denn Zwergtaucher verbringen den Winter oft weitab ihrer Brutgebiete und suchen sich nahrungsreiche Teiche und Gewässer. Bietet das „Wintergewässer“ nicht die Bedingungen, die der Zwergtaucher für eine erfolgreiche Brut braucht,wird es im Frühjahr wieder verlassen.  Der Zwergtaucher befindet sich gerade im „Schlichtkleid“. Während der Brutzeit zeigen die Vögel ein viel auffälligeres „Prachtkleid“.

Zwergtaucher sind recht scheu und halten sich meist in Ufernähe auf, wo sie nur schwer zu entdecken sind, weil sie in der Ufervegetation Deckung finden.

Sie ernähren sich von Pflanzen und von tierischer Nahrung (kleine Fische, Wasserinsekten, Amphibien und deren Larven, usw.). Sie sind wendige und geschickte  Jäger.

 

Der Körper ist stromlinienförmig und extrem an das Tauchen angepasst. Der Tauchvorgang erfolgt aus dem Schwimmen heraus und beginnt nicht mit einem Sprung, wie dies zum Beispiel beim Bläßhuhn der Fall ist. Den nötigen Vortrieb dafür liefern die Beine, welche bei den Tauchern aus diesem Grund ziemlich weit hinten am Körper positioniert sind. Deswegen wirken sie an Land recht unbeholfen.Wie dynamisch der Tauchvorgang erfolgt, zeigt dieses kleine Videobeispiel:

 

Zwergtaucher sind erfolgreiche und geschickte Jäger. Fast bei jedem Tauchgang erbeuten sie irgend etwas, das dann blitzschnell gefressen wird. Von Insekten und deren Larven bis hin zu kleinen Fischen oder Ampibien erstreckt sich sein Beutspektrum. Hier hat der Zwergtaucher gerade einen kleinen Fisch erbeutet, den er mit dem Kopf voran verschlingt. Grundsätzlich wird die Ausbeute der Tauchgänge an der Oberfläche verschlungen.

In einem Info-Text zum Zwergtaucher heißt es: „Wenn der Zwergtaucher unter Wasser auf Jagd geht, bedeutet das für alle Alarmstufe Rot!“ Dies gilt nicht nur für Fische – sondern auch für Libellenlarven  und andere Kleintiere.

 

 

Kormoran

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Um den Kormoran streiten sich die Geister. Die einen betrachten ihn als Schädling, der die Bäche und Fischteiche plündert, die anderen sehen in ihm eine willkommene Bereicherung unserer Vogelwelt. Tatsächlich war der Kormoran aufgrund sehr intensiver Bejagung aus unserer Landschaft weitgehend verschwunden. 2010 war er der Vogel des Jahres in Deutschland und in Österreich. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Kormorane wieder deutlich zu; auch im Kraichtal kann man ihn zumindest während der Wintermonate beobachten, wo er entlang der Kraich oder in der Umgebung von Fischzuchtanlagen zu sehen ist.

Kormorane sind große Vögel mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Der Schnabel hat vorne einen Haken; damit können Fische besser gepackt werden. Männchen werden bis zu 1 m groß; Weibchen bleiben etwas kleiner. Während der Brutzeit tragen die Vögel das sogenannte „Prachtkleid“ (weißer Kopf und Hals und weißer Schenkelfleck). Die Paarbildung erfolgt jedes Jahr neu. Zwischen den Männchen gibt es zuweilen heftige Revierkämpfe. Kormorane leben und brüten in Kolonien, die an großen Gewässern sehr viele Brutpaare umfassen können. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Fischen. Bei der Jagd können sie fast eine Minute – und mehrere Meter tief tauchen. Nur in Ausnahmefällen werden auch andere Kleintiere erbeutet. Kormorane sind Opportunisten: sie jagen die Art, die sie am leichtesten erbeuten können. In Fischteichen können sie große Schäden anrichten.

Kiebitz

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Der Kiebitz ist ein schwarz und weiß gefärbter Regenpfeifer in Taubengröße. Aus der Nähe betrachtet glänzt sein Gefieder und am Hinterkopf steht eine lange, dünne „Federholle“ ab. Auffallend ist auch sein „schaukelnder“ Flug, vor allem aber der akrobatische Flug und seine Rufe während der Brutzeit.  Er brütet in Feuchtwiesen, Sümpfen und Gewässerrändern. Er leidet sehr unter dem Verschwinden dieser Gebiete. Seine Zahl hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Das Titelbild zeigt einen Trupp Kiebitze beim Anflug auf ein Feld in Kraichtal.

Vor einigen Jahrzehnten war der Kiebitz im Kraichtal entlang der Kraichbachniederung noch regelmäßig Brutvogel. Durch das Verschwinden vieler Feucht- und Sumpfwiesen durch das Anlegen von Industrie- und Wohngebieten ist er aber aus unserem Gebiet verschwunden. Doch kann man ihn jedes Jahr im Frühjahr und Herbst beobachten, wenn er in großen Trupps auf seinem Zug in den Süden bei uns Rast macht. Dann kann man ihn auf abgeernteten Feldern oder Wiesen und Weiden beobachten, wo er nach Insekten sucht.

 

Oft schließen sich den Trupps auch andere Vogelarten an.

Eisvogel

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Der Eisvogel ist im Kraichtal recht häufig zu beobachten. Entlang der Kraich, an Bächen,  Gräben und Fischzuchtanlagen ist er regelmäßig zu sehen. Er braucht klare, langsam oder schnell fließende Gewässer mit geeigneten Sitzwarten. Er jagt kleine Fische, Insekten, Kaulquappen und kleine Froschlurche. Seine Jungen zieht er in Bruthöhlen auf, die er  im Uferbereich der Gewässer gebaut hat. In strengen Wintern ist er auf freie Stellen im Wasser angewiesen; er weicht dann oft auf benachbarte Biotope, wo er geeignete Gelegenheiten findet,  aus.

Von Bäumen oder Büschen aus geht er auf Jagd. Beeindruckend sind die leuchtenden Farben und der hellblau-türkisfarbene Rückenstreif. Hier allerdings im Regenwetter bei schlechtem Licht aufgenommen.

Weißstorch

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Dank intensiver Schutzmaßnahmen gehört der Weißstorch inzwischen wieder zur Vogelwelt im  Kraichtal. Zwar verschmähte er die angebotene Nisthilfe in den Talwiesen, aber das Storchenpaar baute in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes in Gochsheim sein Nest, das inzwischen wiederholt als Brutstätte diente. Die Altvögel suchen in einem großen Gebiet rund ums Nest Futter für die Jungstörche. Dies lässt sich anhand der Ringnummern belegen. Jungvögel kann man vor allem daran erkennen, dass der Schnabel und die Beine noch schwarz sind. In den letzten Jahren lässt sich verstärkt beobachten, dass Weißstörche nicht mehr auf jeden Fall die traditionellen Flugrouten nutzen. Vielmehr sind einige zu Teilziehern geworden, die in den nächst erreichbaren milden Klimabereichen überwintern (Iberische Halbinsel, Nordafrika).

Vögel der Feldflur

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Felder, Wiesen, Ackerflächen, Wegränder, Weiden oder Weinberge. Hier kann man auf viele Vogelarten treffen. Im Kraichtal gibt es über 100 Vogelarten. Dieser BLOG zeigt einige von ihnen.

Jagdfasan

Der Jagdfasan gehört zu den Hühnervögeln. Er stammt aus Asien und wurde bei uns zu Jagdzwecken eingeführt. Da sich die Bestände der Vögel oft nur durch Auffrischung der Bestände aus Zuchten erhalten lassen, gibt es bei uns inzwischen mehrere Mutationen, welche sich im Aussehen unterscheiden. Fasane sind Vögel der Feldflur und ernähren sich dort von tierischer und pflanzlicher Nahrung. Fasanenhähne und -hennen haben unterschiedlich gefärbtes Gefieder. Im Sommer kann man beobachten, wie Fasanenhähne ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen.

Rebhuhn

Auch das Rebhuhn gehört zu den Hühnervögeln. Es ist im Laufe der letzten Jahrzehnte selten geworden. Da es kleinparzellige, abwechslungsreiche Vegetation braucht, ist es an vielen Orten auf dem Rückzug. Bei uns im Kraichtal kann man noch vereinzelt auf Rebhühner treffen. Derzeit läuft hier ein Programm, das den Tieren geeignete Schutzräume schaffen soll. In Gegenden mit riesigen Feldflächen kann man dagegen das Rebhuhn kaum noch antreffen.

Feldlerche

Das ist die Vogelart, die mit ihrem Gesang den Sommer verkündet. Die Besonderheit ist, dass er beim Auffliegen seinen Gesang ertönen lässt, diesen am Himmel  weit droben fortsetzt – und dann im langsamen Sinkflug den Gesang ausklingen lässt. Damit grenzt das Männchen – wie die meisten Vögel  – sein Revier ab. Lerchen sind Vögel der Feldflur. Aber sie sind gefährdet. Wegen der dichten Bepflanzung der Felder bleibt kaum eine Lücke für das Nest. Deswegen hilft man dem Vogel vielerorts durch die Einrichtung sog. „Lerchen-Fenster“. Das sind kleine freibleibende Flächen von wenigen Quadratmetern in einem Feld. Diese können die Vögel anfliegen und dort auch brüten. Durch ihr Gefieder sind sie sehr gut getarnt. Es ist recht schwierig, sie in offenem Gelände im Feld zu entdecken.  Auch im Winter lassen sich Feldlerchen bei uns beobachten. Entweder sind es Teilzieher aus dem Norden – oder es sind Vögel, die hier geblieben sind.

 

Schafstelze

Sie gehört zu den Stelzenverwandten und auch sie kann man von Mitte Mai an in den Feldern beobachten. Hier bleibt und brütet sie. Im Kraichtal gibt es mehrere Orte, an denen sie jedes Jahr brütet. Eindrucksvoll ist das leuchtend gelbe Prachtkleid der Männchen mit dem taubenblauen Kopf und dem weißen Überaugenstreif. Schafstelzen haben einen kürzeren Schwanz als die Bachstelze oder die Gebirgsstelze.

Feldsperling

Der Feldsperling ist bei uns seltener geworden, zudem ist er recht scheu und lässt sich manchmal nur schwer beobachten. Er lebt überwiegend in den Hecken der Feldflur, wo er auch brütet. Außerhalb von Ortschaften kann man ihn auch in der Nähe von Gehöften finden, wo er in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen oder Mauerlücken brütet. Wenn man sie beobachtet, dann sind es meist kleinere Trupps – wie die drei beim Schlammpfützen-Bad – oder beim Auflesen der Erntereste, welche vom Traktor gefallen sind. Im Unterschied zum Haussperling hat er einen braunen Kopf und einen schwarzen Wangenfleck.

Bluthänfling

Der Bluthänfling gehört zur Gruppe der Finken. Er bewohnt auch die Feldflur, wenn es dort  Hecken gibt und sucht sich auf den Feldern seine Nahrung. Sein Name kommt von der blutroten Prachtfärbung der Männchen auf Stirn und Brust während der Brutzeit.  Die Entwicklung in der Landwirtschaft, Raps anzubauen,sehr. Noch vor der End-Reife knackt er die Rapsschoten. Aber auch in den Weinbergen ist er zu finden. Im Winter überwintern im Kraichtal ganze Massen von Bluthänflingen – auch wegen der vielen Felder und Randstreifen mit Blühmischungen.

Distelfink, oder Steglitz

Der Distelfink ist auf die offene Feldflur spezialisiert. Brachliegende Felder, Unkrautflächen, aber auch Getreide- und Rapsfelder oder Sonnenblumen werden regelmäßig besucht. Er gehört bei uns zu den farbenprächtigsten Vögeln. Er ist ein Standvogel, das heißt, auch im Winter bleibt er bei uns und besucht die zahlreich angebotenen Futterstellen im Feld und in den Dörfern. Auch er tritt immer in kleinen Trupps auf, die sich gegenseitig vor Feinden warnen.

Türkentaube

Die Türkentaube ist eine mittelgroße Taube, die sich durch ihr einfarbiges, helles Gefieder von den anderen bei uns vorkommenden Taubenarten unterscheidet. Man findet sie oft in der Nähe menschlicher Siedlungen, wo sie auch gerne brütet. Ihre Nahrung aber findet sie vor allem in der umliegenden Feldflur. Im Winter besucht sie oft die angebotenen Futterstellen für Singvögel. Ihr Kennzeichen ist der schmale schwarze, weißgerandete Nackenring. Auch ihr Ruf ist charakteristisch. Die Betonung liegt dabei auf der zweiten Silbe:   “ … du-DUU-du“.

Ringeltaube

Die Ringeltaube ist die größte einheimische Taubenart. Auch sie ist eine typische Bewohnerin der Feldflur. Allerdings kann man sie seit einigen Jahren auch in der Nähe der menschlichen Siedlungen antreffen.  So brütet sie auch in geeigneten Biotopen (Parkanlagen, große Gärten) in den Dörfern. Ihr Kennzeichen ist der weiße Seitenfleck (sieht von weitem wie ein Ring aus, ist aber keiner) am Hals. Dazu fällt beim Fliegen ihr weißes Band auf  den Flügeln auf. Im  Winter kommen viele Ringeltauben zu uns ins Kraichtal und bilden dort oft riesige Schwärme mit mehreren Hundert Vögeln.


Rabenkrähe

Um sie gibt es viel Streit. War sie vor Jahrzehnten noch intensiv bejagt, genießt sie nun unseren Schutz. Zwar hat ihre Zahl deswegen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und tatsächlich jagt sie auch Singvögel und holt auch manches Ei aus dem Nest. Doch das tun viele andere Vogelarten auch: zum Beispiel die Amsel. Wenn man in den vergangenen Jahren auch die Greifvögel teilweise gnadenlos dezimiert hat – und damit auch die natürlichen Feinde aus der Landschaft verschwunden sind, zeigt es sich jetzt, dass auch wir Menschen eine bedeutende Rolle dabei gespielt haben. Rabenkrähen sind Allesfresser – und sie sind sehr intelligent. Und sie spielen auf den Feldern eine wichtige Rolle im Kampf gegen Schädlinge. Das sollten wir auch bedenken. Bei uns gibt es ganzjährig eigentlich nur die Rabenkrähen, die man am schwarzen Schnabel, der teilweise über die Nasenlöcher hinaus mit Federn verdeckt ist – und am schlankeren Körper erkennen kann. Ihr Vorkommen beschränkt sich nicht auf die Feldflur, längst haben sie auch den Straßenverkehr als Nahrungsbeschaffer entdeckt. Sie sind mitten unter uns. Wenn sie uns stören, dann sollten wir uns bemühen, auch unsere Gärten so zu gestalten, dass dort Kleinvögel leben und Nahrung und Schutz finden können. Und wir sollten uns über jeden Greifvogel freuen, der bei uns überlebt.

Saatkrähe

Ab Ende Oktober/Mitte November sind sie wieder da: die Saatkrähen. Sie kommen als Winterflüchtlinge aus dem Osten. Ihnen kann man aber kaum vorwerfen, dass sie die Singvögel dezimieren. Denn wenn im April die Brutsaison der meisten Singvögel beginnt, sind sie schon wieder aus unserem Gebiet verschwunden. Erwachsene Vögel kann man leicht von den Rabenkrähen unterscheiden. Ihr Schnabel ist grau, die Nasenlöcher sind unbedeckt, der Schnabel ist spitz und der Körper wirkt manchmal wie ein Sack und ist nicht so schlank wie bei den Rabenkrähen. Der Kopf ist nicht rund wie bei den Rabenkrähen. Saatkrähen haben eine steile Stirn. Der Lebensraum ist das offene Feld, das sie nach Nahrung durchsuchen. Abends suchen sie dann in großen Schwärmen mit großem Lärm ihre Schlafbäume auf, die sie mit Beginn des Tageslichts genauso wieder verlassen.

Elster

Die Elster hat wie die Rabenkrähe mit den gleichen Vorurteilen zu kämpfen: sie gilt als Nesträuber und als „diebische Elster“.  Auch deswegen wurde sie über Jahrhunderte gnadenlos bejagt. Dies merkt man den Elstern auch heute noch an. Ihre Fluchtdistanz zu den  Menschen ist sehr groß. So ist es also nicht immer einfach, sie aus der Nähe zu beobachten. Da es in der Umgebung des Menschen immer Nahrung gibt, ist sie auch dort zu finden. Auf dem Land durchstreift sie die gesamte Feldflur auf der Suche nach Nahrung, in der Stadt findet man sie oft auf Parks oder sogar auf Rasenflächen.

Dohle

„Sollen dich die Dohlen nicht umschrei’n, musst nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.“  Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe ist seit einigen Jahren in Oberöwisheim nachvollziehbar. Dort hat sich – mit Unterstützung der dortigen Naturschutzgruppe – eine Dohlenkolonie in der evangelischen Kirche ansiedeln können. Seit Jahren kann sie dort auch beobachtet werden. Und von Oberöwisheim breitet sich die Dohle allmählich auch in andere Teile Kraichtals aus. Sonst waren Begegnungen mit dieser Vogelart im Kraichtal eher nur in den Wintermonaten möglich. Dann kommen nämlich die Dohlen aus dem Osten Europas zusammen mit den dortigen Saatkrähen bei uns an – und verlassen uns im Frühjahr wieder. Die Dohlen gehören zu den Rabenvögeln, den „Krähenverwandten“, und sind in der Nähe des Menschen und in der Umgebung der Dörfer zu finden. Sie lieben Standorte in der Höhe – und tatsächlich waren vor allem Türme als Brutstätten beliebt. Mit der Versiegelung vieler dieser Gebäude gingen viele Brutstätten verloren.

Turmfalke

Ihn kann man im Kraichtal recht häufig beobachten. Oft sitzt er auf Bäumen und Hecken. Oder man kann ihn bei seinem typischen „Rüttelflug“ über den Wiesen und Feldern beobachten. Weibchen und Männchen sind unterschiedlich gefärbt. Das Männchen hat einen grauen Scheitel, beim Weibchen ist der braun gestrichelt. Während das Weibchen überwiegend braun gefärbt ist, hat das  Männchen  ein rotbraunes Gefieder.

Mäusebussard

Gemeinsam mit dem Turmfalken  dürfte der Mäusebussard  wohl der häufigste Greifvogel bei uns sein. Sein Lebensraum sind die offenen Feldfluren. Oft sieht man ihn am Himmel seine Kreise ziehen. Seine Beute besteht vor allem aus kleinen Säugetieren, aber auch aus Regenwürmern  und Insekten. Typisch für ihn ist, dass er auf Bäumen oder Hecken sitzt, um nach Beute Ausschau zu halten. Vermehrt kann man ihn auch den Straßenrändern beobachten, wo er auf Straßenbäumen seine Sitzwarte bezogen hat. Oft kommt es aber zu Problemen mit den Rabenkrähen, die den Mäusebussard nicht in ihrer Nähe dulden. Seit einigen Jahren treten bei uns zahlreiche Farbvarianten des Mäusebussards auf. Sehr oft kann man hellgefärbte, fast weiße Bussarde beobachten.

Und hier ein Beispiel wie die Geschichte mit den Rabenkrähen oft ausgeht ….. Zwei Krähen landen in der Nähe eines Bussards …

eine fliegt knapp am Bussard vorbei und setzt sich in kurzer Distanz  vor ihm hin …. Der Bussard beobachtet die andere Krähe, die noch in der Luft ist ….

dann kommt der zweite von hinten angeflogen …. der Bussard fliegt auf ….  die erste Krähe wartet noch ab ….

die wilde Jagd beginnt. Sie dauert oft mehrere Minuten. Dabei greift auch die erste Krähe ein, was die Sache für den Bussard kompliziert machen kann …

Rotmilan

Die Bestand des Rotmilans hat sich in den letzten Jahren wieder leicht erholt. Auch er ist ein typischer Bewohner der Feldflur. Wie der Mäusebussard bezieht der Rotmilan Sitzwarten auf Bäumen und hohen Sträuchern. Meist aber ist er in der Luft zu sehen, wo er an seinem Flugbild leicht zu erkennen ist. Er ist viel wendiger und wirkt eleganter in seinem Flug als der Mäusebussard. Im Herbst sammeln sich aber die Rotmilane und warten gemeinsamt auf günstigen Wind, der ihnen den Flug nach Süden erleichtert.

Schwarzmilan

Der Schwarzmilan ist nicht so häufig bei uns anzutreffen, aber auch er ist ein Brutvogel im Kraichtal. Auch er ist nur im Sommer bei uns. Den Winter verbringt er in Afrika. Sein Lebensraum gleicht dem des Rotmilans. Im Frühjahr kann man oft beide Arten am Himmel bei ihren Flugmanövern beobachten. Das Gefieder des Schwarzmilans ist etwas dunkler – und der Schwanz ist nicht so stark gegabelt wie beim Rotmilan.

Kornweihe

Bei uns in Kraichtal kann man die Kornweihe vom Herbst bis zum Beginn des Frühjahrs beobachten. Die Kornweihe fällt durch ihren Jagdflug knapp über dem Boden auf. Wenn sie Beute erspäht, fliegt sie blitzschnell nach unten und schlägt meist erfolgreich zu. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Beim Männchen vermuten viele Beobachter, dass es sich hier um eine große Möwe handelt. Grund dafür ist die schwarz-weiße Flügelfärbung. Auf dem Bild ist ein Männchen zu sehen, das in einem „Blühstreifen“ Beute gemacht hat.