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Achtung Falle: Gefleckter Aronstab

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Der Aronstab ist bei uns im Kraichtal recht häufig anzutreffen. Er gehört zur Familie der Aronstabgewächse. Seinen Namen erhielt er wegen seines stabähnlichen Blütenkolbens, den man mit dem Stab des biblischen Hohepriesters Aaron – und der damit verbundenen Legende – verglich.  Der Aronstab findet sich bei uns in lichten Wäldern, schattigen Böschungen und Hecken. Seine Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai.  Der Aronstab ist in Deutschland selten geworden und ist deswegen geschützt!

Von weitem sieht es oft so aus, als ob sich Zwerge mit ihren grünen Zipfelmützen auf dem Boden zu schaffen machten.

Aber richtig spannend wird es, wenn man erfährt, welcher „Krimi“ sich bei der Bestäubung des Aronstabs abspielt. Und so läuft die Bestäubung ab:

Der Blütenstand des Aronstabs besteht aus dem tütenförmigen Hochblatt, dem dunkelviolett gefärbten Kolben und den männlichen und weiblichen Blüten an der Basis des Kolbens. Der Aronstab bildet eine Kesselfalle, in welche Insekten zur Bestäubung angelockt werden.

Die Pflanze produziert vor allem abends einen Harn- und Aasgeruch, der winzige Insektenweibchen anlockt. Diese wollen hier ihre Eier ablegen, weil sie hier harn- und fäkalienbelastete Abwässer vermuten. Dazu produziert der Kolben in dieser Zeit so viel Wärme, dass die Temperatur im Kessel oft um mehr als 20 Grad höher liegt als dies außerhalb in den kühlen Frühlingsnächten der Fall ist. So werden also die Insekten durch den Duft und die erhöhte Temperatur angelockt. Sobald die Insekten aber auf der Innenseite des tütenförmigen Hochblatts oder auf dem Kolben landen, rutschen sie ab, weil das Hochblatt und der Kolben spiegelglatt sind. Unten angekommen bleibt wegen des glatten Hochblattes und des Kolbens nur der Weg nach unten. Deswegen zwängen sie sich durch die reusenartigen Zellen, weil sie im Kessel ihre Eier ablegen wollen.

Um die Vorgänge zu verdeutlichen, wurde das Hochblatt im Bereich der Basis angeschnitten. So wird der Blick auf die Blütenorgane frei. Im Kessel angekommen krabbeln die Insekten über die noch unreifen männlichen Blüten (braun) und über die schon reifen weiblichen Blüten (kugelförmig, gelb). Ihre Eier können sie nicht ablegen, weil es hier keine belasteten Abwässer gibt. Hinauskrabbeln können sie aber nicht, weil die nach unten gerichteten Reusenhaare und die glatten Blütenteile das verhindern.

Wenn sie aber Pollen von einem früheren Blütenbesuch mitgebracht haben, bleibt dieser  an den Narben der kugeligen weiblichen Zellen haften. Die Bestäubung ist damit erfolgt. Daraufhin werden die männlichen Blüten reif.  So platzen im Laufe der Nacht die Staubbeutel und überschütten die im Kessel gefangenen Insekten mit Pollen. Nachdem alle bepudert sind, erschlafft das Hochblatt und auch die reusenartigen Zellen beginnen zu welken.

Hier sieht man, dass die Hochblätter von mehreren Pflanzen schon recht schlaff geworden sind. Jetzt können die im Aronstab „gefangenen“ Insekten aus der  Blüte hinauskriechen – bis sie am Abend wieder vom harnartigen Geruch eines anderen Aronstabs erneut zur Eiablage gelockt werden. Mit dem mitgebrachten Pollen können sie dann den nächsten Aronstab bestäuben.

Wenn die Bestäubung erfolgreich war, erscheinen  im Herbst die roten Früchte. Sie sind hochgiftig! Leider sind sie wegen ihres süßen Geschmacks und der auffälligen Färbung auch für Kinder atraktiv! Deswegen sollte man den Aronstab in Haushalten mit kleinen Kindern nicht gerade im Hausgarten kultivieren. Alle Teile des Aronstabs sind giftig! 

 

 

Roter Holunder

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Der Rote Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Seinen Namen hat er wegen seiner roten Früchte; der Name „Trauben-Holunder“  lässt sich auf den traubenförmigen Blütenstand zurückführen. Der Traubenholunder wächst an schattigen Orten, zum Beispiel in Wäldern, an Waldwegen oder -lichtungen. Bei uns im Kraichtal ist er vereinzelt in den Wäldern anzutreffen.

Der Rote Holunder ist ein Strauch, der meist nur wenige Meter groß wird. Man findet ihn entlang der Wege in lichten Wäldern oder auf Lichtungen.

Die Blütenstände des Roten Holunders sind kegelförmig gewölbt.

Im Kraichtal gibt es noch 2 weitere Holunder-Arten: der Schwarze Holunder und der Zwerg-Holunder. Beide blühen aber später. Alle drei Arten haben jedoch den gleichen, charakteristischen Holunder-Geruch, wenn man die Blätter zerreibt.  Die Unterschiede zum Schwarzen Holunder sind deutlich: Die Blüten- und Fruchtstände sind beim Roten Holunder kegelförmig, beim Schwarzen Holunder flach und scheibenförmig.

Die Früchte des Roten Holunders sind roh giftig.

 

Weiße Taubnessel

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Die Weiße Taubnessel gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Sie blüht im Kraichtal  – je nach Witterung -von April bis in den Oktober hinein. Man findet sie an Wegrändern, Böschungen, in Hecken; überall da, wo der Boden viele Nährstoffe aufweist, ist sie zu finden. Für die Honigbienen ist sie – gemeinsam mit der Roten Taubnessel, der Gefleckten Taubnessel und der Goldnessel – eine ganz wichtige Nektar und Pollenquelle. Die Bestäubung wird aber meist von Hummeln „erledigt“, weil nur sie mit ihrem langen Rüssel an den Nektar in der Blütenkronröhre kommen.

Die Weiße Taubnessel zeigt auch die anderen wichtigen Erkennungsmerkmale der Lippenblütengewächse: Der Stängel ist vierkantig – und die Blätter sind kreuzweise gegenständig.

Wie bei fast allen Lippenblütengewächsen kann man bei der Weißen Taubnessel die Ober- und die Unterlippe erkennen. Im Kraichtal hat sie auch einen bezeichnenden Namen: „Honigsupfer“. Wenn man an eine Blütenkronröhre entnimmt und an deren Ende saugt („supft“) kann man den süßen Nektar schmecken.

Weil sie auf nährstoffreichem Boden wachsen, werden sie im Laufe ihrer Entwicklung oft von den umgebenden Gräsern und Kräutern (z.B. Kletten-Labkraut) überwuchert.

Wie bei den meisten Taubnesseln stellt die Unterlippe einen idealen Landeplatz für alle Pollen- und Nektarsammler dar. Bei den roten Taubnesseln und der Goldnessel finden sich auf der Unterlippe zudem noch „Saftmale“, welche den anfliegenden und landenden Insekten den Weg zum Nektar zeigen.

Großes Windröschen

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Das Große Windröschen gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Im Kraichtal ist sie nur vereinzelt anzutreffen; sie ist selten. Das Große Windröschen gilt in ganz Deutschland als gefährdet – und ist daher geschützt!  Früher war die Art noch recht häufig; doch Flurbereinigungsmaßnahmen und eingeschleppte Konkurrenzpflanzen machten ihr Probleme. Eigentlich ist sie für das Kraichtal wie geschaffen, denn hier findet sie die kalkhaltigen Lehm- und Lößböden, die sie braucht. Und auch Lebensräume, die sie gerne besiedelt, gibt es hier reichlich: Hohlwege, Böschungen, sonnenbeschienene Waldsäume und Hecken.

Was für die meisten Hahnenfußgewächse zutrifft, gilt auch für das Große Windröschen: Die gesamte Pflanze ist giftig!

Ein typisches Merkmal sind die drei Hochblätter unterhalb der gestielten weißen Blüte. Auch der Blütenaufbau bietet weitere Merkmale.

Um die zapfenförmige Blütenachse befindet sich ein dichter Kranz der gelben Staubblätter. Der zapfenförmige Teil der Blüte besteht aus mehr als 150 Fruchtblättern. Die Blüten verströmen einen Duft, was bei den Hahnenfußgewächsen sonst nicht üblich ist.

Das Große Windröschen wird von vielen Insektenarten bestäubt, die in der Blüte zwar keinen Nektar, aber zahlreiche Pollen vorfinden. Die reifen Früchte werden mit einem Haarfilz umgeben und können so durch den Wind verbreitet werden. Bleibt zu hoffen, dass uns diese schöne Pflanze im Kraichtal noch lange erhalten bleibt.

So ein Birnbaum!

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Er stammt aus einer Zeit, in der es bei uns im Kraichtal um fast alle Orte noch einen dichten Streuobstgürtel gab. Dort wuchsen alte Bäume, junge Bäume – und alle wurden gepflegt. Denn im Herbst konnte man von den Bäumem eine reiche Ernte erwarten. Dann kam die Zeit der Obstplantagen: Alle Bäumchen in einer Reihe, alle die gleiche Größe; schnell  und bequem zum Ernten sollten sie sein. Und die alten Bäume fielen reihenweise der Axt und der Säge zum Opfer, viele der Streuobstgürtel verschwanden völlig oder blieben nur zum Teil erhalten. Und mit den ursprünglich alten Bäumen verschwanden auch viele alte Obstsorten, die einmal die Vielfalt in den Kellern bestimmt haben. Und heute ist es weitgehend so, dass kaum jemand noch die alten Birnen- und Apfelsorten kennt.

Und nun begegnet man einem solchen Baum! Ein Birnbaum, wie es mächtiger kaum geht. Zwar werden einige seiner Äste schon abgestützt, doch wer das Blütenmeer dieses Baumes  im Frühling sieht – und schon beobachtet hat, wie viele Birnen im Herbst geerntet werden können, der kann erahnen, was alles mit den damaligen Bäumen verschwunden ist. Dieser Birnbaum ist ein Zeuge einer längst vergangenen Zeit – und er ist mein Lieblingsbaum geworden, den ich schon seit vielen Jahren immer wieder besuche und bewundere.

Gerade jetzt blüht er wieder. Die Luft ist erfüllt vom Summen und Brummen der Bienen und Hummeln, die sich an den Blüten bedienen. Wer ihn sehen will, der kann ihn in der Nähe des „Hauptflug-Geländes“ des Gleitschirmclubs Kraichtal besuchen.

Eine Pracht – einer riesigen weißen Wolke ähnlich –  steht er in der Flur.

Bleibt zu hoffen, dass sich viele Menschen noch einige Jahre an diesem alten Birnbaum erfreuen können …

Sumpfdotterblume

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Die Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist im Kraichgau häufig zu finden. Sie kommt in Auwäldern, Bachufern, Gräben und Sumpfwiesen vor. Weil es im Kraichtal noch genügend Auwälder und Gräben gibt, aber auch feuchte Stellen in Auwiesen, ist die Sumpfdotterblume bei uns im Kraichtal noch nicht gefährdet. In einigen Bundesländern steht sie aber schon auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten. Sie blüht von März bis in den Mai – und kann im Spätjahr noch eine Herbstblüte haben.

Die großen gelben Blüten und die fleischigen, herzförmigen Blätter fallen in den Auwäldern auf.

Leider enthält auch die Sumpfdotterblume einige Giftstoffe, die auch beim Menschen zu erheblichen Beschwerden führen können. Nach Hautkontakten können Ausschläge entstehen, werden Teile der Pflanze verzehrt, so kann dies Schwindel, Krämpfe, Erbrechen und Wassereinlagerungen zur Folge haben.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die Verbreitung der Samen geschieht durch den Regen. Erst wenn es regnet, öffnen sich die Fruchkapseln. Regen spült die Samen heraus.  Die Samen sind schwimmfähig – und so kann sich die Sumpfdotterblume an den Gewässerrändern ansiedeln und damit ausbreiten.

Gundermann oder Gundelrebe

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Der Gundermann oder die Gundelrebe gehört zur artenreichen Familie der Lippenblütengewächse. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen dieser Familie ist beim Gundermann die Oberlippe nicht sehr stark ausgeprägt. Deutlich zu sehen sind aber die „Saftmale“, welche den bestäubenden Insekten den Weg zum Nektar weisen. Gundermann wächst überall dort, wo es nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden gibt – und die Konkurrenzpflanzen in ihrem Wachstum gestört werden, z.B. im Rasen, aber auch an schattigen Standorten  wie an Hecken oder Zäunen. Im Kraichtal ist er sehr häufig anzutreffen.

Der Gundermann hat eine lange Geschichte als Arzneipflanze, die schon bei Hildegard von Bingen erwähnt wurde. In der heutigen Zeit hat sie allerdings ihre Bedeutung als Arzneipflanze verloren. Zudem ist sie für viele Tiere giftig (Pferde, Nagetiere, usw.)

Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten wie Käfer, Ameisen, Schwebfliegen, aber auch Schmetterlinge. Wegen der Bitterstoffe und ätherischen Öle, welche die Pflanze enthält, fand der Gundermann auch lange Verwendung als Gewürzpflanze. Der volkstümliche Name „Soldatenpetersilie“ gibt einen Hinweis darauf.

Manchmal bilden die Pflanzen einen regelrechten Rasen an einer Böschung oder an einem schattigen Wegrand im Wald oder in der Feldflur in Heckennähe.Die dunklen Zeichnungen auf de Unterlippe zeigen den Insekten den Weg, wo sie den Nektar finden können. Nur Insekten mit langem Rüssel können an den Nektar gelangen. Der Eingang der Blütenkronröhre ist behaart.

Frühlings-Fingerkraut

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Das Frühlings-Fingerkraut gehört zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse. Bei uns im Kraichtal ist es recht häufig anzutreffen. Die Blütezeit ist von Ende März bis in den Mai; im Herbst kann es aber noch einmal zur Blüte kommen. Es findet sich vor allem an trockenen Standorten wie Weinbergmauern, Straßen- und Böschungen oder an Wegrändern vor.

Das Frühlings-Fingerkraut bildet teppichartige Rasen aus. Die Blüten sind auffallend klein und haben einen Durchmesser von 10-15 mm. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Vom Frühlings-Fingerkraut gibt es mehrere ähnliche Unterarten.

Es blüht im Kraichtal: Schwarzdorn

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Der Schwarzdorn oder die Schlehe ist für die Kraichtaler Hecken ganz typisch. Er gehört zu den Rosengewächsen und ist für viele Tiere, aber auch für den Menschen, von großer Bedeutung. Ab Ende März bis Mitte April  – manchmal sogar bis in den Mai hinein – bestimmen die zahlreichen strahlend weiß blühenden Hecken das Landschaftsbild im Kraichtal.

Der Schwarzdorn liebt sonnige Standorte: Wald- und Wegränder, Hecken. Dort kann er dichte, fast undurchdringliche Mauern schaffen.

Im Frühjahr bieten die Blüten für zahlreiche Insekten wie Wildbienen, Schmetterlinge, aber auch Honigbienen Pollen und Nektar.

Der Schwarzdorn oder die Schlehe trägt ihren Namen nicht zu Unrecht: Die Pflanze bildet massive Dornen aus. Im Spätsommer reifen dann die blauen Früchte heran, die von vielen Vögeln sehr begehrt werden, aber auch vom Menschen genutzt werden. Sonst bieten die dichten, dornigen Hecken Deckung, Schutz und Brutmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten. Und der Mensch nutzt auch das Holz des Schwarzdorns. Auch als Heilpflanze hat Schwarzdorn eine Bedeutung erlangt.  Über all diese Dinge wird in einem weiteren Beitrag im Laufe des Sommers/Herbstes berichtet werden.

Huflattich

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Der Huflattich gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Diese Familie ist sehr artenreich und mit zahlreichen Arten bei uns im Kraichtal vertreten. Er ist ein Frühblüher. Die Blüten erscheinen lange vor den Blättern. Die Blütezeit ist von Februar bis April. Er liebt lehmhaltige Böden und mag es warm. Unter günstigen Bedingungen kann es zu Massenausbreitungen kommen wie hier auf dieser Ackerfläche, auf der von September ab eine Zwischenfrucht-Kultur ausgesät wurde. Erst wenn die Pflanze verblüht ist, erscheinen die Laubblätter. Während der Blütezeit kann man am Stängel schuppenartige Blättchen erkennen.

An den Stängeln sind die schuppenförmigen Blättchen zu sehen.

Die Blüten, die bei allen Korbblütengewächsen in einem „Blütenkorb“ stehen, täuschen eine einzelne Blüte vor, bestehen aber in Wirklichkeit aus mehreren Hundert weiblichen und einigen männlichen Blüten.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten, vor allem Bienen, Käfer und Schwebfliegen

Wie bei vielen Korbblütengewächsen übernimmt der Wind die Hauptrolle bei der Verbreitung der Samen. Ähnlich wie beim Löwenzahn erfolgt diese durch die zahlreichen schirmartigen Flieger.

Dem Huflattich wurden bedeutende Heilwirkungen nachgesagt. Er war die Heilpflanze des Jahres 1994. Er wurde vor allem bei Erkrankungen der Atemwege und als Hustenlöser eingesetzt. Allerdings entdeckte man im Huflattichin neuerer Zeit auch Substanzen, die einen derzeitigen Einsatz als Heilpflanze als nicht mehr ratsam erscheinen lassen. Wenn überhaupt, sollte nur Huflattich aus kontrolliertem Anbau für therapeutische Maßnahmen verwendet werden, weil nur in diesen die neu entdeckten Substanzen weggezüchtet wurden. In den Wildpflanzen kommen sie dagegen weiterhin vor.