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Waldbrettspiel

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Das Waldbrettspiel gehört bei den Schmetterlingen zur Familie der Edelfalter. Innerhalb dieser Gruppe zählt man sie zur Gruppe der Augenfalter, weil sie auf ihren Flügeln augenförmige Muster haben. Man findet sie vor allem in Laubmischwäldern, Auwäldern und seltener in Nadelwäldern. In diesen Lebensräumen suchen sie sonnige, lichte Plätze.

  

Die männlichen Falter zeigen ein auffälliges Revierverhalten. Von einer erhöhten, oft sonnigen Sitzwarte aus kontrolliert das Männchen sein Revier. Vorbeifliegende Rivalen werden vertrieben. Danach kehrt das Männchen wieder zu seinem Aussichtspunkt  – oder in die unmittelbare Nähe davon – zurück. Die erwachsenen Falter kann man nur ganz selten auf Blüten beobachten. Vielmehr saugen sie an Pfützen oder im Spätjahr an Fallobst.

 

Auf der Flügelunterseite kann man weiß gekernte Augenflecken sehen.

Die erwachsenen Schmetterlinge fliegen in zwei Generationen. Die Frühlingsgeneration fliegt von Mitte April  bis Juni, die Sommergeneration von Juli bis September.

Auf der Oberseite der Hinterflügel befinden sich drei bis vier Augenflecke nebeneinander

Waldbrettspiele sind die einzigen Tagfalter, die man auch in geschlossenen Wäldern beobachten kann, wenn es dort zumindest kleine Lichtungen gibt.

Maikäfer

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Maikäfer sind im Kraichtal in diesem Jahr wieder einmal zu sehen. Es gibt mehrere Arten von Maikäfern. Bei uns ist der Feld-Maikäfer die häufigste Art. Wenn die Tiere ihre Larvenentwicklung abgeschlossen haben, kommen sie im April und Mai aus dem Boden. Im Mai und im Juni fliegen sie und paaren sich und fressen Blätter von den Laubbäumen. Nach ihrem Erscheinen leben sie etwa bis zu 7 Wochen. Wenn sie sich gepaart haben, stirbt das Männchen; das Weibchen stirbt nach der Eiablage.

Männchen und Weibchen kann man an den Fühlern unterscheiden. Die Fühler des Männchens sind recht groß, beim Weibchen sind sie klein.  Bei dem abgebildeten Käfer handelt es sich um ein Weibchen.

 

Das Maikäfer-Weibchen hat sich auf einem Zwetschgenbaum niedergelassen, wo es sofort mit dem Verzehr der Blätter beginnt.

Hier kann man deutlich die einzelnen „Blättchen“ der Fühler erkennen.

Ob und wie man Maikäfer bekämpfen sollte, ist derzeit heftig umstritten.

Bei der Eiablage werden bis zu 100 Eiern in den Boden gebracht. Bevorzugt werden feuchte, humusreiche Böden. Die Engerlinge der Maikäfer gelten als Forstschädlinge, weil sie die Wurzeln der Laubbäume fressen und so großen Schaden anrichten können. Die Larvenentwicklung der Maikäfer vom Engerling bis zum fertig entwickelten Käfer dauert 3 bis 5 Jahre. In manchen Jahren kommt es zum Massenaufkommen der entwickelten Käfer. Diese „Maikäfer-Jahre“ laufen regional unterschiedlich ab.

Für Kinder kann es zu einem beeindruckenden Erlebnis werden, wenn sie die fliegenden und brummenden Käfer „live“ erleben dürfen. In früheren Jahrzehnten wurden die Maikäfer von Kindern nach ihrem Aussehen sortiert. Auch einige Literaturvorlagen belegen die enge Verbindung von Kindern mit den Maikäfern („Peterchens Mondfahrt“).

Aurorafalter

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Aurorafalter sind im Kraichtal von Ende März bis Ende Mai zu beobachten. Nur die Männchen haben orange Bereiche auf den Flügeln. Beim Weibchen fehlt die organge Färbung der Flügel. Weibchen kann man daher durch ihre Unterseite bestimmen, wo sie das gleiche Fleckenmuster aufweisen wie die Männchen.  Wegen der fehlenden orange Färbung werden Weibchen oft mit anderen Weißlingen verwechselt.

Bei den Männchen kann man die orange Färbung auch durch die Rückseite der Flügel erkennen.

In der Mitte der Flügel befindet sich ein schwarzer Punkt. Dies ist auch bei den Weibchen der Fall.

Als Raupe ernährt er sich vom Wiesenschaumkraut oder der Knoblauchrauke. Aber auch als erwachsener Falter sucht er bevorzugt diese Pflanzen auf.

Das Männchen nähert sich dem Weibchen. Dieses zeigt sich paarungsbereit und hebt den Hinterleib an.

Wenige Augenblicke später fliegen beide auf und verschwinden.

Wollschweber

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Die Wollschweber gehören innerhalb der Insekten zu den Zweiflüglern. Weltweit gibt es ca. 6000, in Deutschland sind es ungefähr 30 Arten. Die ersten von ihnen kann man schon im Frühjahr beobachten, die meisten anderen zeigen sich erst im Sommer. Oft fallen sie kaum auf. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man in der Nähe von Blütenpflanzen kleine „Flieger“, die auf der Stelle schweben, also den „Standflug“ beherrschen. Dann ändern sie plötzlich ruckartig die Position und verbleiben auch dort wieder auf einer Stelle. Ähnlich, wie man es bei den Schwebfliegen beobachten kann. Und dann wird es schwer, sie im Auge zu behalten. Auffällig ist aber der lange Rüssel, mit dem sie aus den Blüten Nektar saugen. Bei manchen Arten ist der Rüssel so lang wie der gesamte Körper. Weil sie so ähnlich wie Hummeln aussehen, bezeichnet man sie auch als „Hummelfliegen“. Die Wollschweber ernähren sich als erwachsene Insekten von Blütenpflanzen, wo sie  Nektar holen.

Während des Fluges sind die vorderen Beinpaare angelegt; das hintere Beinpaar ist nach hinten oben gestreckt.

Der „Große Wollschweber“. Deutlich ist der lange Rüssel zu sehen, mit dem sie Nektar saugen. Oft findet man sie beim Gundermann oder der Knoblauchrauke.

Der „Große Wollschweber“ an einer Knoblauchrauke.

Eine verwandte Art: Der „Gefleckte Wollschweber“ am Boden. Man kann ihn an den gefleckten Flügeln erkennen.

Die Fortpflanzung dieser Insekten bietet einiges an Überraschungen. Die Larven der Wollschweber leben parasitisch von anderen Insekten und deren Larven. Schon bei der Eiablage kommt es bei manchen Arten zu einem besonderen Verhalten. Sie schießen die Eier aus dem Flug direkt in die Bauten der Wirtstiere, sie legen die Eier neben den zukünftigen Wirt  ab – oder sie dringen in die Bauten ein (z.B. bei Wildbienen), fressen die Nahrungsvorräte und später auch die eigentlichen Larven. Manche Arten sammeln mit dem Hinterleib vor der Eiablage Sand, mit dem sie dann die Eier verkleben. So sind die Eier besser vor Fraßfeinden geschützt – oder vor der Sonne auf Sandflächen. Während ihrer Entwicklung machen die Wollschweber mehrere Larvenstadien durch, die oft sehr unterschiedlich aussehen können. Die Überwinterung geschieht meist im Bau der Endwirte – oder an anderen geschützten Stellen.

 

Hilfe für Schmetterlinge

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Auch bei uns im Kraichtal haben viele Schmetterlingsarten große Probleme. Das hat viele Gründe. Ein wichtiger Grund, der oft übersehen wird, ist meiner Meinung nach fehlendes Wissen über unsere Schmetterlinge – und die Lebensbedingungen, die sie unbedingt brauchen. So ist es zum Problem geworden, dass viele Schmetterlingsarten während ihrer Raupenentwicklung bestimmte Futterpflanzen brauchen.  Zum Beispiel benötigen einige unserer einheimischen Arten während ihrer Larvenentwicklung unbedingt Brennnesseln als Futterpflanze. Und genau hier liegt das Problem. Bei uns wurde die Brennnessel seit vielen Jahrhunderten geschätzt und genutzt (als Nahrungspflanze, Faserpflanze zur Textilverarbeitung, Heilpflanze, usw.). Heute ist sie aber im Bewußtsein vieler Menschen zu einem „Unkraut“ geworden, das im heimischen Garten oder am Wegrand nichts mehr zu suchen hat. Deswegen werden sie, wenn die Pflanzen eine bestimmte Größe erreicht haben, rigoros gemäht. Und genau das bedeutet für die Raupen auf den Brennnesseln das Ende. Denn die Raupenentwicklung dieser Schmetterlinge dauert mehrere Wochen. Und dann durchlaufen sie nochmal eine lange Entwicklungszeit als Puppe, wo sie ebenfalls einen sicheren Platz brauchen. Dies gilt auch für andere Schmetterlingsarten, die andere Futterpflanzen benötigen.

Und es sind bekannte Schmetterlingsarten, welche auf die Brennnesseln angewiesen sind: Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, aber auch das Landkärtchen. Und für diese Arten kann jeder etwas tun, wenn er ein paar Stellen im eigenen Garten schmetterlingstauglich macht – und auch ein paar Brennnesseln und andere „Unkräuter“ stehen lässt. Wenn dann noch Stauden oder geeignete blühende Sträucher gepflanzt werden, entsteht für viele Schmetterlinge ein toller Lebensraum!

Admiral

Tagpfauenauge

Kleiner Fuchs

Landkärtchen (1. Generation im Frühjahr)

Landkärtchen (2. Generation im Sommer)

Zum Glück gibt es Menschen, welche den Schmetterlingen mit einem eigenen Beitrag helfen. Dafür gibt es die verschiedensten Ansätze. Weil es so etwas auch in Kraichtal gibt, möchte ich in diesem Beitrag über das spezielle „Schmetterlings-Projekt“ von Claudia  und Peter Leicht aus Kraichtal berichten.

Landkärtchen-Raupen in einem Brennnesselbestand. Die Raupen verstecken sich unter den Brennnesselblättern und fressen diese von der Unterseite her auf.

Wenn die Blätter aufgefressen sind, wird das nächste Blatt oder die nächste Pflanze aufgesucht. Da die Raupen auf der Unterseite der Blätter fressen, bietet das einen gewissen Sichtschutz vor Fressfeinden aus der Luft. Dies gilt allerdings nicht mehr, wenn zum Beispiel Vögel ein Versteck entdeckt haben.

Claudia und Peter Leicht suchen auf Brennnesselbeständen nach Schmetterlingsraupen, versehen diese Bestände mit Hinweis-Schildern, auf denen gebeten wird, auf das Mähen zu verzichten, und zum anderen siedeln sie, wenn dies nötig ist,  Raupen aus gefährdeten Bereichen in sichere Biotope um – oder bringen sie, wenn sich keine geeigneten Stellen mehr finden, nach Hause, wo sie in speziellen Schmetterlingskästen die Raupen- und Puppenentwicklung durchlaufen – und im nächsten Frühjahr dann als „fertige Schmetterlinge“ in die Natur entlassen werden können. Dies gilt auch für die Raupen anderer Schmetterlingsarten, die sie auf gefährdeten Beständen von Futterpflanzen finden. Ziel dieses tollen Projektes ist es also, die im Herbst gefundenen Raupen sicher über den Winter zu bringen, damit sie im Frühjahr als fertig entwickelte Schmetterlinge für neuen Nachwuchs sorgen können.

Das bedeutet aber – neben vielen Gängen in die Natur – dass die Schmetterlinge in den Kästen auch täglich mit frischen Brennnesseln versorgt werden müssen, bis sie sich dann verpuppt haben. Und das dauert mehrere Wochen oder sogar Monate. Während dieser Zeit müssen jede Menge frischer Brennnesseln gesammelt werden, um die Raupen am Leben zu erhalten.

In diesen Schmetterlingskästen können die Raupen dann bis zur abgeschlossenen Larvenentwicklung bleiben, bevor sie im folgenden Frühjahr ausfliegen können. Wie erfolgreich die Beiden im vergangenen Jahr waren, zeigt ein Blick in die Schmetterlingskästen, in denen die Raupen des „Landkärtchens“ sich satt fressen und verpuppen konnten – und wo die ersten von ihnen schon ausgeflogen sind. ….Übrigens:  Bevor die ersten Exemplare ausgeflogen sind, war der Deckel der Kästen randvoll mit Landkärtchen-Puppen besetzt.

An der Decke des Schmetterlingskastens sind zahlreiche Puppen des Landkärtchens zu sehen. Einige sind schon ausgeflogen, die nächsten werden das in den kommenden Tagen tun.

Eine Raupe hat sich am Stängel der Brennnessel verpuppt.

Diese beiden Landkärtchen-Falter werden gleich losfliegen …

Aber auch hier wird gleich jemand starten …

Meiner Schätzung nach sind auf diese Weise im letzten Spätsommer und Herbst mehrere Hundert Schmetterlinge geretten worden, die jetzt für neuen Nachwuchs sorgen können. Was Claudia und Peter Leicht hier erreicht haben, ist beeindruckend und vorbildlich. Ich werde sie im Laufe des Jahres bei ihren Aktionen begleiten und ihre Tätigkeit in einem weiteren Beitrag im Sommer näher beschreiben.

Hilfe für Schmetterlinge ist aber jedem möglich, wenn jeder von uns in seinem Bereich die Lebensmöglichkeiten für diese Tiere schafft. Ein paar Brennnesseln, einige Stauden oder blühende Sträucher können solche Möglichkeiten schaffen. Oder es reicht manchmal schon aus, wenn man im Garten etwas mehr „ungeplante Natur“ zulässt. Wenn jeder, der sich über fehlende Schmetterlinge und ausbleibende Gartenvögel beklagt, in seinem eigenen Bereich etwas dafür tut, lässt sich dieses Problem sicher deutlich verringern.

Die abgebildeten Landkärtchen gehören zur Frühlings-Generation. Über die interessante und spannende Entwicklung der Landkärtchen-Falter – die im Frühjahr und im Sommer unterschiedlich aussehende Schmetterlinge hervorbringt, wird in einem eigenen Beitrag berichtet werden, wenn die Sommergeneration fliegt.

Hornissen

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Innerhalb der Insekten gehören die Hornissen zur Gruppe der Hautflügler und zur Familie der Faltenwespen. Sie sind mit einer Körperlänge von bis zu knapp 4 cm die größte Wespenart bei uns. Obwohl sie laut brummen und wegen ihrer Größe recht gefährlich aussehen, sind Hornissen absolut friedlich. Im Gegenteil: Hornissen sind scheu und beachten uns Menschen eigentlich gar nicht. Leider existieren, was Hornissen betrifft, viele Mythen. Tatsächlich sind Stiche von Hornissen nicht gefährlicher als die von Bienen oder Wespen. Nur wer gegen das Gift allergisch ist, kann – wie bei Bienen- oder Wespenstichen auch – Probleme bekommen.

Dabei ist aber zu beachten: Das Risiko, von einer Hornisse gestochen zu werden ist viel geringer als von einer anderen Wespenart oder von einer Honigbiene. Denn normalerweise bleiben Kontakte mit uns Menschen aus. Hornissen interessieren sich weder für uns Menschen,  noch für süße Getränke noch für den Obstkuchen, der im Garten gegessen werden soll. Im Gegenteil: wenn Hornissen ab und zu an den Kaffeetisch kommen, dann nur, um die dort fressenden Wespen zu erbeuten. Wer Hornissen auf seinem Grundstück hat, wird dadurch auch oft von der „Wespenplage“ befreit. Hornissen sind sehr nützlich: Denn ein Hornissenvolk vertilgt pro Tag ca. 1/2 kg Insekten. Welche Menge das pro Jahr und Volk ergibt, lässt sich leicht errechnen. Je nach Witterung und Entwicklung des Volkes sind die Hornissen von Anfang Juni bis Mitte Oktober auf massiver Insektenjagd. Und der Mythos, dass die Hornissen, wenn sie im Haus Nester bauen, die Dachbalken oder die Deckenvertäfelung fressen, ist falsch. Hornissen stellen ihr Nest ausschließlich aus morschem Holz her – und vergreifen sich weder an Dachlatten oder Paneelen.

Folgende Tipps zeigen auf, wie man Konflikte mit Hornissen vermeiden kann: In Nestnähe (ca. 2 m – 6 m) sollte man jede mögliche Störung wie heftige Erschütterungen, schnelle Bewegungen oder das Versperren der Flugbahn am Nest grundsätzlich unterlassen. Außerdem: Bei Begegnungen mit Hornissen keine panischen Abwehr-Reaktionen zeigen!  Dies betrachten die Hornissen nämlich als Angriffssignal! Statt dessen ruhig bleiben! Menschen gehören nicht ins Beuteschema der Hornissen!  Wer aber selbst Hand anlegt und direkt gegen das Nest vorgeht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Hornissen dann zum Angriff übergehen.

Hinweis: Hornissen sind streng geschützt! Die einheimische Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht getötet, und ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Beseitigung eines Nestes ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden möglich. Wer eigenständig dagegen vorgeht, macht sich dadurch strafbar.

Trotzdem kann es Konflikte mit Hornissen geben. Da in vielen Orten und Fluren alte Bäume mit Nistgelegenheiten selten geworden sind, weichen Hornissen dann auf geeignete Nistmöglichkeiten in und an unseren Gebäuden (z.B. Rolladenästen) aus. In diesen Fällen kann eine dafür ausgebildete und beauftragte Fachkraft Abhilfe schaffen. Auskünfte darüber erteilt das Umwelt- oder Ordnungsamt jeder Gemeinde.

Hier haben Hornissen in einem Kirschbaum auf einer Streuobstwiese ihr Nest gebaut.

Der Platz im Baum reicht nicht mehr aus; deswegen legen die Arbeiterinnen einen „Erweiterungsbau“ außerhalb der Baumhöhle an. Ihr Nest bauen sie aus zerkautem, morschen Holz auf.  Wächter-Hornissen überprüfen die einfliegenden Hornissen, die mit Beute zum Nest zurückkehren.

Bei hohen Außentemperaturen fungieren die abgebildeten Hornissen als „Ventilatoren“. Mit heftigen Flügelbewegungen regulieren sie die Nesttemperatur. Auch das von Arbeiterinnen eingetragene Wasser dient zur Temperaturregulation.

Mit dem ersten Frost Ende Oktober/Anfang November sterben die Arbeiterinnen ab; die Königin überwintert an einer frostsicheren Stelle und gründet im Folgejahr einen neuen Staat.

Gemeine Feuerwanze

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Die Gemeine Feuerwanze ist bei uns recht häufig. Ihren Namen hat sie wegen ihrer auffälligen Färbung. Mit dieser Färbung, die normalerweise nur bei giftigen Tieren vorkommt, täuscht die Feuerwanze Giftigkeit und damit Gefahr vor. Doch Feuerwanzen sind weder gefährlich noch giftig. Tatsächlich wird sie aber von Vögeln selten gefressen. Sie lebt gesellig – und wenn man ihr Biotop kennt, kann man sie auch fast das ganze Jahr entdecken. Die Feuerwanzen leben am Boden, sind aber oft an Baumstämmen zu finden. Vor allem im Herbst und Winter suchen sie hier Schutz. Sie ernähren sich von Pflanzen. Dabei saugen sie die Samen von Linden oder Robinien. Auch die Samen von Kräutern werden vereinzelt ausgesaugt. Sie ist kein Gartenschädling, trotzdem wird sie manchmal wegen ihrer großen Zahl – oder weil sie für schädlich gehalten wird, bekämpft. Aber sie richtet im Garten keinen Schaden an. Auch durch das Saugen an den Samen der Bäume kann kaum Schaden entstehen.

Bis die Gemeine Feuerwanze geschlechtsreif ist, macht sie in sehr kurzer Zeit zahlreiche Häutungen durch. Bei der Feuerwanze gibt es 5 Larvenstadien, die alle unterschiedlich gefärbt sind. Einige dieser Stadien sind auf den Bildern sichtbar.

Großer Blaupfeil

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Der Große Blaupfeil ist eine der größten und auffälligsten Libellenarten in Deutschland. Man findet ihn vor allem an kleineren Seen oder auch Fischteichen. Er ist bei uns von Juni bis zum September zu beobachten. Der Blaupfeil hat eine Flügelspannweite bis zu 10 cm und eine Körperlänge von 5 cm. Der Hinterleib des Männchens ist blau gefärbt, die letzten drei Segmente zeigen eine schwarze Färbung. Das Männchen sitzt meist gut getarnt auf einer Warte, von der aus er jagt oder Rivalen vertreibt. Sogar größere Libellenarten werden aggressiv aus dem Revier vertrieben.

Feldgrille

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Bei uns im Kraichtal sind die Feldgrillen auf den Wiesen und Feldern die Stimme des Sommers. Je wärmer es ist, desto häufiger kann  man das Zirpern hören, denn Grillen lieben warme und trockene Wiesen, in denen sie ihre bis zu 20 cm tiefen Röhren graben. Die zu den Heuschrecken zählenden Insekten sind Allesfresser, ernähren sich aber vorwiegend von pflanzlicher Nahrung, aber auch kleine Bodentiere oder Aas  wird verzehrt. Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Heuschrecken können sie nicht fliegen. Die zirpenden Laute werden nur von den Männchen erzeugt. Dabei werden die Geräusche mit den Flügeln erzeugt. Die abgebildete Grille ist ein Männchen. Das Männchen singt mit dem Kopf in Richtung Höhleneingang. Damit lockt es Weibchen an und zeigt, dass es paarungsbereit ist. Treffen Rivalen aufeinander kann es zu schweren Kämpfen kommen, die sogar tödlich enden können.  Weibchen kann man an der langen Legeröhre erkennen, mit denen sie  im Sommer die Eier im Boden ablegt. Die Grillen sind nach dem Schlüpfen noch ohne Flügel und machen mehr als  10 Häutungen durch, bis sie erwachsen und geschlechtsreif sind. Im Herbst vergraben sie sich und kommen im nächsten Frühjahr als erwachsene und geschlechtsreife Tiere zum Vorschein.

Bei uns im Kraichtal kann man sie noch hören; in vielen Gegenden ist sie aber selten geworden oder gar verschwunden, weil ihre Lebensräume schwinden. In Deutschland war die Feldgrille Insekt des Jahres 2003.

Hirschkäfer

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Der Hirschkäfer ist die größte einheimische Käferart. Männchen werden bis zu 8 cm groß, die Weibchen sind nur halb so groß. Hirschkäfer sind Bewohner des Laubwaldes, wo sie sich vor allem durch das Lecken von Pflanzensäften – überwiegend Eichen – ernähren. Das „Geweih“ der Männchen dient nur zum Kampf mit anderen Männchen. Nur der Sieger eines solchen Kampfes, bei dem es gilt, den Konkurrenten auf den Rücken oder vom Baum zu werfen, hat die Chance, sich zu verpaaren. Erwachsene Hirschkäfer haben eine Lebenserwartung von nur wenigen Wochen. Das Weibchen legt die Eier an die Wurzeln kranker und geschwächter Bäume. Das Larvenstadium dagegen dauert drei, manchmal sogar bis zu acht Jahre. Weiterhin brauchen die Käfer viel Totholz in ihrem Lebensraum. In aufgeräumten Wirtschaftswäldern finden die Hirschkäfer schlechte Bedingungen vor. Der Hirschkäfer hat aber auch natürliche Feinde. Vor allem Wildschweine, die im Boden nach den Käferlarven graben,  Greifvögel, Eulen und Spechte, aber auch Krähen gehören dazu. Der Hirschkäfer ist bei uns geschützt!

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Und so kann es aussehen, wenn Hirschkäfer zur Beute geworden sind. In diesem Fall gibt es viele „Tatverdächtige“; der Fundort ist in Waldnähe mit einem großen Bestand an alten Eichen und Buchen.