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Weißes Waldvögelein

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Das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein bilden die weißlich blühenden Vertreter der Waldvögelein-Gruppe innerhalb der Orchideen bei uns im Kraichtal. Auch sie brauchen lichte Stellen im Wald, die weder den vollen Sonnenschein noch den tiefen Waldschatten bieten müssen. Bei uns im Kraichtal sind auch sie recht selten.

Die Blüten des Weißen Waldvögeleins sind nicht weiß sondern eher gelblich oder auch grünlich. Im Gegensatz zu den anderen Waldvögelein-Arten öffnen sie ihre Blüten nicht so weit. Die Blätter sind im Vergleich zum Schwertblättrigen Waldvögelein kürzer und eiförmig.

Die Bestäubung erfolgt meist durch Selbstbestäubung, da wegen der kaum geöffneten Blüten auch nur wenige Insektenbesuche stattfinden.

Manchmal findet sich aber doch eine weiter geöffnete Blüte

Ihr Bestand ist auch durch Waldbaumaßnahmen und zunehmenden Stickstoffeintrag in die Waldböden gefährdet. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen sie dann. Wenn zum Beispiel ein Kahlschlag erfolgt, dann ist der dortige Bestand dieser Orchidee stark gefährdet, weil sie die dadurch entstehenden Lichtverhältnisse nicht erträgt. Aber auch der zunehmende Stickstoffeintrag über die Luft in die Waldböden gefährdet die Bestände. Brombeeren und andere schnell wachsende Sträucher und Kräuter verdrängen die konkurrenzschwachen Pflanzen.

Die Blütezeit ist bei uns von Mitte Mai bis Mitte Juni. Glücklicherweise gibt es bei uns noch Stellen, an denen man die Orchideen noch blühen sehen kann. Wie alle Orchideen ist auch das Weiße Waldvögelein streng geschützt!

Graureiher bei der Mäusejagd

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Der Graureiher oder  Fischreiher – wie er bei uns wegen seiner Aufenthalte an Fischgewässern – auch genannt wird, liebt neben den Gewässern auch Felder und Wiesen, wo er nach Nahrung sucht. Und er ist sehr erfolgreich, wie man sehen kann:

Immer, wenn ein Graureiher diese Haltung einnimmt, dann hat er eine Beute im Blick. Normalerweise steht er aufrecht und fast bewegungslos in der Wiese. Wenn er eine Beute geortet hat, schreitet er in Zeitlupe auf die vermutete Stelle zu, den Blick starr nach unten gerichtet.

Ganz langsam bringt er sich in Stellung.

Und dann – ein blitzschneller Stoß mit dem Schnabel – und er hat eine Maus gefangen.

Die Beute wird dann im Schnabel noch mehrfach zurechtgelegt

…. und dann ohne große Probleme verschluckt.

Ein paar Rabenkrähen sind auf den Fang aufmerksam geworden und nähern sich …

und dann fliegt der Reiher davon.

Wiesen und Felder sind tatsächlich Jagdgebiete für die Graureiher. Vor allem, wenn sie Junge versorgen müssen, dehnen sie ihr Jagdgebiet deutlich aus. Zu ihrer Beute gehören Fische, Frösche, Kleinsäuger, aber auch Eier und gelegentlich Nestlinge von Bodenbrütern. In Fischteichen können sie großen Schaden anrichten. In einigen Bundesländern zählen Graureiher zum jagdbaren Wild.

Rotes Waldvögelein

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Das Rote Waldvögelein blüht als letzte Vertreterin der Waldvögelein-Arten bei uns im Kraichtal. Sie ist – auch wie die anderen beiden Arten – bei uns recht selten. Auch sie blüht überwiegend in lichten Stellen im Wald. Man kann sie finden, wenn die anderen Arten – das Schwertblättrige Waldvögelein und das Weiße Waldvögelein – schon verblüht sind. Die klassische Blütezeit ist Anfang Juni und dauert bis Mitte Juli. In diesem Jahr blüht das Rote Waldvögelein im Vergleich zu den letzten Jahren bei uns schon etwas früher.

Ihren Namen hat die Orchidee zum einen von der roten Farbe – und zum anderen weil die Form der Blüte einem auffliegenden Vogel gleicht. Auch hier blüht das Rote Waldvögelein am Rand eines Waldweges. Die Pflanze mag weder volle Sonne noch tiefen Waldschatten. Deswegen sind Waldwege und Lichtungen in lockeren Buchenwäldern  ideale Wuchsorte.

Das Rote Waldvögelein wird von verschiedenen Insektenarten (bestimmte Wildbienen und Fliegen) bestäubt. Aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Wie alle Orchideen ist auch das Rote Waldvögelein bei uns streng geschützt.

Der Blütenstand des Roten Waldvögeleins ist eine lockere Ähre. Beim Roten Waldvögelein kann der Blütenstand bis zu 20 Blüten enthalten. Wie bei den meisten einheimischen Orchideen kann man auch hier erkennen, dass die unteren Blüten zuerst aufblühen. Nach und nach folgen dann die restlichen Blüten.

Viele Raupen sind auf Brennnesseln angewiesen

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In unserer Kultur-Landschaft scheint es kaum noch Platz für Brennnesseln zu geben. Sobald sich eine Ansammlung davon am Wegesrand bildet, wird sie gemäht. Viele finden einen solchen Anblick als störend, unordentlich und unsauber. Dabei verbirgt sich an solchen Stellen oft mehr Leben als in einem hunderte Quadratmeter großen sorgfältig gepflegten und „unkrautfreiem“ Rasen um das Haus. Die Zeiten, in denen Brennnesseln hochwillkommen waren – und der Mensch noch vieles mit ihnen anzufangen wusste, sind offenbar leider vorbei.

Große Brennnessel-Bestände finden sich an Wegrändern, Waldrändern, in Wäldern oder entlang von Feldern. Dabei ist sie für viele Tierarten – unter anderem für mehr als 20 Schmetterlingsarten – eine Lebensgrundlage für den Nachwuchs. Darunter sind Schmetterlingsraupen, die sich ohne Brennnesseln nicht zum fertigen Schmetterling entwickeln können. Dazu gehören auch die Raupen des Tagpfauenauges, eines Schmetterlings, der vielen von uns bekannt ist, und den wir eigentlich bei uns nicht vermissen wollen.

Am Gespinst hängen noch die Reste der gehäuteten Raupen des Tagpfauenauges

Junge Raupen, die sich gerade gehäutet haben und aus dem Gespinst herausgekommen sind. Man kann auch die unterschiedliche Färbung der Raupen erkennen.

Zwar kommt der erwachsene Falter mit unseren Umweltbedingungen gut zurecht, weil er wenig spezialisiert ist und auf eine große Zahl von Futterpflanzen zurückgreifen kann, doch als Raupe braucht er für seine Entwicklung unbedingt die Brennesseln. Und die müssen so lange stehen bleiben, bis er sich mehrmals gehäutet hat. Und dann verpuppt er sich. Bis der fertige Schmetterling dann schlüpft, können mehr als 6 Wochen vergehen. eine recht lange Zeit also, in denen die Bestände stehen bleiben sollten …..

Die Bilder zeigen fast erwachsene Raupen des Tagpfauenauges. Sie sind schwarz mit weißen Punkten – und sie besitzen dornige Fortsätze. Anfangs leben sie noch in großen Gruppen, wenn sie nach mehreren Häutungen ihre Endgröße erreicht haben, gehen sie einzeln auf Futtersuche und suchen sich einen geeigneten Platz zum Verpuppen.

Das Umweltamt der Gemeinde Kraichtal stellt deswegen ehrenamtlichen Helfern und Naturschützern solche Schilder zur Verfügung, die darauf hinweisen, dass hier Pflanzen wachsen, die für andere schützenswerte Lebewesen (z.B. Schmetterlinge oder Wildbienen) wichtig sind. Es wäre toll, wenn diese Hinweise auch überall beachtet würden.

Zu den „Brennnessel-Faltern“, also den Faltern, die während ihrer Entwicklung unbedingt Brennnesseln brauchen,  gehört neben dem Tagpfauenauge auch der Kleine Fuchs, das Landkärtchen, der C-Falter und der Admiral. Darüber hinaus nutzen auch zahlreiche andere Arten die Brennnessel als Futterpflanze für ihre Raupen.

 

Schwalbenschwanz

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Der Schwalbenschwanz ist ein sehr großer Schmetterling. Gemeinsam mit dem Segelfalter ist er die größte Schmetterlingsart in Deutschland. Seinen spitzen Anhängseln an den Hinterflügeln, die wie der Schwanz einer Rauchschwalbe aussehen, hat er seinen Namen zu verdanken. Die Hauptfarben sind schwarz-gelb, sowie rote Augenflecken an den Flügelrändern der Hinterflügel. Die Hinterflügel tragen am Rand ein blau gefärbtes Band. An den Vorderbeinen hat er lange Haare, die wie ein Kämmchen aussehen. Er verwendet sie zum Putzen.

Der fertige Schmetterling ernährt sich von verschiedenen Blütenpflanzen, hier zum Beispiel am Rotklee. Mit seinem langen Rüssel kommt er leicht an die Nektarquellen in den Blüten heran.

Der Schwalbenschwanz liebt offene und sonnige Flächen und Magerrasen, wo er seine Eier ablegen kann. Als Futterpflanze brauchen die Raupen des Schwalbenschwanzes  Doldenblütengewächse, zum Beispiel  die Wilde Möhre.

Ein Kennzeichen der Wilden Möhre ist es, dass sich die Dolden nach dem Verblühen wie ein Vogelnest zusammenballen.

Das Schmetterlingsweibchen legt seine Eier direkt auf die Blätter der Futterpflanze. Wenn die Raupen schlüpfen, fangen sie sofort mit dem Fressen an. Die Raupen häuten sich mehrfach – und sehen nach jeder Häutung anders aus. Im folgenden Bild ist eine fast ausgewachsene Raupe zu sehen.

Die Raupen des Schwalbenschwanzes sind auffällig gefärbt. Schwarze Bänder mit roten Flecken auf grünem Grund.

Natürlich  kann man die Raupen auch im Kulturland finden, wenn dort auf Äckern oder in Gärten die Kultur-Möhre, Dill  oder Pastinak angebaut wird.

Da die Wilde Möhre vorwiegend auf Magerwiesen vorkommt, ist das Vorkommen des Schwalbenschwanzes stark bedroht. Er steht deswegen unter Naturschutz. Meist hält sich der erwachsene Falter auf reich blühenden Wiesen auf. Bevorzugte Futterplanzen sind der Rotklee, aber auch der Flieder wird geschätzt.

Die erwachsenen Falter leben in blütenreichen Wiesen, wo sie sich von zahlreichen Blütenpflanzen ernähren. Hier ist es eine Wiese mit Rotklee.

Im Flug ist der Schwalbenschwanz nicht zu übersehen.

Mitte Juli: Dieser Falter ist schon stark „abgeflogen“. Die Flügel sind beschädigt und teilweise durchlöchert.  Auch die Farben sind im Vergleich zur ersten Sommergeneration stark verblasst. Trotzdem kann der Falter damit noch recht gut fliegen. Dieser holt sich bei einer Wilden Karde gerade Nektar aus den Blüten.

Vom Schwalbenschwanz gibt es im Jahr 3 Generationen. Die erste Generation fliegt bei uns von Ende Aril bis Juli, die beiden folgenden Generationen fliegen im  Juli und im  September. Die Raupen der 3. Jahresgeneration verpuppen sich im Herbst und überwintern als Puppe.

 

Teichrohrsänger

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Auch der Teichrohrsänger ist bei uns im Kraichtal Brutvogel. Von Ende April bis Ende September/Anfang Oktober kann man ihn hier beobachten. Er brütet im dichten Schilf von Teichen, Seen und entlang von schilfbestandenen Gräben. Auch er gehört zu den Langstreckenziehern, die südlich der Sahara überwintern. Für den ungefähr 6000 km langen Flug muss er sich im Laufe des Jahres genügend Fettreserven anfressen. Dies gilt natürlich auch für alle Jungvögel.

Er ist ein geschickter Kletterer zwischen den Schilfhalmen. Er ernährt sich von Insekten und deren Larven, Spinnen und Weichtieren.

Sein Gesang ist zum einen wegen seiner Lautstärke und seinen „schnarrenden“ kurzen Rufen, die häufig wiederholt werden,  auffällig.

Sein Gefieder ist gut an die Umgebung im Schilf angepasst. Die Rückenseite ist braun, die Kehle und die Unterseite ist gelblich weiß. Er ähnelt sehr dem Sumpfrohrsänger, von dem man ihn eigentlich auch durch den Gesang  nicht sicher unterscheiden kann. Allenfalls durch die Vielzahl der verwendeten Gesangs-Motive kann man den Sumpfrohrsänger vom Gesang her bestimmen. Unterschiedlich ist aber sein Verhalten im Schilf. Im Gegensatz zum Sumpfrohrsänger, der häufig auffliegt, hüpft der Schilfrohrsänger meist geschickt von Halm zu Halm.

Er bleibt bis Ende September/Anfang Oktober bei uns, weil er bei günstiger Witterung und ausreichendem Nahrungsangebot 2-3 Bruten pro Jahr durchführt. Die Hauptbrutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Dabei legt das Weibchen jeweils 3 bis 5 Eier. Der Teichrohrsänger wird häufig zum Opfer des Kuckucks, der besonders oft seine Eier in den Nestern des Teichrohrsängers unterbringt. Meist zieht dann der Teichrohrsänger den jungen Kuckuck zugunsten der eigenen Brut auf.  Andere Rohrsängerarten entfernen manchmal die Kuckuck-Eier aus ihrem Nest. Beim Teichrohrsänger ist dies aber kaum der Fall. Die Zukunft des Teichrohrsängers bei uns im Kraichtal hängt in erster Linie aber nicht vom Kuckuck – sondern davon ab, ob bestehende Feuchtgebiete mit vorhandenem Schilfgürtel sauber bleiben und so auch in Zukunft weiter bestehen können.

Gartenrotschwanz

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Der Gartenrotschwanz ist heute nicht mehr so oft im Kraichtal anzutreffen wie dies noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war.  Aber:  Der Bestand des Gartenrotschwanzes hat sich in den letzten Jahren wieder stabilisiert. Man kann ihn bei uns wieder häufiger beobachten. 2011 war er Vogel des Jahres in Deutschland. Er liebt strukturierte Landschaften, zum Beispiel Streuobstwiesen. Denn er ist als Halbhöhlenbrüter auf alte Bäume angewiesen. Wenn die Umgebung passt, dann ist er auch in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. In einer Zeit, als es noch baumreiche Hausgärten gab, war das sein eigentlicher Lebensraum. Daher auch seine Name. Aber er nimmt auch Nistkästen als Brutstätte an. Diese haben wegen des notwendigen Lichteinfalls vergrößerte oder mehrere Öffnungen. Der auf dem Titelbild zu sehende Nistkasten wird vom Gartenrotschwanz nur selten angenommen.

Der Gartenrotschwanz ist von Ende April bis Ende August bei uns. Er überwintert in Afrika jenseits der Sahara. Er ist also ein Langstreckenzieher. Das Gartenrotschwanz-Männchen ist auffällig gefärbt. Das Gesicht und die Kehle sind schwarz, der Kopf und die Flügel sind grau und die Bauchseite ist kräftig rostrot bis orange gefärbt. Auch der Schwanz ist rostrot. Auf der Stirn oberhalb des Schnabels ist er weiß.

Wenn er Ende April aus Afrika ankommt, sucht er sofort nach einer passenden Nisthöhle. Oft greift er dabei auf die Bruthöhle des Vorjahres zurück. Hat er ein Weibchen gefunden, inspiziert dieses die angebotene Nisthöhle. Als Halbhöhlenbrüter muss sie auch im Inneren zumindest einen schwachen Lichteinfall bieten. So brütet der Gartenrotschwanz oft in Spechthöhlen mit großer Einflugöffnung oder Mauerlücken, aber auch hinter Bretterverschalungen oder in Holzstapeln.

Das Weibchen inspiziert die angebotene Bruthöhle in einem „Insekten-Hotel“ hinter der Holzverschalung. Es ist nicht so kontrastreich gefärbt wie das Männchen. Aber auch hier findet sich ein rostroter Schwanz. Die Kehle und die Bauchseite sind grau-rötlich gemustert.

Das Männchen zeigt dem Weibchen die Bruthöhle.

Das Weibchen inspiziert die Höhle, fliegt hinein und bleibt in der Höhle.

Jetzt kann die Brutzeit beginnen! Das Paar hat sich gefunden und bleibt für diese Saison zusammen. Beim Gartenrotschwanz gibt es nur eine Jahresbrut, weil er recht früh mit dem Rückflug nach Afrika beginnt.

Purpur-Knabenkraut

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Das Purpur-Knabenkraut gehört zur Familie der Orchideen. Es kommt im Kraichtal an wenigen Stellen vor. Man findet sie vereinzeln in lichten Wäldern, entlang von Waldwegen und Waldrändern. Manchmal findet man sie auch auf  Wiesen in Waldnähe. Sie blüht – je nach Witterung – Anfang Mai bis Anfang Juni. Sie ist eine der größten Orchideen bei uns und kann Wuchshöhen von über 80 cm erreichen.

Oft bildet das Purpurknabenkraut kleinere Bestände wie hier an einem Waldrand. Ihren Namen hat sie, weil der obere Teil des Stängels und die Blüten purpurrot überlaufen sind – und auch die Einzelblüten purpurfarbene Punkte aufweisen.

Wie bei den meisten einheimischen Orchideen öffnen sich die Blüten des Blütenstandes von unten nach oben. Zuerst blühen die unteren Blüten. Hier kann man auch deutlich sehen, warum die Orchidee den Namen „Purpur-Knabenkraut“ erhalten hat, wenn man die Farbe der noch geschlossenen Blüten betrachtet.

Die Zeichnungen der einzelnen Blüten von Pflanze zu Pflanze sind sehr variabel.

Der Name „Knabenkraut“ entstand daher, weil diese Orchideen hoden-ähnliche Knollen entwickeln. Zudem sehen die Blüten aus wie kleine Männlein. Wie alle Orchideen ist auch das Purpur-Knabenkraut in seinem Bestand gefährdet und deswegen geschützt!

Die jungen Stare sind flügge, aber sie wollen nicht ausfliegen!

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Stare sind Höhlenbrüter. Jede verlassene Höhle wird, wenn möglich als Kinderstube benutzt. Hier ist es ein alter Apfelbaum, in dem mehrere Starenfamilie ihre Jungen großziehen. Die zwei Jungvögel sind die letzten der Brut, die das Nest verlassen sollen. Ein Altvogel sitzt vor dem Nest und lockt.

Die beiden Jungvögel sind hoch interessiert, trauen sich aber nicht aus der Nisthöhle.

Der andere Altvogel kommt. Er hat einen Schnabel voller Insekten dabei. Es ist erstaunlich, wie es der Altvogel schafft, so viele Insekten in seinem Schnabel festzuhalten.

Er landet unterhalb des Nestes und fliegt dann auf den Nachbarbaum, von wo aus er die Jungvögel lockt.

Die sind aber nicht bereit, für das angebotene Futter die Bruthöhle zu verlassen.

Da erscheint der andere Altvogel an der Höhle. Er hat ein Super-Angebot dabei: Eine Blindschleiche. Jetzt muss es doch klappen!

Die Jungen schnappen zu; der Altvogel lässt nicht locker und will die Jungen offenbar aus der Nisthöhle ziehen.

Ein wildes Gerangel und Gezerre mit beiden Jungvögeln beginnt.

Die Bemühungen bleiben umsonst. Der Altvogel verschwindet mit seiner attraktiven Beute.

Die Jungen schreien wild hinterher – und bleiben in der Höhle.

Die Jungvögel bleiben  am Einflugloch und warten erst mal ab. ….

Wenig später: Offenbar hat der Hunger doch gesiegt. Die Höhle ist leer. …

18 Wochen später: Ende September. Jungstare unter sich. Vielleicht sind sie auch dabei …..

Pantherspanner

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Der Panther- oder Fleckenspanner ist ein tagaktiver Nachtschmetterling. Auch bei uns im Kraichtal kann man ihn vereinzelt beobachten. Die Flügelspannweite beträgt knapp 2-3 cm. Er gehört zur Schmetterlingsfamilie der Spanner. Dies ist eine der größten Schmetterlingsfamilien mit weltweit mehr als 20.000 Arten.

Den Namen „Spanner“ verdanken die Schmetterlinge der Art der Fortbewegung ihrer Raupen. Dabei rückt der Hinterleib bis an das Vorderende heran. Der Körper der Raupe bildet dann eine Art „Schlaufe„, die wie ein Omega aussieht. Danach bewegt sich der Kopfteil der Raupe wieder nach vorne, bis der gesamte Körper flach gespannt ist. So besteht die gesamte Fortbewegung aus einem ständigen Wechsel von Anspannen und Entspannen des Körpers der Raupe.

Bei uns im Kraichtal kann man den Pantherspanner in lichten Wäldern und entlang lichter Waldwege beobachten. Die Falter fliegen bei uns von Ende April bis Juli.

Ab September kann man die grünen Raupen des Pantherspanners finden. Im September verpuppen sich die Falter in einem mit Erde vermischten Gespinst.  So überwintern sie. Im nächsten Frühjahr schlüpfen dann die fertigen Falter.