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Eichelhäher sind unterwegs

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Zur Zeit sind sie wieder unterwegs: die Eichelhäher in kleinen Trupps. Man kann sie vor allem in den Streuobstwiesen, entlang von Hecken und an Waldrändern beobachten, wenn sie dort umherstreifen. Eichelhäher haben im Herbst umfangreiche Vorräte angelegt, von denen sie im Winter und Frühjahr leben. Es sind vor allem Sämereien, Nüsse und Eicheln, die sie in zahlreichen Verstecken deponiert haben. Ihr Gedächtnis ist phänomenal. Tatsächlich finden sie einen Großteil der Vorräte wieder, die sie in den unterschiedlichen Verstecken deponiert haben. Weil sie aber nicht alle finden, können einige der Nussfrüchte auskeimen und zur Verjüngung des Bestandes beitragen.

Zielsicher hat sich der Eichelhäher aus einem Depot bedient. Unter einem Apfelbaum in Hanglange hat er sich unter einem Grasbusch eine Nuss geholt. Die klemmt er  zwischen den Beinen und dem Ast fest und beginnt, sie zu bearbeiten. Immer wieder hält er inne und schaut, ob er beobachtet wird. Dann beginnt er, mit dem Schnabel die Nuss zu bearbeiten.

Offenbar hat er eine Walnuss in Bearbeitung.

Und es ist ihm gelungen, sie zu öffnen.

Und die Suche geht weiter ….

Haussperling

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Der Haussperling ist schlicht der Kulturfolger des Menschen. Er ist sicher der bekannteste Singvogel bei uns. Der Haussperling findet überall dort seine idealen Lebensräume, wo er ganzjährig an Sämereien und Getreide kommt – und wo er geeignete Nistmöglichkeiten findet. Haussperlinge sind Höhlenbrüter. Sie bevorzugen vor allem das kultivierte Getreide wie Weizen, Hafer und Gerste. Darüber hinaus sind sie sehr anpassungsfähig, was sie in den Städten oft beweisen, wenn sie sich an die Abfälle von Imbißbuden heranmachen. In geeigneten Lebensräumen sind oft ganze Kolonien von Haussperlingen anzutreffen. Ideale Plätze sind landwirtschaftlich geprägte Siedlungen, Geflügelfarmen, Aussiedlerhöfe,  Zoologische Gärten, aber auch Einkaufszentren. Durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe, aber auch durch die geänderte Bauweise und Versiegelungsmaßnahmen an Neubauten fallen viele Gebäude als Nistmöglichkeiten aus. Deswegen nimmt seit einigen Jahren der Bestand der Haussperlinge bei uns ständig ab. Ein Grund ist sicher auch, dass in den Dörfern die Kleintierhaltung stark abgenommen hat. Hier konnten die Haussperlinge bisher rund um die Uhr problemlos an Futter gelangen.

Das Männchen ist leicht an seinem schwarzen Kehllatz und dem grauen Scheitel zu erkennen. Dazu hat es  graue Wangen und einen grauen Bauch. Insgesamt ist es kontrastreicher gefärbt als das Weibchen.

Der schwarze Fleck an der Kehle („Latz“) ist zwar schon sichtbar; zur Brutzeit ist er aber voll entwickelt, wenn das Männchen sein „Prachtkleid“ zeigt.

Das Weibchen ist viel unauffälliger gefärbt als das Männchen. Deutliches Kennzeichen ist jedoch der helle Augenstreif, der mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. 

Sperlinge galten lange Zeit als Fruchtschädlinge, die intensiv bejagt wurden. Haussperlinge haben zahlreichen Feinde. Neben den Greifvögeln wie Sperber und Turmfalke, machen Schleiereulen, aber auch Katzen Jagd auf Sperlinge.

Erlenzeisig

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Der Erlenzeisig gehört innerhalb der Sperlingsvögel zu den Finken. Er ist bei uns im Kraichtal regelmäßig zu beobachten. Der kleine Vogel ist bei uns Jahresvogel. Man kan ihn aber im Winterhalbjahr am besten beobachten, wenn er sich an die Samen von Schwarzerlen oder Birken heranmacht. Das Männchen hat einen schwarzen Scheitel, beim Weibchen sind die Farben insgesamt blasser; aber vor allem fallen beim Weibchen die Strichelungen auf. Im Winterhalbjahr sind die Erlenzeisige oft in kleinen Schwärmen unterwegs.

Das Männchen mit deutlich schwarzem Scheitel. Während der Brutzeit wird  die Färbung deutlich intensiver.

Die nächsten Bilder zeigen Weibchen ohne schwarzen Scheitel, aber mit deutlichen Strichelungen. Erlenzeisige kann man auch am kurzen, stark gegabelten Schwanz erkennen.

Hier holt sich ein Erlenzeisig-Männchen gerade die Samen aus einem „Erlenzapfen“ heraus. Im unteren Bild sind es zwei Weibchen.

Neben den Samen von Erle und Birke ernähren sich die Erlenzeisige auch von Knospen.

Erlenzeisig-Männchen im Prachtkleid

Wintergast Wiesenpieper

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Der Wiesenpieper gehört zur Gruppe der Pieper und Stelzen und ist normalerweise nur während der Wintermonate im Kraichtal zu beobachten. Ab Ende September/Anfang Oktober stellen sich die ersten Exemplare ein. Bei uns im Kraichtal sind im Winter meist kleinere Schwärme des Wiesenpiepers unterwegs. Die natürlichen Lebensräume des Wiesenpiepers sind offene Wiesenflächen und Weidelandschaften, Moore und Heiden. Die bei uns überwinternden Vögel kommen meist aus nördlichen Gebieten, vor allem Skandinavien.

Der Wiesenpieper ist ungefähr so groß wie ein Haussperling. Wichtige Kennzeichen sind der gelbe Schnabel und die kräftige Strichelung auf dem Rücken. Der Überaugenstreif ist meist nur sehr kurz. Er kann mit dem Baumpieper verwechselt werden; allerdings unterscheiden sich ihre Lebensräume voneinander. Auch im Gefieder und in der Schnabelform unterscheiden sich beide Arten. Zudem überwintert der Baumpieper nicht bei uns.

Durch sein Gefieder ist der Wiesenpieper hervorragend an den Lebensraum Wiese und Weide angepasst. Die folgenden Bilder zeigen einen Wiesenpieper in einem Graben am Rande einer ausgedehnten Wiese im Januar im Kraichtal. Man muss schon genau hinschauen, um ihn zu entdecken. Er ist auf jedem der folgenden Bilder zu sehen.

In einer solchen Umgebung ist der Wiesenpieper nur schwer zu entdecken. Kaum zu glauben: Trotz der kräftigen Rückenstrichelung ist der Wiesenpieper in einer solcchen Umgebung hervorragend getarnt.

 

Nilgans

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Die Nilgans stammt aus Afrika. Die europäischen Vorkommen sind auf gezielte Freisetzungen zurückzuführen. Inzwischen brütet sie in vielen europäischen Ländern und gilt auch bei uns in Deutschland als eingebürgert. Nilgänse sind an jedem Gewässertyp anzutreffen. Bei uns ist die Nilgans stark umstritten. Als „nicht ursprünglich europäische Art“ ist sie auch nicht besonders geschützt. In NRW unterliegt sie dem Jagdrecht. Wegen ihres Brutverhaltens ist die Nilgans in Verruf geraten. Allerdings werden viele dieser Probleme – ähnlich wie bei der Kanadagans – durch Menschen verursacht, von denen sie in den Städten gefüttert werden. Der Nilgans werden zwar landwirtschaftliche Schäden nachgesagt, aber genaue Studien dazu gibt es nicht. Zudem ist die Zahl der Gänse zu gering. Alle Bilder entstanden in der Hügellandschaft im Kraichtal.

Kanadagans

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Wie schon der Name sagt, stammt die Kanadagans aus Nordamerika und wurde in Europa eingeführt. Inzwischen kann man sie an vielen Gewässertypen vorfinden. Sie ist sehr groß. Durch ihren schwarzen Hals, ihre weiße Brust und dem weißen Kopffeld ist sie leicht von anderen Gänsearten zu unterscheiden. Eine gewisse Verwechslungsmöglichkeit besteht lediglich mit der Weißwangengans, die aber wesentlich kleiner ist und – da diese normalerweise in der Arktis lebt – kaum im Binnenland zu beobachten ist.  Im Gegensatz dazu ist die Kanadagans häufig in den Grünanlagen der Städte zu finden, wenn es dort Wasserflächen gibt. Da sie sehr zutraulich werden kann, wird sie von den Menschen gefüttert. Wenn sie in größerer Zahl erscheint, kann dies Probleme verursachen.  Eine einzelne Kanadagans tauchte in den letzten Jahren auch regelmäßig im Kraichtal auf, wobei sie sich meist in der Nähe der Kraich aufhielt. Nach ein paar Tagen verschwand sie dann immer wieder – um im folgenden Jahr wiederzukehren. Eine schöne Gans, die unsere heimische Tierwelt durchaus bereichert. Jedenfalls ist die Kanadagans die größte  Wildgans, die bei uns in freier Natur zu beobachten ist. Hier ein paar Bilder aus dem Jahre 2017:

Die Kanadagans ernährt sich vorwiegend von pflanzlicher Nahrung. Während der Wintermonate ist sie auch in der Nähe von Gewässern auf angrenzenden Äckern und Wiesen anzutreffen.

Wer in unserer Region Kanadagänse beobachten will, der kann dies an vielen Orten am Rhein (z.B. Leopoldshafen) – aber vor allem auch in der Wagbachniederung tun, wo die Kanadagans regelmäßig brütet.

Zwergtaucher – ein seltener Gast

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Der Zwergtaucher gehört zur Familie der Lappentaucher, weil er an den Zehen keine Schwimmhäute hat – sondern „Schwimmlappen“ an den Zehen besitzt, welche die Zehen nicht miteinander verbinden  – sondern deren Oberfläche vergrößern  und damit das Schwimmen und Tauchen effektiver machen.  Er ist der kleinste Vertreter seiner Familie.  Im Kraichtal ist er meist nur im Winter  zu sehen. Denn Zwergtaucher verbringen den Winter oft weitab ihrer Brutgebiete und suchen sich nahrungsreiche Teiche und Gewässer. Bietet das „Wintergewässer“ nicht die Bedingungen, die der Zwergtaucher für eine erfolgreiche Brut braucht,wird es im Frühjahr wieder verlassen.  Der Zwergtaucher befindet sich gerade im „Schlichtkleid“. Während der Brutzeit zeigen die Vögel ein viel auffälligeres „Prachtkleid“.

Zwergtaucher sind recht scheu und halten sich meist in Ufernähe auf, wo sie nur schwer zu entdecken sind, weil sie in der Ufervegetation Deckung finden.

Sie ernähren sich von Pflanzen und von tierischer Nahrung (kleine Fische, Wasserinsekten, Amphibien und deren Larven, usw.). Sie sind wendige und geschickte  Jäger.

 

Der Körper ist stromlinienförmig und extrem an das Tauchen angepasst. Der Tauchvorgang erfolgt aus dem Schwimmen heraus und beginnt nicht mit einem Sprung, wie dies zum Beispiel beim Bläßhuhn der Fall ist. Den nötigen Vortrieb dafür liefern die Beine, welche bei den Tauchern aus diesem Grund ziemlich weit hinten am Körper positioniert sind. Deswegen wirken sie an Land recht unbeholfen.Wie dynamisch der Tauchvorgang erfolgt, zeigt dieses kleine Videobeispiel:

 

Zwergtaucher sind erfolgreiche und geschickte Jäger. Fast bei jedem Tauchgang erbeuten sie irgend etwas, das dann blitzschnell gefressen wird. Von Insekten und deren Larven bis hin zu kleinen Fischen oder Ampibien erstreckt sich sein Beutspektrum. Hier hat der Zwergtaucher gerade einen kleinen Fisch erbeutet, den er mit dem Kopf voran verschlingt. Grundsätzlich wird die Ausbeute der Tauchgänge an der Oberfläche verschlungen.

In einem Info-Text zum Zwergtaucher heißt es: „Wenn der Zwergtaucher unter Wasser auf Jagd geht, bedeutet das für alle Alarmstufe Rot!“ Dies gilt nicht nur für Fische – sondern auch für Libellenlarven  und andere Kleintiere.

 

 

Amseln im Winter

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Amseln gehören zur Familie der Drosseln. Wie alle Drosseln suchen auch die Amseln ihre Nahrung vorwiegend am Boden. Auf der Suche nach Insekten, Würmern und anderen Kleintieren durchstöbern sie den Boden unter den Hecken oder suchen unter dem Laub nach Nahrung. Im Winter kommen sie zwar auch an Futterstellen, holen sich dort aber meist die Nahrung am Boden. Dabei verzehren sie oft das, was aus den Futterhäuschen oder -silos heruntergefallen ist.

Im Gegensatz zu den „Stadt-Amseln“, die Kulturfolger des Menschen geworden sind und sich fast ausschließlich in den Siedlungen und Dörfern aufhalten, sind die Amseln der Feldflur und des Waldes sehr scheu geblieben und haben eine recht große Fluchtdistanz bewahrt. So halten sie sich bei ihrer Futtersuche auf Streuobstwiesen oder in der Feldflur meist in der Nähe von Feldhecken auf. Immer wieder machen sie eine Pause, um zu sehen, ob sich irgendwo ein Feind aufhält. So sind im Winter oft immer mehrere Amseln gemeinsam in einer Gruppe unterwegs. Das ändert sich allerdings während der  Brutperiode, wo Paar-Reviere gebildet – und diese strikt verteidigt werden.

Hier ist der Unterschied im Gefieder beider Geschlechter ziemlich deutlich. Das Männchen ist ganz schwarz mit gelbem Schnabel, das Weibchen ist dunkelbraun gefleckt und der Schnabel ist braun-gelb gefärbt.

Hier sucht eine Amsel an einem Wald-Teich in der Laubschicht nach Nahrung. Weil es hier feucht ist, besteht eine gute Aussicht auf Beute, weil es unter dem Laub noch recht feucht ist. Zudem regnet es gerade etwas – und es ist noch frostfrei.

Ab Herbst, wenn die Insektennahrung knapp wird, finden die Amseln  – wie andere Drosseln auch – reichlich Nahrung in den Feldhecken, wo Schwarz- und Weißdorn, Hartriegel, Heckenrose oder Schneeball und weitere Sträucher wie Holunder oder Liguster ein reiches Früchte-Angebot bereithalten.

Hier bedient sich gerade ein Amselweibchen an den Früchten des Weißdorns.

Auch nicht geerntetes Obst oder Fallobst ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil während des Herbstes und im Winter.

Seit einigen Tagen  kann man erste Gesänge der Amsel bei uns im Kraichtal hören. In wenigen Wochen beginnt die Brutzeit, in der die Amseln wahrscheinlich zwei Bruten haben werden. Über diese spannende Zeit sind  weiterere Beiträge geplant ….

Rotkehlchen

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Das Rotkehlchen gehört innerhalb der Sperlingsvögel zur Gruppe der Drosseln. Wie alle Drosselarten ist auch der Gesang des Rotkehlchen einer der eindrucksvollsten innerhalb der heimischen Vogelwelt. Bei uns im Kraichtal kann man es in großen Gärten, Parks, Wäldern oder Feldhecken beobachten. Es baut sein Nest in Bodennähe in Baumstümpfen, zwischen Baumwurzeln und bodennahen Höhlungen. Sein perlender Gesang fällt im Frühjahr auch durch seine Lautstärke auf. Das Rotkehlchen ist das ganze Jahr über bei uns. Seinen Namen hat es, weil das Gesicht, der Hals und große Teile der Brust rostrot sind. Die Rückseite ist graubraun, eine ideale Anpassung an den Lebensraum. Wie die meisten Drosseln sucht es seine Nahrung in Bodennähe und auf dem Boden. Im Sommer ernährt sich das Rotkehlchen vor allem von Insekten und anderen Kleintieren. Im Winter kann man es überall dort finden, wo es Früchte und Samen gibt. Futterstellen besucht sie ebenfalls, dort sucht sie aber am Boden nach heruntergefallenen Futterbestandteilen aus den Futtersilos und Futterhäuschen. Das Rotkehlchen ist recht neugierig und meist wenig scheu.

Wenn sich das Rotkehlchen bei Kälte aufplustert, sieht es wie eine Kugel aus.

Im Winter wird alles genau untersucht, was nach Nahrung aussieht.

Der Gesang des Rotkehlchens ist stimmgewaltig und sehr melodisch. Vor allem fallen die perlenden, silbrig klingenden hohen Töne im Gesang auf.

Das Gefieder der Jungvögel ist grob gefleckt und zeigt kein Rot. Lediglich der Schwanz ist rostbraun gefärbt.

 

 

 

 

Graureiher

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Der Graureiher ist bei uns der häufigste Reiher. Man kann ihn im Kraichtal an Gewässern, aber auch auf Wiesen und Feldern beobachten, wo er auf Jagd geht. Seine Beute besteht aus Fischen, Amphibien und Kleinsäugern. Er brütet auf Bäumen; im Kraichtal gibt es auch eine kleine Kolonie im Wald, wo mehrere Paare gemeinsam brüten. Der Graureiher ist ein großer Reiher, der auf der Rückenseite vor allem grau gefärbt ist.  Er ist im Stehen, aber auch im Flug von Kranichen und Störchen dadurch zu unterscheiden, dass er seinen Hals einzieht. Die Beine sind im Flug nach hinten gestreckt. Graureiher sind geduldige Jäger, die oft sehr lange bewegungslos dastehen – um dann überraschend zuzuschlangen.

Während der Paarungszeit ist der Schnabel orange – und am Nacken zeigen sich schwarze Schmuckfedern.

Die folgenden Bilder zeigen, wie der Graureiher zunächst mit gestrecktem Schnabel auffliegt – und dann in der Flughaltung den Hals einzieht. Die Flügel sind in der Oberseite zweifarbig, grau mit schwarzen Schwungfedern und Handdecken.

Ein Graureiher ist aufgeflogen. Der zweite wird gleich folgen …

  

Jetzt ist die typische Flughaltung erreicht: Der Hals ist eingezogen und die Beine sind nach hinten gestreckt.