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Auf Wiesen und Weiden

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Es ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die seit einigen Jahren bei uns zu beobachten ist. Auf vielen Streuobstwiesen oder Brachen sieht man Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde. Gerade in unserer hügeligen Landschaft  werden so schwer zu bewirtschaftende Flächen freigehalten. Und die Weidehaltung bringt viele Vorteile: Landschaftspflege, vielfältiges Futter, in Folge daraus Lebensraum für Insekten,  Vögel und Kleinsäuger, die dort Futter finden. Und darüber hinaus bringt es Leben in die Landschaft – und nicht zuletzt Entdeckungsmöglichkeiten, die es sonst kaum mehr gibt.  Dabei kann man manche Überraschung erleben.

Eindrucksvoll: Der Boss mit der „Rose“ auf der Stirn

Ziegen in der „Sommerfrische“

Viele Grüße von der Streuobstwiese! ….

…. und neue Gesichter im Kraichgau

Rotfußröhrling

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Der Rotfußröhrling gehört zu den Röhrenpilzen. Er ist ein typischer Herbstpilz – und er ist essbar. Es gibt ihn in vielen Variationen und Färbungen; oft verfärbt er sich  – je nach Art – intensiv blau oder gelb. Man kann ihn im Laub- und Nadelwald von Juni bis Oktober finden. Er hat einen leicht säuerlichen Geschmack und eignet sich vor allem für Mischpilz-Gerichte. Allerdings sollten nur junge und festfleischige Exemplare verspeist werden! Rotfußröhrlinge sind oft von Pilzen befallen. Dies macht den Pilz ungenießbar und giftig. Bei uns im Kraichtal ist er in diesem Jahr – wie viele andere Pilzarten auch – wegen der lang anhaltenden Trockenheit nicht sehr häufig.

Hinweis für Pilzsammler: Grundsätzlich sollte man nur die Pilze sammeln, die man genau kennt!

Dieser Rotfußröhrling ist von einem Pilz befallen – und damit ungenießbar geworden. Die gelbe Röhrenschicht unter dem Hut verfärbt sich blau, wenn man seine Festigkeit prüft. Die Färbung tritt sehr schnell auf. Auf dem Bild sieht man die beginnende Verfärbung (Daumen-Abdruck).

Ein weiteres Merkmal: Fraßstellen färben sich im Bereich des Hutes oft rot.

 

Da Pilze – je nach Umgebung – sehr variabel sein können, kann auch dieser Blog, kein Buch oder das Internet für Ihre Sicherheit garantieren. Sie selber sollten die Pilze, die sie zum Verzehr sammeln, ganz genau kennen – oder ganz einfach stehen lassen.

Wiesensalbei

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Der Wiesensalbei gehört zu der großen Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Diesen Namen hat die Familie, weil fast alle Lippenblütler Blüten mit einer Ober- und Unterlippe haben, also von der Seite aussehen wie ein geöffneter Mund. Der Wiesensalbei blüht von Ende Mai bis Ende August oder September.  Dabei zeigt diese Pflanze eine ganz besondere Anpassung an die Bestäubung:

Aus der Blüte ragt die leicht nach unten gebogene, zweigeteilte Narbe (blau, fadenförmig) hervor. In der Oberlippe der rechten oberen Blüte sieht man die beiden Staubblätter mit den beiden Staubbeuteln hervorschauen. Die breitgefächerte Unterlippe dient als Landebahn für die anfliegenden Insekten. Das, was diese in der Blüte suchen, ist der Nektar, der sich ganz weit hinten, im Bereich der grünen Kelchblätter befindet. Nun werden die Insekten erwartet, vor allem die Hummeln.

Eine Insekt fliegt an und fährt schon den Saugapparat aus. Wenn es jetzt weiter bis zum Ende der Blütenkronröhre kriecht, streift sie an der Narbe die Pollenkörner ab, die vom letzten Blütenbesuch auf ihrem „Pelz“ hängen geblieben sind. Befinden sich Pollen des Wiesensalbeis darunter, ist die Blüte bestäubt.

Eigentlich haben die meisten Lippenblütengewächse 4 Staubblätter in jeder Blüte. Beim Wiesensalbei sind die 4 Staubblätter zu zwei Staubblätter mit Staubbeuteln am einen Ende und  mit einer Art „Klappmechanismus am anderen Ende verwachsen. Wenn nun das anfliegende Insekt mit dem Rüssel in die Blütenkronröhre vordringt, dann stößt es die beiden Staubblätter nach hinten – und diese  Staubblätter klappen wie „Bahnschranken“ nach unten und berühren mit den Staubbeuteln den Rücken des Insekts. Durch  Bewegungen werden die Pollen ausgeschüttelt und auf dem Rückenpelz verteilt.  Wenn dann die nächste Blüte besucht wird , werden dort die mitgebrachten Pollen an der nächsten Narbe abgestreift.

Hier kann man sowohl die Narbe als auch die Staubblätter auf dem Rücken der Hummel erkennen.

Weil sich der Nektar ganz weit an Grunde der Blütenkronröhre befindet, haben eigentlich nur Hummeln die Chance, an den Nektar heranzukommen. Denn bei den Honig- und vielen Wildbienen ist der Saugapparat zu kurz. Trotzdem haben diese Insekten dann einen Weg gefunden. Sie fliegen seitlich an die Blüte heran und beißen sich durch die Kelchblätter bis zur Blütenkronröhre durch. So kommen auch sie an den Nektar, ohne die Blüte bestäubt zu haben. Deswegen bezeichnete man diese Insekten als manchmal als „Honig-Diebe“.

 

Tagpfauenauge

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Das Tagpfauenauge aus der Familie der Edelfalter ist ein Beispiel für die Zusammenhänge in der Natur, die für viele verborgen bleiben. Er kommt nur dort vor, wo Brennnesseln wachsen, denn seine Raupen ernähren sich fast ausschließlich von Brennnesseln. Daneben gibt es viele andere Schmetterlingsarten, welche die Brennnessel für die Ernährung der Raupen brauchen.  Tagpfauenaugen fliegen in zwei Generationen. Die erste Generation fliegt von Juni bis August, die zweite Generation fliegt von August bis Oktober. Die Überwinterung erfolgt an geschützten Orten.

 

Große Brennnessel

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Die große Brennnessel ist für viele Menschen das Unkraut schlechthin. Dabei ist sie aus ökologischer Sicht sehr wertvoll. Und auch für uns Menschen hat sie eine große Bedeutung. Ihr Einsatzgebiet ist vielfältig: Verwendung in Salaten, in kosmetischen Produkten, pharmazeutische Produkte, Insektizide und vieles mehr.Wo sie wächst, befinden sich viele Nährstoffe im Boden. Die Brennessel ist ein Nährstoffzeiger. Sie kommt mit fast allen Bodenbedingungen zurecht.  Ihre Brennhaare brechen bei Berührung an der Spitze ab und wirken dann wie kleine Injektionsnadeln. Im Naturhaushalt sind Brennnesseln ebenfalls sehr wichtig. Für viele Tierarten, vor allem Schmetterlinge und andere Insektenarten sind sie die Hauptnahrung. So kann eigentlich jeder etwas für die Erhaltung von Schmetterlingen tun, wenn er in seinem Garten ein paar Brennnesseln duldet.

Schillerfalter

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Der Schillerfalter ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter. Er war im Jahre 2011 Schmetterling des Jahres. Bei uns im Kraichtal ist er nicht sehr häufig. An Blüten kann man ihn kaum beobachten. Oft findet man ihn auf dem Boden, wo er sich vor allem von den im Aas oder Kot vorhandenen Nährstoffen ernährt. Von Juni bis August kann man ihn bei uns mit etwas Glück beobachten. Seinen Namen hat er von der schillern blau-violetten Färbung seiner Flügel, die in einem bestimmten Betrachtungswinkel zu sehen ist. Die Unterseite des Schmetterlings zeigt interessante Muster. Auffällig ist auch der gelbe Saugrüssel. Die Raupen ernähren sich vor allem von Weiden.

Rotmilan

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Der Rotmilan ist ein mittelgroßer Greifvogel, der lange Flügel und einen langen, gegabelten Schwanz hat. War er vor einigen  Jahren noch recht selten bei uns zu beobachten, so hat sich der Bestand des Rotmilans inzwischen im Kraichtal wieder leicht erholt. Auch er ist ein typischer Bewohner der Feldflur. Wie der Mäusebussard bezieht der Rotmilan Sitzwarten auf Bäumen und hohen Sträuchern. Meist aber ist er in der Luft zu sehen, wo er an seinem Flugbild leicht zu erkennen ist. Er ist viel wendiger und wirkt eleganter in seinem Flug als der Mäusebussard. Im Flug lässt er oft den Kopf leicht herabhängen und beobachtet so das überflogene Gebiet. In seiner Ernährung ist er nicht wählerisch; von Insekten bis zu Kleinsäugern, Aas oder Abfälle gehören zu seinem großen Nahrungsspektrum. Manchmal jagt er auch anderen Vögeln die Beute ab. Im Herbst sammeln sich aber die Rotmilane und warten gemeinsam auf günstigen Wind, der ihnen den Flug ins Winterquartier erleichtert. Ab Ende März kann man sie meist wieder bei uns im Kraichtal beobachten. Allerdings konnte man in den letzten beiden Jahren auch im Winter Rotmilane im Kraichtal beobachten. Ob es sich dabei aber um Brutvögel vor Ort – oder um Teilzieher aus anderen Gegenden handelt, konnte nicht festegestellt werden.

Wie schon gesagt, ist ihr Flug sehr elegant. Wenn sie von Krähen belästigt werden, dann scheinen sie mit den Krähen zu spielen. Ihr Flug wirkt lässig. Die Schwanzfedern werden ständig bewegt  und gedreht.

Wenn dann im Frühjahr die Brutzeit beginnt, kann es zu Konflikten mit anderen Greifvögeln kommen, wenn sie ihr Nest in deren Revier bauen. Aber auch hier zeigt sich, dass sie mit ihren Flugkünsten zumindest dem Mäusebussard mit Gelassenheit davonfliegen, wenn sie angegriffen werden.

Hier ist ein Rotmilan in das Revier eines Mäusebussards eingeflogen. Der Mäusebussard greift an. Der Rotmilan fliegt auf, dreht eine elegante Kurve nach rechts oben – und ist weg …

Abgesehen davon,  dass Krähen lästig werden können, gibt es kaum Probleme.

 

 

Vögel der Feldflur

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Felder, Wiesen, Ackerflächen, Wegränder, Weiden oder Weinberge. Hier kann man auf viele Vogelarten treffen. Im Kraichtal gibt es über 100 Vogelarten. Dieser BLOG zeigt einige von ihnen.

Jagdfasan

Der Jagdfasan gehört zu den Hühnervögeln. Er stammt aus Asien und wurde bei uns zu Jagdzwecken eingeführt. Da sich die Bestände der Vögel oft nur durch Auffrischung der Bestände aus Zuchten erhalten lassen, gibt es bei uns inzwischen mehrere Mutationen, welche sich im Aussehen unterscheiden. Fasane sind Vögel der Feldflur und ernähren sich dort von tierischer und pflanzlicher Nahrung. Fasanenhähne und -hennen haben unterschiedlich gefärbtes Gefieder. Im Sommer kann man beobachten, wie Fasanenhähne ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen.

Rebhuhn

Auch das Rebhuhn gehört zu den Hühnervögeln. Es ist im Laufe der letzten Jahrzehnte selten geworden. Da es kleinparzellige, abwechslungsreiche Vegetation braucht, ist es an vielen Orten auf dem Rückzug. Bei uns im Kraichtal kann man noch vereinzelt auf Rebhühner treffen. Derzeit läuft hier ein Programm, das den Tieren geeignete Schutzräume schaffen soll. In Gegenden mit riesigen Feldflächen kann man dagegen das Rebhuhn kaum noch antreffen.

Feldlerche

Das ist die Vogelart, die mit ihrem Gesang den Sommer verkündet. Die Besonderheit ist, dass er beim Auffliegen seinen Gesang ertönen lässt, diesen am Himmel  weit droben fortsetzt – und dann im langsamen Sinkflug den Gesang ausklingen lässt. Damit grenzt das Männchen – wie die meisten Vögel  – sein Revier ab. Lerchen sind Vögel der Feldflur. Aber sie sind gefährdet. Wegen der dichten Bepflanzung der Felder bleibt kaum eine Lücke für das Nest. Deswegen hilft man dem Vogel vielerorts durch die Einrichtung sog. „Lerchen-Fenster“. Das sind kleine freibleibende Flächen von wenigen Quadratmetern in einem Feld. Diese können die Vögel anfliegen und dort auch brüten. Durch ihr Gefieder sind sie sehr gut getarnt. Es ist recht schwierig, sie in offenem Gelände im Feld zu entdecken.  Auch im Winter lassen sich Feldlerchen bei uns beobachten. Entweder sind es Teilzieher aus dem Norden – oder es sind Vögel, die hier geblieben sind.

 

Schafstelze

Sie gehört zu den Stelzenverwandten und auch sie kann man von Mitte Mai an in den Feldern beobachten. Hier bleibt und brütet sie. Im Kraichtal gibt es mehrere Orte, an denen sie jedes Jahr brütet. Eindrucksvoll ist das leuchtend gelbe Prachtkleid der Männchen mit dem taubenblauen Kopf und dem weißen Überaugenstreif. Schafstelzen haben einen kürzeren Schwanz als die Bachstelze oder die Gebirgsstelze.

Feldsperling

Der Feldsperling ist bei uns seltener geworden, zudem ist er recht scheu und lässt sich manchmal nur schwer beobachten. Er lebt überwiegend in den Hecken der Feldflur, wo er auch brütet. Außerhalb von Ortschaften kann man ihn auch in der Nähe von Gehöften finden, wo er in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen oder Mauerlücken brütet. Wenn man sie beobachtet, dann sind es meist kleinere Trupps – wie die drei beim Schlammpfützen-Bad – oder beim Auflesen der Erntereste, welche vom Traktor gefallen sind. Im Unterschied zum Haussperling hat er einen braunen Kopf und einen schwarzen Wangenfleck.

Bluthänfling

Der Bluthänfling gehört zur Gruppe der Finken. Er bewohnt auch die Feldflur, wenn es dort  Hecken gibt und sucht sich auf den Feldern seine Nahrung. Sein Name kommt von der blutroten Prachtfärbung der Männchen auf Stirn und Brust während der Brutzeit.  Die Entwicklung in der Landwirtschaft, Raps anzubauen,sehr. Noch vor der End-Reife knackt er die Rapsschoten. Aber auch in den Weinbergen ist er zu finden. Im Winter überwintern im Kraichtal ganze Massen von Bluthänflingen – auch wegen der vielen Felder und Randstreifen mit Blühmischungen.

Distelfink, oder Steglitz

Der Distelfink ist auf die offene Feldflur spezialisiert. Brachliegende Felder, Unkrautflächen, aber auch Getreide- und Rapsfelder oder Sonnenblumen werden regelmäßig besucht. Er gehört bei uns zu den farbenprächtigsten Vögeln. Er ist ein Standvogel, das heißt, auch im Winter bleibt er bei uns und besucht die zahlreich angebotenen Futterstellen im Feld und in den Dörfern. Auch er tritt immer in kleinen Trupps auf, die sich gegenseitig vor Feinden warnen.

Türkentaube

Die Türkentaube ist eine mittelgroße Taube, die sich durch ihr einfarbiges, helles Gefieder von den anderen bei uns vorkommenden Taubenarten unterscheidet. Man findet sie oft in der Nähe menschlicher Siedlungen, wo sie auch gerne brütet. Ihre Nahrung aber findet sie vor allem in der umliegenden Feldflur. Im Winter besucht sie oft die angebotenen Futterstellen für Singvögel. Ihr Kennzeichen ist der schmale schwarze, weißgerandete Nackenring. Auch ihr Ruf ist charakteristisch. Die Betonung liegt dabei auf der zweiten Silbe:   “ … du-DUU-du“.

Ringeltaube

Die Ringeltaube ist die größte einheimische Taubenart. Auch sie ist eine typische Bewohnerin der Feldflur. Allerdings kann man sie seit einigen Jahren auch in der Nähe der menschlichen Siedlungen antreffen.  So brütet sie auch in geeigneten Biotopen (Parkanlagen, große Gärten) in den Dörfern. Ihr Kennzeichen ist der weiße Seitenfleck (sieht von weitem wie ein Ring aus, ist aber keiner) am Hals. Dazu fällt beim Fliegen ihr weißes Band auf  den Flügeln auf. Im  Winter kommen viele Ringeltauben zu uns ins Kraichtal und bilden dort oft riesige Schwärme mit mehreren Hundert Vögeln.


Rabenkrähe

Um sie gibt es viel Streit. War sie vor Jahrzehnten noch intensiv bejagt, genießt sie nun unseren Schutz. Zwar hat ihre Zahl deswegen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und tatsächlich jagt sie auch Singvögel und holt auch manches Ei aus dem Nest. Doch das tun viele andere Vogelarten auch: zum Beispiel die Amsel. Wenn man in den vergangenen Jahren auch die Greifvögel teilweise gnadenlos dezimiert hat – und damit auch die natürlichen Feinde aus der Landschaft verschwunden sind, zeigt es sich jetzt, dass auch wir Menschen eine bedeutende Rolle dabei gespielt haben. Rabenkrähen sind Allesfresser – und sie sind sehr intelligent. Und sie spielen auf den Feldern eine wichtige Rolle im Kampf gegen Schädlinge. Das sollten wir auch bedenken. Bei uns gibt es ganzjährig eigentlich nur die Rabenkrähen, die man am schwarzen Schnabel, der teilweise über die Nasenlöcher hinaus mit Federn verdeckt ist – und am schlankeren Körper erkennen kann. Ihr Vorkommen beschränkt sich nicht auf die Feldflur, längst haben sie auch den Straßenverkehr als Nahrungsbeschaffer entdeckt. Sie sind mitten unter uns. Wenn sie uns stören, dann sollten wir uns bemühen, auch unsere Gärten so zu gestalten, dass dort Kleinvögel leben und Nahrung und Schutz finden können. Und wir sollten uns über jeden Greifvogel freuen, der bei uns überlebt.

Saatkrähe

Ab Ende Oktober/Mitte November sind sie wieder da: die Saatkrähen. Sie kommen als Winterflüchtlinge aus dem Osten. Ihnen kann man aber kaum vorwerfen, dass sie die Singvögel dezimieren. Denn wenn im April die Brutsaison der meisten Singvögel beginnt, sind sie schon wieder aus unserem Gebiet verschwunden. Erwachsene Vögel kann man leicht von den Rabenkrähen unterscheiden. Ihr Schnabel ist grau, die Nasenlöcher sind unbedeckt, der Schnabel ist spitz und der Körper wirkt manchmal wie ein Sack und ist nicht so schlank wie bei den Rabenkrähen. Der Kopf ist nicht rund wie bei den Rabenkrähen. Saatkrähen haben eine steile Stirn. Der Lebensraum ist das offene Feld, das sie nach Nahrung durchsuchen. Abends suchen sie dann in großen Schwärmen mit großem Lärm ihre Schlafbäume auf, die sie mit Beginn des Tageslichts genauso wieder verlassen.

Elster

Die Elster hat wie die Rabenkrähe mit den gleichen Vorurteilen zu kämpfen: sie gilt als Nesträuber und als „diebische Elster“.  Auch deswegen wurde sie über Jahrhunderte gnadenlos bejagt. Dies merkt man den Elstern auch heute noch an. Ihre Fluchtdistanz zu den  Menschen ist sehr groß. So ist es also nicht immer einfach, sie aus der Nähe zu beobachten. Da es in der Umgebung des Menschen immer Nahrung gibt, ist sie auch dort zu finden. Auf dem Land durchstreift sie die gesamte Feldflur auf der Suche nach Nahrung, in der Stadt findet man sie oft auf Parks oder sogar auf Rasenflächen.

Dohle

„Sollen dich die Dohlen nicht umschrei’n, musst nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.“  Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe ist seit einigen Jahren in Oberöwisheim nachvollziehbar. Dort hat sich – mit Unterstützung der dortigen Naturschutzgruppe – eine Dohlenkolonie in der evangelischen Kirche ansiedeln können. Seit Jahren kann sie dort auch beobachtet werden. Und von Oberöwisheim breitet sich die Dohle allmählich auch in andere Teile Kraichtals aus. Sonst waren Begegnungen mit dieser Vogelart im Kraichtal eher nur in den Wintermonaten möglich. Dann kommen nämlich die Dohlen aus dem Osten Europas zusammen mit den dortigen Saatkrähen bei uns an – und verlassen uns im Frühjahr wieder. Die Dohlen gehören zu den Rabenvögeln, den „Krähenverwandten“, und sind in der Nähe des Menschen und in der Umgebung der Dörfer zu finden. Sie lieben Standorte in der Höhe – und tatsächlich waren vor allem Türme als Brutstätten beliebt. Mit der Versiegelung vieler dieser Gebäude gingen viele Brutstätten verloren.

Turmfalke

Ihn kann man im Kraichtal recht häufig beobachten. Oft sitzt er auf Bäumen und Hecken. Oder man kann ihn bei seinem typischen „Rüttelflug“ über den Wiesen und Feldern beobachten. Weibchen und Männchen sind unterschiedlich gefärbt. Das Männchen hat einen grauen Scheitel, beim Weibchen ist der braun gestrichelt. Während das Weibchen überwiegend braun gefärbt ist, hat das  Männchen  ein rotbraunes Gefieder.

Mäusebussard

Gemeinsam mit dem Turmfalken  dürfte der Mäusebussard  wohl der häufigste Greifvogel bei uns sein. Sein Lebensraum sind die offenen Feldfluren. Oft sieht man ihn am Himmel seine Kreise ziehen. Seine Beute besteht vor allem aus kleinen Säugetieren, aber auch aus Regenwürmern  und Insekten. Typisch für ihn ist, dass er auf Bäumen oder Hecken sitzt, um nach Beute Ausschau zu halten. Vermehrt kann man ihn auch den Straßenrändern beobachten, wo er auf Straßenbäumen seine Sitzwarte bezogen hat. Oft kommt es aber zu Problemen mit den Rabenkrähen, die den Mäusebussard nicht in ihrer Nähe dulden. Seit einigen Jahren treten bei uns zahlreiche Farbvarianten des Mäusebussards auf. Sehr oft kann man hellgefärbte, fast weiße Bussarde beobachten.

Und hier ein Beispiel wie die Geschichte mit den Rabenkrähen oft ausgeht ….. Zwei Krähen landen in der Nähe eines Bussards …

eine fliegt knapp am Bussard vorbei und setzt sich in kurzer Distanz  vor ihm hin …. Der Bussard beobachtet die andere Krähe, die noch in der Luft ist ….

dann kommt der zweite von hinten angeflogen …. der Bussard fliegt auf ….  die erste Krähe wartet noch ab ….

die wilde Jagd beginnt. Sie dauert oft mehrere Minuten. Dabei greift auch die erste Krähe ein, was die Sache für den Bussard kompliziert machen kann …

Rotmilan

Die Bestand des Rotmilans hat sich in den letzten Jahren wieder leicht erholt. Auch er ist ein typischer Bewohner der Feldflur. Wie der Mäusebussard bezieht der Rotmilan Sitzwarten auf Bäumen und hohen Sträuchern. Meist aber ist er in der Luft zu sehen, wo er an seinem Flugbild leicht zu erkennen ist. Er ist viel wendiger und wirkt eleganter in seinem Flug als der Mäusebussard. Im Herbst sammeln sich aber die Rotmilane und warten gemeinsamt auf günstigen Wind, der ihnen den Flug nach Süden erleichtert.

Schwarzmilan

Der Schwarzmilan ist nicht so häufig bei uns anzutreffen, aber auch er ist ein Brutvogel im Kraichtal. Auch er ist nur im Sommer bei uns. Den Winter verbringt er in Afrika. Sein Lebensraum gleicht dem des Rotmilans. Im Frühjahr kann man oft beide Arten am Himmel bei ihren Flugmanövern beobachten. Das Gefieder des Schwarzmilans ist etwas dunkler – und der Schwanz ist nicht so stark gegabelt wie beim Rotmilan.

Kornweihe

Bei uns in Kraichtal kann man die Kornweihe vom Herbst bis zum Beginn des Frühjahrs beobachten. Die Kornweihe fällt durch ihren Jagdflug knapp über dem Boden auf. Wenn sie Beute erspäht, fliegt sie blitzschnell nach unten und schlägt meist erfolgreich zu. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Beim Männchen vermuten viele Beobachter, dass es sich hier um eine große Möwe handelt. Grund dafür ist die schwarz-weiße Flügelfärbung. Auf dem Bild ist ein Männchen zu sehen, das in einem „Blühstreifen“ Beute gemacht hat.

 

 

Lebensraum Hecke: Sträucher und Bäume

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Hecken sind wichtige Rückzugsräume. Sie grenzen meist an landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Wege. Deswegen stellen sich in diesem Bereich Vögel der Feldflur, aber auch reine Heckenbewohner ein. Sind die Heckenstreifen lang und breit genug, stellen sie echte Schutzräume für die verschiedensten Tiere dar. Aber auch die Sträucher und Bäume in der Hecke bieten zahlreichen Tieren mit ihren Beeren  und anderen Früchten ein breites Nahrungsangebot. Vor allem in den vegetationsarmen Jahreszeiten ist dies besonders von Bedeutung. Die folgende Bildergalerie umfasst die wichtigsten Sträucher einer Hecke, wie sie bei uns im Kraichtal vorzufinden ist.

Schwarzdorn

Blühende Schwarzdornhecken gehören bei uns schon Ende März bis in den Mai hinein zum Landschaftsbild. In der sonst noch kahlen Landschaft sehen sie wie Wattetupfer aus. Die Blüten und Früchte des Schwarzdorns oder der Schlehe zeigen die enge Verwandtschaft zu anderen Rosengewächsen: Kirsche, Zwetschge, Mirabelle haben ähnliche Blüten. Die Früchte sind für die Tiere der Hecke sehr wichtig.

Schwarzer Holunder

Der Schwarze Holunder ist auch kaum aus den Hecken wegzudenken. Auch er bietet mit seinen Blüten und Früchten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Zudem dient er vielen Vögeln als Nist- und Brutplatz. Während der Schwarzdorn zu den Frühblühern gehört, blüht der schwarze Holunder meist erst im Juni. Schon seit der frühen Menschheitsgeschichte hatte der Holunder als wichtige Heilpflanze einen hohen Stellenwert. In der letzten Zeit haben auch wir wieder einmal die Vorzüge des Holunders entdeckt: neben therapeutischen Zwecken werden zum Beispiel  die Blüten und Früchte  zu Süßspeisen oder zu Getränken verarbeitet.

Das Judasohr (meist auf Holunder)

Diesen Pilz kann man manchmal an alten Holunderstämmen entdecken: Das Judasohr, das oft als Ersatz asiatischer Pilze („Mu Err“) bei uns als Speisepilz verwendet wird. Dabei ist er eher geschmacksneutral.  Man sieht auch hier an der aufgesprungenen Rinde, dass er  auf bereits abgestorbenen Holz lebt und  dort die „Weißfäule“ erzeugt. Das Juadasohr gehört zur Familie der Ohrlappenpilze. Das obere Bild zeigt einen intakten Stamm des Schwarzen Holunders.

Heckenrosen

In den Hecken bei uns gibt es zahlreiche Arten der Heckenrose. Dies kommt daher, dass zur Begrünung oder zur Befestigung von Wegen und Rainen Hecken mit kultivierten Heckenrosen-Arten bepflanzt werden. Die meisten haben aber gemeinsam, dass sie schöne weiße, rosafarbene oder rote Blüten – und Hagebutten erzeugen, die wiederum vielen Tieren als Nahrung dienen. Zudem bieten die stachelbewehrten Heckenrosen einen Schutz vor Eindringlingen, was vor allem für Rebhühner, den Jagdfasan, aber auch für viele Kleinsäuger wichtig ist.

Rote Heckenkirsche

Die Rote Heckenkirsche gehört zu den Geißblattgewächsen. Man findet sie in den Feldhecken, aber auch am Waldrand und entlang von Lichtungen uund Waldwegen. Die Früchte sind bei vielen Vogelarten sehr beliebt.

Gemeiner Schneeball

Ein auffällig blühender Strauch, der ebenfalls für viele Tiere mit seinen Beeren ein großes Nahrungsangebot hat. Die Blüten des Schneeballs gehören zu den schönsten Blüten in einer Hecke. Auch die Früchte, die im Herbst reif sind, werden von vielen Tieren erwartet.

Roter Hartriegel

Auch der Rote Hartriegel produziert viele Beeren. Seinen Namen hat er von der herbstlichen Rotfärbung seiner Zweige.

Eberesche oder Vogelbeere

Die Eberesche oder Vogelbeere ist ein Baum aus der Familie der Rosengewächs, und dass er den Namen „Vogelbeere“ oder „Vogelbeerbaum“ hat, liegt an seinem großen herbstlichen Angebot an „Vogelbeeren“, das die Vögel auch sehr schätzen.

Haselstrauch

Der Haselstrauch oder die Hasel gehört zu den Birkengewächsen. Sein Angebot an Früchten wendet sich sowohl an Vögel (Spechte, Kleiber, Eichelhäher) wie den  als auch an die verschiedensten Kleinsäuger wie Eichhörnchen und Mäuse. Er ist auch dadurch interessant, dass er eine Symbiose mit besonderen Speisepilzen eingeht, wie den Trüffelarten oder dem Steinpilz. Auch einige Käfer und Wanzen, sowie Blattläuse leben auf – und vor allem von ihm. Die Haselnüsse, die wir verzehren, stammen von einer anderen Haselart aus dem vorderen Orient.

Feldahorn

Ihn findet man bei uns in den Feldhecken sehr häufig. Man erkennt ihn an den kleinen Blättern und an den Früchten, die einen gestreckten Winkel bilden. Er ist eigentlich der typische Heckenbaum.

Eingriffeliger Weißdorn

Der eingriffelige Weißdorn ist ebenfalls ein Strauch, der zu den Rosengewächsen gehört. Er kann mehrere Meter hoch werden und bildet rote Früchte aus. Seine Blüten riechen leicht unangenehm. Er hat seinen Namen, weil  die zwittrigen Blüten  aber jeweils  nur einen Fruchtknoten – und damit auch nur einen Griffel haben. Die Fruch hat deswegen auch nur einen Kern.

Zweigriffeliger Weißdorn

Dieser hat – im Gegensatz zum eingriffeligen Weißdorn eine andere Blattform, vor allem aber mehrere Fruchtknoten (2-3) in einer Blüte – und damit auch mehrere Kerne in der Frucht. Da die ursprünglichen Wildformen nach dem 2. Weltkrieg bei uns durch Beseitigung von Hecken zugunsten von Ackerland verschwanden,  wurden im Zuge der Renaturierung oder Neupflanzung von Hecken meist kultivierte Formen angepflanzt. Darum findet man heute viele Mischformen. Beide Arten haben aber für Vögel, Säuger und Insekten eine große Bedeutung.

Waldrebe

Die Waldrebe hat im Kampf ums Licht, das ja in der Hecke oder im Wald eine ganz besondere Rolle spielt, eine ganz besondere Strategie entwickelt. Anfangs ist sie krautig und schlingt sich an Sträuchern und Bäumen empor. Danach bildet sie strickartige Triebe aus, die mehrere Zentimeter Durchmesser haben können. Durch ihre Struktur sind die Triebe elastisch und sehr belastbar. So kann die Pflanze innerhalb weniger Jahre bis an die Spitze der Hecke oder des Waldrandes kommen, ohne dass sie einen stabilen Stamm entwickeln muss, wie dies bei den Bäumen der Fall ist. So kann sie die Oberfläche einer Hecke mit ihren Trieben überwuchern und befindet sich so in der „ersten Reihe“ beim Kampf um das lebensnotwendige Licht. Eine ähnliche Strategie hat auch das Efeu entwickelt.

Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen gehört zu den Spindelbaumgewächsen. Aus seinem zähen Holz wurden früher unter anderem Spindeln hergestellt (Spindelbaumgewächse). Der Strauch ist bei uns im Kraichtal eine sehr häufige Heckenpflanze, die sehr dicht wuchert. Den Namen Pfaffenhütchen hat er von der Ähnlichkeit seiner kantigen Früchte mit der traditionellen Kopfbedeckung von Priestern (Birett). Ein wichtiges Merkmal des Pfaffenhütchens ist sein grünes Holz.

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Liguster

Der Liguster gehört zu den Ölbaumgewächsen. Er ist giftig. Weltweit gibt es viele Arten, bei uns findet man aber nur den Gewöhnlichen Liguster. Er findet sich in vielen Hecken und Waldrändern. In Gärten wird er oft als Schnitthecke verwendet. Dann handelt es sich aber meist um kultivierte Formen des Ligusters, der überwiegend aus Asien stammt. Für die Insekten sind seine Blüten ein beliebtes Ziel (hier Rosenkäfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rolle der Pilze im Wald

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Pilze kennt eigentlich jeder. Man kann einige Arten essen; manche Arten sind hoch giftig, aber einige von ihnen haben schon viele Leben gerettet (Penicillin). Aber auch  bei unserer Ernährung spielen Pilze eine bedeutende Rolle, zum Beispiel die Schimmel- und Hefepilze. Die meisten Pilze sind jedoch ungenießbar. Es gibt sie nicht nur im Wald. Vielmehr kann man sie überall finden.  Viele Pilze sind mit bestimmten Pflanzen eine enge Beziehung eingegangen. Dabei erhalten sie einen Teil der Nährstoffe, welche die Pflanzen produziert haben. Dafür geben sie den Pflanzen wichtige Nährstoffe zurück, die bei der Zersetzung von organischem Material entstanden sind.

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Weil sie organisches Material zersetzen können und diese Nährstoffe wieder an andere Organismen abgeben, findet durch die Pilze eine hoch effektive Abfallbeseitigung mit anschließendem „Nährstoff-Recycling“ statt. So sind sie  auch  im Wald sehr wichtig. Sie zersetzen totes Material und setzen die Nährstoffe frei, die von anderen Pflanzen wieder aufgenommen werden. Begleitet wird diese Aktion von einer großen Anzahl von Kleinlebewesen, welche ebenfalls am Abbauprozess beteiligt sind.

So wirken Weißfäule und Braunfäule im Holz:

Bäume können sich normalerweise gegen Pilze wehren. Werden sie jedoch durch Wind oder Witterung oder Tiere (Vögel, Insekten) beschädigt, können Pilze durch die offenen „Wunden“ in den Baum eindringen. Ist der Baum durch zusätzliche Faktoren wie Trockenheit, Staunässe oder ähnliches geschwächt, haben Pilze oft ein leichtes Spiel. Je nach Pilzart schädigen sie den Baum auf unterschiedliche Weise. Bei Weißfäule hervorrufenden Pilzarten wird vor allem das harte Lignin im Stamm abgebaut; das Holz wird weich und faserig – und kann dann sogar mit der Hand zerteilt werden.

So sieht ein Baumstamm aus, wenn ein Schwarzspecht in einer von der Weißfäule befallenen Weide nach Larven sucht. Auch die benachbarten Stämme sind von Pilzen befallen, wo sich zahlreiche Fruchtkörper am Stamm zeigen.

Bei der Braunfäule wird die Zellulose abgebaut; das Lignin bleibt und der Stamm wird bröselig. Das Holz bricht in Blöcken ab.

Stammholz, das über eine lange Zeit im Wald gelagert – und nicht abgeholt wird, zeigt, wie rasch die Besiedelung durch Pilze erfolgen kann. Auch hier haben Weißfäule hervorrufende Pilzarten gewirkt. Rinden sprengende Pilze und andere Pflanzen wie Moose  stellen sich ein und beschleunigen so den Effekt.

Der Baumstamm unten ist schon ganz mit Pilzgeflecht überzogen; auf der anderen Seite wachsen Porlinge – und auf dem Stamm hat sich schon eine Pflanze angesiedelt, welche die Nährstoffe verarbeiten kann….