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Weißes Waldvögelein

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Das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein bilden die weißlich blühenden Vertreter der Waldvögelein-Gruppe innerhalb der Orchideen bei uns im Kraichtal. Auch sie brauchen lichte Stellen im Wald, die weder den vollen Sonnenschein noch den tiefen Waldschatten bieten müssen. Bei uns im Kraichtal sind auch sie recht selten.

Die Blüten des Weißen Waldvögeleins sind nicht weiß sondern eher gelblich oder auch grünlich. Im Gegensatz zu den anderen Waldvögelein-Arten öffnen sie ihre Blüten nicht so weit. Die Blätter sind im Vergleich zum Schwertblättrigen Waldvögelein kürzer und eiförmig.

Die Bestäubung erfolgt meist durch Selbstbestäubung, da wegen der kaum geöffneten Blüten auch nur wenige Insektenbesuche stattfinden.

Manchmal findet sich aber doch eine weiter geöffnete Blüte

Ihr Bestand ist auch durch Waldbaumaßnahmen und zunehmenden Stickstoffeintrag in die Waldböden gefährdet. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen sie dann. Wenn zum Beispiel ein Kahlschlag erfolgt, dann ist der dortige Bestand dieser Orchidee stark gefährdet, weil sie die dadurch entstehenden Lichtverhältnisse nicht erträgt. Aber auch der zunehmende Stickstoffeintrag über die Luft in die Waldböden gefährdet die Bestände. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen die konkurrenzschwachen Pflanzen.

Die Blütezeit ist bei uns von Mitte Mai bis Mitte Juni. Glücklicherweise gibt es bei uns noch Stellen, an denen man die Orchideen noch blühen sehen kann. Wie alle Orchideen ist auch das Weiße Waldvögelein streng geschützt!

Rotes Waldvögelein

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Das Rote Waldvögelein blüht als letzte Vertreterin der Waldvögelein-Arten bei uns im Kraichtal. Sie ist – auch wie die anderen beiden Arten – bei uns recht selten. Auch sie blüht überwiegend in lichten Stellen im Wald. Man kann sie finden, wenn die anderen Arten – das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein – schon verblüht sind. Die klassische Blütezeit ist Anfang Juni und dauert bis Mitte Juli. In diesem Jahr blüht das Rote Waldvögelein im Vergleich zu den letzten Jahren bei uns schon etwas früher.

Ihren Namen hat die Orchidee zum einen von der roten Farbe – und zum anderen weil die Form der Blüte einem auffliegenden Vogel gleicht. Auch hier blüht das Rote Waldvögelein am Rand eines Waldweges. Die Pflanze mag weder volle Sonne noch tiefen Waldschatten. Deswegen sind Waldwege und Lichtungen in lockeren Buchenwäldern  ideale Wuchsorte.

Das Rote Waldvögelein wird von verschiedenen Insektenarten (bestimmte Wildbienen und Fliegen) bestäubt. Aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Wie alle Orchideen ist auch das Rote Waldvögelein bei uns streng geschützt.

Der Blütenstand des Roten Waldvögeleins ist eine lockere Ähre. Beim Roten Waldvögelein kann der Blütenstand bis zu 20 Blüten enthalten. Wie bei den meisten einheimischen Orchideen kann man auch hier erkennen, dass die unteren Blüten zuerst aufblühen. Nach und nach folgen dann die restlichen Blüten.

Purpur-Knabenkraut

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Das Purpur-Knabenkraut gehört zur Familie der Orchideen. Es kommt im Kraichtal an wenigen Stellen vor. Man findet sie vereinzeln in lichten Wäldern, entlang von Waldwegen und Waldrändern. Manchmal findet man sie auch auf  Wiesen in Waldnähe. Sie blüht – je nach Witterung – Anfang Mai bis Anfang Juni. Sie ist eine der größten Orchideen bei uns und kann Wuchshöhen von über 80 cm erreichen.

Oft bildet das Purpurknabenkraut kleinere Bestände wie hier an einem Waldrand. Ihren Namen hat sie, weil der obere Teil des Stängels und die Blüten purpurrot überlaufen sind – und auch die Einzelblüten purpurfarbene Punkte aufweisen.

Wie bei den meisten einheimischen Orchideen öffnen sich die Blüten des Blütenstandes von unten nach oben. Zuerst blühen die unteren Blüten. Hier kann man auch deutlich sehen, warum die Orchidee den Namen „Purpur-Knabenkraut“ erhalten hat, wenn man die Farbe der noch geschlossenen Blüten betrachtet.

Die Zeichnungen der einzelnen Blüten von Pflanze zu Pflanze sind sehr variabel.

Der Name „Knabenkraut“ entstand daher, weil diese Orchideen hoden-ähnliche Knollen entwickeln. Zudem sehen die Blüten aus wie kleine Männlein. Wie alle Orchideen ist auch das Purpur-Knabenkraut in seinem Bestand gefährdet und deswegen geschützt!

Schwertblättriges Waldvögelein

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Das Schwertblättrige Waldvögelein ist im Kraichtal eine absolute Seltenheit. Die Pflanze gehört zur Familie der Orchideeen und ist bei uns geschützt! Seit einigen Jahren kommt sie bei uns im Kraichtal sehr vereinzelt vor. Die Orchidee wächst in lichten Wäldern, entlang von Waldwegen oder am Rand von Gebüschen. In Baden-Württemberg ist  das Gebiet rund um die Schwäbische Alb  der Hauptstandort des  Schwertblättrigen Waldvögeleins .

Das Schwertblättrige Waldvögelein blüht – je nach Witterung – von Mai bis Anfang Juni

Die Blüten öffnen sich nur an warmen Tagen gegen Mittag.

Ihren Namen hat sie von den langen schmalen Blättern, die wie „Schwertklingen“ aussehen.

Die Pflanzen sind verblüht und haben längliche Kapselfrüchte gebildet. Diese enthalten viele Samen; aber die Samen brauchen fast 10 Jahre, bis die ersten Blätter gebildet werden. Da das Schwertblättrige Waldvögelein an lichten Stellen und an Wegrändern wächst, ist die Art oft durch Waldbaumaßnahmen gefährdet.