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Zwerg-Holunder

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Wenn der Schwarze Holunder verblüht ist, dann beginnt bei uns im Kraichtal die dritte Holunder-Art zu blühen: Der Zwergholunder oder Attich. Er blüht bei uns von Ende Juni bis August und kann fast 2 m hoch werden. Man findet ihn an Gebüschrändern, Waldrändern oder Unkrautflächen. Der Zwergholunder liebt stickstoffreiche, kalkhaltige Böden; deswegen findet man ihn auch an Schwemmrändern von Äckern. Obwohl er bei uns an einigen Stellen vorkommt und dort auch stabile Bestände bildet, ist er recht selten.

Im Gegensatz zum Roten Holunder bildet er  – wie auch der Schwarze Holunder – tellerförmige Blütenstände aus. Auch sein Geruch ähnelt dem des Schwarzen Holunders.

Bei dieser Holunderart sind die Staubbeutel anfangs rot, später färben sie sich schwarz.

Alle Teile der Pflanze sind giftig; auch die Blätter und die Wurzel; besonders giftig sind aber die Beeren und deren Samen. Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, ja sogar tödliche Vergiftungen können die Folge sein.

Da der Zwergholunder unterirdische Ausläufer bildet, können sehr dichte Bestände mit zahlreichen Pflanzen entstehen.

Schwarzer Holunder

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Der Schwarze Holunder ist auch kaum aus den Hecken  im Kraichtal wegzudenken. Er bietet mit seinen Blüten und Früchten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Zudem dient er vielen Vögeln als Nist- und Brutplatz. Bei uns im Kraichtal ist er ein wichtiger Bestandteil der Feldflur – und während der Blütezeit ein Blickfang in der Hügellandschaft.

Der schwarze Holunder blüht meist erst im Juni. Schon im Altertum hatte der Holunder als wichtige Heilpflanze einen hohen Stellenwert. In der letzten Zeit haben auch wir wieder einmal die Vorzüge des Holunders entdeckt: neben therapeutischen Zwecken für viele Beschwerden und Krankheiten werden zum Beispiel  die Blüten und Früchte des Schwarzen Holunders zu Süßspeisen oder zu Getränken verarbeitet. Allerdings sollte man die Früchte nicht roh genießen; sie können  zum Erbrechen und zu Durchfällen führen.

Im Gegensatz zu den Blättern verströmen die teller- oder scheibenförmigen Blütenstände einen angenehmen Geruch. Zahlreiche Insekten stellen sich auf den Blütenständen ein.

Um ihn ranken sich viele Geschichten und Mythen, die bis in die Frühgeschichte des Menschen reichen. Wegen seiner Heilkraft, war er für die Menschen der Sitz von Gottheiten – und auch in späteren Zeiten gehörte zu jedem Gehöft ein Holunderstrauch.  Bei den Germanen war er – so sagt eine Erklärung – der Göttin Hel geweiht. Mit der Christianisierung änderte man den Namen von „Hel“ in „Holle“. Und aus dem Strauch der Frau Holle, dem „Hollerstrauch“ wurde im Laufe der Zeit der „Holunder“.

Die großen tellerartigen Blütenstände werden auch kulinarisch – entweder in Bierteig getaucht – als Süßspeise  – oder nach einem Gärungsprozess in Verbindung mit Zucker als ein sektartiges Getränk verwendet.

Der Traubenholunder hat Früchte

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Der Traubenholunder trägt als erster der drei im Kraichtal vorkommenden Holunderarten Früchte. Im Gegensatz zu den anderen beiden Arten sehen die Fruchtstände aus wie bei den Weintrauben. Daher hat er auch seinen Namen bekommen. Bei den anderen Arten sind die Fruchtstände teller- oder scheibenförmig. Da die Früchte des Traubenholunders leuchtend rot sind, trägt er auch den Namen „Roter Holunder“. Die beiden anderen Arten haben schwarze Früchte. 

Roh sind die Früchte giftig. Wenn man sie verwenden will, muss man sie kochen, aber die Samen vorher aus der Frucht entfernen, da das darin enthaltene Gift nicht durch Kochen unschädlich gemacht werden kann.

Wenn die Beeren trotzdem genossen werden, können sie zu schweren Brech-Durchfällen führen. Deswegen wurden die Früchte früher als Brech- und Abführmittel verwendet.

Die Früchte reifen – je nach Witterung – Ende Juni bis August. Auf den Früchten befindet sich übrigens eine noch nicht fertig entwickelte grüne Stinkwanze.

Ein Blatt des Traubenholunders: Junge Blätter sind kupferfarbig, später färben sie sich grün. Ältere Blätter sehen wie die Blätter des Schwarzen Holunders aus; auch haben sie den gleichen Geruch wie die Blätter der beiden anderen Arten.

Roter Holunder

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Der Rote Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Seinen Namen hat er wegen seiner roten Früchte; der Name „Trauben-Holunder“  lässt sich auf den traubenförmigen Blütenstand zurückführen. Der Traubenholunder wächst an schattigen Orten, zum Beispiel in Wäldern, an Waldwegen oder -lichtungen. Bei uns im Kraichtal ist er vereinzelt in den Wäldern anzutreffen.

Der Rote Holunder ist ein Strauch, der meist nur wenige Meter groß wird. Man findet ihn entlang der Wege in lichten Wäldern oder auf Lichtungen.

Die Blütenstände des Roten Holunders sind kegelförmig gewölbt.

Im Kraichtal gibt es noch 2 weitere Holunder-Arten: der Schwarze Holunder und der Zwerg-Holunder. Beide blühen aber später. Alle drei Arten haben jedoch den gleichen, charakteristischen Holunder-Geruch, wenn man die Blätter zerreibt.  Die Unterschiede zum Schwarzen Holunder sind deutlich: Die Blüten- und Fruchtstände sind beim Roten Holunder kegelförmig, beim Schwarzen Holunder flach und scheibenförmig.

Die Früchte des Roten Holunders sind roh giftig.