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Bluthänfling

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Der Bluthänfling gehört innerhalb der Sperlingsvögel zur Gruppe der Finken. Er ist bei uns im Kraichtal noch recht häufig anzutreffen, gilt aber insgesamt in Deutschland als gefährdete Vogelart.  Seine bevorzugten Lebensräume sind Hecken, Weinberge, Getreide- und Rapsfelder, aber auch Unkrautflächen. Er ernährt sich von vielen  Sämereien und Getreide. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Samen oder Getreidekörner voll ausgereift sind oder nicht.  Vom vermehrten Rapsanbau im Kraichtal hat er stark profitiert. Hier kann man ihn beobachten, wie er sich an die Samen heranmacht.

Hier hat er gerade eine Schote im Blick.

Und schon hat er sie im Schnabel. Rapsschoten werden unten angeknackt – und dann Samen für Samen von unten nach oben gefressen.

Seinen Namen hat er von der intensiv roten Färbung seines Prachtkleides während der Brutzeit. Die Stirn und die Brust sind tiefrot. Das Prachtkleid ist jetzt völlig ausgefärbt. Das Weibchen dagegen hat keinerlei Rottöne im Gefieder. Es sieht also völlig anders aus als das Männchen.

Das Weibchen sieht zur gleichen Zeit völlig anders aus. Im Gefieder finden sich keinerlei Rottöne.

Bluthänflinge haben durchschnittlich 2 Bruten pro Jahr. Dabei werden pro Brut bis zu 5 Eier gelegt.

Schon im März/April beginnt sich das Prachtkleid zu entwickeln. Bis Mai/Juni wird es dann so aussehen wie auf den Bildern oben.

Nach der Brutzeit sind die Bluthänflinge meist im Schwarm unterwegs. Vor allem auf Feldern und Wiesen mit Ampfer und Knöterich sind sie tagelang unterwegs, bis alle Bestände abgefressen sind. Dabei entwickeln sie eine große Fertigkeit beim Öffnen von Schoten, dass kein Same verloren geht. Bluthänflinge sind das ganze Jahr bei uns. Im Winter profitieren sie stark von den Zwischenfrucht-Feldern, die in den letzten Jahren bei uns im Kraichtal üblich geworden sind. Auch an Regenpfützen kann man sie bis in den Winter hinein beim Baden beobachten.

Das Blässhuhn hat Junge

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Blässhühner brüten zweimal im Jahr. Die Brutzeit beginnt im März/April und endet im August. Das Nest ist meist im Schilf des Uferbereichs verborgen und ist oft ein „Schwimmnest“. Bei jeder Brut werden 4 – 10 Eier gelegt. Manchmal sind es auch mehr als 10 Eier. Die Jungen werden von den Altvögeln mit Wasserpflanzen,Insekten, Schnecken und anderen Kleintieren gefüttert. In siedlungsnahen Gewässern spielt auch Brot eine große Rolle als Nahrung, weil sie dort von den Besuchern mit Brotresten versorgt werden. In diesem Kleingewässer im Kraichtal waren Brotreste allerdings kein Thema.

Die Küken haben ein grauschwarzes Federkleid, einen roten Kopf und einen gelb-roten Kragen. Als Nestflüchter verlassen sie schon kurz nach dem Schlüpfen das Nest und schwimmen mit den Altvögeln auf dem jeweiligen Gewässer.

Die Jungen suchen die Nähe zum Altvogel, beginnen aber schon selbst nach Futter zu suchen. Dem Wasserfrosch  hingegen wurde die Situation zu brenzlig. Er schwamm weg.

Beim Nestbau, bei der Bebrütung des Geleges und bei der Aufzucht der Jungen sind beide Altvögel beteiligt. Gegen Ende einer Brutperiode übernimmt oft das Männchen die Fütterung der Jungvögel, weil das Weibchen schon die nächste Generation ausbrütet.

Männchen und Weibchen lassen sich nur schwer unterscheiden. Beide sehen eigentlich gleich aus; Männchen haben ein etwas größeres weißes Stirnschild und sind insgesamt etwas größer. Die Jungvögel werden noch mehrere Wochen von den Altvögeln gefüttert.

Der Kleiber hat Junge

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Der Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Eigentlich ist er ein Vogel der Wälder mit alten Baumbeständen. In Gegenden mit Streuobstwiesen, wo es ebenfalls viele alte Bäume gibt, findet er reichlich Gelegenheit, seine Jungen aufzuziehen. So sind Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, wie es sie bei uns im Kraichtal noch häufig gibt,  ideale Orte für die Jungenaufzucht. Denn hier gibt es natürliche Baumhöhlen, Spechthöhlen oder Nistkästen. Der Nestbau beginnt oft schon im März.  Dabei polstert das Weibchen, die Nisthöhle mit Rindenstückchen, Grashalmen, Federn oder Haaren aus. Von April bis Mitte Mai werden dann die 5 bis 9 Eier fast 3 Wochen lang bebrütet und  die geschlüpften Jungvögel nochmals etwa drei Wochen gefüttert, bis sie im Juni ausfliegen.

Die Jungvögel werden mit Insekten und deren Larven sowie mit Spinnen gefüttert.

Nach jeder Fütterung wartet der Altvogel in der Nisthöhle ab, ob ein Nestling Kot abgibt. Dan nimmt der Altvogel die Kotballen, die in einer dünnen Haut verpackt sind,  mit. So wird die Nisthöhle sauber gehalten und das entstehende Gefieder der Jungvögel kann nicht verkleben. Aus den Kotresten resultierende Krankheiten werden so vermieden.

Nach fast zwei Wochen kamen die Jungvögel erstmals zum Füttern an das Einflugloch und erwarteten dort ihre Eltern. Man kann erkennen, dass das Gefieder noch nicht voll entwickelt ist.

Die mitgebrachte Raupe verschwindet im weit geöffneten orangefarbenen „Sperr-Rachen“.

Nun wartet der Altvogel außen, ob das Junge Kot abgeben will. Dazu dreht sich der Jungvogel und streckt seinen Hinterleib nach oben.

Dann nimmt der Altvogel von außen den Kotballen auf.

Der Kleiber ist übrigens die einzige Vogelart bei uns, welche kopfüber einen Baum hinablaufen kann. Dabei wird ein Fuß vor den anderen gesetzt; er läuft regelrecht den Baumstamm hinunter. Spechte und Baumläufer dagegen können das nicht. Sie hüpfen mit beiden Beinen und stützen sich dabei mit dem Schwanz ab.

Ein Altvogel auf Nahrungssuche. Alles wird untersucht und gründlich nach Nahrung durchstöbert.

Jetzt ist das Gefieder der Jungvögel schon fast voll entwickelt. Sie werden bald ausfliegen. Zuf Fütterung warten sie bereits am Eingang der Bruthöhle auf die Eltern. Jetzt werden die Nestlinge überwiegend am Höhleneingang gefüttert.

Kurz vor dem Ausfliegen erscheinen die Altvögel oft ohne Futter am Höhleneingang und fliegen dann wieder weg. Meist befindet sich der andere Altvogel mit Futter in der Nähe, um den Nestling aus der Höhle zu locken. Und dann fliegen sie nacheinander aus.

Der letzte Besuch der Altvögel an der Nisthöhle. Eine kurze Kontrolle, ob sich noch ein Jungvogel in der Nisthöhle befindet..

Die Nisthöhle ist leer; die Jungen sind ausgeflogen und werden draußen noch einige Tage von den Eltern gefüttert. Da die Kleiber sehr standorttreu sind, verbleiben auch die Jungvögel in der näheren Umgebung. Die Nisthöhle ist jetzt wieder verfügbar. Manchmal stellen sich Stare als Nachmieter ein. Dazu wird der Eingang der Nisthöhle wieder erweitert, wobei die Witterung während der nächsten Monate die Sache erleichtert.  Es kommt aber auch vor, dass  in den Folgejahren die Nisthöhlen von Hornissen oder anderen Insekten besiedelt werden.

Kuckuck

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Der Kuckuck ist einer der bekanntesten Vögel bei uns.  Er gehört zur Familie der Kuckucke und liebt kleinstrukturierte Landschaften, in denen es Hecken, einzeln stehende Bäume und Ansitzmöglichkeiten gibt. Seinen Namen verdankt er seinem Ruf, der auch viele Musiker zu Melodien oder Liedern inspiriert hat. Um ihn ranken sich viele Erzählungen, aber auch Mythen, welche ihren Grund in seinem Brutverhalten haben.

Kuckucke sind sogenannte „Brutschmarotzer“, das heißt, sie legen ihre Eier in fremde Nester und lassen diese von den Wirtsvögeln ausbrüten und die Jungen großziehen. Da die ausschlüpfenden Jung-Kuckucke einen ungeheueren Nahrungsbedarf an tierischer Nahrung haben, entfernt der Jungvogel schon kurze Zeit nach dem Schlüpfen die anderen Eier oder sogar Nestlinge, die sich außer ihm im Nest der Wirtsvögel befinden. Auf die Wirtseltern wartet nun Schwerstarbeit.

Von geeigneten Ansitzstellen aus beobachtet das Kuckucksweibchen, wo sich das Nest der potentiellen Wirtsvögel befinden. In einem unbewachten Moment wird dann in das fremde Nest ein Ei abgelegt. Allerdings muss im fremden Nest schon ein Ei liegen, sonst wird das Kuckucksei von den Vögeln entfernt.

So ist auch klar, dass das Kuckucksweibchen in den Lebensräumen auftaucht, wo seine Wirtsvögel brüten. Grasmücken, Rohrsänger, Rotschwänze, aber auch Zaunkönige gehören zu den parasitierten Vogelarten.

Jeden 2. Tag wird dann ein Ei in ein fremdes Nest gelegt. Dies geschieht von Mitte/Ende April bis in den Juli hinein. Das Kuckucksweibchen legt seine Eier dabei in die Nester der Vogelart, von der sie selbst aufgezogen wurde.  Eine biologische Anpassung macht es möglich, dass Kuckuckseier ihre Form und Farbe an die Eier der Wirtsvogelart anpassen können.

Neben der Graufärbung gibt es auch rotbraun gefärbte Kuckucke. Diese sind allerdings  bei uns viel seltener zu beobachten.

Der Kuckuck ernährt sich ausschließlich von Insekten und anderen Kleintieren. Dabei frisst er auch Insektenlarven, die von anderen Vögeln nicht gefressen werden. Aber auch Spinnen, Tausendfüßler, Schnecken, kleine Frösche und Kröten stehen auf seinem Speisezettel.

Ende Juni hört der Kuckuck mit dem Rufen auf. Zwar bleibt er bis Ende August bei uns, doch man hört ihn nicht mehr. Eine alte Bauernregel sagt dazu: „Peter und Paul (29. Juni) schlägt dem Kuckuck aufs Maul!“ Er ist ebenfalls ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika südlich des Äquators. Die über 7000 km langen Reise legt er in Etappen zurück. So rastet er in Polen, Ungarn und Griechenland für jeweils einen Monat, bevor er zwischen Lybien und Ägypten die Sahara überfliegt. Im Frühjahr kehrt er über Westafrika und Italien ab Mitte April  nach Deutschland zurück.

Wie der Kleiber seine Nisthöhlen „einbruchsicher“ macht

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Der Kleiber ist bei uns im Kraichtal das ganze Jahr über noch recht häufig anzutreffen. Er ernährt sich von Insekten, deren Eiern und Larven.  Im Herbst, wenn die Insekten-Nahrung knapp wird, wechselt er – wie andere Vogelarten auch – auf pflanzliche Nahrung wie Beeren, Früchte, Nüsse. Dies alles kann er in den zahlreichen Streuobstwiesen, die es bei uns noch recht häufig gibt, ausreichend finden. Seinen Namen verdankt er allerdings seinem Verhalten während der Brutzeit.  Als Bruthöhlen verwendet er bereits bestehende, aber verlassene Spechthöhlen. Um seine Jungen vor Mardern, Elstern oder Krähen zu schützen, verklebt er den gesamten Einflugbereich der Bruthöhle mit Lehm, den er mit Speichel und anderen Materialien wie Rindenstückchen oder Holzteilchen vermischt. Dieser – bis in die Bruthöhle hinein reichende – Lehmpfropfen härtet aus und wird  – besonders durch die eingearbeiteten Materialien – steinhart.Hier ist der Eingang der ehemaligen Nisthöhle eines Buntspechtes zu sehen, den der Kleiber bearbeitet hat. Man kann deutlich die Spuren erkennen, wie er mit seinem Schnabel die Lehm- und Materialklümpchen festgeklopft und geglättet hat.Das Material dazu holt er in der näheren Umgebung. Hier holt er gerade aus der Fahrspur eines Traktors feuchten Lehm, mit dem er dann den Einflugbereich der ehemaligen Spechthöhle „vermauert“.Das Einflugloch wird so weit verengt, dass er gerade noch durchpasst.

Die nächsten Bilder zeigen, wie der Kleiber den Eingang einer Schwarzspechthöhle aus dem Vorjahr vermauert.So hatte die Spechthöhle im Vorjahr ausgesehen …. Als verstärkendes Fremdmaterial verwendet er die Zapfenschuppen einer Fichte in der Nachbarschaft.2 Wochen später: Das Kleiberpaar hat seine neue Bruthöhle bezogen; die „Eroberungsversuche“ eines Starenpärchens sind letztlich an der Härte des Materials gescheitert. (Anmerkung: Die Brut der Kleiber war erfolgreich!)

 

Die Schleiereule – Bleistiftzeichnung von Thomas Bratzel

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Schleiereule im Flug; Bleistift-Zeichnung                            Thomas Bratzel, Mai 2018

Thomas Bratzel ist ein begeisterter Naturfreund. Er hat sich in vielen Jahren ein enormes Wissen in zahlreichen Gebieten der Natur angeeignet. Was er zum Beispiel über Vögel und deren Lebensweise weiß, ist begeisternd. Aber auch in vielen anderen Bereichen der Biologie kennt er sich sehr gut aus. Eigentlich ist er schon seit seiner Kindheit in Sachen Natur unterwegs. Und bis heute arbeitet er aktiv an Naturschutz-Projekten mit und gibt sein breites Wissen vorbehaltlos an andere weiter. Nun hat er vor einigen Jahren mit dem Zeichnen begonnen. Und es ist klar, dass er seine „Objekte“ draußen in der Natur findet. Schon die ersten seiner Bilder, die ich zu sehen bekam, haben mich tief beeindruckt. Seine Bilder drücken seine Liebe zur Natur aus und dokumentieren aus einem anderen Blickwinkel, wie viel Leben es bei uns im Kraichtal noch  gibt – und dass es darum gehen muss, dieses Leben zu erhalten.  So kann man auch an der Grafik einer Schleiereule erkennen, mit wieviel Sachverstand und Detailtreue er ans Werk geht. Es braucht schon eine Menge Glück, eine Schleiereule im Flug beobachten zu können. Und wenn einem Fotografen solch spontane Bilder in der freien Natur gelingen, dann dann ist das wie „ein Sechser mit Zusatz-Zahl“ im Lotto.

Für mich ist sein grafisches Talent beeindruckend. Dass man  die Eule aufgrund der Grafik auch noch genau bestimmen kann, ist ein weiterer Beleg für sein Können. Bei der dargestellten Eule handelt es sich nämlich  um eine der beiden bei uns vorkommenden Formen der Schleiereule.Deswegen werde ich auf diesem Blog weiterhin Bilder von Thomas Bratzel veröffentlichen, weil es ihm mit seinen Bildern gelingt, auszudrücken, wie liebens- und lebenswert unsere Natur im Kraichtal noch ist – und dass es wert ist, sich um den Erhalt dieser,  unserer Lebenswelt zu bemühen. Zudem denke ich, dass er seine tollen Bilder mit  anderen Menschen teilen sollte.

P.S.: Wenn sie schon bestehende Beiträge mit Grafiken von Thomas Bratzel anschauen möchten, dann rufen Sie die Schlagwörter „Grafik“ oder „Thomas Bratzel“ auf. Diese finden Sie unter dem Titel des Beitrags

Graureiher bei der Mäusejagd

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Der Graureiher oder  Fischreiher – wie er bei uns wegen seiner Aufenthalte an Fischgewässern – auch genannt wird, liebt neben den Gewässern auch Felder und Wiesen, wo er nach Nahrung sucht. Und er ist sehr erfolgreich, wie man sehen kann:

Immer, wenn ein Graureiher diese Haltung einnimmt, dann hat er eine Beute im Blick. Normalerweise steht er aufrecht und fast bewegungslos in der Wiese. Wenn er eine Beute geortet hat, schreitet er in Zeitlupe auf die vermutete Stelle zu, den Blick starr nach unten gerichtet.

Ganz langsam bringt er sich in Stellung.

Und dann – ein blitzschneller Stoß mit dem Schnabel – und er hat eine Maus gefangen.

Die Beute wird dann im Schnabel noch mehrfach zurechtgelegt

…. und dann ohne große Probleme verschluckt.

Ein paar Rabenkrähen sind auf den Fang aufmerksam geworden und nähern sich …

und dann fliegt der Reiher davon.

Wiesen und Felder sind tatsächlich Jagdgebiete für die Graureiher. Vor allem, wenn sie Junge versorgen müssen, dehnen sie ihr Jagdgebiet deutlich aus. Zu ihrer Beute gehören Fische, Frösche, Kleinsäuger, aber auch Eier und gelegentlich Nestlinge von Bodenbrütern. In Fischteichen können sie großen Schaden anrichten. In einigen Bundesländern zählen Graureiher zum jagdbaren Wild.

Teichrohrsänger

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Auch der Teichrohrsänger ist bei uns im Kraichtal Brutvogel. Von Ende April bis Ende September/Anfang Oktober kann man ihn hier beobachten. Er brütet im dichten Schilf von Teichen, Seen und entlang von schilfbestandenen Gräben. Auch er gehört zu den Langstreckenziehern, die südlich der Sahara überwintern. Für den ungefähr 6000 km langen Flug muss er sich im Laufe des Jahres genügend Fettreserven anfressen. Dies gilt natürlich auch für alle Jungvögel.

Er ist ein geschickter Kletterer zwischen den Schilfhalmen. Er ernährt sich von Insekten und deren Larven, Spinnen und Weichtieren.

Sein Gesang ist zum einen wegen seiner Lautstärke und seinen „schnarrenden“ kurzen Rufen, die häufig wiederholt werden,  auffällig.

Sein Gefieder ist gut an die Umgebung im Schilf angepasst. Die Rückenseite ist braun, die Kehle und die Unterseite ist gelblich weiß. Er ähnelt sehr dem Sumpfrohrsänger, von dem man ihn eigentlich auch durch den Gesang  nicht sicher unterscheiden kann. Allenfalls durch die Vielzahl der verwendeten Gesangs-Motive kann man den Sumpfrohrsänger vom Gesang her bestimmen. Unterschiedlich ist aber sein Verhalten im Schilf. Im Gegensatz zum Sumpfrohrsänger, der häufig auffliegt, hüpft der Schilfrohrsänger meist geschickt von Halm zu Halm.

Er bleibt bis Ende September/Anfang Oktober bei uns, weil er bei günstiger Witterung und ausreichendem Nahrungsangebot 2-3 Bruten pro Jahr durchführt. Die Hauptbrutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Dabei legt das Weibchen jeweils 3 bis 5 Eier. Der Teichrohrsänger wird häufig zum Opfer des Kuckucks, der besonders oft seine Eier in den Nestern des Teichrohrsängers unterbringt. Meist zieht dann der Teichrohrsänger den jungen Kuckuck zugunsten der eigenen Brut auf.  Andere Rohrsängerarten entfernen manchmal die Kuckuck-Eier aus ihrem Nest. Beim Teichrohrsänger ist dies aber kaum der Fall. Die Zukunft des Teichrohrsängers bei uns im Kraichtal hängt in erster Linie aber nicht vom Kuckuck – sondern davon ab, ob bestehende Feuchtgebiete mit vorhandenem Schilfgürtel sauber bleiben und so auch in Zukunft weiter bestehen können.

Gartenrotschwanz

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Der Gartenrotschwanz ist heute nicht mehr so oft im Kraichtal anzutreffen wie dies noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war.  Aber:  Der Bestand des Gartenrotschwanzes hat sich in den letzten Jahren wieder stabilisiert. Man kann ihn bei uns wieder häufiger beobachten. 2011 war er Vogel des Jahres in Deutschland. Er liebt strukturierte Landschaften, zum Beispiel Streuobstwiesen. Denn er ist als Halbhöhlenbrüter auf alte Bäume angewiesen. Wenn die Umgebung passt, dann ist er auch in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. In einer Zeit, als es noch baumreiche Hausgärten gab, war das sein eigentlicher Lebensraum. Daher auch seine Name. Aber er nimmt auch Nistkästen als Brutstätte an. Diese haben wegen des notwendigen Lichteinfalls vergrößerte oder mehrere Öffnungen. Der auf dem Titelbild zu sehende Nistkasten wird vom Gartenrotschwanz nur selten angenommen.

Der Gartenrotschwanz ist von Ende April bis Ende August bei uns. Er überwintert in Afrika jenseits der Sahara. Er ist also ein Langstreckenzieher. Das Gartenrotschwanz-Männchen ist auffällig gefärbt. Das Gesicht und die Kehle sind schwarz, der Kopf und die Flügel sind grau und die Bauchseite ist kräftig rostrot bis orange gefärbt. Auch der Schwanz ist rostrot. Auf der Stirn oberhalb des Schnabels ist er weiß.

Wenn er Ende April aus Afrika ankommt, sucht er sofort nach einer passenden Nisthöhle. Oft greift er dabei auf die Bruthöhle des Vorjahres zurück. Hat er ein Weibchen gefunden, inspiziert dieses die angebotene Nisthöhle. Als Halbhöhlenbrüter muss sie auch im Inneren zumindest einen schwachen Lichteinfall bieten. So brütet der Gartenrotschwanz oft in Spechthöhlen mit großer Einflugöffnung oder Mauerlücken, aber auch hinter Bretterverschalungen oder in Holzstapeln.

Das Weibchen inspiziert die angebotene Bruthöhle in einem „Insekten-Hotel“ hinter der Holzverschalung. Es ist nicht so kontrastreich gefärbt wie das Männchen. Aber auch hier findet sich ein rostroter Schwanz. Die Kehle und die Bauchseite sind grau-rötlich gemustert.

Das Männchen zeigt dem Weibchen die Bruthöhle.

Das Weibchen inspiziert die Höhle, fliegt hinein und bleibt in der Höhle.

Jetzt kann die Brutzeit beginnen! Das Paar hat sich gefunden und bleibt für diese Saison zusammen. Beim Gartenrotschwanz gibt es nur eine Jahresbrut, weil er recht früh mit dem Rückflug nach Afrika beginnt.

Die jungen Stare sind flügge, aber sie wollen nicht ausfliegen!

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Stare sind Höhlenbrüter. Jede verlassene Höhle wird, wenn möglich als Kinderstube benutzt. Hier ist es ein alter Apfelbaum, in dem mehrere Starenfamilie ihre Jungen großziehen. Die zwei Jungvögel sind die letzten der Brut, die das Nest verlassen sollen. Ein Altvogel sitzt vor dem Nest und lockt.

Die beiden Jungvögel sind hoch interessiert, trauen sich aber nicht aus der Nisthöhle.

Der andere Altvogel kommt. Er hat einen Schnabel voller Insekten dabei. Es ist erstaunlich, wie es der Altvogel schafft, so viele Insekten in seinem Schnabel festzuhalten.

Er landet unterhalb des Nestes und fliegt dann auf den Nachbarbaum, von wo aus er die Jungvögel lockt.

Die sind aber nicht bereit, für das angebotene Futter die Bruthöhle zu verlassen.

Da erscheint der andere Altvogel an der Höhle. Er hat ein Super-Angebot dabei: Eine Blindschleiche. Jetzt muss es doch klappen!

Die Jungen schnappen zu; der Altvogel lässt nicht locker und will die Jungen offenbar aus der Nisthöhle ziehen.

Ein wildes Gerangel und Gezerre mit beiden Jungvögeln beginnt.

Die Bemühungen bleiben umsonst. Der Altvogel verschwindet mit seiner attraktiven Beute.

Die Jungen schreien wild hinterher – und bleiben in der Höhle.

Die Jungvögel bleiben  am Einflugloch und warten erst mal ab. ….

Wenig später: Offenbar hat der Hunger doch gesiegt. Die Höhle ist leer. …

18 Wochen später: Ende September. Jungstare unter sich. Vielleicht sind sie auch dabei …..