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Gemeine Wegwarte oder Zichorie

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Die Gemeine Wegwarte oder Zichorie wächst an Wegrändern und gehört zur Familie der Korblütengewächse. Die Wegwarte kann Wuchshöhen bis über einen Meter erreichen. Sie ist ausdauernd, das heißt sie blüht mehrjährig. Die Pfahlwurzel, die sie aubildet, reicht tief in die Erde. Die Zungenblüten sind himmelblau. Schwebfliegen und Bienen sind die wichtigsten Bestäuber.

Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wirklichkeit ein Blütenstand mit vielen Zungenblüten. Die Blütenstände öffnen sich nur morgens und nur für einen Tag.

Die Blütezeit reicht von Juni bis zum Oktober.

Die Wegwarte ist eine alte Arzneipflanze, die bei vielen Beschwerden verwendet wurde – und auch noch heute noch als Arzneipflanze verwendet wird. Um die Wegwarte ranken sich viele Mythen und Sagen. Auch einige Dichter haben sich mit verschiedenen lyrischen Texten ihrer angenommen.

Kulturformen der Wegwarte sind: Chicoree, Zuckerhut, Radiccio, Schnittzichorie und Wurzelzichorie. In Notzeiten wurde aus der Wurzel der Wegwarte Kaffee hergestellt. Dieser diente als Ersatz für den Bohnenkaffe, der kaum zu beschaffen war.

Kornrade

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Die Kornrade ist im Kraichtal sehr selten. Man kann sie nur an wenigen Stellen finden. Kaum zu glauben, war sie doch noch vor einigen Jahrzehnten wegen ihrer Giftigkeit ein gefürchtetes Ackerunkraut. Heute ist sie selten geworden, weil moderne Technik in den Mühlen die Samen problemlos auslesen kann und weil sie in der modernen Landwirtschaft durch Herbizide zurückgedrängt werden konnte.

Die Kornrade gehört zu den Nelkengewächsen und ist ein Acker-Wildkraut. Sie ist einjährig und kann bis zu 1 m groß werden. Die Blätter sind grasartig schmal.

Die schönen Blüten haben 5 Blütenblätter, die aber von den Kelchblättern weit überragt werden.

Alle Teile der Pflanze sind stark giftig, vor allem auch für die Nutztiere. Als die Saatreinigung noch nicht in heutigem Umfang möglich war, kam es immer wieder zu Vergiftungen. Durch die Verwendung von Herbiziden in der Landwirtschaft ist die Kornrade stark gefährdet.

Weite Teile der Pflanze sind  behaart.

Inzwischen gibt es auch Zuchtformen der Kornrade, die sich für den Anbau im Garten eignen.

Hufeisenklee, Schopf-Hufeisenklee

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Der Hufeisenklee oder Schopfige Hufeisenklee gehört zur artenreichen Familie der Schmetterlingsblütler. Den Namen hat die Familie erhalten, weil die Blüten in ihrer Form Schmetterlingen ähneln. Warum der Hufeisenklee seinen Namen hat, wird in diesem Beitrag noch geklärt. Im Kraichtal findet man den Hufeisenklee an Wegrändern, Magerrasen, Böschungen oder Waldrändern. (Verwandte Pflanzen sind zum Beispiel, Klee, Luzerne, Wicken, Bohnen und Erbsen)

Der Hufeisenklee kann dichte Rasen bilden und kann Wuchshöhen von  25 cm erreichen. Im Kraichtal kommt er überall dort vor, wo er geeignete Böden findet. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Hummeln und Bienen. Die Pflanze wird gerne von Schafen gefressen.  Tatsächlich können die Samen  nur auskeimen, wenn sie zuvor gefressen wurden und den Magen und Darm passiert haben.

Der Hufeisenklee blüht je nach Witterung von Mai bis September. Er bildet Hülsenfrüchte aus.

Ab August sind die Früchte reif. Dann zerfallen die Hülsenfrüchte in mehrere Teile, die wie Hufeisen aussehen.  Jeder Teil beinhaltet einen Samen. Wegen der hufeisenförmigen Teile der Hülsenfrüchte hat die Pflanze ihren Namen erhalten.

 

So ein Walnussbaum!

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Bei uns im Kraichtal gibt es zahlreiche Walnussbäume. Man findet sie überall auf den Feldern oder Streuobstwiesen. Aber dieser mächtige, schon viele Jahrzehnte alte und ca. 20 m hohe Walnussbaum ist in meinen Augen ein beeindruckendes Naturdenkmal. Seine leicht asymetrische Form seine Höhe, aber auch seine weit ausladenen Äste machen ihn zu einem Blickfang auf den Hügeln zwischen Münzesheim und Oberacker.Nach jedem Unwetter oder starken Sturm, wie sie in den letzten Jahren bei uns fast zur Regel geworden sind, schaue ich nach, ob er noch steht. Doch bis zum heutigen Tag hat er all diese Stürme und Unwetter mehr oder weniger unbeschadet überlebt. Und noch immer  bringt er Früchte, wenn es keinen Frühjahres-Frost gibt, wie dies im letzten Jahr leider der Fall war.Der weit ausladende untere Ast ist ca. 11,5  Meter lang und überspannt den befahrenen „Feldweg“, wie man die heutigen „Wirtschaftswege“ früher nannte.

So sieht der Ast in Stammnähe aus. Er befindet sich in 3 m Höhe vom Boden aus und hat in Stammnähe bei einem Durchmesser von 45 cm einen Umfang von ca. 1,4 m.

Ein Blick in die Baumkrone zeigt, dass er mit der Waldrebe und dem Efeu zu kämpfen hat. Aber noch behält er die Oberhand, obwohl ihm die beiden Pflanzen sicher zu schaffen machen.Der Stamm hat in einem Meter Höhe einen Durchmesser von 95 cm. Da der Stamm nicht ganz rund ist, ist sein Umfang zwischen 2 m und 3 m groß. Bleibt zu hoffen, dass er noch recht lange allen Widrigkeiten trotzen kann. Ich wünsche ihm jedenfalls viel Glück!

 

 

Wiesen-Sommer

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Wo es noch blühende Wiesen gibt, da braucht man sich über fehlende Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten oder Tiere wie zum Beispiel Kleinsäuger kaum Gedanken machen. Denn das ist ihr Lebensraum, wo sie Nahrung, Deckung und damit Schutz finden und sich fortpflanzen können. Viele dieser Wiesen, vor allem die Streuobstwiesen werden leider viel zu oft gemäht. Dass auch Wiesen gemäht werden müssen, ist klar. Ob dies aber so häufig geschehen muss wie es beim heimischen Rasen üblich geworden ist, bleibt fraglich.

Einfach nur schön ….

Lein und Rotklee setzen Farbpunkte in die Wiese

Filigrane Gräser und die Blütenstände des Wiesensalbeis

blau-gelb-grüne Farb-Punkte

 

Insekten besuchen Blüten

Bleibt zu hoffen, dass viele Wiesen im Kraichtal auch in Zukunft noch Blumenwiesen sein dürfen …

 

Schwarze Maulbeere

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Er ist im Kraichtal recht selten, doch man kann ihn im Kraichtal auf dem Gelände der Sternwarte finden: Es ist der Maulbeerbaum, von dem man dort zwei stattliche Exemplare entdecken kann. Diese Baumart brachten die Römer zu uns – und sie kann  überall dort gedeihen, wo es warm ist und wo es Weinberge gibt.

Maulbeerbaum in Blüte. Man kann die Form der Früchte schon erkennen

Blütenstände des Maulbeerbaumes

So sieht die Rinde des Maulbeeerbaumes aus. Maulbeerbäume brauchen ein sonniges, warmes Klima. Und das  gibt es im Kraichtal.

Der Schwarze Maulbeerbaum kann bis zu 15 m hoch werden. Er liebt kalkhaltige Böden. In den Siedlungen findet man ihn kaum, weil seine Früchte – die Maulbeeren – mit ihrem kräftigen Farbstoff zu starken Verunreinigungen auf den Straßen führen können. Dies kann man auch bei einigen Spechten in der Umgebung der Sternwarte sehen, die nach dem Genuss der begehrten Beeren bis zur nächsten Mauser mit einem rot-violetten Latz unterwegs sind.

Maulbeeren reifen nicht alle gleichzeitig; reife Maulbeeren fallen ab. Deswegen wird in Gegenden, wo man die Früchte ernten will, eine Plane auf den Boden gelegt, um leichter an die Früchte heranzukommen. Auf den Bildern kann man unreife (grün-weißliche), halb reife (rote) und ausgereifte Früchte (schwarze) erkennen.

Maulbeeren sehen wie längliche Brombeeren aus – und sie sind süß und schmecken gut!

So sieht es unter einem Maulbeerbaum während der Erntezeit aus

Der eigentliche Grund, weswegen Maulbeerbäume nach Europa gebracht wurden, ist die Produktion von Seide. Denn die Seidenraupen ernähren sich ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums.

Weißes Waldvögelein

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Das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein bilden die weißlich blühenden Vertreter der Waldvögelein-Gruppe innerhalb der Orchideen bei uns im Kraichtal. Auch sie brauchen lichte Stellen im Wald, die weder den vollen Sonnenschein noch den tiefen Waldschatten bieten müssen. Bei uns im Kraichtal sind auch sie recht selten.

Die Blüten des Weißen Waldvögeleins sind nicht weiß sondern eher gelblich oder auch grünlich. Im Gegensatz zu den anderen Waldvögelein-Arten öffnen sie ihre Blüten nicht so weit. Die Blätter sind im Vergleich zum Schwertblättrigen Waldvögelein kürzer und eiförmig.

Die Bestäubung erfolgt meist durch Selbstbestäubung, da wegen der kaum geöffneten Blüten auch nur wenige Insektenbesuche stattfinden.

Manchmal findet sich aber doch eine weiter geöffnete Blüte

Ihr Bestand ist auch durch Waldbaumaßnahmen und zunehmenden Stickstoffeintrag in die Waldböden gefährdet. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen sie dann. Wenn zum Beispiel ein Kahlschlag erfolgt, dann ist der dortige Bestand dieser Orchidee stark gefährdet, weil sie die dadurch entstehenden Lichtverhältnisse nicht erträgt. Aber auch der zunehmende Stickstoffeintrag über die Luft in die Waldböden gefährdet die Bestände. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen die konkurrenzschwachen Pflanzen.

Die Blütezeit ist bei uns von Mitte Mai bis Mitte Juni. Glücklicherweise gibt es bei uns noch Stellen, an denen man die Orchideen noch blühen sehen kann. Wie alle Orchideen ist auch das Weiße Waldvögelein streng geschützt!

Rotes Waldvögelein

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Das Rote Waldvögelein blüht als letzte Vertreterin der Waldvögelein-Arten bei uns im Kraichtal. Sie ist – auch wie die anderen beiden Arten – bei uns recht selten. Auch sie blüht überwiegend in lichten Stellen im Wald. Man kann sie finden, wenn die anderen Arten – das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein – schon verblüht sind. Die klassische Blütezeit ist Anfang Juni und dauert bis Mitte Juli. In diesem Jahr blüht das Rote Waldvögelein im Vergleich zu den letzten Jahren bei uns schon etwas früher.

Ihren Namen hat die Orchidee zum einen von der roten Farbe – und zum anderen weil die Form der Blüte einem auffliegenden Vogel gleicht. Auch hier blüht das Rote Waldvögelein am Rand eines Waldweges. Die Pflanze mag weder volle Sonne noch tiefen Waldschatten. Deswegen sind Waldwege und Lichtungen in lockeren Buchenwäldern  ideale Wuchsorte.

Das Rote Waldvögelein wird von verschiedenen Insektenarten (bestimmte Wildbienen und Fliegen) bestäubt. Aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Wie alle Orchideen ist auch das Rote Waldvögelein bei uns streng geschützt.

Der Blütenstand des Roten Waldvögeleins ist eine lockere Ähre. Beim Roten Waldvögelein kann der Blütenstand bis zu 20 Blüten enthalten. Wie bei den meisten einheimischen Orchideen kann man auch hier erkennen, dass die unteren Blüten zuerst aufblühen. Nach und nach folgen dann die restlichen Blüten.

Purpur-Knabenkraut

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Das Purpur-Knabenkraut gehört zur Familie der Orchideen. Es kommt im Kraichtal an wenigen Stellen vor. Man findet sie vereinzeln in lichten Wäldern, entlang von Waldwegen und Waldrändern. Manchmal findet man sie auch auf  Wiesen in Waldnähe. Sie blüht – je nach Witterung – Anfang Mai bis Anfang Juni. Sie ist eine der größten Orchideen bei uns und kann Wuchshöhen von über 80 cm erreichen.

Oft bildet das Purpurknabenkraut kleinere Bestände wie hier an einem Waldrand. Ihren Namen hat sie, weil der obere Teil des Stängels und die Blüten purpurrot überlaufen sind – und auch die Einzelblüten purpurfarbene Punkte aufweisen.

Wie bei den meisten einheimischen Orchideen öffnen sich die Blüten des Blütenstandes von unten nach oben. Zuerst blühen die unteren Blüten. Hier kann man auch deutlich sehen, warum die Orchidee den Namen „Purpur-Knabenkraut“ erhalten hat, wenn man die Farbe der noch geschlossenen Blüten betrachtet.

Die Zeichnungen der einzelnen Blüten von Pflanze zu Pflanze sind sehr variabel.

Der Name „Knabenkraut“ entstand daher, weil diese Orchideen hoden-ähnliche Knollen entwickeln. Zudem sehen die Blüten aus wie kleine Männlein. Wie alle Orchideen ist auch das Purpur-Knabenkraut in seinem Bestand gefährdet und deswegen geschützt!

Schwertblättriges Waldvögelein

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Das Schwertblättrige Waldvögelein ist im Kraichtal eine absolute Seltenheit. Die Pflanze gehört zur Familie der Orchideeen und ist bei uns geschützt! Seit einigen Jahren kommt sie bei uns im Kraichtal sehr vereinzelt vor. Die Orchidee wächst in lichten Wäldern, entlang von Waldwegen oder am Rand von Gebüschen. In Baden-Württemberg ist  das Gebiet rund um die Schwäbische Alb  der Hauptstandort des  Schwertblättrigen Waldvögeleins .

Das Schwertblättrige Waldvögelein blüht – je nach Witterung – von Mai bis Anfang Juni

Die Blüten öffnen sich nur an warmen Tagen gegen Mittag.

Ihren Namen hat sie von den langen schmalen Blättern, die wie „Schwertklingen“ aussehen.

Die Pflanzen sind verblüht und haben längliche Kapselfrüchte gebildet. Diese enthalten viele Samen; aber die Samen brauchen fast 10 Jahre, bis die ersten Blätter gebildet werden. Da das Schwertblättrige Waldvögelein an lichten Stellen und an Wegrändern wächst, ist die Art oft durch Waldbaumaßnahmen gefährdet.