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So ein Walnussbaum!

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Bei uns im Kraichtal gibt es zahlreiche Walnussbäume. Man findet sie überall auf den Feldern oder Streuobstwiesen. Aber dieser mächtige, schon viele Jahrzehnte alte und ca. 20 m hohe Walnussbaum ist in meinen Augen ein beeindruckendes Naturdenkmal. Seine leicht asymetrische Form seine Höhe, aber auch seine weit ausladenen Äste machen ihn zu einem Blickfang auf den Hügeln zwischen Münzesheim und Oberacker.Nach jedem Unwetter oder starken Sturm, wie sie in den letzten Jahren bei uns fast zur Regel geworden sind, schaue ich nach, ob er noch steht. Doch bis zum heutigen Tag hat er all diese Stürme und Unwetter mehr oder weniger unbeschadet überlebt. Und noch immer  bringt er Früchte, wenn es keinen Frühjahres-Frost gibt, wie dies im letzten Jahr leider der Fall war.Der weit ausladende untere Ast ist ca. 11,5  Meter lang und überspannt den befahrenen „Feldweg“, wie man die heutigen „Wirtschaftswege“ früher nannte.

So sieht der Ast in Stammnähe aus. Er befindet sich in 3 m Höhe vom Boden aus und hat in Stammnähe bei einem Durchmesser von 45 cm einen Umfang von ca. 1,4 m.

Ein Blick in die Baumkrone zeigt, dass er mit der Waldrebe und dem Efeu zu kämpfen hat. Aber noch behält er die Oberhand, obwohl ihm die beiden Pflanzen sicher zu schaffen machen.Der Stamm hat in einem Meter Höhe einen Durchmesser von 95 cm. Da der Stamm nicht ganz rund ist, ist sein Umfang zwischen 2 m und 3 m groß. Bleibt zu hoffen, dass er noch recht lange allen Widrigkeiten trotzen kann. Ich wünsche ihm jedenfalls viel Glück!

 

 

Schwarze Maulbeere

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Er ist im Kraichtal recht selten, doch man kann ihn im Kraichtal auf dem Gelände der Sternwarte finden: Es ist der Maulbeerbaum, von dem man dort zwei stattliche Exemplare entdecken kann. Diese Baumart brachten die Römer zu uns – und sie kann  überall dort gedeihen, wo es warm ist und wo es Weinberge gibt.

Maulbeerbaum in Blüte. Man kann die Form der Früchte schon erkennen

Blütenstände des Maulbeerbaumes

So sieht die Rinde des Maulbeeerbaumes aus. Maulbeerbäume brauchen ein sonniges, warmes Klima. Und das  gibt es im Kraichtal.

Der Schwarze Maulbeerbaum kann bis zu 15 m hoch werden. Er liebt kalkhaltige Böden. In den Siedlungen findet man ihn kaum, weil seine Früchte – die Maulbeeren – mit ihrem kräftigen Farbstoff zu starken Verunreinigungen auf den Straßen führen können. Dies kann man auch bei einigen Spechten in der Umgebung der Sternwarte sehen, die nach dem Genuss der begehrten Beeren bis zur nächsten Mauser mit einem rot-violetten Latz unterwegs sind.

Maulbeeren reifen nicht alle gleichzeitig; reife Maulbeeren fallen ab. Deswegen wird in Gegenden, wo man die Früchte ernten will, eine Plane auf den Boden gelegt, um leichter an die Früchte heranzukommen. Auf den Bildern kann man unreife (grün-weißliche), halb reife (rote) und ausgereifte Früchte (schwarze) erkennen.

Maulbeeren sehen wie längliche Brombeeren aus – und sie sind süß und schmecken gut!

So sieht es unter einem Maulbeerbaum während der Erntezeit aus

Der eigentliche Grund, weswegen Maulbeerbäume nach Europa gebracht wurden, ist die Produktion von Seide. Denn die Seidenraupen ernähren sich ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums.

Kleines Schneeglöckchen

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Das Schneeglöckchen ist ursprünglich in Südosteuropa rund um das Schwarze Meer beheimatet. Es gibt ungefähr 20 Arten. Das Schneeglöckchen gehört zu den Amaryllisgewächsen. Bei uns in Mitteleuropa ist nur das Kleine Schneeglöckchen heimisch. Da es schon seit Jahrhunderten als Gartenpflanze verwendet wird, gibt es inzwischen zahlreiche Kultur- und Hybridformen, die sich oft nur schwer unterscheiden lassen. Das Schneeglöckchen ist ein früh blühender Frühlingsbote, der bei uns im Kraichtal an Waldrändern, feuchten Wiesen und entlang der Kraich an lichten Stellen vorkommt. In Ortrandnähe finden sich auch oft Kulturformen, die als Gartenabfälle in die Landschaft verbracht worden sind. Auch Schneeglöckchen sind giftig – werden aber pharmazeutisch genutzt.

Ihren Namen hat die Pflanze, weil ihre glockenförmige Blüten manchmal aus dem Schnee herausragen.

Efeu

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Efeu ist eine Pflanze, die schon im Altertum als Heilpflanze oder in den verschiedensten Religionen und antiken Kulturen eine bedeutende Rolle spielte. Bei uns im Kraichtal ist Efeu heimisch und an vielen Stellen zu entdecken. Efeu kann man bei uns überall dort finden, wo es Hecken, Wald oder Obstbäume hat. Efeu ist ein Lichtspezialist. Beim Kampf ums Licht ist er den meisten anderen Holzgewächsen überlegen, weil er auf dem Weg zum Licht keinen massiven Stamm ausbilden muss. Er lehnt sich an die entsprechenden Bäume an. Weil er das tut, kann er schneller wachsen.

Dabei nutzt er seine Haftwurzeln, die normalerweise nicht in die Baumrinde eindringen – sondern nur an der Baumrinde anhaften. Er holt sich also keine Baumsäfte, um sich zu ernähren. Er wird – wie die meisten Pflanzen – von seinen zahlreichen Blättern versorgt. Pflanzen benötigen vor allem zwei Dinge: Wasser mit den darin gelösten Nährstoffen und Licht. Beides verschafft sich Efeu selbst. Er lebt also nicht als Schmarotzer.

Bei einzeln stehenden kleineren Bäumen – oft Obstbäumen – gelingt es ihm aber manchmal, den gesamten Baum zu überwuchern. Weil der Baum darunter kaum noch Licht bekommt, kann er den Baum dadurch schädigen oder auch zum Absterben bringen. In diesem Falle (s.Bild oben)  kann ihm das nicht gelingen.Der Baum ist zum einen zu hoch, zum anderen hat er bereits eine viel zu große Krone entwickelt. Zwar kann Efeu recht hoch klettern, aber wirklich große Bäume kann er nicht schädigen.

Efeu ist in allen Teilen giftig, findet aber Verwendung als Heilpflanze. In Deutschland war er schon einmal „Arzneipflanze des Jahres (2010)“.In der Natur hat er vor allem für Vögel und Insekten eine große Bedeutung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Blütenpflanzen blüht er von September bis Ende Oktober, manchmal sogar bis Anfang November. Bienen, Wespen, Schwebfliegen und einige Schmetterlingsarten, zum Beispiel der Admiral, profitieren davon.

Die unscheinbaren Efeublüten dienen darüber hinaus einigen auf Efeu spezialisierten Insekten als Nahrung.

Ab Ende Januar bis April werden die Früchte reif, die vor allem von einheimischen Singvögeln gerne gefressen werden. Dieses Bild entstand Ende Dezember 2017. Es zeigt, dass die Früchte schon ab Ende Dezember heranreifen.

So sehen die Früchte im Februar aus. Aber selbst dann sind noch nicht alle Früchte ganz reif.

Hier ein Beispiel einer verholzten Efeuwurzel (rechts), die schon einen beachtlichen Durchmesser erreicht hat.

Ein Efeu kann unterschiedliche Blattformen ausbilden. Die Blätter des Efeus werden mehrere Jahre alt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Laubbäumen wirft er seine Blätter im Frühjahr ab. In dieser Zeit werden auch die meisten Efeublätter gebildet.

In lichten Waldbeständen kann  er auch auch problemlos abseits der Wege oder Waldlichtungen wachsen.

Neben diesen „Natur-Standorten“ findet man Efeu auch in Steinbrüchen oder an Ruinen. Dabei kann er nur beschädigtem Mauerwerk, das schon Risse oder Schäden aufweist, schaden. Auch Gebäude mit Wärmeisolierungen aus Hartschäumen sollte man von Efeu freihalten. Ansonsten kann eine Bewachsung mit Efeu für ein Haus mit intaktem Mauerwerk und  geeignetem Außenputz eine echte und effiziente Wärmedämmung darstellen.