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Die Rauchschwalben sammeln sich schon …

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Anfang September. Die Zeichen stehen auch im Kraichtal auf Herbst. Man sieht es überall. Die Schwalben sammeln sich. Hier sind es Rauchschwalben, die den Sommer über in den umliegenden Bauernhöfen einer landwirtschaftlichen Siedlung im Kraichtal gebrütet haben. Im Gegensatz zu den Mehlschwalben bauen die Rauchschwalben ihr Nest im Inneren von Gebäuden. So sind Stallungen aller Art geradezu ideale Orte für die meist zwei Jahresbruten der Schwalben. Auf der Schnur einer großen Pferdekoppel sitzen sie nun nebeneinander. Alt- und Jungvögel üben den Flug. Immer wieder fliegen die Vögel auf und gehen auf die Jagd nach Insekten. Dabei bilden die Vögel eines Gebietes oft  große Gemeinschaften – und jagen auch mit ihren Verwandten, den Mehlschwalben, oft gemeinsam.

Auf dem Seil sitzen gerade zwei Altvögel und ein Jungvogel, zu erkennen am noch kurzen gegabelten Schwanz. Kennzeichen der Rauchschwalbe sind ihr langer, gegabelter Schwanz und die spitzen Flügel. Die Oberseite ist blauschwarz; ein schwarzes Brustband und die weiße Unterseite sind weitere Kennzeichen.. Kinn, Kehle und Stirn sind braunrot.

Bei diesem Jungvogel sind die kurzen Schwanzfedern und die noch helle Zeichnung auf Stirn und Kehle erkennbar.

Auch der Jungvogel fliegt immer wieder auf und geht ebenfalls auf die Jagd.

Auch Pfähle sind willkommene Ruhepunkte.

Wenn ein Schwarm Rauchschwalben auf die Jagd geht, ist dies ein beeindruckendes Schauspiel. In geringer Höhe und mit enormer Geschwindigkeit jagen sie knapp über dem Boden und weichen akrobatisch allen Hindernissen auf.

Ab September bis Oktober machen sich die Schwalben auf den Weg zu ihren Winterquartieren in Afrika.

Braunkehlchen rüsten sich zum Flug

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Blaukehlchen gehören innerhalb der Sperlingsvögel zu den Drosseln. Glücklicherweise sind sie bei uns im Kraichtal noch vertreten.  Anfang bis Mitte April kehren die Braunkehlchen aus ihrem Winterquartier in Afrika zurück.Auch in diesem Jahr haben wieder einige Paare bei uns gebrütet. Braunkehlchen brauchen offene Flächen mit einer gut strukturierten Krautschicht, wie man sie immer wieder in den Streuobstwiesen finden kann. Wiesen und Gräben, Brachflächen, aber auch kleine Feuchtwiesen sind weitere typische Lebensräume des Braunkehlchens.    Da sie Bodenbrüter sind, ihr Nest also auf dem Boden anlegen, können sie nur dort erfolgreich brüten, wo kaum gemäht wird. Intensiv genutztes Grünland mit mehreren Schnitten pro Jahr fällt also für die Brut der Vögel weg.

Zudem brauchen sie für die Jagd Ansitzflächen wie Pfähle, Zäune, einzeln stehende Bäume (Streuobstwiesen) oder vertrocknete Pflanzenstängel, wie sie auf den Zwischenfrucht-Feldern oder Blühstreifen üblich sind. So bieten also auch diese Flächen einen Lebensraum für die Braunkehlchen.

Ende April bis Anfang Juli brüten die Braunkehlchen. Das Weibchen legt bis zu 6 Eier. Das Nest ist unter Grasbüscheln oder unter Büschen versteckt. Je nach Witterung und Nahrungsangebot kann es zu einer zweiten Brut kommen; auch Ersatz-Bruten sind möglich.  Beide Bilder zeigen einen Jungvogel. Man kann dies an den weißen Federspitzen erkennen. Auch der Überaugenstreif ist noch recht blass.

Das Braunkehlchen ernährt sich vor allem von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken. Im Sommer kommen dann noch Beeren dazu.

Die Aufnahmen entstanden bei einer großen Pferdekoppel, wo mehrere Jung- und Altvögel nach Nahrung suchten.  Das gespannte Seil oder die vertrockneten Stängel eines Doldenblütengewächses bieten ideale Ansitzpunkte. Offenbar sammeln sie sich für ihren Zug zu den Überwinterungsgebieten in Afrika.

Kennzeichen des Braunkehlchens sind der deutliche Überaugenstreif und die helle Unterseite. Weibchen sind heller gefärbt als die Männchen.

Ein weiteres Kennzeichen ist der kurze Schwanz, mit dem das Braunkehlchen ständig wippt.

Anfang September brechen die Braunkehlchen dann zu ihren Überwinterungsgebieten in Afrika auf.

Bleibt zu hoffen, dass sie im nächsten April wieder zu uns ins Kraichtal kommen werden. Das Braunkehlchen ist bei uns stark gefährdet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Brennnesseln, Disteln & Co

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Es ist Ende August. Die Felder sind abgeerntet, die Wiesen alle gemäht. Doch es gibt noch „grüne Inseln“ in der Flur. Entlang eines Weges hat man nicht gemäht und alles so stehen lassen, wie es gewachsen ist. Brennnesseln, Disteln, verschiedene Gräser, Doldengewächse und einige andere Pflanzen bilden einen dichten Bestand. Und man kann erkennen, dass es in diesem Jahr sehr heiß und trocken war. Selbst die Brennnesseln sehen nicht mehr ganz so frisch aus. Das saftige Grün der Pflanzen ist verschwunden; eigentlich erinnert der Wegrand jetzt an ein verwildertes Gelände. Wer aber glaubt, dass hier dringend gemäht werden müsste, für den lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen:

Brennnesseln und Disteln stehen bei vielen Menschen auf der „Abschussliste“. Doch sie sind für viele Tiere sehr wichtig. Für viele Vogelarten, die sich von Sämereien oder Körnern ernähren,  ist der Tisch nach der Getreideernte nicht mehr so reichhaltig gedeckt. Die Nahrung wird knapp. Jetzt sieht man zum Beispiel Distelfinken, die das tun, wofür sie ihren Namen erhalten haben. Sie ernähren sich von Distelsamen.

Dazu pflücken sie die Korbblüten regelrecht auseinander und ziehen die Samen heraus.

Und am Ende sind die Blütenstände der Distel völlig aufgefasert 

Dies gilt auch für andere Vogelarten oder zahlreiche Insekten

So kann man häufig den Schwalbenschwanz, einen auch bei uns recht seltenen Schmetterling auf den Disteln beobachten, weil sie auch jetzt noch Nektar anbieten

Dieser Schwalbenschwanz hat schon einen Teil des linken Hinterflügels verloren.  Trotzdem kann er noch problemlos die Blüten anfliegen.

Die große Zahl von Vögeln und Insekten, welche sich von den verschiedenen Disteln, aber auch von den Brennnesseln ernähren,  ist gewaltig.  Deswegen sollte man sie, so lange wie dies möglich ist, auch stehen lassen. Auch wenn uns ihr Anblick manchmal stört – für viele Tiere sind diese Pflanzen zum Überleben notwendig.

„Eltern-Freizeit“ für Störche

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Es ist Ende Juli. Die Jungstörche sind ausgeflogen, der Horst ist wieder leer. Nun kann man die beiden Altvögel an ihren gewohnten Stellen bei der Futtersuche beobachten. Zumal die Wiese frisch gemäht  und auch der Graben in der Wiese ebenfalls „geputzt“ wurde, finden die beiden Störche ideale Bedingungen für ihre Jagd nach Insekten und anderen Kleintieren vor. Jetzt sind keine Jugvögel mehr zu versorgen; es beginnt wieder die „elternfreie Zeit“.

Während der eine Altvogel auf der Wiese herumstochert, …..geht der andere im Graben auf die Jagd – ,

um dann aber wieder aufzutauchen und die Suche auf der anderen Grabenseite fortzusetzen.

Dass dieser Altvogel schon seit mehreren Jahren in Gochsheim brütet, belegt zum einen

die Ringnummer (Juli 2018) …..

und die Bilder vom Mai 2017.

Und nach dem Jagdausflug ist auch noch Zeit für eine „Siesta“ im Horst:

 

 

Die ersten Mehlschwalben sind flügge

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Was früher an vielen Häusern üblich war, ist heute selten geworden. Weil offene Böden mit geeigneten Materialien wie zum Beispiel Lehm innerhalb der Ortschaften kaum noch verfügbar sind, nehmen die Mehlschwalben  gerne Nisthilfen an. An dieser Hauswand sind mehrere Nisthilfen mit jeweils 2 Nestern angebracht. Da Mehlschwalben in Kolonien brüten, sind die künstlichen Nisthilfen schon seit Jahren regelmäßig bewohnt; sie sind „ausgebucht“. Häufig besuchte Nisthilfen werden von den Schwalben „ausgebessert“; sie tragen Baumaterial von außen an. Zum Schutz der Fassade ist ein Kotbrett angebracht, auf dem sich im Laufe der Zeit die Kotballen häufen.

An dieser Hauswand können 14 Mehlschwalbenpaare ihre Jungen aufziehen.

Schön, dass es noch Menschen gibt, die den Mehlschwalben eine Nistmöglichkeit bieten. Mehlschwalben sind Kolonienbrüter. Sie sind inzwischen Kulturfolger geworden und suchen die Nähe menschlicher Siedlungen, wo sie außerhalb der Gebäude nisten. In den beiden Nestern ganz rechts warten schon zwei Jungvögel auf die Altvögel.

An einem anderen Haus sind zwei Altvögel gerade beim Füttern der noch  in den Nestern verbliebenen Jungvögel.

Die jungen Mehlschwalben erkunden den Boden unterhalb  ihrer Nester. Dabei suchen sie schon nach Nahrung, zum Beispiel nach Blattläusen. Das Nahrungsspektrum ist relativ breit. Hauptsächlich wird die Nahrung während der Jagdflüge in der Luft erbeutet.  Dabei steigen sie viel höher auf als die verwandten Rauchschalben.

Kennzeichen der Mehlschwalben sind zum einen die weiße Körperunterseite und zum anderen der kurze  – im Vergleich zur Rauchschwalbe – kaum gegabelte Schwanz. Vor allem aber der weiße Bürzel ist ein sicheres Erkennungsmerkmal.

Mehlschwalben sind von Anfang an sehr geschickte Flieger.

„Ernährungslehre“ für junge Fasane

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Es ist Ende Juni. Die Fasanenhenne führt ihre Jungen. Wie groß das Gelege urprünglich war, lässt sich schwer sagen. Normalerweise besteht ein Gelege aus 8 bis 12 Eiern. Fasane brüten einmal im Jahr; nur bei Totalverlust kommt es eventuell zu einer Nachbrut. Der Fasanenhahn hat sich weder an der Bebrütung des Geleges – noch  an der Aufzucht und „Erziehung“ der Jungvögel beteiligt.  Während eine seiner Hennen schon Jungvögel hat, kann es sein, dass er sich mit einem anderen Weibchen seines „Harems“ verpaart.

Die Fasanenhenne führt die Jungvögel durch das Gebiet.  Sie verteidigt die Küken gegen kleinere Greifvögel, oder unternimmt bei größeren Feinden Täuschungsmanöver, bis die Jungen in Sicherheit sind. Dazu stößt sie kurze Warnlaute aus.

Sie zeigt den Jungen, was fressbar ist und was nicht. In der ersten Zeit nach dem Schlüpfen wird überwiegend tierische Nahrung in Form von Insekten, kleinen Schnecken oder Würmern bevorzugt. Später werden Samen, Beeren, Nüsse, Wurzeln oder andere Pflanzenteile gefressen, auch Beeren die zum Beispiel für den Menschen giftig sind. Damit sie die harten Sämereien verwerten können, werden kleinere Steinchen oder zerbrochene Schneckenhäuser gefressen, die im Muskelmagen der Fasane beim Aufknacken der Schalen helfen.

Bei Gefahr eilen die Jungen in die nächste Deckung. Erst wenn sich die Henne beruhigt hat und sich erneut dem Fressen zuwendet,  halten die Jungfasane und beginnen ebenfalls mit dem Fressen.

Die Jungvögel sind ähnlich gefärbt wie das Weibchen; die spezifischen Unterschiede zwischen Junghennen und Junghähnchen werden erst später z. B. durch rote Flecken im Kopfgefieder deutlich. Mit dem ersten Jahresgefieder sehen die Jungvögel wie die Altvögel aus.

Die Jungfasane werden meist  70 bis 80 Tage nach dem Schlüpfen von der Mutter versorgt.

Die bei uns vorkommenden Fasane sind Nachkommen von gezüchteten Fasanen. Diese wurden vor langer Zeit zu Jagdzwecken bei uns eingeführt. Deswegen gibt es bei uns mehrere Zuchtformen und Unterarten des Jagdfasans. Die ursprüngliche Heimat ist in Asien.

Fasane werden neben dem Menschen von zahlreichen Fressfeinden bedroht. Dazu zählen Greifvögel, Fuchs, Hunde und Katzen, aber auch Eulen und Krähen.

Die Jungvögel orientieren sich immer wieder am Fressverhalten der Henne. So zeigt sie den Jungvögeln, was sie fressen können.

Die Henne überprüft nochmals, ob alle Jungvögel im Getreidefeld in Deckung gegangen sind, ——-

dann verschwindet sie mit den letzten beiden Nachzüglern zwischen den Getreidehalmen. Immerhin hat das Weibchen bis jetzt 8 Jungvögel „durchgebracht“. Das ist bei der großen Anzahl der Fressfeinde auch bei uns im Kraichtal beachtlich.

Bluthänfling

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Der Bluthänfling gehört innerhalb der Sperlingsvögel zur Gruppe der Finken. Er ist bei uns im Kraichtal noch recht häufig anzutreffen, gilt aber insgesamt in Deutschland als gefährdete Vogelart.  Seine bevorzugten Lebensräume sind Hecken, Weinberge, Getreide- und Rapsfelder, aber auch Unkrautflächen. Er ernährt sich von vielen  Sämereien und Getreide. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Samen oder Getreidekörner voll ausgereift sind oder nicht.  Vom vermehrten Rapsanbau im Kraichtal hat er stark profitiert. Hier kann man ihn beobachten, wie er sich an die Samen heranmacht.

Hier hat er gerade eine Schote im Blick.

Und schon hat er sie im Schnabel. Rapsschoten werden unten angeknackt – und dann Samen für Samen von unten nach oben gefressen.

Seinen Namen hat er von der intensiv roten Färbung seines Prachtkleides während der Brutzeit. Die Stirn und die Brust sind tiefrot. Das Prachtkleid ist jetzt völlig ausgefärbt. Das Weibchen dagegen hat keinerlei Rottöne im Gefieder. Es sieht also völlig anders aus als das Männchen.

Das Weibchen sieht zur gleichen Zeit völlig anders aus. Im Gefieder finden sich keinerlei Rottöne.

Bluthänflinge haben durchschnittlich 2 Bruten pro Jahr. Dabei werden pro Brut bis zu 5 Eier gelegt.

Schon im März/April beginnt sich das Prachtkleid zu entwickeln. Bis Mai/Juni wird es dann so aussehen wie auf den Bildern oben.

Nach der Brutzeit sind die Bluthänflinge meist im Schwarm unterwegs. Vor allem auf Feldern und Wiesen mit Ampfer und Knöterich sind sie tagelang unterwegs, bis alle Bestände abgefressen sind. Dabei entwickeln sie eine große Fertigkeit beim Öffnen von Schoten, dass kein Same verloren geht. Bluthänflinge sind das ganze Jahr bei uns. Im Winter profitieren sie stark von den Zwischenfrucht-Feldern, die in den letzten Jahren bei uns im Kraichtal üblich geworden sind. Auch an Regenpfützen kann man sie bis in den Winter hinein beim Baden beobachten.

Das Blässhuhn hat Junge

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Blässhühner brüten zweimal im Jahr. Die Brutzeit beginnt im März/April und endet im August. Das Nest ist meist im Schilf des Uferbereichs verborgen und ist oft ein „Schwimmnest“. Bei jeder Brut werden 4 – 10 Eier gelegt. Manchmal sind es auch mehr als 10 Eier. Die Jungen werden von den Altvögeln mit Wasserpflanzen,Insekten, Schnecken und anderen Kleintieren gefüttert. In siedlungsnahen Gewässern spielt auch Brot eine große Rolle als Nahrung, weil sie dort von den Besuchern mit Brotresten versorgt werden. In diesem Kleingewässer im Kraichtal waren Brotreste allerdings kein Thema.

Die Küken haben ein grauschwarzes Federkleid, einen roten Kopf und einen gelb-roten Kragen. Als Nestflüchter verlassen sie schon kurz nach dem Schlüpfen das Nest und schwimmen mit den Altvögeln auf dem jeweiligen Gewässer.

Die Jungen suchen die Nähe zum Altvogel, beginnen aber schon selbst nach Futter zu suchen. Dem Wasserfrosch  hingegen wurde die Situation zu brenzlig. Er schwamm weg.

Beim Nestbau, bei der Bebrütung des Geleges und bei der Aufzucht der Jungen sind beide Altvögel beteiligt. Gegen Ende einer Brutperiode übernimmt oft das Männchen die Fütterung der Jungvögel, weil das Weibchen schon die nächste Generation ausbrütet.

Männchen und Weibchen lassen sich nur schwer unterscheiden. Beide sehen eigentlich gleich aus; Männchen haben ein etwas größeres weißes Stirnschild und sind insgesamt etwas größer. Die Jungvögel werden noch mehrere Wochen von den Altvögeln gefüttert.

Die Kleiber haben Junge

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Der Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Eigentlich ist er ein Vogel der Wälder mit alten Baumbeständen. In Gegenden mit Streuobstwiesen, wo es ebenfalls viele alte Bäume gibt, findet er reichlich Gelegenheit, seine Jungen aufzuziehen. So sind Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, wie es sie bei uns im Kraichtal noch häufig gibt,  ideale Orte für die Jungenaufzucht. Denn hier gibt es natürliche Baumhöhlen, Spechthöhlen oder Nistkästen. Der Nestbau beginnt oft schon im März.  Dabei polstert das Weibchen, die Nisthöhle mit Rindenstückchen, Grashalmen, Federn oder Haaren aus. Von April bis Mitte Mai werden dann die 5 bis 9 Eier fast 3 Wochen lang bebrütet und  die geschlüpften Jungvögel nochmals etwa drei Wochen gefüttert, bis sie im Juni ausfliegen.

Die Jungvögel werden mit Insekten und deren Larven sowie mit Spinnen gefüttert.

Nach jeder Fütterung wartet der Altvogel in der Nisthöhle ab, ob ein Nestling Kot abgibt. Dan nimmt der Altvogel die Kotballen, die in einer dünnen Haut verpackt sind,  mit. So wird die Nisthöhle sauber gehalten und das entstehende Gefieder der Jungvögel kann nicht verkleben. Aus den Kotresten resultierende Krankheiten werden so vermieden.

Nach fast zwei Wochen kamen die Jungvögel erstmals zum Füttern an das Einflugloch und erwarteten dort ihre Eltern. Man kann erkennen, dass das Gefieder noch nicht voll entwickelt ist.

Die mitgebrachte Raupe verschwindet im weit geöffneten orangefarbenen „Sperr-Rachen“.

Nun wartet der Altvogel außen, ob das Junge Kot abgeben will. Dazu dreht sich der Jungvogel und streckt seinen Hinterleib nach oben.

Dann nimmt der Altvogel von außen den Kotballen auf.

Der Kleiber ist übrigens die einzige Vogelart bei uns, welche kopfüber einen Baum hinablaufen kann. Dabei wird ein Fuß vor den anderen gesetzt; er läuft regelrecht den Baumstamm hinunter. Spechte und Baumläufer dagegen können das nicht. Sie hüpfen mit beiden Beinen und stützen sich dabei mit dem Schwanz ab.

Ein Altvogel auf Nahrungssuche. Alles wird untersucht und gründlich nach Nahrung durchstöbert.

Jetzt ist das Gefieder der Jungvögel schon fast voll entwickelt. Sie werden bald ausfliegen. Zuf Fütterung warten sie bereits am Eingang der Bruthöhle auf die Eltern. Jetzt werden die Nestlinge überwiegend am Höhleneingang gefüttert.

Kurz vor dem Ausfliegen erscheinen die Altvögel oft ohne Futter am Höhleneingang und fliegen dann wieder weg. Meist befindet sich der andere Altvogel mit Futter in der Nähe, um den Nestling aus der Höhle zu locken. Und dann fliegen sie nacheinander aus.

Der letzte Besuch der Altvögel an der Nisthöhle. Eine kurze Kontrolle, ob sich noch ein Jungvogel in der Nisthöhle befindet..

Die Nisthöhle ist leer; die Jungen sind ausgeflogen und werden draußen noch einige Tage von den Eltern gefüttert. Da die Kleiber sehr standorttreu sind, verbleiben auch die Jungvögel in der näheren Umgebung. Die Nisthöhle ist jetzt wieder verfügbar. Manchmal stellen sich Stare als Nachmieter ein. Dazu wird der Eingang der Nisthöhle wieder erweitert, wobei die Witterung während der nächsten Monate die Sache erleichtert.  Es kommt aber auch vor, dass  in den Folgejahren die Nisthöhlen von Hornissen oder anderen Insekten besiedelt werden.

Kuckuck

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Der Kuckuck ist einer der bekanntesten Vögel bei uns.  Er gehört zur Familie der Kuckucke und liebt kleinstrukturierte Landschaften, in denen es Hecken, einzeln stehende Bäume und Ansitzmöglichkeiten gibt. Seinen Namen verdankt er seinem Ruf, der auch viele Musiker zu Melodien oder Liedern inspiriert hat. Um ihn ranken sich viele Erzählungen, aber auch Mythen, welche ihren Grund in seinem Brutverhalten haben.

Kuckucke sind sogenannte „Brutschmarotzer“, das heißt, sie legen ihre Eier in fremde Nester und lassen diese von den Wirtsvögeln ausbrüten und die Jungen großziehen. Da die ausschlüpfenden Jung-Kuckucke einen ungeheueren Nahrungsbedarf an tierischer Nahrung haben, entfernt der Jungvogel schon kurze Zeit nach dem Schlüpfen die anderen Eier oder sogar Nestlinge, die sich außer ihm im Nest der Wirtsvögel befinden. Auf die Wirtseltern wartet nun Schwerstarbeit.

Von geeigneten Ansitzstellen aus beobachtet das Kuckucksweibchen, wo sich das Nest der potentiellen Wirtsvögel befinden. In einem unbewachten Moment wird dann in das fremde Nest ein Ei abgelegt. Allerdings muss im fremden Nest schon ein Ei liegen, sonst wird das Kuckucksei von den Vögeln entfernt.

So ist auch klar, dass das Kuckucksweibchen in den Lebensräumen auftaucht, wo seine Wirtsvögel brüten. Grasmücken, Rohrsänger, Rotschwänze, aber auch Zaunkönige gehören zu den parasitierten Vogelarten.

Jeden 2. Tag wird dann ein Ei in ein fremdes Nest gelegt. Dies geschieht von Mitte/Ende April bis in den Juli hinein. Das Kuckucksweibchen legt seine Eier dabei in die Nester der Vogelart, von der sie selbst aufgezogen wurde.  Eine biologische Anpassung macht es möglich, dass Kuckuckseier ihre Form und Farbe an die Eier der Wirtsvogelart anpassen können.

Neben der Graufärbung gibt es auch rotbraun gefärbte Kuckucke. Diese sind allerdings  bei uns viel seltener zu beobachten.

Der Kuckuck ernährt sich ausschließlich von Insekten und anderen Kleintieren. Dabei frisst er auch Insektenlarven, die von anderen Vögeln nicht gefressen werden. Aber auch Spinnen, Tausendfüßler, Schnecken, kleine Frösche und Kröten stehen auf seinem Speisezettel.

Ende Juni hört der Kuckuck mit dem Rufen auf. Zwar bleibt er bis Ende August bei uns, doch man hört ihn nicht mehr. Eine alte Bauernregel sagt dazu: „Peter und Paul (29. Juni) schlägt dem Kuckuck aufs Maul!“ Er ist ebenfalls ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika südlich des Äquators. Die über 7000 km langen Reise legt er in Etappen zurück. So rastet er in Polen, Ungarn und Griechenland für jeweils einen Monat, bevor er zwischen Lybien und Ägypten die Sahara überfliegt. Im Frühjahr kehrt er über Westafrika und Italien ab Mitte April  nach Deutschland zurück.