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Rote Taubnessel

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Die rote Taubnessel gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Ein Merkmal dieser Pflanzenfamilie sind die Blüten, die von der Seite aus wie ein geöffneter Mund aussehen – mit Ober- und Unterlippe. Der Name „Taubnessel“ ist auf die Form der Blätter zurückzuführen: Alle Taubnesseln haben brennnesselähnlich aussehende Blätter, denen aber die Nesselzellen fehlen. Beim Berühren der Blätter kommt es zu keinem „Brennen“ oder „Nesseln“, die Blätter sind „taub“. Die rote Taubnessel ist normalerweise die erste blühende Pflanze aus dieser Familie im Jahr. Bis in den Oktober/November hinein kann man sie bei uns blühend vorfinden. In milden Wintern ist dies sogar über das ganze Jahr hindurch möglich.

Es gibt viele rotblühende Lippenblütengewächse bei uns. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist aber die Form der Blütenkrone. Bei der roten Taubnessel ist die Blütenkronröhre gerade und nicht gebogen. Die Pflanze ist im oberen Teil oft rötlich überlaufen. Die sehr ähnliche rotblühende „Gefleckte Taubnessel“ blüht allerdings viel später und hat gebogene Blütenkronröhren. Zudem ist die rote Taubnessel meist viel kleiner.

Es gibt aber auch weißblühende Varianten:

Typische Standorte für die rote Taubnessel sind Weinberge, Äcker, aber auch Wiesen und Weiden. Je nach Nahrungsangebot  sind sie dort sehr häufig anzutreffen. Bestäubt werden sie vor allem von Insekten. Für die Verbreitung der Samen sind auch bei dieser Pflanze die Ameisen verantwortlich. Die Samen enthalten ein süßes Anhängsel, das von Ameisen gesammelt – und zum Nest transportiert wird. Der eigentliche Samen wird dann auf dem Weg zum Nest vom Anhängsel getrennt und verstreut.

 

Eichelhäher sind unterwegs

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Zur Zeit sind sie wieder unterwegs: die Eichelhäher in kleinen Trupps. Man kann sie vor allem in den Streuobstwiesen, entlang von Hecken und an Waldrändern beobachten, wenn sie dort umherstreifen. Eichelhäher haben im Herbst umfangreiche Vorräte angelegt, von denen sie im Winter und Frühjahr leben. Es sind vor allem Sämereien, Nüsse und Eicheln, die sie in zahlreichen Verstecken deponiert haben. Ihr Gedächtnis ist phänomenal. Tatsächlich finden sie einen Großteil der Vorräte wieder, die sie in den unterschiedlichen Verstecken deponiert haben. Weil sie aber nicht alle finden, können einige der Nussfrüchte auskeimen und zur Verjüngung des Bestandes beitragen.

Zielsicher hat sich der Eichelhäher aus einem Depot bedient. Unter einem Apfelbaum in Hanglange hat er sich unter einem Grasbusch eine Nuss geholt. Die klemmt er  zwischen den Beinen und dem Ast fest und beginnt, sie zu bearbeiten. Immer wieder hält er inne und schaut, ob er beobachtet wird. Dann beginnt er, mit dem Schnabel die Nuss zu bearbeiten.

Offenbar hat er eine Walnuss in Bearbeitung.

Und es ist ihm gelungen, sie zu öffnen.

Und die Suche geht weiter ….

Gänseblümchen

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Gänseblümchen sind ganz frühe Frühlingsboten. Das Gänseblümchen dürfte eine der bekanntesten Blütenpflanzen Mitteleuropas sein, da es fast überall vorkommt. Schon ab Ende Januar kann man es an sonnigen Stellen finden. Es wächst auf Wiesen und Weiden, aber auch zwischen den Reben in den Weinbergen kann man sie entdecken. Der Stängel der Gänseblümchen ist blattlos aber leicht behaart – und am Ende befindet sich der Blütenkopf mit zahlreichen Blüten. Die Blätter befinden sich alle am Stängelgrund und bilden eine Blattrosette.

Am Abend und bei schlechtem Wetter schließen sich die Blütenköpfchen der Gänseblümchen. Im Lauf des Tages drehen sich die Blütenköpfchen immer in die Richtung der Sonne. Dies ist bei vielen Vertretern der Korbblütengewächse so.

Das Gänseblümchen gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Zwar sieht der Blütenkopf wie eine einzige Blüte aus, in Wirklichkeit sammeln sich aber in dem Blütenkopf zahlreiche Einzelblüten. Die äußeren weißen Blüten sind zungenförmig und haben mit der Bestäubung nichts zu tun. Auf dem Boden des Blütenkopfes drängen sich oft über 100 gelbe Einzelblüten, die nacheinander aufblühen und die eigentlichen Blütenorgane wie Staubblätter und Fruchtblätter beherbergen. Um das Gänseblümchen, das auch als Arzneipflanze Verwendung fand, bildeten sich viele Mythen. Im Volksglauben diente es auch als „Orakelpflanze“: Beim Herausziehen der weißen Zungenblüten kam oft der Abzählvers “ er liebt mich“, „er liebt mich nicht!“ ins Spiel. Bestäubt werden die Gänseblümchen vor allem von Insekten, aber auch andere Tiere, der Mensch, Wind und Regen spielen hierbei eine Rolle.

Haussperling

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Der Haussperling ist schlicht der Kulturfolger des Menschen. Er ist sicher der bekannteste Singvogel bei uns. Der Haussperling findet überall dort seine idealen Lebensräume, wo er ganzjährig an Sämereien und Getreide kommt – und wo er geeignete Nistmöglichkeiten findet. Haussperlinge sind Höhlenbrüter. Sie bevorzugen vor allem das kultivierte Getreide wie Weizen, Hafer und Gerste. Darüber hinaus sind sie sehr anpassungsfähig, was sie in den Städten oft beweisen, wenn sie sich an die Abfälle von Imbißbuden heranmachen. In geeigneten Lebensräumen sind oft ganze Kolonien von Haussperlingen anzutreffen. Ideale Plätze sind landwirtschaftlich geprägte Siedlungen, Geflügelfarmen, Aussiedlerhöfe,  Zoologische Gärten, aber auch Einkaufszentren. Durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe, aber auch durch die geänderte Bauweise und Versiegelungsmaßnahmen an Neubauten fallen viele Gebäude als Nistmöglichkeiten aus. Deswegen nimmt seit einigen Jahren der Bestand der Haussperlinge bei uns ständig ab. Ein Grund ist sicher auch, dass in den Dörfern die Kleintierhaltung stark abgenommen hat. Hier konnten die Haussperlinge bisher rund um die Uhr problemlos an Futter gelangen.

Das Männchen ist leicht an seinem schwarzen Kehllatz und dem grauen Scheitel zu erkennen. Dazu hat es  graue Wangen und einen grauen Bauch. Insgesamt ist es kontrastreicher gefärbt als das Weibchen.

Der schwarze Fleck an der Kehle („Latz“) ist zwar schon sichtbar; zur Brutzeit ist er aber voll entwickelt, wenn das Männchen sein „Prachtkleid“ zeigt.

Das Weibchen ist viel unauffälliger gefärbt als das Männchen. Deutliches Kennzeichen ist jedoch der helle Augenstreif, der mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. 

Sperlinge galten lange Zeit als Fruchtschädlinge, die intensiv bejagt wurden. Haussperlinge haben zahlreichen Feinde. Neben den Greifvögeln wie Sperber und Turmfalke, machen Schleiereulen, aber auch Katzen Jagd auf Sperlinge.

Schwarzerle

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Die Schwarzerle ist ein typischer Begleitbaum von Gewässern aller Art, aber auch in staunassen, überschwemmten Gebieten ist sie anderen Laubbäumen überlegen. Sie gehört zur Gruppe der Birkengewächse – und wie die meisten Vertreter dieser Art bereitet sie mit ihren Pollen vielen Allergikern Probleme. Die Schwarzerle bildet ebenfalls Kätzchen – und die weiblichen Blüten reifen zu Zapfen heran, die im Spätherbst und Winter den Samen freigeben.

Hier sieht man eine ganze Reihe von Schwarzerlen entlang eines Grabens. Dabei festigen die Wurzeln das Grabenufer.

Hier sind die männlichen und weiblichen Blüten noch nicht reif; die Kätzchen sind noch geschlossen – und auch die zahlreichen weiblichen Blütenstände sind noch nicht geöffnet.

Hier sind zum einen die männlichen Blütenstände (Kätzchen), die reifen zapfenförmigen weiblichen Blüten(rot) und die reifen Früchte des letzten Jahres sichtbar. Die reifen Zapfen haben die Zapfenschuppen geöffnet, die Samen können herausfallen oder werden von Vögeln herausgeholt. Dies sind vor allem der Distelfink und der Erlenzeisig.

Die Blütezeit der Schwarzerle ist je nach Witterung von Februar bis April. Da die Erle in Gewässernähe wächst, wird ihr Samen in großen Teilen durch das Wasser verbreitet.

Ein typischer Standort für die Schwarzerle im Kraichtal: Bruchwälder mit oft lang anhaltender Staunässe.

Und hier nochmal eine begleitende Baumreihe entlang eines Grabens im Kraichtal. Leider sind aber die Schwarzerlen, ähnlich wie die Eschen, von einer fäulnisbildenden Pilzkrankheit bedroht.

Frisch geschlagenes Holz der Schwarzerle färbt sich orangerot. Deswegen wird die Schwarzerle oft auch als „Rot-Erle“ bezeichnet, was botanisch falsch ist, da es eine eigene Art „Rot-Erle“ gibt. Nach dem Trocknen verschwindet die Färbung aber wieder.

Das Holz der Schwarzerle lässt sich gut in Wasser verbauen und zeigt ähnliche Eigenschaften wie Eichenholz. Steinzeitliche Pfahlbauten wurden oft auf Schwarzerle errichtet, ebenso Teile von Venedig.

Erlenzeisig

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Der Erlenzeisig gehört innerhalb der Sperlingsvögel zu den Finken. Er ist bei uns im Kraichtal regelmäßig zu beobachten. Der kleine Vogel ist bei uns Jahresvogel. Man kan ihn aber im Winterhalbjahr am besten beobachten, wenn er sich an die Samen von Schwarzerlen oder Birken heranmacht. Das Männchen hat einen schwarzen Scheitel, beim Weibchen sind die Farben insgesamt blasser; aber vor allem fallen beim Weibchen die Strichelungen auf. Im Winterhalbjahr sind die Erlenzeisige oft in kleinen Schwärmen unterwegs.

Das Männchen mit deutlich schwarzem Scheitel. Während der Brutzeit wird  die Färbung deutlich intensiver.

Die nächsten Bilder zeigen Weibchen ohne schwarzen Scheitel, aber mit deutlichen Strichelungen. Erlenzeisige kann man auch am kurzen, stark gegabelten Schwanz erkennen.

Hier holt sich ein Erlenzeisig-Männchen gerade die Samen aus einem „Erlenzapfen“ heraus. Im unteren Bild sind es zwei Weibchen.

Neben den Samen von Erle und Birke ernähren sich die Erlenzeisige auch von Knospen.

Erlenzeisig-Männchen im Prachtkleid

Persischer Ehrenpreis

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Der Persische Ehrenpreis geört zu den Braunwurzgewächsen und blüht schon sehr früh im Jahr. Bei entsprechend milden Klima kommt es vor, dass man ihn das ganze Jahr über blühen sieht. Normalerweise ist er aber ab Ende Januar bei uns zu entdecken. Er stammt aus dem Gebiet des Kaukasus und wurde vorwiegend in Botanischen Gärten angepflanzt.  Er liebt von Menschen geschaffene nährstoffreiche Lebensräume (Gärten, Felder, Weinberge, Unkrautfluren). Der Persische Ehrenpreis ist ein Lehmzeiger. Die kleinen, aber sehr schönen Blüten haben einen Durchmesser von 8 – 10 mm. Der Persische Ehrenpreis ist ein früh blühender Vertreter einer artenreichen Pflanzenfamilie.

Für uns ist er auch deswegen von großer Bedeutung, weil sich an diesem Beispiel  zeigt, wie schnell sich eine Art bei günstigen Bedingungen ausbreiten kann. Laut zeitgenössischen Berichten soll er 1805 aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe „verwildert sein“ und ist heute in ganz Mitteleuropa verbreitet. Wie schnell seine Ausbreitung ablief, soll ein konkreter Fall aufzeigen: Nachdem er um 1805  aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe verwilderte – wurde er im Jahre 1826 für die Gegend um Freiburg schon als „häufig vorkommend“ beschrieben. Das sind immerhin 115 km Luftlinie. Ein erstaunlicher Wert, zumal die heute für die Verbreitung von Wildpflanzen üblichen „Transportwege“ (Bahn, LKW, Auto, Flugzeug) noch nicht – oder nicht in relevanter Größe verfügbar waren.

Obwohl er  bei uns im Kraichtal gerade blüht, wird er  oft übersehen – so schön wie er ist – der Persische Ehrenpreis ….

Wintergast Wiesenpieper

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Der Wiesenpieper gehört zur Gruppe der Pieper und Stelzen und ist normalerweise nur während der Wintermonate im Kraichtal zu beobachten. Ab Ende September/Anfang Oktober stellen sich die ersten Exemplare ein. Bei uns im Kraichtal sind im Winter meist kleinere Schwärme des Wiesenpiepers unterwegs. Die natürlichen Lebensräume des Wiesenpiepers sind offene Wiesenflächen und Weidelandschaften, Moore und Heiden. Die bei uns überwinternden Vögel kommen meist aus nördlichen Gebieten, vor allem Skandinavien.

Der Wiesenpieper ist ungefähr so groß wie ein Haussperling. Wichtige Kennzeichen sind der gelbe Schnabel und die kräftige Strichelung auf dem Rücken. Der Überaugenstreif ist meist nur sehr kurz. Er kann mit dem Baumpieper verwechselt werden; allerdings unterscheiden sich ihre Lebensräume voneinander. Auch im Gefieder und in der Schnabelform unterscheiden sich beide Arten. Zudem überwintert der Baumpieper nicht bei uns.

Durch sein Gefieder ist der Wiesenpieper hervorragend an den Lebensraum Wiese und Weide angepasst. Die folgenden Bilder zeigen einen Wiesenpieper in einem Graben am Rande einer ausgedehnten Wiese im Januar im Kraichtal. Man muss schon genau hinschauen, um ihn zu entdecken. Er ist auf jedem der folgenden Bilder zu sehen.

In einer solchen Umgebung ist der Wiesenpieper nur schwer zu entdecken. Kaum zu glauben: Trotz der kräftigen Rückenstrichelung ist der Wiesenpieper in einer solcchen Umgebung hervorragend getarnt.

 

Nilgans

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Die Nilgans stammt aus Afrika. Die europäischen Vorkommen sind auf gezielte Freisetzungen zurückzuführen. Inzwischen brütet sie in vielen europäischen Ländern und gilt auch bei uns in Deutschland als eingebürgert. Nilgänse sind an jedem Gewässertyp anzutreffen. Bei uns ist die Nilgans stark umstritten. Als „nicht ursprünglich europäische Art“ ist sie auch nicht besonders geschützt. In NRW unterliegt sie dem Jagdrecht. Wegen ihres Brutverhaltens ist die Nilgans in Verruf geraten. Allerdings werden viele dieser Probleme – ähnlich wie bei der Kanadagans – durch Menschen verursacht, von denen sie in den Städten gefüttert werden. Der Nilgans werden zwar landwirtschaftliche Schäden nachgesagt, aber genaue Studien dazu gibt es nicht. Zudem ist die Zahl der Gänse zu gering. Alle Bilder entstanden in der Hügellandschaft im Kraichtal.

Kanadagans

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Wie schon der Name sagt, stammt die Kanadagans aus Nordamerika und wurde in Europa eingeführt. Inzwischen kann man sie an vielen Gewässertypen vorfinden. Sie ist sehr groß. Durch ihren schwarzen Hals, ihre weiße Brust und dem weißen Kopffeld ist sie leicht von anderen Gänsearten zu unterscheiden. Eine gewisse Verwechslungsmöglichkeit besteht lediglich mit der Weißwangengans, die aber wesentlich kleiner ist und – da diese normalerweise in der Arktis lebt – kaum im Binnenland zu beobachten ist.  Im Gegensatz dazu ist die Kanadagans häufig in den Grünanlagen der Städte zu finden, wenn es dort Wasserflächen gibt. Da sie sehr zutraulich werden kann, wird sie von den Menschen gefüttert. Wenn sie in größerer Zahl erscheint, kann dies Probleme verursachen.  Eine einzelne Kanadagans tauchte in den letzten Jahren auch regelmäßig im Kraichtal auf, wobei sie sich meist in der Nähe der Kraich aufhielt. Nach ein paar Tagen verschwand sie dann immer wieder – um im folgenden Jahr wiederzukehren. Eine schöne Gans, die unsere heimische Tierwelt durchaus bereichert. Jedenfalls ist die Kanadagans die größte  Wildgans, die bei uns in freier Natur zu beobachten ist. Hier ein paar Bilder aus dem Jahre 2017:

Die Kanadagans ernährt sich vorwiegend von pflanzlicher Nahrung. Während der Wintermonate ist sie auch in der Nähe von Gewässern auf angrenzenden Äckern und Wiesen anzutreffen.

Wer in unserer Region Kanadagänse beobachten will, der kann dies an vielen Orten am Rhein (z.B. Leopoldshafen) – aber vor allem auch in der Wagbachniederung tun, wo die Kanadagans regelmäßig brütet.