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Schafstelze

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Auch die Schafstelze aus der Familie der Pieper und Stelzen kommt bei uns im Kraichtal vor. Sie brütet bei uns vor allem auf feuchten Wiesen, aber auch auf Feldern und Äckern. Hier sind auch die Aufnahmen entstanden. Es gibt verschiedene Gefiedervarianten unter den Schafstelzen. So ist es nicht immer leicht, die genaue Unterart zu bestimmen. Deutliche Unterschiede zur Bachstelze ist der etwas kürzere Schwanz, der bei der Gebirgsstelze erheblich länger ist. Vor allem an der tief gelb gefärbten Unterseite unterscheidet sie sich von den anderen Stelzenarten. Der Kopf ist blaugrau und der dicke Oberaugenstreif sind weitere Kennzeichen. Dazu kommt der weiße Bartstreif zwischen der dunklen Kopfseite und der gelben Kehle.

Männchen im Frühjahr kurz vor dem fertigen Prachtkleid. Die Wangenseite wird dunkelgrau, der Scheitel färbt sich blaugrau.

Jetzt ist das Männchen im Prachtkleid. Kräftiges Gelb an der Kehle und Bauchseite; dunkles Blaugrau an den Wangen und am Scheitel, dazu der leuchtend weiße Überaugenstreif.

Das Weibchen der Schafstelze ist viel blasser gefärbt.

Weibliche Schafstelzen in einem Maisfeld

Schafstelzen sind Bodenbrüter. Sie legen ihr Nest gewöhnlich in dichter Vegetation an. Normal sind 2 Jahresbruten mit jeweils 5-6 Jungen.

Roter Holunder

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Der Rote Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Seinen Namen hat er wegen seiner roten Früchte; der Name „Trauben-Holunder“  lässt sich auf den traubenförmigen Blütenstand zurückführen. Der Traubenholunder wächst an schattigen Orten, zum Beispiel in Wäldern, an Waldwegen oder -lichtungen. Bei uns im Kraichtal ist er vereinzelt in den Wäldern anzutreffen.

Der Rote Holunder ist ein Strauch, der meist nur wenige Meter groß wird. Man findet ihn entlang der Wege in lichten Wäldern oder auf Lichtungen.

Die Blütenstände des Roten Holunders sind kegelförmig gewölbt.

Im Kraichtal gibt es noch 2 weitere Holunder-Arten: der Schwarze Holunder und der Zwerg-Holunder. Beide blühen aber später. Alle drei Arten haben jedoch den gleichen, charakteristischen Holunder-Geruch, wenn man die Blätter zerreibt.  Die Unterschiede zum Schwarzen Holunder sind deutlich: Die Blüten- und Fruchtstände sind beim Roten Holunder kegelförmig, beim Schwarzen Holunder flach und scheibenförmig.

Die Früchte des Roten Holunders sind roh giftig.

 

Weiße Taubnessel

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Die Weiße Taubnessel gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Sie blüht im Kraichtal  – je nach Witterung -von April bis in den Oktober hinein. Man findet sie an Wegrändern, Böschungen, in Hecken; überall da, wo der Boden viele Nährstoffe aufweist, ist sie zu finden. Für die Honigbienen ist sie – gemeinsam mit der Roten Taubnessel, der Gefleckten Taubnessel und der Goldnessel – eine ganz wichtige Nektar und Pollenquelle. Die Bestäubung wird aber meist von Hummeln „erledigt“, weil nur sie mit ihrem langen Rüssel an den Nektar in der Blütenkronröhre kommen.

Die Weiße Taubnessel zeigt auch die anderen wichtigen Erkennungsmerkmale der Lippenblütengewächse: Der Stängel ist vierkantig – und die Blätter sind kreuzweise gegenständig.

Wie bei fast allen Lippenblütengewächsen kann man bei der Weißen Taubnessel die Ober- und die Unterlippe erkennen. Im Kraichtal hat sie auch einen bezeichnenden Namen: „Honigsupfer“. Wenn man an eine Blütenkronröhre entnimmt und an deren Ende saugt („supft“) kann man den süßen Nektar schmecken.

Weil sie auf nährstoffreichem Boden wachsen, werden sie im Laufe ihrer Entwicklung oft von den umgebenden Gräsern und Kräutern (z.B. Kletten-Labkraut) überwuchert.

Wie bei den meisten Taubnesseln stellt die Unterlippe einen idealen Landeplatz für alle Pollen- und Nektarsammler dar. Bei den roten Taubnesseln und der Goldnessel finden sich auf der Unterlippe zudem noch „Saftmale“, welche den anfliegenden und landenden Insekten den Weg zum Nektar zeigen.

Großes Windröschen

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Das Große Windröschen gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Im Kraichtal ist sie nur vereinzelt anzutreffen; sie ist selten. Das Große Windröschen gilt in ganz Deutschland als gefährdet – und ist daher geschützt!  Früher war die Art noch recht häufig; doch Flurbereinigungsmaßnahmen und eingeschleppte Konkurrenzpflanzen machten ihr Probleme. Eigentlich ist sie für das Kraichtal wie geschaffen, denn hier findet sie die kalkhaltigen Lehm- und Lößböden, die sie braucht. Und auch Lebensräume, die sie gerne besiedelt, gibt es hier reichlich: Hohlwege, Böschungen, sonnenbeschienene Waldsäume und Hecken.

Was für die meisten Hahnenfußgewächse zutrifft, gilt auch für das Große Windröschen: Die gesamte Pflanze ist giftig!

Ein typisches Merkmal sind die drei Hochblätter unterhalb der gestielten weißen Blüte. Auch der Blütenaufbau bietet weitere Merkmale.

Um die zapfenförmige Blütenachse befindet sich ein dichter Kranz der gelben Staubblätter. Der zapfenförmige Teil der Blüte besteht aus mehr als 150 Fruchtblättern. Die Blüten verströmen einen Duft, was bei den Hahnenfußgewächsen sonst nicht üblich ist.

Das Große Windröschen wird von vielen Insektenarten bestäubt, die in der Blüte zwar keinen Nektar, aber zahlreiche Pollen vorfinden. Die reifen Früchte werden mit einem Haarfilz umgeben und können so durch den Wind verbreitet werden. Bleibt zu hoffen, dass uns diese schöne Pflanze im Kraichtal noch lange erhalten bleibt.

Aurorafalter

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Aurorafalter sind im Kraichtal von Ende März bis Ende Mai zu beobachten. Nur die Männchen haben orange Bereiche auf den Flügeln. Beim Weibchen fehlt die organge Färbung der Flügel. Weibchen kann man daher durch ihre Unterseite bestimmen, wo sie das gleiche Fleckenmuster aufweisen wie die Männchen.  Wegen der fehlenden orange Färbung werden Weibchen oft mit anderen Weißlingen verwechselt.

Bei den Männchen kann man die orange Färbung auch durch die Rückseite der Flügel erkennen.

In der Mitte der Flügel befindet sich ein schwarzer Punkt. Dies ist auch bei den Weibchen der Fall.

Als Raupe ernährt er sich vom Wiesenschaumkraut oder der Knoblauchrauke. Aber auch als erwachsener Falter sucht er bevorzugt diese Pflanzen auf.

Das Männchen nähert sich dem Weibchen. Dieses zeigt sich paarungsbereit und hebt den Hinterleib an.

Wenige Augenblicke später fliegen beide auf und verschwinden im Gebüsch.

So ein Birnbaum!

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Er stammt aus einer Zeit, in der es bei uns im Kraichtal um fast alle Orte noch einen dichten Streuobstgürtel gab. Dort wuchsen alte Bäume, junge Bäume – und alle wurden gepflegt. Denn im Herbst konnte man von den Bäumem eine reiche Ernte erwarten. Dann kam die Zeit der Obstplantagen: Alle Bäumchen in einer Reihe, alle die gleiche Größe; schnell  und bequem zum Ernten sollten sie sein. Und die alten Bäume fielen reihenweise der Axt und der Säge zum Opfer, viele der Streuobstgürtel verschwanden völlig oder blieben nur zum Teil erhalten. Und mit den ursprünglich alten Bäumen verschwanden auch viele alte Obstsorten, die einmal die Vielfalt in den Kellern bestimmt haben. Und heute ist es weitgehend so, dass kaum jemand noch die alten Birnen- und Apfelsorten kennt.

Und nun begegnet man einem solchen Baum! Ein Birnbaum, wie es mächtiger kaum geht. Zwar werden einige seiner Äste schon abgestützt, doch wer das Blütenmeer dieses Baumes  im Frühling sieht – und schon beobachtet hat, wie viele Birnen im Herbst geerntet werden können, der kann erahnen, was alles mit den damaligen Bäumen verschwunden ist. Dieser Birnbaum ist ein Zeuge einer längst vergangenen Zeit – und er ist mein Lieblingsbaum geworden, den ich schon seit vielen Jahren immer wieder besuche und bewundere.

Gerade jetzt blüht er wieder. Die Luft ist erfüllt vom Summen und Brummen der Bienen und Hummeln, die sich an den Blüten bedienen. Wer ihn sehen will, der kann ihn in der Nähe des „Hauptflug-Geländes“ des Gleitschirmclubs Kraichtal besuchen.

Eine Pracht – einer riesigen weißen Wolke ähnlich –  steht er in der Flur.

Bleibt zu hoffen, dass sich viele Menschen noch einige Jahre an diesem alten Birnbaum erfreuen können …

Kleinspecht

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Der Kleinspecht ist der kleinste europäische Specht. Er brütet in Wäldern mit altem Baumbestand, vor allem in Wassernähe. Man kann ihn aber auch in Streuobstwiesen, Parks und größeren Gärten entdecken. Allerdings ist er leicht zu übersehen, weil er sich vor allem im Kronenbereich der Bäume aufhält – und weil er ungefähr nur so groß ist wie ein Spatz. Deswegen kann man ihn kaum mit anderen Spechten verwechseln. Er ist im Kraichtal nicht so häufig  wie der Buntspecht. Beobachten kann man ihn vor allem im Spätherbst nach dem Laubfall – und im Frühjahr während der Brutzeit.

Hier nutzt er gerade einen dürren Ast eines Apfelbaumes als „Resonanz- und Klangkörper“ für seine Trommelwirbel. Wenn er einen solchen Ast gefunden hat, nutzt er ihn immer wieder.

Beim Kleinspecht unterscheiden sich Männchen und Weibchen ebenfalls im Gefieder: Beim Weibchen ist das gesamte Gefieder ohne Rot; beim Männchen zeigt sich ein roter Scheitel; die Unterseite weist bei beiden Geschlechtern kein Rot oder Rosa auf. Die Unterseite ist gestrichelt. Die Oberseite ist schwarz mit weißen Querbändern. Der Kopf-Seitenstreif erreicht nicht den Scheitel.

Sumpfdotterblume

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Die Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist im Kraichgau häufig zu finden. Sie kommt in Auwäldern, Bachufern, Gräben und Sumpfwiesen vor. Weil es im Kraichtal noch genügend Auwälder und Gräben gibt, aber auch feuchte Stellen in Auwiesen, ist die Sumpfdotterblume bei uns im Kraichtal noch nicht gefährdet. In einigen Bundesländern steht sie aber schon auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten. Sie blüht von März bis in den Mai – und kann im Spätjahr noch eine Herbstblüte haben.

Die großen gelben Blüten und die fleischigen, herzförmigen Blätter fallen in den Auwäldern auf.

Leider enthält auch die Sumpfdotterblume einige Giftstoffe, die auch beim Menschen zu erheblichen Beschwerden führen können. Nach Hautkontakten können Ausschläge entstehen, werden Teile der Pflanze verzehrt, so kann dies Schwindel, Krämpfe, Erbrechen und Wassereinlagerungen zur Folge haben.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die Verbreitung der Samen geschieht durch den Regen. Erst wenn es regnet, öffnen sich die Fruchkapseln. Regen spült die Samen heraus.  Die Samen sind schwimmfähig – und so kann sich die Sumpfdotterblume an den Gewässerrändern ansiedeln und damit ausbreiten.

Wollschweber

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Die Wollschweber gehören innerhalb der Insekten zu den Zweiflüglern. Weltweit gibt es ca. 6000, in Deutschland sind es ungefähr 30 Arten. Die ersten von ihnen kann man schon im Frühjahr beobachten, die meisten anderen zeigen sich erst im Sommer. Oft fallen sie kaum auf. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man in der Nähe von Blütenpflanzen kleine „Flieger“, die auf der Stelle schweben, also den „Standflug“ beherrschen. Dann ändern sie plötzlich ruckartig die Position und verbleiben auch dort wieder auf einer Stelle. Ähnlich, wie man es bei den Schwebfliegen beobachten kann. Und dann wird es schwer, sie im Auge zu behalten. Auffällig ist aber der lange Rüssel, mit dem sie aus den Blüten Nektar saugen. Bei manchen Arten ist der Rüssel so lang wie der gesamte Körper. Weil sie so ähnlich wie Hummeln aussehen, bezeichnet man sie auch als „Hummelfliegen“

Während des Fluges sind die vorderen Beinpaare angelegt; das hintere Beinpaar ist nach hinten oben gestreckt.

Der „Große Wollschweber“. Deutlich ist der lange Rüssel zu sehen, mit dem sie Nektar saugen. Oft findet man sie beim Gundermann.

Der „Gefleckte Wollschweber“ am Boden. Man kann ihn an den gefleckten Flügeln erkennen.

Die Fortpflanzung dieser Insekten bietet einiges an Überraschungen. Die Larven der Wollschweber leben parasitisch von anderen Insekten und deren Larven. Schon bei der Eiablage kommt es bei manchen Arten zu einem besonderen Verhalten. Sie schießen die Eier aus dem Flug direkt in die Bauten der Wirtstiere, sie legen die Eier neben den zukünftigen Wirt  ab – oder sie dringen in die Bauten ein (z.B. bei Wildbienen), fressen die Nahrungsvorräte und später auch die eigentlichen Larven. Manche Arten sammeln mit dem Hinterleib vor der Eiablage Sand, mit dem sie dann die Eier verkleben. So sind die Eier besser vor Fraßfeinden geschützt – oder vor der Sonne auf Sandflächen. Während ihrer Entwicklung machen die Wollschweber mehrere Larvenstadien durch, die oft sehr unterschiedlich aussehen können. Die Überwinterung geschieht meist im Bau der Endwirte – oder an anderen geschützten Stellen.

 

Gundermann oder Gundelrebe

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Der Gundermann oder die Gundelrebe gehört zur artenreichen Familie der Lippenblütengewächse. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen dieser Familie ist beim Gundermann die Oberlippe nicht sehr stark ausgeprägt. Deutlich zu sehen sind aber die „Saftmale“, welche den bestäubenden Insekten den Weg zum Nektar weisen. Gundermann wächst überall dort, wo es nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden gibt – und die Konkurrenzpflanzen in ihrem Wachstum gestört werden, z.B. im Rasen, aber auch an schattigen Standorten  wie an Hecken oder Zäunen. Im Kraichtal ist er sehr häufig anzutreffen.

Der Gundermann hat eine lange Geschichte als Arzneipflanze, die schon bei Hildegard von Bingen erwähnt wurde. In der heutigen Zeit hat sie allerdings ihre Bedeutung als Arzneipflanze verloren. Zudem ist sie für viele Tiere giftig (Pferde, Nagetiere, usw.)

Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten wie Käfer, Ameisen, Schwebfliegen, aber auch Schmetterlinge. Wegen der Bitterstoffe und ätherischen Öle, welche die Pflanze enthält, fand der Gundermann auch lange Verwendung als Gewürzpflanze. Der volkstümliche Name „Soldatenpetersilie“ gibt einen Hinweis darauf.

Manchmal bilden die Pflanzen einen regelrechten Rasen an einer Böschung oder an einem schattigen Wegrand im Wald oder in der Feldflur in Heckennähe.Die dunklen Zeichnungen auf de Unterlippe zeigen den Insekten den Weg, wo sie den Nektar finden können. Nur Insekten mit langem Rüssel können an den Nektar gelangen. Der Eingang der Blütenkronröhre ist behaart.