natur-erleben-online

Großes Windröschen

Mehr lesen

Das Große Windröschen gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Im Kraichtal ist sie nur vereinzelt anzutreffen; sie ist selten. Das Große Windröschen gilt in ganz Deutschland als gefährdet – und ist daher geschützt!  Früher war die Art noch recht häufig; doch Flurbereinigungsmaßnahmen und eingeschleppte Konkurrenzpflanzen machten ihr Probleme. Eigentlich ist sie für das Kraichtal wie geschaffen, denn hier findet sie die kalkhaltigen Lehm- und Lößböden, die sie braucht. Und auch Lebensräume, die sie gerne besiedelt, gibt es hier reichlich: Hohlwege, Böschungen, sonnenbeschienene Waldsäume und Hecken.

Was für die meisten Hahnenfußgewächse zutrifft, gilt auch für das Große Windröschen: Die gesamte Pflanze ist giftig!

Ein typisches Merkmal sind die drei Hochblätter unterhalb der gestielten weißen Blüte. Auch der Blütenaufbau bietet weitere Merkmale.

Um die zapfenförmige Blütenachse befindet sich ein dichter Kranz der gelben Staubblätter. Der zapfenförmige Teil der Blüte besteht aus mehr als 150 Fruchtblättern. Die Blüten verströmen einen Duft, was bei den Hahnenfußgewächsen sonst nicht üblich ist.

Das Große Windröschen wird von vielen Insektenarten bestäubt, die in der Blüte zwar keinen Nektar, aber zahlreiche Pollen vorfinden. Die reifen Früchte werden mit einem Haarfilz umgeben und können so durch den Wind verbreitet werden. Bleibt zu hoffen, dass uns diese schöne Pflanze im Kraichtal noch lange erhalten bleibt.

Sumpfdotterblume

Mehr lesen

Die Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist im Kraichgau häufig zu finden. Sie kommt in Auwäldern, Bachufern, Gräben und Sumpfwiesen vor. Weil es im Kraichtal noch genügend Auwälder und Gräben gibt, aber auch feuchte Stellen in Auwiesen, ist die Sumpfdotterblume bei uns im Kraichtal noch nicht gefährdet. In einigen Bundesländern steht sie aber schon auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten. Sie blüht von März bis in den Mai – und kann im Spätjahr noch eine Herbstblüte haben.

Die großen gelben Blüten und die fleischigen, herzförmigen Blätter fallen in den Auwäldern auf.

Leider enthält auch die Sumpfdotterblume einige Giftstoffe, die auch beim Menschen zu erheblichen Beschwerden führen können. Nach Hautkontakten können Ausschläge entstehen, werden Teile der Pflanze verzehrt, so kann dies Schwindel, Krämpfe, Erbrechen und Wassereinlagerungen zur Folge haben.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die Verbreitung der Samen geschieht durch den Regen. Erst wenn es regnet, öffnen sich die Fruchkapseln. Regen spült die Samen heraus.  Die Samen sind schwimmfähig – und so kann sich die Sumpfdotterblume an den Gewässerrändern ansiedeln und damit ausbreiten.

Buschwindröschen

Mehr lesen

Sie ist die typische Frühlingsblume in unseren Kraichtaler Wäldern und wahrscheinlich auch die häufigste Blütenpflanze des  Laubwaldes: das Buschwindröschen. Die Anemone oder das Buschwindröschen gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Ab Ende März blühen an den sonnenbeschienenen Stellen des Waldbodens die ersten Pflanzen, dann breitet sich nach und nach ein eindrucksvoller Blütenteppich aus. Ein Zeichen, dass der Frühling jetzt da ist.

Das Buschwindröschen ist ein ausgesprochener Frühblüher, der seine Entwicklung im Mai beendet hat, wenn die Waldbäume belaubt sind. Dann zieht es sich zurück. Die im Laufe der Monate von der Pflanze gewonnenen Nährstoffe werden in unterirdischen „Rhizomen“, den Speicherorganen der Pflanze,  eingelagert, die dann im folgenden Jahr für das Wachstum der nächsten Generation verantwortlich sind.

In den meisten Fällen hat jede Pflanze nur eine Blüte. Die Blüte des Buschwindröschens enthält 6-8 weiße Blütenblätter, die am Rand rosa oder violett werden können. Die Bestäubung erfolgt durch die verschiedensten Insektenarten. Und die Verbreitung der Früchte erfolgt auch bei dieser Pflanze oft durch Ameisen, welche die süßen Anhängsel an den Samen sammeln – und dadurch die Samen verbreiten. Das Buschwindröschen ist ein Licht- und Frostkeimer.

Aber auch hier gilt, wie bei fast allen Hahnenfußgewächsen: alle Pflanzenteile sind giftig!!!

Scharbockskraut

Mehr lesen

Das Scharbockskraut bildet die ersten gelb blühenden Teppiche in unseren Gärten und feuchten Wiesen, aber auch in Hecken und an Waldrändern. Es ist bei uns im Kraichtal häufig anzutreffen. Die Pflanze verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie früher als Mittel gegen den Skorbut („Scharbock“) Verwendung fand.  Die grünen Blätter enthalten besonders viel Vitamin C. Somit konnte der Vitamin C – Mangel nach den langen Wintermonaten ausgeglichen werden. Allerdings enthalten die Blätter Gifte. Deswegen ist es dringend geraten, die Blätter – wenn überhaupt – nur in geringen Mengen – und unbedingt vor der Blüte – zu verzehren, weil während der Blütezeit der Giftgehalt zu hoch ist.

Die rundlichen, herzförmigen Blätter enthalten viel Vitamin C, sollten aber nur in geringen Mengen – und unbedingt vor der Blüte – verzehrt werden.

Ab Mitte Mai verlieren die Blätter ihren Glanz, welken und die gesamte Pflanze zieht sich zurück. Damit endet die Vegetationszeit für das laufende Jahr.

Doch die Pflanze hat vorgesorgt: Sie hat Brutknöllchen gebildet, die jetzt auf den Boden fallen und dann im nächsten Jahr als neue Pflanzen heranwachsen.  In ein paar Tagen ist vom Scharbockskraut nichts mehr zu sehen. Es hätte als kleine Pflanze ohnehin keine Chance gegen die späteren pflanzlichen Konkurrenten. Als Frühblüher hat sie ihre „Nische“ genutzt und in der kurzen Vegetationszeit schon für Nachwuchs gesorgt.

Winterling

Mehr lesen

Der Winterling gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist eine Pflanze, die schon im Vorfrühling blüht. In diesem Jahr ist dies im Kraichtal schon seit Mitte Januar der Fall. Bei entsprechenden Temperaturen (>10°C.) wird er auch schon sehr häufig von Insekten besucht. Die wichtigsten Bestäuber sind Hummeln und Bienen, aber auch Fliegen. War seine ursprüngliche Heimat der Mittelmeerraum, wurde er schon vor einigen Jahrhunderten bei uns als Gartenpflanze verwendet. Im Kraichtal kommt er entlang von Gebüschen, an Bachsäumen und an einigen Stellen an den Waldrändern verwildert vor. Auffällig sind die Blätter direkt unter der Blüte. Verwechslungen sind kaum möglich, da nur wenige andere Pflanzen in dieser Zeit blühen. Die Frucht wird normalerweise im  Mai/Juni reif. Wie viele Vertreter der Hahnenfußgewächse ist auch der Winterling giftg.

Winterlinge sind „winterhart“. Trotz Schnee blühen sie weiter (05.02.2018)

Im Mai/Juni sind die Früchte reif, die Früchte öffnen sich – und die Samen  können ausgestreut werden.

Stinkende Nieswurz

Mehr lesen

Die Stinkende Nieswurz ist eine Pflanze, die sofort auffällt. Während die Bäume im Wald noch kahl sind – und auch auf dem Boden noch nichts Blühendes zu entdecken ist, hebt sich das helle Grün der neuen Triebe mit den zahlreichen Blüten deutlich von der Umgebung ab. Eigentlich kann man sie nicht übersehen. Die Stinkende Nieswurz gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist mit der Christrose verwandt. Die Pflanze ist stark giftig. Ihren Namen verdankt sie dem unangenehmen Geruch und einem ihrer Gifte, das die Schleimhäute reizen kann und zum Niesen anregt. Früher hat man die Pflanze in der Heilkunde verwendet. Wegen der starken Giftigkeit findet sie heute nicht mehr als Arzneipflanze Verwendung. Die Stinkende Nieswurz ist bei uns besonders geschützt.

Die Stinkende Nieswurz ist vor allem in Baden-Württemberg und in Rheinland Pfalz heimisch. Im übrigen Deutschland ist sie sehr selten oder fehlt ganz. Bei uns im Kraichtal kommt die Stinkende Nieswurz vereinzelt an Waldrändern und Heckensäumen vor. Sie ist für die Insekten ein wichtiger Nektarlieferant. Sie wird vor allem von Hummeln und Wildbienen bestäubt. Denn nur sie kommen mit ihren Mundwerkzeugen an den Nektar heran. Die Blütezeit erstreckt sich  je nach Witterung von Mitte Januar bis März.

Ältere Blüten bekommen einen roten Rand. Danach entwickeln sich die auffälligen Früchte.

In den Früchten reifen die Samen heran. Werden die Früchte reif, so öffnen sie sich und entlassen die Samen, die durch den Wind aus den Früchten herausgeschüttelt werden. Und nun eine Besonderheit: Alle Samen enthalten ein Anhängsel, das aus Zucker, Fetten und Vitaminen besteht. Deswegen sind die Samen bei Ameisen sehr begehrt. Sie sammeln diese und tragen sie in ihren Bau ein. Dort trennen sie das nährstoffreiche Anhängsel vom eigentlichen Samen  ab und deponieren es im Bau, wo es später verzehrt wird. Der Samen selbst wird wieder aus dem Nest getragen und auf dem „Ameisen-Kompost“ gelagert. Dort findet er gute Bedingungen, kann auskeimen und neue Pflanzen bilden.