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Vielstängeliges Schaumkraut

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Das Vielstängelige Schaumkraut gehört zur artenreichen Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse. Von oben betrachtet kann man die vier kreuzförmig angeordneten Blütenblätter erkennen. Die Pflanze ist im Kraichtal vor allem in Weinbergen anzutreffen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art in Deutschland kräftig verbreitet. Vor einigen Jahrzehnten war die Pflanze noch recht selten. Sie blüht – je nach Witterung – schon im Februar und kann in einem Jahr mehrere Generationen hervorbringen; das heißt, dass man sie bei günstiger Witterung fast das ganze Jahr blühend finden kann.

Eine inzwischen häufige, aber oft übersehene Blütenpflanze der Ackerränder und Weinberge.

Waldkauz

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Lebensraum des Waldkauzes ist der Wald. Hier brütet er in alten Laubbäumen mit großen Höhlen.  Auch er jagt vorwiegend Mäuse, aber auch Insekten. Wenn sich Jungvögel in der Nisthöhle befinden, kann er auch Menschen gegenüber aggressiv reagieren. Der abgebildete Waldkauz hatte seine Bruthöhle in einer alten Buche, die in etwa 12 m Höhe abgebrochen war – und offenbar eine größere Höhle hatte. Diese war von Efeu überwuchert. Wenn dann am Nachmittag die Sonne auf die Höhle schien, ließ er sich regelmäßig beim Sonnenbad beobachten. Bei Störungen zog er sich in die Höhle zurück. Er bewohnt diese Baumhöhle seit mindestens Frühjahr 2015

Dies sind Aufnahmen vom März 2018: Dank an die Forstverwaltung: Trotz intensiver Durchforstung des Bestandes im Bereich des Waldkauz-Baumes durfte dieser stehenbleiben. Ergebnis: Der Baum ist immer noch ein „Waldkauz-Baum“….

Eine schöne Aussicht ….

 

Waldohreule

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Die Waldohreule ist etwas kleiner als der Waldkauz und ungefähr so groß wie die Schleiereule. Ein Kennzeichen sind die langen Federohren, die während der Balz, bei Alarm oder in der Tarnhaltung gut zu sehen sind. Waldohreulen kann man bei uns im Kraichtal  in Gehölzen und Bäumen in Waldnähe beobachten. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv ist, kann man sie tagsüber oft in Nadelbäumen beobachten, wo sie recht gut versteckt den Tag verbringt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Mäusen. Waldohreulen brüten meist in verlassenen Nestern anderer Vögel, z.B. Krähennestern.

Die Jungvögel verbringen im Laufe ihrer Entwicklung einige Tage als sog. „‚Ästlinge“ außerhalb des Nestes, wo sie von ihren Eltern gefüttert werden. Dabei fallen vor allem ihre lauten und durchdringenden „Bettelrufe“, die „herzzerreißend“ klingen und sehr weit zu hören sind, auf. Oft sind in den Bäumen, wo sich die Ästlinge aufhalten, größere Ansammlungen von Jungvögeln zu entdecken. Dies birgt aber auch Gefahren für die Jungeulen. Wenn sie zum Beispiel von Rabenkrähen entdeckt werden, kann dies das Ende bedeuten. Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Vorfall:

Eine junge Waldohreule wurde von Krähen in einem Baum entdeckt und sofort attackiert. Glücklicherweise geschah dies in einem parkähnlichen Hausgarten. Die Besitzerin bemerkte den Vorfall und brachte die Waldohreule in ihrem Haus in Sicherheit. Anschließend wurde sie in eine Station für verunglückte Greifvögel gebracht, wo sie sich gut erholte und wieder ausgewildert werden konnte.

Beeindruckend ist die orange Iris der jungen Waldohreule.

Die Sache mit den Gewöllen

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Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse. Wenn er Junge zu versorgen hat, sind es entsprechend mehr. Die Mäuse werden nicht in einem Stück verzehrt; der Turmfalke reißt Teile vom Beutetier ab und verschluckt erst ganz zum Schluss den gesamten Rest. Haare, Federn oder Knochen kann er nicht verdauen. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile werden im Magen zu einer zylinderförmigen Masse zusammengefügt – und dann vom Vogel ausgewürgt. Meist umhüllen Haare die Knochenreste; so wird Verletzungen beim Auswürgen vorgebeugt. Das ausgewürgte Teil sieht wie ein Wollknäuel aus („Gewölle“).

Gewölle finden sich bei den meisten Greifvögeln und Eulen. Je größer das Beutetier, desto größer auch die Gewölle oder „Speiballen“.

Bei den Bildern handelt es sich um ein Weibchen. Deutlich sichtbar: der braune Kopf und Mantel und vor allem der gebänderte Schwanz sind sichere Erkennungsmerkmale.

Das Weibchen würgt mehrfach -und dann kommt das „Gewölle“ zum Vorschein.

Feldhase

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Der Feldhase ist im Kraichgau zwar seltener geworden, aber man kann ihn trotzdem noch beobachten. Weil es hier immer noch kleinere Felder, Streuobstwiesen und zahlreiche Feldgehölze gibt, kann er hier Deckung, aber auch Nahrung finden. Zudem profitiert er von den zahlreichen Zwischenfrucht-Flächen und Feldern mit Blühmischungen. Darüber hinaus nehmen viele Landwirte, aber auch die Jäger auf den schwindenden Bestand Rücksicht. So werden in einigen Gebieten spezielle Wildkräuter-Mischungen ausgebracht – und der Einsatz von Pestiziden beschränkt. Auch das Stehenlassen von Ackerrandstreifen hilft dem Feldhasen. Leider fallen in Deutschland auch viele Feldhasen dem Straßenverkehr zum Opfer. Der Feldhase gilt in Deutschland als bedrohte Tierart.

Der Feldhase wird ungefähr 50 – ca. 60 cm groß und kann ein Gewicht bis zu 8 kg erreichen. Er gehört innerhalb der Säugetiere zur Gruppe der Hasen – und nicht wie die Kaninchen, die Nagetiere sind. Und hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale: Feldhasen bauen kein Nest. Sie bringen ihre Jungen auf dem Feld in der sogenannten Sasse zur Welt. Kaninchen dagegen bauen Höhlen, in denen die Jungtiere so lange gesäugt werden, bis sie voll entwickelt sind. Hasen bringen bereits voll entwickelte Junge zur Welt; junge Kaninchen dagegen sind nackt und blind. Feldhasen sind viel größer als Kaninchen und haben viel längere Ohren. Feldhasen sind absolute Einzelgänger, Kaninchen leben oft gesellig in den entsprechenden Umgebungen zusammen.

Es ist Ende Januar: Feldhase im Winterfell. Der Feldhase ist ein sehr beliebtes und bekanntes Tier. Viele Erzählungen, Geschichten, Fabeln und Mythen haben den Feldhasen zum Inhalt. Aber auch einige Redensarten gehen auf das Verhalten des Hasen zurück, zum Beispiel  „Die Löffel spitzen“

Ein „echter Osterhase“. Das Bild entstand tatsächlich an einem Ostersonntag.

Grünspecht

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Den Grünspecht gehört zu den großen Spechtarten. Bei einer Körperlänge von ca. 35 cm erreicht er eine Spannweite von ca. 52 cm. Man kann ihn bei uns an vielen Orten beobachten: Wiesen, Weinberge, Äcker, Waldränder, Wegränder und andere offenen Stellen in der Flur. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spechten ist er häufig auf dem Boden zu beobachten, wo er vor allem nach Ameisen sucht. Wenn er eine ergiebige Futterquelle gefunden hat, besucht er diese regelmäßig, oft sogar mehrmals am Tag. Aber auch andere Insekten oder Spinnen verschmäht er nicht. Im Winter sucht er an Baumstämmen oder offenen Bodenstellen nach Ameisen, Spinnen oder anderen überwinternden Kleintieren.

Sein Gefieder ist am Rücken olivgrün und am Ende gelbgrün. Auf dem Kopf hat er eine rote Kappe; seitlich der Augen besitzt er eine schwarze Binde, die vom Schnabel bis hinter die Augen reicht. Beim Weibchen ist der Wangenstreif schwarz, beim Männchen (siehe Bild oben) ist er rot gefüllt. Der Grünspecht hat gerade im Wiesenboden nach Ameisen gesucht. Die Jungvögel unterscheiden sich im Gefieder deutlich von den Altvögeln. Mit der Herbstmauser aber bekommen sie das Erwachsenengefieder.

Weibchen

männlicher Grünspecht

junger Grünspecht

 

Grünfink oder Grünling

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Der Grünfink gehört innerhalb der Gruppe der Sperlingsvögel zu den Finken. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten ist der Grünfink, ähnlich wie der Haussperling, zu einem „Kulturfolger“ des Menschen geworden. Sein ursprünglichen Lebensräume waren der Waldrand, vor allem aber offene Feldfluren mit Hecken. Heute kann man ihn sogar in kleineren Gärten finden, wenn es dort eine dichte Hecke oder Bäume gibt. Sogar mitten in den Großstädten ist er ein typischer Vogel der Parks, Friedhöfe oder sonstigen Grünanlagen.

Seinen Namen verdankt er seiner Gefiederfarbe. Ein Merkmal sind aber die gelben Federn an den Flügelrändern und am Schwanz. Das Weibchen ist weniger auffällig gefärbt. Der kräftige Schnabel gibt einen Hinweis auf die Ernährung. Grünfinken ernähren sich von Samen oder Beeren und im Winter von ölhaltigen Sämereien. Selbst die Jungvögel werden überwiegend mit pflanzlicher Nahrung großgezogen. Im Winter ist er ein häufiger Gast an den Futterstellen. Dabei kann er sehr zutraulich sein.

    

Feldsperling

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Der Feldsperling ist bei uns seltener geworden. Zudem ist er recht scheu und lässt sich manchmal nur schwer beobachten. Er lebt überwiegend in den Hecken der Feldflur, wo er auch brütet. Außerhalb von Ortschaften kann man ihn auch in der Nähe von Gehöften finden, wo er in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen oder Mauerlücken sein Nest baut. Wenn man sie beobachtet, dann sind es meist kleinere Trupps – wie die drei beim Schlammpfützen-Bad – oder beim Auflesen der Erntereste, welche vom Traktor gefallen sind. Im Unterschied zum Haussperling hat er einen braunen Kopf und einen schwarzen Wangenfleck. Im Gegensatz zum Haussperling, den man auch in der Feldflur beobachten kann, sucht der Feldsperling nicht so sehr die Nähe des Menschen.

Feldsperlinge sind cleverere Vögel …

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Seit einigen Jahren findet man im Spätjahr bei uns im Kraichgau sogenannte Zwischenfrucht-Saaten auf den Feldern. Das ist eine ganz große Hilfe für viele Tiere in der vegetationsarmen Zeit. Hier finden sie zum einen Deckung, zum anderen steht aufgrund zahlreicher Pflanzenarten und ihrer unterschiedlicher Samen eine große Menge an Nahrung  für sie zur Verfügung. Im Kraichtal gibt es solche Flächen, auf denen mehr als 10 Vogelarten Nahrung finden. Und die Landwirte haben den Vorteil, dass die grünen Pflanzen bis zum Abfrieren einen Stickstoff-Vorrat bilden, der dann im Frühjahr dem Boden sofort zur Verfügung steht. Darüber hinaus bringen die gefrorenen Pflanzenteile im Frühjahr den Humusanteil in den Boden ein, den die stickstoffbildenen Bakterien unbedingt für diesen Stoffwechselprozess benötigen. Zudem bieten die gefrorenen, dann auf dem Feld liegenden Pflanzenteile einen wirksamen Erosions-Schutz gegen die Erosion durch Wind und Wasser und tragen auch erheblich zur Bodenlockerung und Verbesserung bei.

Nun aber  zum Feldsperling. Normalerweise kommen die Feldsperlinge nicht – oder nur ganz schwer – an die Samen der Sonnenblumen heran. Sie können sich nur ganz schwer kopfunter an die Fruchstände hängen, wie dies zum Beispiel die Meisen oder verschiedene Finkenarten können. Die Bilder zeigen nun, wie einige Vögel dieses Problem lösen: Dieser Feldsperling hat offenbar eine Lösung gefunden. Er reißt den Blütenboden der Sonnenblume auf und kommt dann gewissermaßen über die Hintertür an die Samen heran wie die Bilder belegen.

Gemeine Feuerwanze

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Die Gemeine Feuerwanze ist bei uns recht häufig. Ihren Namen hat sie wegen ihrer auffälligen Färbung. Mit dieser Färbung, die normalerweise nur bei giftigen Tieren vorkommt, täuscht die Feuerwanze Giftigkeit und damit Gefahr vor. Doch Feuerwanzen sind weder gefährlich noch giftig. Tatsächlich wird sie aber von Vögeln selten gefressen. Sie lebt gesellig – und wenn man ihr Biotop kennt, kann man sie auch fast das ganze Jahr entdecken. Die Feuerwanzen leben am Boden, sind aber oft an Baumstämmen zu finden. Vor allem im Herbst und Winter suchen sie hier Schutz. Sie ernähren sich von Pflanzen. Dabei saugen sie die Samen von Linden oder Robinien. Auch die Samen von Kräutern werden vereinzelt ausgesaugt. Sie ist kein Gartenschädling, trotzdem wird sie manchmal wegen ihrer großen Zahl – oder weil sie für schädlich gehalten wird, bekämpft. Aber sie richtet im Garten keinen Schaden an. Auch durch das Saugen an den Samen der Bäume kann kaum Schaden entstehen.

Bis die Gemeine Feuerwanze geschlechtsreif ist, macht sie in sehr kurzer Zeit zahlreiche Häutungen durch. Bei der Feuerwanze gibt es 5 Larvenstadien, die alle unterschiedlich gefärbt sind. Einige dieser Stadien sind auf den Bildern sichtbar.