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Brauner Bär

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Bei uns im Kraichtal ist er nur selten zu sehen: der Braune Bär, ein Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner. Das liegt aber nicht nur daran, dass es ihn bei uns kaum noch gibt – sondern weil er ein Nachtschmetterling ist, der sich tagsüber gut getarnt versteckt. Tatsächlich aber ist der Braune Bär sehr selten und durch das Naturschutzgesetz streng geschützt. Auch in Baden-Württemberg insgesamt gilt er als eine vom Aussterben stark bedrohte Art. In diesem Falle wurde er in einem Industriebetrieb gefunden, wo er sich in Bodennähe verkrochen hatte. Dorthin hatte er sich offenbar verflogen,  weil er – wie dies viele Nachtfalter tun – nächtliche Lichtquellen anfliegt  (In diesem Betrieb wird rund um die Uhr gearbeitet).  Da er dort wohl keine Überlebenschance hatte, kam er in einen Karton.

Schon allein die Flügelzeichnung zeigt seine Verwandtschaft mit dem „Russischen Bären“ und dem „Schönbären“. Dabei kann die Zeichnung der Vorderflügel innerhalb dieser Art stark variieren. Die braunen Vorderflügel zeigen meist ein weißes, netzartiges Muster, das vom Flügelrand ausgeht. Dazu kommen noch längliche Flecken am Flügelrand. Die Vorderflügel können auch fast ganz weiß sein.

Der Braune Bär sitzt mit „dachartig“ geschlossenen Flügeln in seinem Versteck. Dies ist seine „Tarnstellung“. Wenn er sich bedroht fühlt, öffnet er schlagartig seine Flügel. Dann werden die orangeroten Hinterflügel mit den blauen, meist schwarz umrandeten Punkten sichtbar. Damit warnt und erschreckt er viele Fressfeinde. Der Braune Bär kommt in allen Bereichen des Waldes vor, aber auch in extensiv bewirtschafteten Wiesen mit Hecken und Büschen. Sogar in Parks und großen naturnahen Gärten, aber auch an Wegen, Böschungen und Straßenrändern kann man ihn vereinzelt finden.

Aus dem Karton wurde er nun in ein geeignetes Biotop innerhalb eines Waldes im Kraichtal gebracht. Sofort zeigte seine „Schreckstellung“. Dazu klappte er in schneller Folge die Vorderflügel auf und zu. Die orangeroten, blau und schwarz gepunkteten Hinterflügel werden dabei sichtbar.

Deutlich ist das weiße Netzmuster an den Vorderflügeln zu sehen. Der abgebildete Schmetterling zeigt, dass er schon leicht „abgeflogen“ ist. Ein Fühler fehlt und auch die Flügel zeigen erste Abnutzungs-Spuren.

Die Falter des Braunen Bären fliegen von Juli bis September. Schon ab Juli werden die Eier an die Unterseite der Blätter der entsprechenden Futterpflanzen gelegt  (Brennnessel, Mädesüß, Brombeere, Himbeere und viele mehr). Die Raupen schlüpfen im August und überwintern an geschützten Stellen im Boden. Im Juni/Juli des folgenden Jahres verpuppen sie sich und schlüpfen von Juli bis August. Übrigens: Was er normalerweise macht, ist auch hier geschehen. Nachdem er mehrfach die Flügel auf- und zugeklappt hat, flog er auf und suchte sich einen neuen und sicheren Unterschlupf.

Achtung! Verbrennungsgefahr! Riesen-Bärenklau

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Der Riesen-Bärenklau gehört zur Familie der Doldenblütengewächse und kann über 3 m hoch werden. -Er ist im Kraichtal recht selten anzutreffen. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Kaukasus und ist in Europa und Amerika zu einer invasiven Art geworden. 2006 wurde er zur  „Giftpflanze des Jahres“ ernannt, weil der Kontakt mit ihm zu schweren, verbrennungsähnlichen Verletzungen und anderen gesundheitlichen Schäden führen kann. In Europa wurde er eingeführt, weil ihm nachgesagt wurde, ein hervorragender Pollen- und Nektarlieferant für Honigbienen zu sein. Dies trifft allerdings – wie neuere Forschungen gezeigt haben – nicht zu. Auch die Hoffnung, dass man mit dieser Art Böschungen oder Gefällstrecken befestigen könnte, hat sich nicht bewahrheitet.

Die Blätter – hier ein Bild vom Mai – können mit dem Blattstiel zusammen eine Länge von 3 Metern erreichen.

Im Juni sind die Blätter schon ziemlich groß geworden. So kann die Pflanze dichte Bestände bilden und den Boden beschatten, dass keine anderen Pflanzen mehr wachsen können.

Die Pflanze enthält mehrere Substanzen, die im Zusammenhang mit Tageslicht zu schweren Verletzungen der Haut führen können. Deswegen sollte man im Umgang mit der Pflanze unbedingt Schutzkleidung – auch im Bereich des Gesichtes – tragen.

  Der Stängel hat „Besenstiel-Format“,  besitzt violette Flecken und Stacheln.  An der Basis kann er einen Durchmesser bis zu 10 cm haben.

Die Blütenknospe öffnet sich. Deutlich sind auch die großen Blattscheiden zu erkennen.

  

Im Umgang mit dem Riesen-Bärenklau sollte darauf geachtet werden, dass dies an einem eher trüben Tag geschieht. Bei intensiven Kontakten ist es auch möglich, dass die Giftstoffe die Schutzkleidung durchdringen. Die Folgen sind erheblich. Es kann zu einer blasenbildenden Dermatitis kommen, die Verbrennungen ersten bis zweiten Grades hervorrufen kann. Die Heilung ist schmerzhaft und meist sehr langwierig. Spuren dieser Verletzungen sind oft auch noch Jahre später sichtbar. Auf jeden Fall sollte man nach der Arbeit Kontakt mit Sonnenlicht oder starkem Kunstlicht vermeiden. Arbeitsgeräte sollten gründlich mit Spiritus gereinigt werden. Verwendete Gummi-Handschuhe sollte man nach dem Kontakt mit der Pflanze umstülpen und nicht mehr verwenden. Beim Arbeiten mit der Motorsense, dem Rasentrimmer oder beim Abhacken muss man daran denken, dass durch den – die Schutzkleidung durchdringenden – Pflanzensaft ebenfalls die angesprochenen Hautreaktionen ausgelöst werden können. Auch Einmal-Handschuhe bieten nur eingeschränkte Sicherheit. Innerhalb einer Stunde können die Giftstoffe die dünnen Handschuhe durchdringen. An heißen Tagen besteht die Gefahr, dass die giftigen Stoffe „ausgasen“  können. Der Aufenthalt in der Umgebung der Pflanze kann an solchen Tagen zu einer langwierigen, bis zu 3 Wochen andauernden aktuten Bronchitis führen. Weitere mögliche Folgen sind Fieber, Schweißausbrüche oder Kreislaufschocks. Beim Erscheinen von Haut- oder anderen Reaktionen nach dem Kontakt mit der Pflanze sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Sie sind gut getarnt: Junge Zauneidechsen

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Es ist Anfang August – und es ist sehr heiß. Die jungen Zauneidechsen mögen es, wenn es so richtig warm ist. Doch sie müssen auf der Hut sein. Es gibt genügend Fressfeinde, vor allem aus der Luft, aber auch von Fuchs, Mardern und Wildschweinen droht Gefahr. Deswegen müssen sie gut getarnt sein. Und das sind sie. Ihr Körper ist so gemustert, dass sie kaum auffallen, wenn sie sich in spärlicher Vegetation mit steinigem Untergrund aufhalten. Normalerweise kann man sie nur entdecken, wenn sie sich bewegen.

Frisch geschlüpfte Zauneidechsen sind 50 bis 60 Millimeter lang. Auf diesem Bild ist eine junge Zauneidechse zu sehen. Sie hat sich gut versteckt. Können Sie die junge Eidechse entdecken? Die nächsten Bilder helfen Ihnen dabei.

Nur bei entsprechender Nähe und Vergrößerung wird die junge Zauneidechse sichtbar. Die olivbraune Grundfarbe und die feinen seitlichen Punkte lösen aus größerer Entfernung die Körperkontur auf.

Zauneidechsen sind in ihrem Bestand – leider auch im Kraichtal – stark bedroht. Vor allem das Verschwinden ihrer Lebensräume macht ihnen zu schaffen.  So stellt die Wiederbewirtschaftung von Brachland, der Verlust von Randstreifen oder Böschungen, aber auch der Straßen- und Siedlungsbau die Tiere vor große Probleme. Mit dem intensiven Mähen und Mulchen dieser Orte geht darüber hinaus manchmal auch noch die letzte Deckung verloren. Der Bestand der Zauneidechse ist in ganz Deutschland gefährdet. Deswegen steht sie unter strengem Schutz durch das Naturschutzgesetz!

Veränderliche Krabbenspinne

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Die Veränderliche Krabbenspinne gehört zur Familie der Krabbenspinnen. Sie kommt bei uns im Kraichtal recht häufig vor, obwohl man sie oft übersieht.  „Krabbenspinne“ heißt sie, weil ihre beiden Vorderbeinpaare sehr lang sind – und sie in ihrer Lauerstellung eher einer Krabbe ähnelt als einer Spinne. Den Namen Veränderliche Krabbenspinne“ hat sie bekommen, weil die Weibchen dieser Spinnenart ihre Farbe aktiv ändern können. So gibt es weiße, grünliche und gelbgefärbte Weibchen.

Weibchen und Männchen sehen unterschiedlich aus – und sind auch unterschiedlich groß. Die Männchen sind nur mit 3 bis 5 Millimeter viel kleiner als die weiblichen Tiere, die bis zu 11 Millimeter groß werden können. Wie bei vielen Spinnenarten ist auch die Paarung für die Männchen der Veränderlichen Krabbenspinne nicht ungefährlich. Oft werden diese selbst zur Beute.

Hier ist ein weiß gefärbtes Weibchen auf dem Weg zu „ihrer“ Blüte. Tatsächlich verbringen viele Spinnen oft ihr ganzes Leben auf einer Pflanze.

Diese weiß gefärbte Veränderliche Krabbenspinne lauert auf  den weißen Blüten einer Wilden Möhre auf Beute. Wegen ihrer Tarnfärbung ist sie für anfliegende Insekten kaum zu entdecken. Sie kann Schwebfliegen, Bienen, Wespen, Hummeln, große Schmetterlinge und sogar Hornissen überwältigen.

Hier hat sie gerade eine Wildbiene erbeutet. Nachdem sie das Gift in ihr Opfer injiziert hat, hält sie die Beute mit den weit gestreckten Vorderbeinpaaren auf Abstand. So schützt sie sich gegen die Stiche ihrer Opfer.

Hier lauert ein gelb gefärbtes Weibchen auf  dem Blütenstand einer Sonnenblume auf Beute. Wenn die Biene auf der linken Seite in die Nähe der Spinne kommt, hat sie keine Chance.

Die beiden Bilder zeigen ein anderes Weibchen, das im zentralen Bereich des Blütenstandes auf Beute lauert. Auf dem unteren Bild ist auch die Spinne in Erwartung eines Beutetieres zu sehen.  Während sie sich mit den Hinterbeinen an den Blüten festhält, sind die Vorderbeine in Fangstellung ausgebreitet. Mit ihnen hält sie die Beute auch fest.

Tatsächlich hat die Spinne hier eine Körperhaltung eingenommen, die sie wie eine „Krabbe“ aussehen lässt. Die Veränderliche Krabbenspinne mag es warm. Man findet sie auf Wiesen, an Wegrändern oder an sonnenbeschienenen Waldrändern, aber auch auf Feldern – wie hier auf einem großen Feld mit Sonnenblumen.

 

Blühstreifen und Zwischenfrucht-Kulturen: „Naturschutzgebiete auf Zeit“

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Das Getreide ist gemäht. Soweit das Auge reicht, abgeerntete Ackerflächen. Ab und zu unterbrochen durch das Grün der Maisfelder, das bis in den Herbst hinein erhalten bleiben wird.

Sonst nur Stoppelfelder, die bald bearbeitet werden.

Und es gibt Gewinner dieser Situation: Greifvögel, die jetzt wieder freie Sicht auf den Boden haben, der jetzt kaum noch Verstecke bietet. Singvögel wie Lerchen, Feldsperlinge, Bluthänflinge, Grünfinken, Distelfinken und andere Arten haben jetzt aber ein gewaltiges Problem: die Deckung fehlt – und auch bei vielen Arten wird die Nahrung knapp!

Ein Bluthänfling auf einem abgeernteten Rapsfeld. Doch in der Nähe kann er wieder etwas finden ….

Und dann so etwas: ein botanisches Allerlei, das recht wild aussieht. So eine Wildnis, wird mancher denken. Wie kann man so etwas dulden? Hektarweise ein Pflanzengewirr! – Doch es lohnt sich, einmal genauer hinzusehen. Was wächst da eigentlich – und warum lässt man es wachsen? Wieso nennt man das Gebilde „Blühstreifen“, wo doch nur ab und zu eine blühende Pflanze zu sehen und vieles schon verblüht ist?

Sonnenblumen, Disteln, Hühnerhirse, Flughafer, Kornblumen, Büschelschön (Phacelia), Acker-Rettiche, Buchweizen und viele andere Pflanzenarten mehr sind in dem „Blühstreifen“ enthalten. Spätestens jetzt muss klar werden, dass diese wild aussehende „grüne Wildnis“ eine wichtige Funktion hat. Für viele der genannten Vogelarten bietet sie zum einen Nahrung, aber auch Schutz vor Fressfeinden. Zudem profitieren von diesen Flächen sehr viele Insektenarten, die im Verlauf eines Jahres wichtige Aufgaben als Bestäuber unserer Feldfrüchte und Obstbäume haben. Davon haben auch die Vogelarten etwas, die sich überwiegend von den Insekten ernähren. Werden die Blühstreifen rechtzeitig im Jahr angelegt, kann dies dazu beitragen, dass viele bodenbrütende Arten ihren Nachwuchs ohne Gefahr aufziehen können, da keine maschinelle Bearbeitung bis ins Spätjahr hinein erfolgt. So können auch die bei uns im Kraichtal selten gewordenen Rebhühner wieder einen Rückzugsort finden, wo sie über einen großen Zeitraum Schutz und Deckung haben.

Feldhasen vor dem Blühstreifen. Bei Gefahr bietet er auch  ihnen Schutz, Deckung und vielleicht auch Nahrung.

Aber auch der Landwirt kann vom Anlegen solcher Blühstreifen profitieren. Wie die letzten Monate gezeigt haben, müssen wir uns vermehrt auf Starkregen-Ereignisse nach langen Trockenperioden einstellen. Das bedeutet, dass in diesem Fall ein Feld oft nicht in der Lage ist, das Wasser aufzunehmen und den Boden festzuhalten, wenn es zu viel Niederschlag gibt. Gerade bei uns im Kraichgau mit den vielen Hügeln kann dies zum Problem werden. Auf den Wirtschaftswegen kann man dann nach solchen Ereignissen das Ergebnis sehen, wenn diese dick mit einer Schlammschicht aus wertvollem Ackerboden bedeckt sind. Bei Feldern mit ausreichend breiten Blühstreifen besteht diese Gefahr nicht in dem Maße.

 

Landwirte oder Jäger, die solche Flächen ermöglichen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Acker- und Feldflur, einem Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die auch für uns Menschen eine große Bedeutung haben. Sie bieten dem Leben ein „Naturschutzgebiet auf Zeit“.  Als Beleg können die folgenden Bilder dienen, die im Herbst 2017 (Oktober bis Dezember) in den Blühstreifen und Zwischenfrucht-Feldern entstanden sind:

Buchfink

Herbstblüte

Kleiber

Distelfinken holen sich die Samen der verschiedenen Knöterich-Arten

Und hier Bilder aus einem Zwischenfrucht-Feld, die im März 2018 entstanden sind.  Hier gibt es auch für den Fasan Deckung – und auch noch Nahrung, wie die verbliebenen Früchte auf den Pflanzen zeigen.

 

Mondfinsternis im Kraichtal

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Gestern konnte man im Kraichtal eine besondere totale Mondfinsternis erleben. Diese Mondfinsternis war die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Zudem war in der unmittelbaren Nähe der Mars zu sehen. Die nächste – ähnlich lange (sogar etwas längere totale Mondfinsternis) – wird im Jahre 2123 sein. Dass sich gleichzeitig der Mars in der Nähe zeigt, wird noch 150 000 Jahre dauern. Die Aufnahmen entstanden auf der „Großen Ebene“ oberhalb von Gochsheim. Etliche Menschen waren gekommen, um sich dieses Naturphänomen anzuschauen, das sich in dieser Form in diesem Jahrhundert nicht mehr betrachten lässt.

Anfangs brauchte es etwas Geduld, bis sich der Mond blicken ließ. Kurz nach 21:30 Uhr hatte er sich dann aus der breiten Dunstschicht am Horizont erhoben, wie die Uhr an der St.-Martins-Kirche in Gochsheim belegt.

Und dann war er da: der tiefrote „Blutmond“. Es blieb nun genügend Zeit zum Betrachten.

Um 23:15 Uhr begann der Mond  am linken Rand heller zu werden. Die totale Phase ging nun zu Ende. An vielen Orten im Kraichtal schauten die Leute in den Himmel. So auch in der Sternwarte in Oberöwisheim, wo sich mehrere Hundert Menschen zum Betrachten einfanden. Daher lohnt sich in den nächsten Tagen sicher auch ein Besuch dieser tollen Webseite, wo man noch viel mehr über die vergangene totale Mondfinsternis erfahren – und mit großer Sicherheit auch weitere tolle Bilder betrachten kann.  http://www.sternwarte-kraichtal.de

Nierenfleck-Zipfelfalter

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Der Nierenfleck-Zipfelfalter gehört zur Familie der Bläulinge und ist im Kraichtal recht selten zu entdecken. Der Schmetterling hat seinen Namen wegen der Flügelzeichnung der weiblichen Falter. In den Ecken der Oberseite der Vorderflügel befinden sich nierenförmige Flecken. Die Hinterflügel haben säbelzahnartige Auswüchse, wegen denen der Falter den Namen „Zipfelfalter“ bekam.

Der Falter saugt gerade an einem blühenden Rispen-Hortensienstrauch Nektar. Die Falter kommen bei uns in einer Generation vor und fliegen von Ende Juli bis in den Oktober hinein. Aus den Eiern schlüpfen im Frühjahr die Raupen, aus denen sich dann wiederum die Falter entwickeln. Futterpflanzen der Raupen sind vor allem Schlehen, Pflaumen und andere Rosengewächse. Die erwachsenen Falter wurden auf verschiedenen Blütenpflanzen beobachtet: Wasserdost, Disteln, usw.

Der Falter zeigt gerade seine orangefarbene Unterseite mit den typischen weißen Zeichnungen. Nur dann, wenn der Schmetterling seine Flügel aufklappt, kann man das Geschlecht des Falters bestimmen.

Schwarze oder Dunkle Königskerze

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Die Schwarze oder Dunkle Königskerze ist bei uns im Kraichtal häufig anzutreffen. Sie gehört zur artenreichen Familie der Braunwurzgewächse. Die Pflanze kann Wuchshöhen von 1,5 Meter erreichen. Im Gegensatz zu den anderen Königskerzen-Arten sind ihre Blätter kaum behaart und sehen deswegen  grün aus.

Man findet sie an Böschungen, Weg- und Ackerrändern, aber auch auf Schuttplätzen und Unkrautflächen.

Die leuchtend gelben Blütenblätter sind außen behaart. Die rotvioletten oder purpurvioletten Staubblätter weisen eine dichte wollige Behaarung auf.

Die schwarze Königskerze blüht von Mai bis zum Oktober.

Die Unterseiten der Blätter sind behaart, die Oberseiten nicht.

Der Stängel ist kantig und rot überlaufen.

Russischer Bär

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Ende Juli, Anfang August: Der Wasserdost blüht – und schon kann man den Russischen Bär entdecken. Er gehört zur Familie der Eulenfalter und der Unterfamilie der Bärenspinner. Der Wasserdost gehört für den tagaktiven Nachtfalter zu den absoluten Favoriten. Bei uns im Kraichtal kommt er in manchen Jahren sehr häufig vor; in anderen Jahren ist er bei uns aber kaum zu finden. Er wird wegen seiner Flügelfarben auch „Spanische Flagge“ genannt. Der Schönbär ist eine verwandte Art, die bei uns aber viel seltener vorkommt.

Die Falter haben schwarze Vorderflügel mit weißen oder gelben Streifen, die sich  an der Flügelspitze zu einem „V“ verbinden.

Die orangefarbenen Hinterflügel weisen mehrere schwarze Flecken auf.

Der Russische Bär hat einen gut entwickelten Saugrüssel, der ihm erlaubt, Nektar aus den Blüten zu saugen.

Der Körper ist hell orange gefärbt mit schwarzen Punkten; auch die Flügelunterseite ist leuchtend hell orange gefärbt. Beim Auffliegen fällt der Falter durch diese Farben sofort auf.

Der Russische Bär ist nicht so „hektisch“ wie andere Schmetterlingsarten. Oft ruht er sich auf den Pflanzen aus oder er sonnt sich. Dann hat er allerdings die Flügel meist geschlossen.

 

 

Raupe des Mittleren Weinschwärmers

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Der Mittlere Weinschwärmer ist ein Nachtschmetterling aus der Familie der Schwärmer.  Der Mittlere Weinschwärmer ist die bei uns am häufigsten vorkommende Schwärmer-Art. Der Schmetterling hat eine Spannweite bis 60 mm, olivgrüne und rote Flügel mit pinkfarbigen Flügelrändern. Auch der Körper des Falters ist olivgrün und pinkfarbig. Die Falter fliegen in einer Generation von Mitte Mai bis Juni; ab Juni bis August kann man dann die Raupen entdecken. Den Mittleren Weinschwärmers findet man in Auwäldern, an Gewässer-Rändern, aber auch in Parks und Gärten. Als Futterpflanzen benötigen die Raupen Weidenröschen, verschiedene Springkräuter, Blutweiderich aber auch die Gemeine Nachtkerze.

Hier hat sich eine ziemlich ausgewachsene Raupe auf der Unterseite eines Blattes des Kleinen Springkrauts versteckt. Sie hat die volle Größe von ca. 80 mm erreicht und ist dunkel gefärbt. Das deutet darauf hin, dass sie sich bald verpuppen wird. Anfangs sind die Raupen grün und verstecken sich tagsüber auf der Unterseite der Blätter der Wirtspflanze. Gefressen wird in diesem Stadium nur nachts. Erwachsene Raupen fressen allerdings auch tagsüber.

Die Raupe sitzt kopfüber auf der Blattunterseite. Man kann die Musterung der einzelnen Abschnitte erkennen. Der weiße Punkt am Hinterleib ist das für die Schwärmer-Raupen typische Hinterleibshorn. Offenbar ist die Raupe in Richtung Boden unterwegs, wo sie sich wahrscheinlich in einem lockeren Gespinst verpuppen wird.

Deutlich sichtbar sind die beiden Augenflecke auf jeder Körperseite der Raupe.

Die ersten Hinterleibs-Segmente tragen auf jeder Körperseite Augenflecken, die auf der einen Seite schwarz – und auf der anderen Seite weiß sind. Bei Gefahr zieht die Raupe den Kopf in die ersten beiden Segmente ein und bewegt sich wie eine kleine Schlange. Dies hat eine bedrohliche Wirkung auf eventuelle Feinde.

Die Puppe überwintert und schlüpft im nächsten Frühjahr. Die auffallenden schwarz-weißen Augenflecke sind deutlich sichtbar; auf der Kopfseite kann man die eigentlichen Augen der Raupe erkennen.