natur-erleben-online

Hornissen

Mehr lesen

Innerhalb der Insekten gehören die Hornissen zur Gruppe der Hautflügler und zur Familie der Faltenwespen. Sie sind mit einer Körperlänge von bis zu knapp 4 cm die größte Wespenart bei uns. Obwohl sie laut brummen und wegen ihrer Größe recht gefährlich aussehen, sind Hornissen absolut friedlich. Im Gegenteil: Hornissen sind scheu und beachten uns Menschen eigentlich gar nicht. Leider existieren, was Hornissen betrifft, viele Mythen. Tatsächlich sind Stiche von Hornissen nicht gefährlicher als die von Bienen oder Wespen. Nur wer gegen das Gift allergisch ist, kann – wie bei Bienen- oder Wespenstichen auch – Probleme bekommen.

Dabei ist aber zu beachten: Das Risiko, von einer Hornisse gestochen zu werden ist viel geringer als von einer anderen Wespenart oder von einer Honigbiene. Denn normalerweise bleiben Kontakte mit uns Menschen aus. Hornissen interessieren sich weder für uns Menschen,  noch für süße Getränke noch für den Obstkuchen, der im Garten gegessen werden soll. Im Gegenteil: wenn Hornissen ab und zu an den Kaffeetisch kommen, dann nur, um die dort fressenden Wespen zu erbeuten. Wer Hornissen auf seinem Grundstück hat, wird dadurch auch oft von der „Wespenplage“ befreit. Hornissen sind sehr nützlich: Denn ein Hornissenvolk vertilgt pro Tag ca. 1/2 kg Insekten. Welche Menge das pro Jahr und Volk ergibt, lässt sich leicht errechnen. Je nach Witterung und Entwicklung des Volkes sind die Hornissen von Anfang Juni bis Mitte Oktober auf massiver Insektenjagd. Und der Mythos, dass die Hornissen, wenn sie im Haus Nester bauen, die Dachbalken oder die Deckenvertäfelung fressen, ist falsch. Hornissen stellen ihr Nest ausschließlich aus morschem Holz her – und vergreifen sich weder an Dachlatten oder Paneelen.

Folgende Tipps zeigen auf, wie man Konflikte mit Hornissen vermeiden kann: In Nestnähe (ca. 2 m – 6 m) sollte man jede mögliche Störung wie heftige Erschütterungen, schnelle Bewegungen oder das Versperren der Flugbahn am Nest grundsätzlich unterlassen. Außerdem: Bei Begegnungen mit Hornissen keine panischen Abwehr-Reaktionen zeigen!  Dies betrachten die Hornissen nämlich als Angriffssignal! Statt dessen ruhig bleiben! Menschen gehören nicht ins Beuteschema der Hornissen!  Wer aber selbst Hand anlegt und direkt gegen das Nest vorgeht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Hornissen dann zum Angriff übergehen.

Hinweis: Hornissen sind streng geschützt! Die einheimische Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht getötet, und ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Beseitigung eines Nestes ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden möglich. Wer eigenständig dagegen vorgeht, macht sich dadurch strafbar.

Trotzdem kann es Konflikte mit Hornissen geben. Da in vielen Orten und Fluren alte Bäume mit Nistgelegenheiten selten geworden sind, weichen Hornissen dann auf geeignete Nistmöglichkeiten in und an unseren Gebäuden (z.B. Rolladenästen) aus. In diesen Fällen kann eine dafür ausgebildete und beauftragte Fachkraft Abhilfe schaffen. Auskünfte darüber erteilt das Umwelt- oder Ordnungsamt jeder Gemeinde.

Hier haben Hornissen in einem Kirschbaum auf einer Streuobstwiese ihr Nest gebaut.

Der Platz im Baum reicht nicht mehr aus; deswegen legen die Arbeiterinnen einen „Erweiterungsbau“ außerhalb der Baumhöhle an. Ihr Nest bauen sie aus zerkautem, morschen Holz auf.  Wächter-Hornissen überprüfen die einfliegenden Hornissen, die mit Beute zum Nest zurückkehren.

Bei hohen Außentemperaturen fungieren die abgebildeten Hornissen als „Ventilatoren“. Mit heftigen Flügelbewegungen regulieren sie die Nesttemperatur. Auch das von Arbeiterinnen eingetragene Wasser dient zur Temperaturregulation.

Mit dem ersten Frost Ende Oktober/Anfang November sterben die Arbeiterinnen ab; die Königin überwintert an einer frostsicheren Stelle und gründet im Folgejahr einen neuen Staat.

Gemeine Feuerwanze

Mehr lesen

Die Gemeine Feuerwanze ist bei uns recht häufig. Ihren Namen hat sie wegen ihrer auffälligen Färbung. Mit dieser Färbung, die normalerweise nur bei giftigen Tieren vorkommt, täuscht die Feuerwanze Giftigkeit und damit Gefahr vor. Doch Feuerwanzen sind weder gefährlich noch giftig. Tatsächlich wird sie aber von Vögeln selten gefressen. Sie lebt gesellig – und wenn man ihr Biotop kennt, kann man sie auch fast das ganze Jahr entdecken. Die Feuerwanzen leben am Boden, sind aber oft an Baumstämmen zu finden. Vor allem im Herbst und Winter suchen sie hier Schutz. Sie ernähren sich von Pflanzen. Dabei saugen sie die Samen von Linden oder Robinien. Auch die Samen von Kräutern werden vereinzelt ausgesaugt. Sie ist kein Gartenschädling, trotzdem wird sie manchmal wegen ihrer großen Zahl – oder weil sie für schädlich gehalten wird, bekämpft. Aber sie richtet im Garten keinen Schaden an. Auch durch das Saugen an den Samen der Bäume kann kaum Schaden entstehen.

Bis die Gemeine Feuerwanze geschlechtsreif ist, macht sie in sehr kurzer Zeit zahlreiche Häutungen durch. Bei der Feuerwanze gibt es 5 Larvenstadien, die alle unterschiedlich gefärbt sind. Einige dieser Stadien sind auf den Bildern sichtbar.

Großer Blaupfeil

Mehr lesen

Der Große Blaupfeil ist eine der größten und auffälligsten Libellenarten in Deutschland. Man findet ihn vor allem an kleineren Seen oder auch Fischteichen. Er ist bei uns von Juni bis zum September zu beobachten. Der Blaupfeil hat eine Flügelspannweite bis zu 10 cm und eine Körperlänge von 5 cm. Der Hinterleib des Männchens ist blau gefärbt, die letzten drei Segmente zeigen eine schwarze Färbung. Das Männchen sitzt meist gut getarnt auf einer Warte, von der aus er jagt oder Rivalen vertreibt. Sogar größere Libellenarten werden aggressiv aus dem Revier vertrieben.

Feldgrille

Mehr lesen

Bei uns im Kraichtal sind die Feldgrillen auf den Wiesen und Feldern die Stimme des Sommers. Je wärmer es ist, desto häufiger kann  man das Zirpern hören, denn Grillen lieben warme und trockene Wiesen, in denen sie ihre bis zu 20 cm tiefen Röhren graben. Die zu den Heuschrecken zählenden Insekten sind Allesfresser, ernähren sich aber vorwiegend von pflanzlicher Nahrung, aber auch kleine Bodentiere oder Aas  wird verzehrt. Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Heuschrecken können sie nicht fliegen. Die zirpenden Laute werden nur von den Männchen erzeugt. Dabei werden die Geräusche mit den Flügeln erzeugt. Die abgebildete Grille ist ein Männchen. Das Männchen singt mit dem Kopf in Richtung Höhleneingang. Damit lockt es Weibchen an und zeigt, dass es paarungsbereit ist. Treffen Rivalen aufeinander kann es zu schweren Kämpfen kommen, die sogar tödlich enden können.  Weibchen kann man an der langen Legeröhre erkennen, mit denen sie  im Sommer die Eier im Boden ablegt. Die Grillen sind nach dem Schlüpfen noch ohne Flügel und machen mehr als  10 Häutungen durch, bis sie erwachsen und geschlechtsreif sind. Im Herbst vergraben sie sich und kommen im nächsten Frühjahr als erwachsene und geschlechtsreife Tiere zum Vorschein.

Bei uns im Kraichtal kann man sie noch hören; in vielen Gegenden ist sie aber selten geworden oder gar verschwunden, weil ihre Lebensräume schwinden. In Deutschland war die Feldgrille Insekt des Jahres 2003.

Hirschkäfer

Mehr lesen

Der Hirschkäfer ist die größte einheimische Käferart. Männchen werden bis zu 8 cm groß, die Weibchen sind nur halb so groß. Hirschkäfer sind Bewohner des Laubwaldes, wo sie sich vor allem durch das Lecken von Pflanzensäften – überwiegend Eichen – ernähren. Das „Geweih“ der Männchen dient nur zum Kampf mit anderen Männchen. Nur der Sieger eines solchen Kampfes, bei dem es gilt, den Konkurrenten auf den Rücken oder vom Baum zu werfen, hat die Chance, sich zu verpaaren. Erwachsene Hirschkäfer haben eine Lebenserwartung von nur wenigen Wochen. Das Weibchen legt die Eier an die Wurzeln kranker und geschwächter Bäume. Das Larvenstadium dagegen dauert drei, manchmal sogar bis zu acht Jahre. Weiterhin brauchen die Käfer viel Totholz in ihrem Lebensraum. In aufgeräumten Wirtschaftswäldern finden die Hirschkäfer schlechte Bedingungen vor. Der Hirschkäfer hat aber auch natürliche Feinde. Vor allem Wildschweine, die im Boden nach den Käferlarven graben,  Greifvögel, Eulen und Spechte, aber auch Krähen gehören dazu. Der Hirschkäfer ist bei uns geschützt!

k  

Und so kann es aussehen, wenn Hirschkäfer zur Beute geworden sind. In diesem Fall gibt es viele „Tatverdächtige“; der Fundort ist in Waldnähe mit einem großen Bestand an alten Eichen und Buchen.

 

Tagpfauenauge

Mehr lesen

Das Tagpfauenauge aus der Familie der Edelfalter ist ein Beispiel für die Zusammenhänge in der Natur, die für viele verborgen bleiben. Er kommt nur dort vor, wo Brennnesseln wachsen, denn seine Raupen ernähren sich fast ausschließlich von Brennnesseln. Daneben gibt es viele andere Schmetterlingsarten, welche die Brennnessel für die Ernährung der Raupen brauchen.  Tagpfauenaugen fliegen in zwei Generationen. Die erste Generation fliegt von Juni bis August, die zweite Generation fliegt von August bis Oktober. Die Überwinterung erfolgt an geschützten Orten.

 

Schillerfalter

Mehr lesen

Der Schillerfalter ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter. Er war im Jahre 2011 Schmetterling des Jahres. Bei uns im Kraichtal ist er nicht sehr häufig. An Blüten kann man ihn kaum beobachten. Oft findet man ihn auf dem Boden, wo er sich vor allem von den im Aas oder Kot vorhandenen Nährstoffen ernährt. Von Juni bis August kann man ihn bei uns mit etwas Glück beobachten. Seinen Namen hat er von der schillern blau-violetten Färbung seiner Flügel, die in einem bestimmten Betrachtungswinkel zu sehen ist. Die Unterseite des Schmetterlings zeigt interessante Muster. Auffällig ist auch der gelbe Saugrüssel. Die Raupen ernähren sich vor allem von Weiden.

Blauflügelige Ödlandschrecke

Mehr lesen

Die Blauflügelige Ödlandschrecke kommt auf warmen, kargen Vegetationsflächen  vor. In Deutschland gilt sie als bedrohte Art und steht deswegen auf der Roten Liste. Die Ödlandschrecke meidet geschlossene Pflanzendecken. Deswegen findet man sie auf dem Boden in Kies- und Sandgruben, aber auch auf steinigen Böden mit wenig Pflanzenbewuchs. Sie klettern selten auf Pflanzen. Ihren Namen hat sie, weil sie beim Auffliegen auf der Flucht ihre blauen Flügel zeigt. Das Weibchen ist größer als das Männchen. Beide sind jedoch durch ihre Färbung ideal an die verschiedensten Böden angepasst. Besonders auffallend ist ihr Fluchtverhalten. Die Fluchtdistanz ist äußerst gering; erst in „letzter Sekunde“ springt sie auf und kann mit Hilfe ihrer Flügel bis zu 10 m weit fliegen. Dann landet sie wieder auf einer freien Bodenfläche. Im Laufe ihrer Entwicklung kann sie auch noch ihre Farbe ändern; selbst erwachsene Tiere können dies noch tun. Deswegen treten viele verschiedene Farbmuster auf. Meist sind aber einzelne Teile des Körpers und der Gliedmaßen blau oder bläulich.

Ödlandschrecken bei der Paarung

Weibchen vorne, Männchen hinten