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Mutterkorn – ein gefürchteter Pilz

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Der Mutterkornpilz ist auch im Kraichtal zu finden. Immer, wenn das Frühjahr nass ist und dann ein heißer Frühsommer mit viel Wind folgt,  sind das ideale Bedingungen für die Ausbreitung des Mutterkorns. Der Mutterkornpilz ist hauptsächlich auf Roggen zu finden, kann aber auch die anderen Brotgetreide befallen – allerdings kommt das nicht so häufig vor. Insgesamt wurde der Mutterkornpilz auf mehreren hundert Grasarten nachgewiesen. Früher hielt man das Mutterkorn, das aus der Roggenähre herausragt, für besonders wertvoll. Es war lange nicht bekannt, dass dieser Pilz zu den besonders stark giftigen Pilzen gehört. Tatsächlich verursachte der Mutterkornpilz in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Vergiftungen, die mit furchtbaren Krankeitsbildern einhergingen. Auch heute besteht noch die Gefahr, sich mit Mutterkorn zu vergiften, wenn ungereinigtes Getreide, bei dem keine Auslese durch Reinigungsmaschineniz in der Mühle stattgefunden hat,  verzehrt wird.  Moderne Reinigungs- und Ausleseverfahren in den Mühlen haben die Gefahr einer Vergiftung deutlich reduziert.

Mutterkornpilze, wie sie aus dieser Roggenähre herausragen, enthalten eine Vielzahl von Giftstoffen. Da sich die Masse der Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten von Roggen und Getreidesorten ernährte, bei denen es häufig zum Befall mit Mutterkorn kam, folgte immer wieder in feuchten Jahren eine Massenerkrankung durch den Pilz. Durchfälle, Erbrechen, Durchblutungsstörungen oder Wahnvorstellungen, die immer wiederkehren können; Verlust von Gliedmaßen können bei schweren Vergiftungen die Folge sein. In vielen Fällen endete die Vergiftung damals tödlich. Heute sind Vergiftungsfälle mit Mutterkorn seltener geworden.

Man nannte die Krankheit, deren Ursache man lange nicht kannte, wegen der brennenden und lang anhaltenden Schmerzen  „Antoniusfeuer“.  Als Beleg für die „haluzinogene Wirkung“ des Mutterkorns kann die Tatsache gelten, dass aus den Wirkstoffen des Mutterkorns das berüchtigte Rauschmittel LSD hergestellt werden kann.

Der Mutterkornpilz hat seinen Namen erhalten, weil er bei der Geburtshilfe als Wehenmittel und nach der Geburt als Mittel zur Blutstillung eingesetzt wurde.

Ein Roggenfeld mit überwiegend pilzfreien Ähren, aber einigen Mutterkorn tragenden Pflanzen.

So sieht das Mutterkorn aus. Schon eine sehr geringe Menge reicht für eine bedrohliche Vergiftung mit furchtbaren Folgen.

Zunderschwamm

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Der Zunderschwamm ist ein Pilz, den man im Kraichtal in den Wäldern noch recht häufig finden kann. Meistens sind es geschwächte Laubbäume in denen er sich entwickelt und die typischen Fruchtkörper ausbildet. Meist kann man diese vor allem auf Buchen und Birken entdecken. Aber auch auf anderen Laubbäumen taucht er gelegentlich auf. Seine frühere Verwendung als „Zunder“ gab ihm seinen Namen; die Bezeichnung „Schwamm“ bezieht sich auf die Fähigkeit der Baumpilze, Wasser zu binden. Zunderschwämme werden zwar als Forstschädlinge eingestuft; doch hat er auch eine lange Geschichte als Arzneipflanze. Seit einigen Jahren  wird er als wertvoller Vitalpilz eingeschätzt.

Hier ist es eine Birke, welche vom Zunderschwamm besiedelt ist.  Auf dem Bild sind vier Fruchtkörper zu sehen.

Die Fruchkörper des Zunderschwamms können sehr alt und auch sehr groß werden. Bei den abgebildeten Fruchtkörpern handelt es sich um relativ  „junge“ Exemplare. Ohnehin sind die Fruchtkörper bei Birken nicht so groß wie auf Buchen.

Die äußere Schicht des Fruchtkörpers, der von der Seite wie eine „Zwergenmütze“ aussieht, ist sehr hart und zäh. Unten – auf der dem Boden zugewandten  Seite  befindet sich die Röhrenschicht, aus der die Pilzsporen freigesetzt werden.

Hier werden die Pilzsporen freigesetzt. Der Fruchtkörper wächst immer so, dass die Sporenschicht dem Boden zugewandt bleibt. Fällt der Baum um, dann können sich die Fruchtkörper um 90° drehen und so die Sporen wieder auf den Boden abgeben.

Der obere Teil des Baumstammes ist abgebrochen und liegt in mehreren Teilen verstreut auf dem Waldboden.

Der Zunderschwamm erzeugt in den befallenen Bäumen die Weißfäule. Die Bäume verlieren ihre Festigkeit und Stabilität, das befallene Holz wird weiß. Es lässt sich leicht zerbröseln

Ergebnis der Weißfäule: Die Stämme verlieren an Stabilität, zerbrechen dann beim Fallen in mehrere Teile oder fallen ganz um. Im Nahrungskreislauf bedeutet das, dass aus den Stämmen wieder verwertbarer Humus entsteht.

Auf der linken Stammseite hat sich ein Fruchkörper nach dem Fallen des Stammes um 90° nach rechts gedreht. Jetzt zeigt die Sporenschicht wieder auf den Boden. Auch am bereits abgestorbenen Baum kann der Zunderschwamm so lange weiterleben, bis die benötigten Nährstoffe abgebaut sind.

Perlpilz

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Der Perlpilz ist ein sehr guter Speisepilz. Doch gerade in diesem Fall birgt das Sammeln Risiken. Es gibt einen gefährlichen Doppelgänger, den man auf keinen Fall verspeisen sollte: der Pantherpilz. Was die ganze Sache noch komplizierter macht, ist die Tatsache, dass beide Pilzarten zur gleichen Zeit in der gleichen Umgebung vorkommen können – oft nur wenige Meter voneinander getrennt. Deswegen ist es wichtig, beide Pilzarten genau zu kennen. Dann kann man sicher eine Verwechslung vermeiden. Abgesehen davon, dass auch der Perlpilz giftig ist – und nur dann gegessen werden kann, wenn man ihn zuvor gart. Denn das in ihm enthaltene Gift wird durch gründliches Garen zerstört.

Beide Pilzarten haben auf ihren Hüten noch Restflocken der Pilzhaut, in welche der Pilz eingehüllt war. Durch Regen können diese Reste aber abgewaschen werden.

Unterschied 1:

Der Hutrand des Perlpilzes ist glatt und nicht gerieft – oder weist nur wenige Riefen auf; der Hutrand beim Pantherpilz ist rundum gerieft.

Unterschied 2:

Die Stielmanschette ist beim Perlpilz gerieft und sieht ähnlich aus wie ein Plisseerock, beim Pantherpilz hat die häutige Stielmanschette keine Riefen. Allerdings: bei ganz jungen Perlpilzen mit geschlossenem Hut ist dieses Merkmal noch nicht ausgeprägt!

Unterschied 3: Der Perlpilz hat eine rübenförmige Knolle ohne Scheide. Beim Pantherpilz steckt die Knolle in einer Hautscheide.

Unterschied 4: Bei Verletzungen (z.B. Schneckenfraß) färbt sich der Perlpilz an den Fraßstellen rot; der Pantherpilz bleibt weiß.

Da Pilze – je nach Umgebung – sehr variabel sein können, kann auch dieser Blog, kein Buch oder das Internet für Ihre Sicherheit garantieren. Sie selber sollten die Pilze, die sie zum Verzehr sammeln, ganz genau kennen – oder ganz einfach stehen lassen.

Pantherpilz

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Der Pantherpilz ist ein gefährlicher Giftpilz, weil er mit dem Perlpilz verwechselt werden kann. Es gibt aber deutliche Unterschiede zum Perlpilz, der gut durchgegart ein guter Speisepilz ist. Der Pantherpilz wächst oft an den gleichen Orten  – und zur gleichen Zeit wie der Perlpilz. Jedes Jahr gibt es in Deutschland zahlreiche Verwechslungen – und damit schwere Vergiftungsfälle.

Unterschied 1:

Der Pantherpilz hat am Hutrand Riefen

Unterschied 2:

Der Hautring am Stiel ist glatt, besitzt keine Riefen und liegt mehr oder weniger am Stiel an.

Unterschied 3: Bei Verletzungen oder Schneckenfraß bleibt das Fruchtfleisch weiß und rötet nicht

Unterschied 4:

Die Knolle steckt in einer häutigen Scheide. Beim Perlpilz fehlt diese.

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Anis-Champignon

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Der Anis-Champignon unterscheidet sich vom Wiesenchampignon vor allem durch seinen anisartigen, würzigen Geruch. Darüber hinaus zeigt er oft gelbliche Verfärbungen auf dem Hut. Im Gegensatz zum Giftchampignon riecht er aber nicht nach Medizin oder Tinte –  oder sonst unangenehm.  Seine Lamellen sind hell- bis schokoladenbraun. Der Stiel weist am Ende eine knollenartige Verdickung auf, aber die Knolle steckt nicht in einer häutigen Hülle. Somit ist bei geöffnetem Hut kaum eine Verwechslung mit den Knollenblätterpilzen möglich. Dieser Pilz ist geradezu  ein Paradebeispiel dafür, dass es notwendig ist, gerade bei Champignons eine Geruchsprobe zu machen um Verwechslungen zu vermeiden.  Der Anischampignon wurde im Wald im Bereich eines Waldweges fotografiert. Laub- Nadel- und Mischwälder, aber auch Weiden sind mögliche Standorte des Pilzes. Er ist ein guter Speisepilz.

Um Verwechslungen und Vergiftungen zu vermeiden: Nur Pilze sammeln, die man genau kennt! Im Zweifel eine Pilzberatungsstelle aufsuchen! – Oder noch besser: unbekannte Pilze stehen lassen!

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Schwefel-Porling

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Der Schwefelporling fällt zunächst durch seine schwefelgelbe Färbung auf. Er ist eigentlich ein Pilz, der vor allem an den Laubbäumen entlang von Straßen, Streuobstwiesen, aber auch in Wäldern vorkommt. Dabei dringt er durch Wunden in den Baum ein und ruft dort die Braunfäule hervor. Befallen werden vor allem überalterte, geschwächte und geschädigte Bäume. Diese werden durch den Pilz anfällig für Windbruch. Trotzdem ist der Pilz  – wenn er noch jung und saftig ist – ein guter Speisepilz, der nach der Zubereitung nach Hähnchen schmecken soll … Deswegen hat er den englischen Namen „chicken of the woods“. Allerdings wird beschrieben, dass Schwefelporlinge, die auf Eiben oder Robinien gewachsen sind, bei empfindlichen Menschen Durchfälle und Erbrechen hervorrufen können …

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Schopf-Tintling

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Der Schopftintling ist ein häufig vorkommender Pilz, der vom Frühjahr bis in den November hinein gesammelt werden kann. Junge Pilze sind essbar, ältere Pilze lösen sich auf und zerfließen in einer schwarzen tintenartigen Flüssigkeit. Verwechslungsgefahr besteht kaum.

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Herbstlorchel

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Die Herbstlorchel ist vom Spätsommer an zu finden. Im Wald steht sie meist an den Rändern der Waldwege. Sie wird bis zu 25 cm hoch und entwickelt unterschiedliche Formen. Wegen ihrer Farbe und Form gibt es auch keine Verwechslungsmöglichkeiten. Sie ist essbar, allerdings sollte sie zur Vermeidung von Bauchbeschwerden vor dem Verzehr gekocht werden.

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Grüner Knollenblätterpilz

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Wer bei uns im Kraichtal im Wald Pilze sammeln will, sollte den Knollenblätterpilz unbedingt kennen. Denn er kommt im Kraichtal in den chrarakteristischen Buchen-Mischwäldern recht häufig vor. Er wird oft mit Champignons verwechselt. Dabei zeigt er deutliche Unterschiede zu den Champignon-Arten: Der Knollenblätterpilz hat keine  braunen Lamellen, sie sind weiß. Zudem ist der Stiel des Knollenblätterpilzes zur Basis hin knollenartig verdickt. Darüber hinaus steckt die knollige Stielbasis noch in den Resten der Pilzhaut. All dies ist beim Champignon nicht der Fall. Leider können schon kleinste Mengen des Pilzes zu tödlichen Vergiftungen führen. Wenn nach dem Verzehr die ersten Vergiftungssymptome auftreten, ist es meist schon zu spät. Auch deswegen sollte beim Sammeln der Pilz vorsichtig herausgedreht werden; nur so wird deutlich, ob eine Knolle vorliegt oder nicht!

 

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Schuppiger Stielporling

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Der Schuppige Stielporling kommt bei uns von Ende April bis in den Sommer  hinein vor. Er ist mit bis zu 50 cm Hutbreite der größte Porling bei uns. Er befällt vor allem Laubbäume. Dabei kann der Schuppige Stielporling auch lebende, aber geschwächte Bäume besiedeln, wo er die Weißfäule hervorruft. Durch sie wird die harte Holzsubstanz (Lignin) abgebaut; das weiche Zellulose-Gewebe kann den Baum nicht mehr stützen. Der Baum bricht ab. In jungem Zustand kann man den Porling essen; im Alter wird er zäh und ungenießbar.

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